Weiterbildung – Online lernen – Deutsch lernen – Interrogativpronomen: Fragefürwörter, Regeln, Deklination, Beispiele und Übungen
Das Interrogativpronomen ist ein Fragepronomen oder Fragefürwort. In der deutschen Grammatik gehören vor allem wer, was, welch- und was für (ein-) zu dieser Gruppe. Sie verwenden diese Wörter, wenn Sie gezielt nach Personen, Sachen, einer Auswahl oder einer Art beziehungsweise Beschaffenheit fragen. Besonders wichtig ist die Deklination: Einige Formen verändern sich nach Kasus, Genus und Numerus.
Auf Bildungsbibel.de lernen Sie das Fragepronomen Schritt für Schritt. Sie erhalten einen schnellen Überblick, Deklinationstabellen zu wer und welcher, viele Beispielsätze zu Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ sowie eine klare Abgrenzung zu Fragewörtern wie wie, wo, wann, warum oder wofür. Am Ende finden Sie Übungen mit Lösungen und weiterführende Seiten zu anderen Pronomen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Ein Interrogativpronomen leitet häufig eine Ergänzungsfrage ein. Anders als eine Ja-Nein-Frage verlangt diese Frage eine konkrete Information. Bei „Wer kommt?“ soll eine Person genannt werden, bei „Was fehlt?“ eine Sache oder ein Sachverhalt. Mit welcher, welche, welches fragen Sie nach einer Auswahl, mit was für ein nach Art oder Beschaffenheit.
| Form | Wonach wird gefragt? | Beispiel | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| wer | Person oder Personen | Wer kommt heute? | Kasusformen: wer, wessen, wem, wen |
| was | Sache, Inhalt oder Sachverhalt | Was brauchst du? | Nominativ und Akkusativ gleich |
| welch- | Auswahl aus einer Menge | Welches Buch meinst du? | Flexion nach Kasus, Genus und Numerus |
| was für (ein-) | Art oder Beschaffenheit | Was für ein Buch suchst du? | ein- wird je nach Kasus und Genus angepasst |
Für Lernende ist eine zweite Unterscheidung wichtig: Nicht jedes deutsche W-Fragewort ist ein Fragepronomen. Wo, wann, warum, wieso, weshalb und wie gehören zu den Interrogativadverbien. Wofür, womit, woran oder worüber sind Pronominaladverbien. Im Alltag werden all diese Wörter oft gemeinsam als Fragewörter bezeichnet. Grammatisch erfüllen sie jedoch unterschiedliche Funktionen.
Was ist ein Fragepronomen?
Das Wort Interrogativpronomen setzt sich aus dem lateinischen interrogare für „fragen“ und dem grammatischen Begriff Pronomen zusammen. Die deutsche Bezeichnung lautet Fragepronomen oder Fragefürwort. Ein Fragepronomen steht an der Stelle eines noch unbekannten Satzglieds oder fragt nach einem bestimmten Bestandteil. Die Antwort ersetzt anschließend das Fragewort.
Beispiel: „Wer ruft an?“ – „Frau Keller ruft an.“ Das Interrogativpronomen wer steht in der Frage für die Person, die noch nicht bekannt ist. In „Wen ruft Frau Keller an?“ fragt wen dagegen nach dem Akkusativobjekt. Die Form zeigt also bereits, welche grammatische Funktion die gesuchte Information im Satz besitzt.
Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Fragewörtern. Ein Fragepronomen kann nach Kasus flektiert werden. Wer wird beispielsweise zu wessen, wem oder wen. Welch- verändert sich zusätzlich nach Genus und Numerus. Diese Formen sind besonders wichtig, wenn Sie Deutsch als Fremdsprache lernen oder Fälle sicher bestimmen möchten.
Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache zählt in seiner grammatischen Terminologie wer, was, welch- sowie was für (ein-) zu den Interrogativpronomen. In manchen Grammatiken wird genauer zwischen einem selbstständig gebrauchten Interrogativpronomen und einem Interrogativartikel vor einem Substantiv unterschieden. Für das Lernen ist diese feinere Unterscheidung hilfreich, aber erst dann nötig, wenn die Grundformen sicher sitzen.
