Weiterbildung – Online lernen – Buchhaltung – Geschäftsfälle buchen – Kreditaufnahme, Buchungssatz und Beispiel
Darlehen buchen lernen Sie auf dieser Seite Schritt für Schritt am Geschäftsfall einer Kreditaufnahme. Sie erfahren, welche Konten betroffen sind, warum eine Aktiv-Passiv-Mehrung entsteht und wie der Buchungssatz im Journal sowie im Hauptbuch aussieht. Zusätzlich erklärt die Bildungsbibel die spätere Tilgung, Zinszahlungen, Annuitäten, ein mögliches Disagio, Restlaufzeiten und typische Buchungsfehler. So können Sie nicht nur einen Buchungssatz auswendig lernen, sondern die Logik hinter der Darlehensbuchung verstehen.
Kurz erklärt: Kreditaufnahme in der Buchhaltung
Wenn Unternehmen ein Darlehen buchen, entstehen bei der Auszahlung normalerweise zwei gleich hohe Veränderungen in der Bilanz. Das Guthaben auf dem Bankkonto nimmt zu und gleichzeitig entsteht beziehungsweise erhöht sich eine Verbindlichkeit gegenüber dem Kreditinstitut. Der Vorgang verändert zunächst nicht den Gewinn, weil weder ein Ertrag noch ein Aufwand aus der reinen Kreditaufnahme entsteht.
| Prüfschritt | Ergebnis bei der Kreditaufnahme |
|---|---|
| Geschäftsfall | Bank zahlt ein Darlehen auf das betriebliche Bankkonto aus |
| Aktivkonto | Bank nimmt zu |
| Passivkonto | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nehmen zu |
| Soll | Bank |
| Haben | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
| Bilanzveränderung | Aktiv-Passiv-Mehrung |
| Gewinnwirkung | Keine unmittelbare Gewinnwirkung durch die reine Darlehensaufnahme |
Der grundlegende Buchungssatz lautet deshalb: Bank an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Möchten Sie Darlehen buchen, ist dieser Zusammenhang wichtiger als das bloße Auswendiglernen des Satzes.
Darlehen und Kredit buchhalterisch einordnen
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Kredit und Darlehen häufig ähnlich verwendet. Für die Buchungslogik ist vor allem entscheidend, dass dem Unternehmen fremde finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden und daraus eine Rückzahlungsverpflichtung entsteht. Wenn Sie ein Darlehen buchen, erfassen Sie deshalb auf der Passivseite eine Schuld und auf der Aktivseite den zugeflossenen Geldbetrag oder einen anderen betroffenen Vermögensposten.
Mehr zu unterschiedlichen Finanzierungsformen finden Sie im Beitrag über Kredit und Darlehen. Für die folgenden Beispiele wird ein klassisches Bankdarlehen verwendet, das auf das betriebliche Bankkonto ausgezahlt wird.
Geschäftsfall: Die Freund GmbH nimmt 50.000 Euro auf
Die Freund GmbH nimmt bei ihrer Bank ein Darlehen in Höhe von 50.000,00 Euro auf. Das Kreditinstitut überweist den vollständigen Darlehensbetrag auf das Geschäftskonto. Die vereinbarte Laufzeit beträgt zehn Jahre. An diesem einfachen Geschäftsfall lässt sich besonders gut zeigen, wie Sie Darlehen buchen und welche Konten sich verändern.
Unmittelbar nach der Auszahlung besitzt die Freund GmbH 50.000,00 Euro mehr Bankguthaben. Gleichzeitig schuldet sie der Bank 50.000,00 Euro. Das Unternehmen ist durch die Aufnahme des Darlehens also nicht um 50.000,00 Euro reicher geworden. Dem zusätzlichen Vermögen steht eine gleich hohe Verbindlichkeit gegenüber.
| Merkmal | Angabe im Beispiel |
|---|---|
| Darlehensnehmer | Freund GmbH |
| Kreditgeber | Kreditinstitut |
| Darlehensbetrag | 50.000,00 Euro |
| Auszahlung | Auf das betriebliche Bankkonto |
| Laufzeit | 10 Jahre |
| Betroffene Konten | Bank und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
Kontenanalyse Schritt für Schritt
Bevor Sie Darlehen buchen, sollten Sie den Geschäftsfall analysieren. Eine Kontenanalyse verhindert typische Fehler bei Soll und Haben. Entscheidend sind vier Fragen: Welche Konten sind betroffen? Handelt es sich um Aktiv- oder Passivkonten? Werden die Konten gemehrt oder gemindert? Auf welcher Kontoseite wird die jeweilige Veränderung gebucht?
Das Bankkonto ist ein Aktivkonto
Das betriebliche Bankguthaben gehört zum Vermögen des Unternehmens. Das Konto Bank ist deshalb ein Aktivkonto. Bei der Auszahlung steigt das Bankguthaben um 50.000,00 Euro. Mehrungen auf Aktivkonten werden im Soll erfasst. Wenn Sie das Darlehen buchen, steht das Konto Bank folglich auf der Sollseite des Buchungssatzes.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind ein Passivposten
Durch die Kreditaufnahme entsteht eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber der Bank. Nach der Gliederung des § 266 HGB werden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf der Passivseite ausgewiesen. Passivkonten nehmen im Haben zu und im Soll ab.
Wer Darlehen buchen möchte, merkt sich deshalb: Die Schuld gegenüber dem Kreditinstitut wird bei der Aufnahme größer und muss auf dem entsprechenden Passivkonto im Haben erfasst werden.
| Konto | Kontoart | Veränderung | Buchungsseite | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| Bank | Aktivkonto | Mehrung | Soll | 50.000,00 Euro |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Passivkonto | Mehrung | Haben | 50.000,00 Euro |
Warum entsteht eine Aktiv-Passiv-Mehrung?
Bei der Kreditaufnahme erhöht sich auf der Aktivseite das Bankguthaben und auf der Passivseite die Verbindlichkeit. Beide Bilanzseiten steigen um denselben Betrag. In der Buchhaltung wird dieser Vorgang als Aktiv-Passiv-Mehrung bezeichnet.
Wenn Sie Darlehen buchen, verändert sich die Bilanzsumme, nicht aber unmittelbar das Eigenkapital. Bei 50.000,00 Euro Kreditaufnahme erhöht sich die Bilanzsumme um 50.000,00 Euro. Das ist eine wichtige Abgrenzung zu erfolgswirksamen Geschäftsvorfällen.
| Bilanzposition | Vor Kreditaufnahme | Veränderung | Nach Kreditaufnahme |
|---|---|---|---|
| Bank | 20.000,00 Euro | + 50.000,00 Euro | 70.000,00 Euro |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0,00 Euro | + 50.000,00 Euro | 50.000,00 Euro |
Buchungssatz für die Kreditaufnahme
Nach der Kontenanalyse können Sie das Darlehen buchen. Der einfache Buchungssatz für die vollständige Auszahlung des Kredits auf das Bankkonto lautet:
Bank 50.000,00 Euro an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 50.000,00 Euro
Das Konto Bank wird im Soll angesprochen, weil das Aktivkonto zunimmt. Das Konto Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten steht im Haben, weil das Passivkonto ebenfalls zunimmt. Dieser Buchungssatz ist das Grundmuster, wenn Unternehmen ein vollständig ausgezahltes Darlehen buchen.
Aus Vereinfachungsgründen arbeitet die Übung mit einem einfachen Buchungssatz. In komplexeren Fällen kann auch ein zusammengesetzter Buchungssatz notwendig sein, beispielsweise wenn neben der Auszahlung weitere Beträge getrennt erfasst werden müssen.
Darlehensaufnahme im Journal oder Grundbuch
Im Journal wird der Geschäftsfall chronologisch dokumentiert. Wenn Sie das Darlehen buchen, werden mindestens Buchungsdatum, Sollkonto, Habenkonto, Betrag und ein nachvollziehbarer Buchungstext benötigt. Wie ausführlich die Angaben ausfallen, hängt von der verwendeten Buchhaltungssoftware und der betrieblichen Organisation ab.

Darlehensaufnahme im Hauptbuch
Im Hauptbuch werden die Buchungen nach Konten geordnet dargestellt. Beim Darlehen buchen erscheint der Betrag auf dem Bankkonto im Soll und auf dem Passivkonto für die Verbindlichkeit im Haben. In einer Buchhaltungssoftware erfolgt die Übertragung aus der Buchung normalerweise automatisch. Die grundlegende Logik sollten Sie dennoch verstehen. Weitere Grundlagen finden Sie zum Buchen auf Bestandskonten.