Fragepronomen und andere W-Fragewörter unterscheiden
Im ursprünglichen Schulgebrauch werden Wörter wie wer, was, wie, wo, wann und warum häufig gemeinsam als W-Fragewörter gelernt. Für einfache Fragen ist das praktisch. Wenn Sie Wortarten bestimmen, reicht diese Einteilung jedoch nicht. Nur ein Teil dieser Fragewörter ist ein Fragepronomen.
| Fragewort | Grammatische Einordnung | Frage nach | Beispiel |
|---|---|---|---|
| wer / wen / wem / wessen | Interrogativpronomen | Personen | Wem gehört das Fahrrad? |
| was | Interrogativpronomen | Sachen oder Sachverhalten | Was ist passiert? |
| welcher / welche / welches | Interrogativpronomen oder Interrogativartikel | Auswahl | Welches möchtest du? |
| was für ein | interrogative Pronominalgruppe | Art oder Beschaffenheit | Was für ein Auto fährt sie? |
| wo / wohin / woher | Interrogativadverb | Ort oder Richtung | Wo wohnst du? |
| wann | Interrogativadverb | Zeit | Wann beginnt der Kurs? |
| warum / wieso / weshalb | Interrogativadverb | Grund oder Ursache | Warum kommst du später? |
| wie | Interrogativadverb | Art und Weise, Zustand oder Maß | Wie funktioniert das? |
| wofür / womit / woran | Pronominaladverb | Sache mit Präpositionsbezug | Womit öffnest du die Tür? |
Diese Abgrenzung verhindert einen häufigen Fehler: Warum, wieso und weshalb sind keine Interrogativpronomen. Sie fragen nach einem Grund und werden nicht dekliniert. Dasselbe gilt für wie, wo und wann. Als allgemeine Fragewörter bleiben sie wichtig, gehören aber zu einer anderen Wortart.
Wer, wessen, wem, wen: die vier Fälle
Das Fragepronomen wer fragt nach einer Person oder nach mehreren Personen. Es besitzt keine eigene Pluralform. Die Frage „Wer kommt zur Feier?“ kann mit „Anna kommt“ oder mit „Anna und Mehmet kommen“ beantwortet werden. Entscheidend für die Form ist nicht die Zahl der Personen, sondern der Kasus.
| Kasus | Frageform | Beispiel | Mögliche Antwort |
|---|---|---|---|
| Nominativ | wer? | Wer öffnet das Fenster? | Der Hausmeister. |
| Genitiv | wessen? | Wessen Tasche liegt hier? | Die Tasche meiner Schwester. |
| Dativ | wem? | Wem gibst du den Schlüssel? | Meinem Nachbarn. |
| Akkusativ | wen? | Wen besuchst du morgen? | Meinen Onkel. |
Nominativ: Wer?
Im Nominativ lautet das Interrogativpronomen wer. Es fragt typischerweise nach dem Subjekt des Satzes. Bei „Wer schreibt die E-Mail?“ suchen Sie die Person, die die Handlung ausführt. Die Antwort „Frau Schneider schreibt die E-Mail“ zeigt, dass Frau Schneider das Subjekt ist.
- Wer wartet vor der Tür?
- Wer hat die Aufgabe gelöst?
- Wer fährt morgen nach Berlin?
Genitiv: Wessen?
Im Genitiv wird das Interrogativpronomen zu wessen. Häufig fragt die Form nach Zugehörigkeit oder Besitz. „Wessen Handy klingelt?“ bedeutet sinngemäß: Zu welcher Person gehört das Handy? Der Genitiv wird im gesprochenen Deutsch seltener verwendet als Nominativ, Dativ und Akkusativ, ist aber für die Standardsprache weiterhin wichtig.
- Wessen Jacke hängt an der Garderobe?
- Wessen Idee wurde umgesetzt?
- Wessen Unterstützung benötigen Sie?
Dativ: Wem?
Im Dativ lautet das Interrogativpronomen wem. Es fragt häufig nach einem Dativobjekt oder nach einer Person nach einer Präposition, die den Dativ verlangt. Beispiele sind „Wem hilfst du?“ oder „Mit wem sprichst du?“. Ob der Dativ benötigt wird, hängt vom Verb oder von der Präposition ab.