Warum die Darlehensaufnahme kein Ertrag ist
Ein häufiger Anfängerfehler besteht darin, den Zahlungseingang mit einem Umsatz oder Ertrag gleichzusetzen. Wenn Sie Darlehen buchen, dürfen Sie den ausgezahlten Kreditbetrag jedoch nicht als Umsatzerlös behandeln. Das Unternehmen erhält zwar Geld, muss diesen Betrag später grundsätzlich wieder zurückzahlen. Der Zugang erhöht daher gleichzeitig das Vermögen und die Schulden.
Auch bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist der Darlehenszufluss keine Betriebseinnahme. Die IHK Pfalz weist zur EÜR ausdrücklich darauf hin, dass zugeflossene Darlehensbeträge keine Betriebseinnahmen darstellen und Tilgungszahlungen keine Betriebsausgaben sind.
Diese Abgrenzung hilft auch beim Verständnis der doppelten Buchführung: Darlehen buchen Sie bei der Aufnahme erfolgsneutral über Bestandskonten. Erst bestimmte Kosten der Finanzierung, insbesondere Zinsen, können den Erfolg beeinflussen.
Tilgung eines Darlehens buchen
Bei der Tilgung wird die bei der Kreditaufnahme entstandene Verbindlichkeit teilweise oder vollständig zurückgeführt. Wer Darlehen buchen kann, sollte deshalb auch den umgekehrten Vorgang verstehen. Das Passivkonto Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nimmt ab und das Bankguthaben sinkt ebenfalls.
Eine Minderung auf einem Passivkonto wird im Soll gebucht. Eine Minderung des Aktivkontos Bank wird im Haben gebucht. Wird beispielsweise eine reine Tilgungsrate von 5.000,00 Euro gezahlt, lautet der Buchungssatz:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.000,00 Euro an Bank 5.000,00 Euro
Die Tilgung ist von den Zinsen zu unterscheiden. Wenn Sie Darlehen buchen, reduziert der Tilgungsanteil die Schuld. Er ist nicht mit dem Zinsaufwand gleichzusetzen. Eine ausführliche Übung finden Sie im Beitrag Darlehen und Kredit sowie Tilgung buchen.
Darlehenszinsen richtig erfassen
Zinsen sind das Entgelt für die Überlassung des Kapitals. Anders als die reine Kreditaufnahme oder die Tilgung sind betriebliche Darlehenszinsen grundsätzlich Aufwand. Wenn Sie Darlehen buchen und die Bank beispielsweise 1.500,00 Euro Zinsen vom Geschäftskonto abbucht, lautet der vereinfachte Buchungssatz:
Zinsaufwand 1.500,00 Euro an Bank 1.500,00 Euro
Damit wird das Konto Zinsaufwand im Soll erhöht und das Bankkonto im Haben gemindert. Steuerlich können bei Schuldzinsen zusätzliche Vorschriften zu beachten sein. § 4 EStG enthält hierzu unter anderem Regeln für betrieblich veranlasste Schuldzinsen.
Annuität aus Tilgung und Zins buchen
Bei einem Annuitätendarlehen enthält die regelmäßige Rate einen Tilgungsanteil und einen Zinsanteil. Wenn Sie ein solches Darlehen buchen, müssen beide Bestandteile getrennt auf die passenden Konten verteilt werden. Die gesamte Bankzahlung darf nicht vollständig als Tilgung oder vollständig als Zinsaufwand gebucht werden.
Angenommen, die Freund GmbH zahlt eine Jahresrate von 8.000,00 Euro. Davon entfallen im Beispiel 6.000,00 Euro auf Tilgung und 2.000,00 Euro auf Zinsen. Dann lautet der zusammengesetzte Buchungssatz:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.000,00 Euro
Zinsaufwand 2.000,00 Euro
an Bank 8.000,00 Euro
Durch die Tilgung sinkt die Darlehensschuld auf dem Passivkonto. Der Zinsanteil belastet als Aufwand das Ergebnis. Weitere mathematische Grundlagen finden Sie im Beitrag Annuität berechnen. Für das Darlehen buchen benötigen Sie aus dem Tilgungsplan insbesondere die Aufteilung der jeweiligen Rate in Zins und Tilgung.