- Wem schreibst du eine Nachricht?
- Mit wem gehst du ins Kino?
- Von wem hast du das erfahren?
Akkusativ: Wen?
Im Akkusativ lautet das Interrogativpronomen wen. Es fragt typischerweise nach einer Person als Akkusativobjekt. In „Wen ruft Leon an?“ ist Leon das Subjekt und wen steht für die noch unbekannte Person, die angerufen wird.
- Wen suchst du?
- Wen hat die Lehrerin aufgerufen?
- Für wen ist das Geschenk?
Was: nach Sachen, Inhalten und Sachverhalten fragen
Das Fragepronomen was fragt vor allem nach Sachen, Inhalten, Tätigkeiten oder Sachverhalten. Im Nominativ und Akkusativ bleibt die Form gleich. Beispiele sind „Was liegt auf dem Tisch?“ und „Was kaufst du?“. Bei Personen verwenden Sie dagegen normalerweise wer beziehungsweise dessen Kasusformen.
Ein eigenes, allgemein gebräuchliches Dativwort zu was gibt es in der Standardsprache nicht in derselben Weise wie wem bei Personen. Bei Präpositionen entstehen deshalb häufig Pronominaladverbien wie womit, woran, wozu oder worüber. Statt „Mit was schreibst du?“ gilt in neutraler Standardsprache meist „Womit schreibst du?“ als eleganter.
| Kasus / Funktion | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Nominativ | was | Was steht im Flur? |
| Genitiv | wessen | Wessen bedarf es noch? |
| Dativ | keine reguläre eigenständige Standardform | Häufig Ersatz durch Konstruktionen oder Pronominaladverbien |
| Akkusativ | was | Was liest du? |
Das Interrogativpronomen was kann außerdem nach einer Bedeutung oder Definition fragen: „Was bedeutet Nachhaltigkeit?“ oder „Was ist ein Pronomen?“. In solchen Fragen wird nicht nach einem einzelnen Gegenstand, sondern nach einer Erklärung oder einem Inhalt gefragt.
Welcher, welche, welches: Auswahl und Deklination
Mit welch- fragen Sie nach einer Auswahl aus einer bekannten oder denkbaren Menge. Das Interrogativpronomen verändert sich nach Kasus, Genus und Numerus. Deshalb gibt es Formen wie welcher, welche, welches, welchem, welchen und welcher. Für Lernende ist diese Flexion anspruchsvoller als bei wer und was.
| Kasus | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | welcher | welche | welches | welche |
| Genitiv | welches | welcher | welches | welcher |
| Dativ | welchem | welcher | welchem | welchen |
| Akkusativ | welchen | welche | welches | welche |
Beispiele verdeutlichen die Formen: „Welcher Zug fährt zuerst?“ steht im Nominativ Maskulinum. „Welche Jacke kaufst du?“ steht im Akkusativ Femininum. „Mit welchem Bus kommst du?“ enthält nach der Präposition mit den Dativ Maskulinum. „Welche Bücher brauchst du?“ steht im Akkusativ Plural.
Beim Genitiv Maskulinum und Neutrum können in Verbindung mit einem folgenden Substantiv besondere Varianten auftreten. Für grundlegende Übungen genügt zunächst die Standarddeklination. Wenn Sie die feineren Formen sicher unterscheiden möchten, finden Sie beim Duden zusätzliche Hinweise zur Verwendung von welche, welchen und welches.
Pronomen oder Artikelwort?
Bei welch- lohnt eine genauere Unterscheidung. Steht die Form selbstständig für ein Nomen, handelt es sich eindeutig um ein Interrogativpronomen: „Welche gefallen dir?“ Das Wort welche ersetzt hier die nicht genannten Gegenstände. In „Welche Schuhe gefallen dir?“ begleitet welche dagegen das Substantiv Schuhe. In strengeren grammatischen Modellen spricht man dann von einem Interrogativartikel oder interrogativen Artikelwort.