Wenn die Bank direkt an einen Lieferanten zahlt
Nicht jedes Darlehen wird zuerst auf das Bankkonto des Unternehmens ausgezahlt. Bei bestimmten Finanzierungen kann das Kreditinstitut den Betrag unmittelbar an einen Lieferanten überweisen. Wenn Sie in einem solchen Fall Darlehen buchen, darf das Bankkonto nicht automatisch verwendet werden, wenn dort tatsächlich kein Zahlungseingang erfolgt.
Wurde beispielsweise eine bereits gebuchte Lieferantenverbindlichkeit durch die Bank übernommen beziehungsweise direkt bezahlt, kann vereinfacht eine Umbuchung von der Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen auf die Verbindlichkeit gegenüber dem Kreditinstitut erforderlich sein. Der genaue Buchungssatz hängt vom konkreten Ablauf und den bereits erfassten Belegen ab.
Das Beispiel zeigt eine wichtige Regel: Beim Darlehen buchen muss der tatsächliche wirtschaftliche Vorgang abgebildet werden. Ein Standardsatz darf nicht verwendet werden, wenn der Zahlungsweg davon abweicht.
Darlehensauszahlung mit Disagio verstehen
Bei manchen Darlehen ist der Ausgabebetrag niedriger als der Betrag, der zurückgezahlt werden muss. Dieser Unterschied kann als Disagio beziehungsweise Damnum bezeichnet werden. Wenn Sie ein Darlehen buchen, bei dem der Erfüllungsbetrag höher als der Ausgabebetrag ist, reicht der einfache Buchungssatz Bank an Verbindlichkeiten deshalb nicht immer aus.
Nach § 253 Abs. 1 HGB sind Verbindlichkeiten grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag anzusetzen. § 250 Abs. 3 HGB erlaubt, den Unterschied zwischen höherem Erfüllungsbetrag und niedrigerem Ausgabebetrag als aktiven Rechnungsabgrenzungsposten anzusetzen und planmäßig über die Laufzeit abzuschreiben.
Beispiel mit 2 Prozent Disagio
Die Freund GmbH muss 50.000,00 Euro zurückzahlen, erhält jedoch nur 49.000,00 Euro ausgezahlt. Die Differenz beträgt 1.000,00 Euro. Wird das handelsrechtliche Aktivierungswahlrecht ausgeübt, können Sie das Darlehen buchen, indem Sie den Bankzugang und den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten dem vollständigen Erfüllungsbetrag der Verbindlichkeit gegenüberstellen:
Bank 49.000,00 Euro
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 1.000,00 Euro
an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 50.000,00 Euro
Die handelsrechtliche und steuerliche Behandlung eines Disagios ist anspruchsvoller als der grundlegende Geschäftsfall. Wenn Sie Darlehen buchen und ein Disagio, Bearbeitungsentgelte oder besondere Vertragskosten auftreten, sollten Sie die konkrete Behandlung anhand des Vertrags und der geltenden handels- und steuerrechtlichen Regeln prüfen.
Restlaufzeit richtig beurteilen
In Lernunterlagen werden Kredite häufig vereinfacht als kurzfristig, mittelfristig und langfristig bezeichnet. Für den handelsrechtlichen Jahresabschluss ist die Darstellung genauer. Nach § 266 HGB werden bei Kapitalgesellschaften Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten als eigener Posten ausgewiesen. § 268 Abs. 5 HGB verlangt Angaben zu Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr und mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Zusätzlich sieht § 285 HGB unter den dort genannten Voraussetzungen Angaben zum Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren vor. Beim Darlehen buchen im laufenden Jahr ändert diese Angabepflicht nicht den grundlegenden Soll-Haben-Satz, sie ist aber für Bilanz und Anhang relevant.
Wichtig ist außerdem der Begriff Restlaufzeit. Maßgeblich ist nicht nur die ursprünglich vereinbarte Gesamtlaufzeit. Ein ursprünglich zehnjähriges Darlehen kann am späteren Bilanzstichtag beispielsweise nur noch neun Monate Restlaufzeit besitzen. Wer Darlehen buchen und einen Jahresabschluss vorbereiten möchte, muss daher zwischen ursprünglicher Laufzeit und verbleibender Fälligkeit unterscheiden.
Welches Konto wird im SKR oder Kontenplan verwendet?
Die genaue Kontonummer hängt vom verwendeten Kontenrahmen, der Buchhaltungssoftware und dem individuellen Kontenplan ab. Wenn Sie Darlehen buchen, sollten Sie deshalb nicht blind eine Kontonummer aus einem beliebigen Beispiel übernehmen. Entscheidend ist die korrekte Kontenbezeichnung und Zuordnung im eigenen System.
Inhaltlich benötigen Sie für den grundlegenden Fall ein Bankkonto und ein passendes Konto für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Je nach Kontenrahmen können Darlehen zusätzlich nach Restlaufzeit oder anderer betrieblicher Systematik untergliedert sein. Prüfen Sie die aktuelle Kontenbeschriftung Ihrer Software beziehungsweise des verwendeten Kontenrahmens.
Was geschieht am Jahresende?
Wenn Sie Darlehen buchen, endet die Arbeit nicht zwingend mit der laufenden Erfassung der Kreditraten. Zum Bilanzstichtag müssen unter anderem der verbleibende Schuldbetrag, gegebenenfalls aufgelaufene Zinsen, Restlaufzeiten und besondere Vertragsbestandteile berücksichtigt werden.
Verbindlichkeiten sind handelsrechtlich grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag anzusetzen. Außerdem müssen Schulden vollständig erfasst werden. Das folgt aus den Ansatz- und Bewertungsvorschriften des HGB. Bei einem normalen Bankdarlehen bildet der noch zurückzuzahlende Kapitalbetrag die wesentliche Grundlage der ausgewiesenen Verpflichtung.
Fallen Zinsen wirtschaftlich in das abgelaufene Geschäftsjahr, werden aber erst später bezahlt, kann eine zeitliche Abgrenzung beziehungsweise Erfassung einer entsprechenden Verbindlichkeit notwendig sein. Das konkrete Konto hängt von Sachverhalt und Kontenplan ab. Wer Darlehen buchen und zugleich Abschlussbuchungen erstellen muss, sollte deshalb zwischen laufender Zahlung und wirtschaftlicher Zugehörigkeit unterscheiden.
Besonderheit bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung
Der Ausdruck Darlehen buchen wird vor allem mit doppelter Buchführung verbunden. Bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung wird der Gewinn dagegen grundsätzlich durch Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben ermittelt. Trotzdem muss die Finanzierung richtig eingeordnet werden.
Die IHK Pfalz erläutert, dass durch Darlehen zugeflossene Geldbeträge keine Betriebseinnahmen und Tilgungsbeträge keine Betriebsausgaben darstellen. Zinsen und andere Darlehenskosten können bei betrieblicher Veranlassung grundsätzlich als Betriebsausgaben relevant sein; besondere steuerliche Vorschriften bleiben zu beachten.
Auch wenn Sie bei der EÜR nicht auf dieselbe Weise wie in der doppelten Buchführung Darlehen buchen, bleibt die wirtschaftliche Trennung gleich: Kreditkapital ist kein Umsatz, Rückzahlung ist keine gewöhnliche Betriebsausgabe und die Finanzierungskosten sind gesondert zu beurteilen.
Darlehen und Kauf eines Anlageguts getrennt buchen
Ein Darlehen wird häufig aufgenommen, um eine Maschine, ein Fahrzeug oder eine andere Investition zu finanzieren. Trotzdem handelt es sich buchhalterisch um unterschiedliche Geschäftsvorfälle. Wenn Sie Darlehen buchen, erfassen Sie zunächst die Finanzierung. Der Kauf des Wirtschaftsguts wird anhand der Lieferantenrechnung beziehungsweise des tatsächlichen Zahlungswegs gesondert gebucht.
Beispiel: Die Bank überweist 50.000,00 Euro auf das Geschäftskonto. Zunächst wird Bank an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gebucht. Kauft das Unternehmen danach eine Maschine, entsteht ein eigener Buchungsvorgang für die Anschaffung. Je nach Rechnung und Vorsteuerabzugsberechtigung können dabei das Anlagenkonto, Vorsteuer und Bank oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angesprochen werden.