Für die Schule werden beide Verwendungen teilweise gemeinsam unter dem Begriff Interrogativpronomen behandelt. Wichtig ist deshalb, dass Sie die Terminologie Ihres Lehrwerks kennen. Inhaltlich bleibt die Funktion ähnlich: welch- fragt nach einer Auswahl. Für eine grammatische Wortartenanalyse sollten Sie jedoch prüfen, ob das Fragewort ein Nomen ersetzt oder direkt vor einem Nomen steht.
Was für ein: nach Art und Beschaffenheit fragen
Die Verbindung was für ein gehört ebenfalls in den Bereich der Interrogativpronomen. Sie fragt nicht danach, welches konkrete Exemplar aus einer bekannten Menge gewählt wird, sondern welche Art, Eigenschaft oder Beschaffenheit gemeint ist. Genau darin unterscheidet sie sich von welch-.
| Frage | Typische Antwort | Bedeutung |
|---|---|---|
| Welches Auto fährt Paul? | Den blauen Golf dort. | Auswahl eines konkreten Autos |
| Was für ein Auto fährt Paul? | Einen Kleinwagen mit Elektroantrieb. | Art oder Beschaffenheit |
| Welche Wohnung suchen Sie? | Die Wohnung im dritten Stock. | Auswahl |
| Was für eine Wohnung suchen Sie? | Eine ruhige Dreizimmerwohnung. | Eigenschaft oder Typ |
Bei was für ein bleibt der Bestandteil was für unverändert. Der Artikelteil ein richtet sich nach Kasus und Genus: „Was für ein Mantel ist das?“, „Was für eine Jacke kaufst du?“ oder „Mit was für einem Gerät arbeitest du?“. Im Plural entfällt ein: „Was für Bücher liest du gern?“
Auch selbstständige Formen sind möglich: „Was für einen möchtest du?“ oder „Was für welche brauchen wir?“ Für Anfänger ist es jedoch meist leichter, das Interrogativpronomen zunächst in Verbindung mit einem Nomen zu üben und anschließend die selbstständigen Formen zu lernen.
Direkte W-Fragen richtig bilden
In einer neutralen direkten Ergänzungsfrage steht das Fragepronomen häufig an erster Stelle. Danach folgt normalerweise das finite Verb. Das Satzmuster lautet vereinfacht: Fragewort + finites Verb + weitere Satzteile. Beispiele sind „Wer kommt morgen?“, „Wen besuchst du?“ und „Welches Buch liest Anna?“.
| Fragewort | Finites Verb | Weitere Satzteile |
|---|---|---|
| Wer | kommt | morgen? |
| Wen | besuchst | du am Sonntag? |
| Was | möchtest | du trinken? |
| Welches Buch | liest | Maria gerade? |
Eine Besonderheit entsteht, wenn das Interrogativpronomen selbst das Subjekt ist. Bei „Wer kommt?“ steht nach wer direkt das Verb, weil kein zusätzliches Subjekt benötigt wird. Bei „Wen besucht Paul?“ ist Paul dagegen das Subjekt und wen das Akkusativobjekt.
Das Interrogativpronomen muss nicht in jeder Gesprächssituation am Satzanfang stehen. In Nachfrage- oder Echofragen sind Formen wie „Du hast wen getroffen?“ möglich. Diese Satzstellung ist jedoch markiert und drückt häufig Überraschung oder eine Rückfrage aus. Für neutrale schriftliche Fragen lernen Sie zuerst die Standardstellung mit dem Frageelement im Vorfeld.
Indirekte Fragen: Verb am Ende des Nebensatzes
Ein Fragepronomen kann auch einen indirekten Fragesatz einleiten. Dann wird die Frage in einen übergeordneten Satz eingebettet. Aus „Wer kommt morgen?“ wird beispielsweise „Ich weiß nicht, wer morgen kommt.“ Das finite Verb des indirekten Fragesatzes steht am Ende des Nebensatzes.
| Direkte Frage | Indirekte Frage |
|---|---|
| Wer kommt heute? | Ich möchte wissen, wer heute kommt. |
| Wen hast du angerufen? | Sie fragt, wen du angerufen hast. |
| Was ist passiert? | Niemand weiß, was passiert ist. |
| Welches Buch brauchst du? | Er möchte wissen, welches Buch du brauchst. |
Vor dem indirekten Fragesatz steht ein Komma. Ob am Ende ein Fragezeichen steht, hängt vom gesamten Satz ab. „Ich weiß nicht, wer kommt.“ ist eine Aussage und endet mit einem Punkt. „Weißt du, wer kommt?“ ist insgesamt eine Frage und erhält deshalb ein Fragezeichen. Das Interrogativpronomen allein entscheidet nicht über das Satzzeichen.