Diese Trennung verhindert, dass beim Darlehen buchen Finanzierung und Investition vermischt werden. Der Kredit erklärt, woher das Geld stammt. Die Anlagenbuchung erklärt, wofür es verwendet wurde.
Fällt bei der Kreditaufnahme Umsatzsteuer an?
Auf die reine Auszahlung des Darlehens wird in der normalen Kreditbuchung keine Vorsteuer gebucht. Wenn Sie Darlehen buchen, besteht der Buchungssatz für die Auszahlung daher nicht aus Bank, Vorsteuer und Verbindlichkeit. Die Kreditaufnahme ist von einem umsatzsteuerpflichtigen Waren- oder Leistungseinkauf zu unterscheiden.
Wird mit dem Kredit anschließend ein Wirtschaftsgut gekauft, ist die Umsatzsteuerfrage im Zusammenhang mit dieser Anschaffung zu prüfen. Das ist ein eigener Geschäftsfall. Für Lernende ist diese Trennung besonders wichtig, weil der Geldzufluss des Darlehens und die spätere Verwendung der Mittel leicht miteinander vermischt werden.
Kontokorrentkredit und überzogenes Bankkonto
Ein Kontokorrentkredit unterscheidet sich praktisch von einem klassischen Darlehen mit einmaliger Auszahlung. Wird ein betriebliches Girokonto überzogen, besteht gegenüber dem Kreditinstitut eine Verpflichtung. Für den Jahresabschluss dürfen Aktiv- und Passivposten nicht beliebig miteinander verrechnet werden. Das handelsrechtliche Verrechnungsverbot ist in § 246 HGB geregelt.
Wenn Sie Darlehen buchen oder Kontokorrentverbindlichkeiten erfassen, sollten Sie deshalb den konkreten Kontenplan und die Bilanzzuordnung beachten. Ein negativer Banksaldo ist wirtschaftlich eine Schuld gegenüber dem Kreditinstitut und nicht einfach ein negativer Vermögenswert.
Typische Fehler bei der Darlehensbuchung
Gerade am Anfang entstehen beim Darlehen buchen immer wieder dieselben Fehler. Wenn Sie die Kontenlogik verstehen, lassen sie sich leicht vermeiden.
| Fehler | Warum er falsch ist | Richtige Überlegung |
|---|---|---|
| Kreditbetrag als Umsatzerlös buchen | Dem Geldzufluss steht eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber. | Bank und Verbindlichkeit erfassen |
| Tilgung vollständig als Aufwand buchen | Die Tilgung reduziert die Schuld. | Verbindlichkeit an Bank |
| Gesamte Kreditrate als Tilgung erfassen | Die Rate kann einen Zinsanteil enthalten. | Zins und Tilgung trennen |
| Gesamte Rate als Zinsaufwand buchen | Der Tilgungsanteil ist keine Zinszahlung. | Tilgungsplan verwenden |
| Bank immer verwenden | Bei direkter Zahlung an einen Dritten kann kein Bankzugang vorliegen. | Tatsächlichen Zahlungsweg prüfen |
| Ursprüngliche Laufzeit mit Restlaufzeit verwechseln | Für den Abschluss ist die verbleibende Laufzeit relevant. | Restlaufzeit am Stichtag prüfen |
| Disagio ignorieren | Auszahlungsbetrag und Erfüllungsbetrag können voneinander abweichen. | Vertrag und Rechnungslegung prüfen |
Merkschema für Soll und Haben
Wenn Sie Darlehen buchen, können Sie den Vorgang mit einem einfachen Merkschema prüfen:
- Geschäftsfall lesen: Was ist tatsächlich passiert?
- Konten bestimmen: Welche Bestands- oder Erfolgskonten sind betroffen?
- Kontoarten bestimmen: Aktivkonto, Passivkonto oder Erfolgskonto?
- Mehrung oder Minderung feststellen: Wie verändert sich jedes Konto?
- Soll und Haben bestimmen: Aktivmehrung im Soll, Aktivminderung im Haben; Passivmehrung im Haben, Passivminderung im Soll.
- Buchungssatz bilden: Sollkonto an Habenkonto.
- Betrag kontrollieren: Soll und Haben müssen betragsmäßig übereinstimmen.
Dieses Schema funktioniert nicht nur beim Darlehen buchen, sondern bei zahlreichen Geschäftsfällen der Finanzbuchhaltung. Es fördert das Verständnis stärker als das reine Auswendiglernen fertiger Buchungssätze.