Präpositionen: mit wem, für wen, worüber oder womit?
Präpositionen bestimmen häufig den Kasus. Bei Personen verbinden Sie die Präposition direkt mit der passenden Form des Interrogativpronomen: mit wem, für wen, von wem, an wen oder über wen. Die Wahl zwischen wem und wen richtet sich nach der Präposition beziehungsweise nach ihrer Bedeutung.
Bei Sachen verwendet die Standardsprache häufig Pronominaladverbien mit wo- oder wor-: womit, wofür, woran, worüber, woraus, wozu. Diese Formen sind grammatisch keine Interrogativpronomen, stehen aber funktional eng neben ihnen, weil sie ebenfalls W-Fragen bilden.
| Person | Sache / Sachverhalt |
|---|---|
| Mit wem sprichst du? | Womit öffnest du die Dose? |
| Für wen ist das Paket? | Wofür ist dieses Werkzeug? |
| An wen denkst du? | Woran denkst du? |
| Über wen sprecht ihr? | Worüber sprecht ihr? |
| Von wem stammt die Nachricht? | Wovon handelt der Film? |
Merken Sie sich deshalb: Bei Personen steht häufig Präposition + Interrogativpronomen. Bei Sachen wird sehr oft ein Pronominaladverb verwendet. Umgangssprachliche Formen wie „mit was“ oder „über was“ kommen vor, doch in neutraler Standardsprache sind womit und worüber häufig die passendere Wahl.
Wie, wo, wann, warum, wieso und weshalb richtig einordnen
Diese bekannten W-Fragewörter wurden früher auf der Seite gemeinsam mit dem Interrogativpronomen aufgeführt. Für eine saubere Grammatik sollten sie getrennt werden. Wie, wo, wann, warum, wieso und weshalb sind Interrogativadverbien. Sie werden nicht nach Kasus, Genus oder Numerus dekliniert.
Warum, wieso und weshalb
Warum, wieso und weshalb fragen nach einem Grund oder einer Ursache. In vielen Alltagssituationen können sie gegeneinander ausgetauscht werden. Sie sind jedoch keine Interrogativpronomen, weil sie nicht stellvertretend für ein Nomen stehen und nicht flektiert werden.
- Warum gehst du schon nach Hause?
- Wieso fährt der Bus heute nicht?
- Weshalb wurde der Termin verschoben?
Wie
Wie fragt häufig nach einer Art und Weise, einem Zustand oder einem Grad: „Wie funktioniert die Maschine?“, „Wie geht es Ihnen?“ oder „Wie groß ist der Raum?“. Auch Verbindungen wie wie oft, wie lange, wie viel und wie weit gehören nicht zum Interrogativpronomen im engeren Sinn.
Wo, wohin und woher
Wo fragt nach einem Ort, wohin nach einer Richtung beziehungsweise einem Ziel und woher nach einer Herkunft oder Ausgangsrichtung. Beispiele sind „Wo wohnst du?“, „Wohin fährst du?“ und „Woher kommst du?“. Diese Wörter sind Interrogativadverbien und keine Interrogativpronomen.
Wann
Wann fragt nach einem Zeitpunkt: „Wann beginnt die Prüfung?“ Kombinationen wie seit wann oder bis wann grenzen den zeitlichen Zusammenhang genauer ein. Auch hier bleibt die Form unverändert und gehört deshalb nicht zur Deklination der Interrogativpronomen.
Genus und Numerus: Was verändert sich?
Beim Interrogativpronomen wer gibt es keine getrennten Formen für männliche und weibliche Personen und keine eigene Pluralform. „Wer ist gekommen?“ kann sich auf einen Mann, eine Frau oder mehrere Menschen beziehen. Die grammatische Form verändert sich nur nach dem Kasus.
Auch was unterscheidet nicht nach Genus oder Numerus. Anders ist es bei welch-. Dieses Interrogativpronomen richtet sich nach grammatischem Geschlecht, Zahl und Fall des Bezugsworts. Deshalb heißt es „welcher Tisch“, „welche Lampe“, „welches Fenster“ und „welche Bücher“.
Gerade für Deutschlernende ist es hilfreich, welch- zusammen mit den Formen von dieser zu üben, weil die Flexion ähnlich funktioniert. Wer die Endungen bei demonstrativen Artikelwörtern bereits kennt, kann viele Formen des Interrogativpronomen leichter ableiten.
Interrogativpronomen oder Relativpronomen?
Einige Formen sehen gleich aus, können aber unterschiedliche Funktionen besitzen. Wer, was und welch- können je nach Satz als Interrogativpronomen oder in anderen pronominalen Funktionen auftreten. Deshalb reicht es nicht, nur das einzelne Wort anzusehen; Sie müssen die Funktion im Satz prüfen.
| Satz | Funktion | Erklärung |
|---|---|---|
| Wer kommt morgen? | Interrogativpronomen | direkte Frage nach einer Person |
| Ich weiß nicht, wer morgen kommt. | Interrogativpronomen | indirekte Ergänzungsfrage |
| Wer zu spät kommt, muss warten. | Relativischer Gebrauch | kein echter Informationswunsch |
| Welches Buch möchtest du? | interrogatives Artikelwort | welches begleitet das Nomen Buch |
| Welches möchtest du? | Interrogativpronomen | welches ersetzt das Nomen |
Diese Unterscheidung ist vor allem bei einer Wortartenbestimmung wichtig. Wenn die Aufgabe nur verlangt, eine Frage zu bilden, genügt häufig die praktische Fragefunktion. Wenn ausdrücklich nach der Wortart gefragt wird, müssen Sie entscheiden, ob tatsächlich ein Interrogativpronomen vorliegt.
Die vier Fälle mit Beispielen bestimmen
Der Kasus eines Interrogativpronomen ergibt sich aus seiner Funktion im Satz beziehungsweise aus dem Verb oder einer Präposition. Um die richtige Form zu finden, können Sie den Satz gedanklich mit einer bekannten Person beantworten. Danach erkennen Sie leichter, welcher Fall benötigt wird.
| Frage | Probeantwort | Kasus |
|---|---|---|
| Wer hilft dir? | Meine Schwester hilft mir. | Nominativ |
| Wessen Auto ist das? | Das ist das Auto meines Bruders. | Genitiv |
| Wem vertraust du? | Ich vertraue meinem Kollegen. | Dativ |
| Wen triffst du? | Ich treffe meinen Kollegen. | Akkusativ |
Besonders hilfreich ist diese Probe bei Verben, deren Kasus nicht sofort erkennbar ist. Das Verb helfen verlangt den Dativ, deshalb lautet das Interrogativpronomen wem. Das Verb besuchen verlangt den Akkusativ, deshalb fragen Sie wen. Durch regelmäßiges Üben verbinden Sie Wortschatz und Grammatik miteinander.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Bei Fragepronomen entstehen typische Fehler durch die Verwechslung von Kasusformen, Wortarten und Satzstellung. Die folgende Übersicht zeigt, worauf Sie besonders achten sollten.