Übungen mit Lösungen
Mit den folgenden Aufgaben können Sie prüfen, ob Sie Darlehen buchen und die einzelnen Bestandteile einer Kreditfinanzierung unterscheiden können. Versuchen Sie zunächst, Kontenanalyse und Buchungssatz selbst zu erstellen.
Übung 1: Kreditaufnahme
Die Muster GmbH nimmt ein Bankdarlehen über 80.000,00 Euro auf. Der Betrag wird vollständig auf das Geschäftskonto überwiesen.
Lösung: Das Bankkonto nimmt als Aktivkonto im Soll zu. Die Verbindlichkeit gegenüber dem Kreditinstitut nimmt als Passivkonto im Haben zu. Der Buchungssatz lautet:
Bank 80.000,00 Euro an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 80.000,00 Euro
Sie erkennen daran erneut: Darlehen buchen bei einer vollständigen Auszahlung führt zu einer Aktiv-Passiv-Mehrung.
Übung 2: Reine Tilgung
Die Muster GmbH überweist 10.000,00 Euro als reine Darlehenstilgung an die Bank.
Lösung: Die Verbindlichkeit sinkt und wird im Soll gemindert. Das Bankguthaben sinkt und wird im Haben gemindert:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.000,00 Euro an Bank 10.000,00 Euro
Beim Darlehen buchen ist die Tilgung damit das Gegenstück zur ursprünglichen Kreditaufnahme.
Übung 3: Rate aus Zins und Tilgung
Eine Rate über 9.000,00 Euro wird vom Bankkonto abgebucht. Laut Tilgungsplan entfallen 7.200,00 Euro auf Tilgung und 1.800,00 Euro auf Zinsen.
Lösung:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.200,00 Euro
Zinsaufwand 1.800,00 Euro
an Bank 9.000,00 Euro
Wer Darlehen buchen möchte, muss hier besonders auf die Aufteilung der Rate achten. Nur der Tilgungsanteil reduziert die Verbindlichkeit.
Übung 4: Auszahlung unter dem Rückzahlungsbetrag
Ein Darlehen hat einen Erfüllungsbetrag von 100.000,00 Euro. Ausgezahlt werden 98.000,00 Euro. Der handelsrechtliche Unterschiedsbetrag von 2.000,00 Euro soll im Beispiel als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt werden.
Lösung:
Bank 98.000,00 Euro
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 2.000,00 Euro
an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100.000,00 Euro
Bei solchen erweiterten Fällen zeigt sich, warum Darlehen buchen mehr als einen einzigen Standardsatz umfasst.
Häufige Fragen zur Darlehensbuchung
Wie lautet der Buchungssatz bei einer Darlehensaufnahme?
Wird ein Bankdarlehen vollständig auf das Geschäftskonto ausgezahlt, lautet der grundlegende Buchungssatz Bank an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Beim Darlehen buchen nimmt das Aktivkonto Bank im Soll zu und das Passivkonto für die Verbindlichkeit im Haben.
Warum ist die Kreditaufnahme eine Aktiv-Passiv-Mehrung?
Das Bankguthaben auf der Aktivseite erhöht sich und gleichzeitig steigt die Verbindlichkeit auf der Passivseite. Beide Bilanzseiten wachsen um denselben Betrag. Deshalb entsteht beim Darlehen buchen eine Aktiv-Passiv-Mehrung.
Ist die Auszahlung eines Darlehens ein Ertrag?
Nein. Der reine Darlehenszufluss ist kein Umsatzerlös. Dem Zahlungseingang steht eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber. Auch bei der EÜR stellt der Zufluss eines betrieblichen Darlehens keine Betriebseinnahme dar.
Ist die Tilgung eines Darlehens Aufwand?
Die reine Tilgung reduziert die Darlehensverbindlichkeit und ist nicht mit einem Zinsaufwand zu verwechseln. Bei einer EÜR ist die Tilgungszahlung ebenfalls keine Betriebsausgabe. Wenn Sie Darlehen buchen, müssen Tilgung und Finanzierungskosten deshalb getrennt betrachtet werden.
Wie werden Kreditzinsen gebucht?