| Typischer Fehler | Korrektur | Warum? |
|---|---|---|
| Wem hast du gesehen? | Wen hast du gesehen? | sehen verlangt ein Akkusativobjekt |
| Wen hast du geholfen? | Wem hast du geholfen? | helfen verlangt ein Dativobjekt |
| Warum als Pronomen bezeichnen | Warum ist ein Interrogativadverb | Das Wort wird nicht dekliniert und ersetzt kein Nomen |
| Wo für ist das? | Wofür ist das? | Pronominaladverb wird zusammengeschrieben |
| Welches Bus fährt? | Welcher Bus fährt? | Bus ist maskulin und steht im Nominativ |
| Welche Auto kaufst du? | Welches Auto kaufst du? | Auto ist Neutrum |
| Ich weiß nicht, wer kommt morgen. | Ich weiß nicht, wer morgen kommt. | Im indirekten Fragesatz steht das finite Verb am Ende |
Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, jede Form mit W am Anfang als Interrogativpronomen einzuordnen. Nutzen Sie als Test die Frage: Ersetzt das Wort ein Nomen oder fragt es nach einer Person beziehungsweise Sache? Wenn das Wort stattdessen Ort, Zeit, Grund oder Art und Weise bezeichnet, handelt es sich meist um ein Interrogativadverb.
So lernen Sie die Formen schneller
Beim Lernen der Interrogativpronomen ist Auswendiglernen allein wenig effektiv. Verbinden Sie jede Form mit einer typischen Satzfunktion. Wer? gehört zum Subjekt, wem? häufig zum Dativobjekt und wen? zum Akkusativobjekt. Ergänzen Sie dazu Verben, die einen bestimmten Kasus verlangen.
- Lernen Sie zuerst wer – wessen – wem – wen als feste Reihe.
- Üben Sie danach Verben wie helfen, danken, vertrauen mit wem.
- Üben Sie Verben wie sehen, besuchen, fragen mit wen.
- Lernen Sie welch- zusammen mit maskulinen, femininen und neutralen Nomen.
- Vergleichen Sie welcher und was für ein, damit Auswahl und Art nicht verwechselt werden.
- Bilden Sie direkte und indirekte Fragen aus demselben Satz.
- Kontrollieren Sie bei Präpositionen, ob Sie nach einer Person oder einer Sache fragen.
Für das Interrogativpronomen lohnt sich außerdem ein Karteikartensystem. Schreiben Sie auf die Vorderseite beispielsweise „Dativ, Person“ und auf die Rückseite „wem?“. Bei welch- können Sie Kasus, Genus und Numerus kombinieren: „Dativ, Neutrum“ führt zu welchem. So trainieren Sie nicht nur einzelne Wörter, sondern das grammatische System.
Übungen mit Lösungen
Mit den folgenden Aufgaben können Sie prüfen, ob Sie Fragepronomen sicher verwenden. Lösen Sie die Sätze zunächst ohne in die Lösungen zu schauen. Achten Sie besonders auf Kasus, Genus und die Unterscheidung zwischen Pronomen und anderen Fragewörtern.
Übung 1: Wer, wem oder wen?
- ___ hast du gestern im Supermarkt getroffen?
- ___ hilft dir bei den Hausaufgaben?
- ___ gehört der rote Rucksack?
- Mit ___ fährt Anna nach Hamburg?
- ___ hat die Nachricht geschrieben?
- Für ___ kaufst du die Blumen?
Übung 2: Welcher, welche oder welches?
- ___ Zug fährt nach München?
- ___ Tasche möchtest du kaufen?
- ___ Fenster soll geöffnet werden?
- Mit ___ Kollegin hast du gesprochen?
- ___ Bücher gehören dir?
- ___ Mantel hast du gewählt?
Übung 3: Pronomen oder anderes Fragewort?
- Warum ist der Laden geschlossen?
- Wer wartet draußen?
- Womit schneidest du das Brot?
- Was möchtest du essen?
- Wann kommt der Zug?
- Welches nimmst du?
Lösungen
Übung 1: 1. Wen, 2. Wer, 3. Wem, 4. wem, 5. Wer, 6. wen.
Übung 2: 7. Welcher, 8. Welche, 9. Welches, 10. welcher, 11. Welche, 12. Welchen.
Übung 3: 13. Interrogativadverb, 14. Interrogativpronomen, 15. Pronominaladverb, 16. Interrogativpronomen, 17. Interrogativadverb, 18. Interrogativpronomen.
Wenn Sie bei Übung 1 unsicher waren, wiederholen Sie besonders den Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ. Bei Übung 2 sollten Sie neben dem Kasus auch das grammatische Geschlecht des Substantivs prüfen. Übung 3 zeigt, warum die genaue Wortart wichtig ist: Nicht jedes W-Fragewort ist ein Interrogativpronomen.