Werden betriebliche Kreditzinsen vom Bankkonto abgebucht, lautet der vereinfachte Buchungssatz Zinsaufwand an Bank. Enthält eine Rate gleichzeitig Tilgung und Zinsen, müssen beide Bestandteile getrennt erfasst werden.
Auf welches Konto kommt ein Bankdarlehen?
Für ein Darlehen eines Kreditinstituts wird ein entsprechendes Passivkonto für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verwendet. Die konkrete Kontonummer hängt vom Kontenrahmen und dem individuellen Kontenplan ab. Beim Darlehen buchen sollten Sie daher die in Ihrer Software vorgesehene Kontenbezeichnung prüfen.
Ist ein zehnjähriges Darlehen immer langfristig?
Bei der Aufnahme wird ein zehnjähriges Darlehen im allgemeinen Sprachgebrauch als langfristig bezeichnet. Im Jahresabschluss ist jedoch die jeweilige Restlaufzeit am Bilanzstichtag zu beachten. Ein ursprünglich langfristiges Darlehen kann später teilweise oder vollständig kurzfristig fällig werden.
Wie wird ein Disagio behandelt?
Ist der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, erlaubt § 250 Abs. 3 HGB handelsrechtlich die Aufnahme des Unterschiedsbetrags in einen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Dieser kann planmäßig über die Laufzeit abgeschrieben werden. Steuerliche Besonderheiten sollten gesondert geprüft werden.
Wird bei der Darlehensaufnahme Vorsteuer gebucht?
Bei der normalen Auszahlung des Kreditbetrags wird keine Vorsteuer aus der Darlehenssumme gebucht. Kaufen Sie anschließend mit dem Geld beispielsweise eine Maschine, ist die Umsatzsteuer im Zusammenhang mit dem Kaufgeschäft gesondert zu beurteilen. Das Darlehen buchen und den finanzierten Kauf buchen sind zwei unterschiedliche Geschäftsvorfälle.
Zusammenfassung: Die Buchungslogik sicher anwenden
Wenn Sie Darlehen buchen, beginnen Sie immer mit der Kontenanalyse. Bei der klassischen Auszahlung auf das Geschäftskonto nimmt das Aktivkonto Bank im Soll zu. Gleichzeitig nimmt die Verbindlichkeit gegenüber dem Kreditinstitut als Passivkonto im Haben zu. Daraus entsteht der Buchungssatz Bank an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Die reine Darlehensaufnahme ist erfolgsneutral und führt zu einer Aktiv-Passiv-Mehrung. Bei der späteren Rückzahlung vermindert die Tilgung die Verbindlichkeit. Zinsen werden dagegen als Finanzierungsaufwand behandelt. Enthält eine Rate beide Bestandteile, müssen Sie beim Darlehen buchen die Tilgung und den Zinsanteil voneinander trennen.
Fortgeschrittene Fälle entstehen unter anderem bei Disagio, direkter Auszahlung an Lieferanten, Kontokorrentkrediten oder Abschlussbuchungen. Auch hier bleibt das Grundprinzip gleich: Erfassen Sie den tatsächlichen wirtschaftlichen Vorgang, bestimmen Sie die betroffenen Konten und leiten Sie daraus Soll und Haben ab. Damit lässt sich Darlehen buchen systematisch verstehen, statt einzelne Buchungssätze lediglich auswendig zu lernen.
Weitere Informationen zu Darlehen und Buchhaltung
Wenn Sie Darlehen buchen und weitere Geschäftsfälle rund um Finanzierung und Buchhaltung lernen möchten, finden Sie auf der Bildungsbibel und in den gesetzlichen Grundlagen zusätzliche Informationen:
- Mehr zu den unterschiedlichen Kreditarten und Darlehensarten.
- Hier erfahren Sie, wie Sie die Annuität beim Annuitätendarlehen berechnen.
- Dieser Beitrag erklärt, wie Sie Darlehen und Kredit sowie die Tilgung buchen.
- Grundlagen zum Buchungssatz helfen Ihnen bei Soll und Haben.
- Die gesetzliche Gliederung der Bilanz finden Sie in § 266 HGB.
- Angaben zu Restlaufzeiten von Verbindlichkeiten regelt § 268 HGB.
- Die Bewertung von Verbindlichkeiten mit dem Erfüllungsbetrag ergibt sich aus § 253 HGB.