Arbeitsblätter und weitere Übungen
Zusätzliche Aufgaben helfen, Fragepronomen sicher in unterschiedlichen Satzstrukturen zu erkennen und einzusetzen. Besonders sinnvoll sind Lückentexte, Deklinationstabellen, Umformungen von Aussagen in Fragen und Übungen zu direkten sowie indirekten Fragesätzen.
Bei Übungskoenig.de finden Sie Arbeitsblätter und Aufgaben zu Fragepronomen. Angeboten werden unter anderem Lückentexte, Satzbildung, Deklinationsübungen und Tests. Prüfen Sie bei externen Angeboten jeweils, welche Materialien kostenlos verfügbar sind und welche gegebenenfalls zu einem kostenpflichtigen Paket gehören.
Häufige Fragen zur Verwendung
Welche Wörter sind Interrogativpronomen?
Zu den zentralen Interrogativpronomen gehören wer, was, welch- sowie die Verbindung was für (ein-). Je nach Grammatikmodell wird bei welch- genauer zwischen pronominalem und artikelartigem Gebrauch unterschieden.
Was ist der Unterschied zwischen wer und was?
Das Interrogativpronomen wer fragt nach Personen, was hauptsächlich nach Sachen, Inhalten und Sachverhalten. Wer besitzt die Kasusformen wer, wessen, wem, wen. Bei was sind Nominativ und Akkusativ identisch.
Ist warum ein Interrogativpronomen?
Nein. Warum ist ein Interrogativadverb. Dasselbe gilt für wieso und weshalb. Die Wörter fragen nach einem Grund, stehen aber nicht stellvertretend für ein Nomen und werden nicht dekliniert.
Ist wie ein Interrogativpronomen?
Nein. Wie ist ein Interrogativadverb und fragt unter anderem nach Art und Weise, Zustand oder Grad. Das Interrogativpronomen übernimmt dagegen typischerweise eine nominale Funktion im Satz.
Ist wofür ein Fragepronomen?
Wofür ist grammatisch ein Pronominaladverb. Es fragt nach einer Sache in Verbindung mit der Präposition für. Bei Personen verwenden Sie dagegen Präposition plus Interrogativpronomen: „Für wen ist das Geschenk?“
Wie dekliniert man wer?
Das Interrogativpronomen wer lautet im Nominativ wer, im Genitiv wessen, im Dativ wem und im Akkusativ wen. Diese vier Formen sollten Sie als feste Reihe lernen.
Wie erkennt man den richtigen Fall?
Der Kasus hängt von der Satzfunktion, dem Verb oder einer Präposition ab. helfen verlangt beispielsweise den Dativ, deshalb fragen Sie „Wem hilfst du?“. besuchen verlangt den Akkusativ, deshalb heißt es „Wen besuchst du?“. Das Interrogativpronomen zeigt den jeweiligen Fall in seiner Form.
Was ist der Unterschied zwischen welcher und was für ein?
Welch- fragt typischerweise nach einer Auswahl: „Welches Fahrrad nimmst du?“ Was für ein fragt nach Art oder Beschaffenheit: „Was für ein Fahrrad möchtest du?“ Das erste Interrogativpronomen erwartet eher ein konkretes Exemplar, die zweite Konstruktion eher eine Beschreibung oder Kategorie.
Kann ein Fragepronomen im indirekten Fragesatz stehen?
Ja. Ein Interrogativpronomen kann direkte und indirekte Ergänzungsfragen einleiten. Aus „Wer kommt?“ wird „Ich weiß nicht, wer kommt.“ Bei indirekten Fragen steht das finite Verb am Ende des Nebensatzes.
Hat wer eine Pluralform?
Nein. Das Interrogativpronomen wer besitzt keine eigene Pluralform. Die Frage „Wer kommt?“ kann trotzdem nach mehreren Personen fragen. Erst die Antwort zeigt, ob eine Person oder mehrere Personen gemeint sind.
Fazit: Erst Wortart erkennen, dann die richtige Form wählen
Das Interrogativpronomen gehört zu den wichtigsten Werkzeugen für Ergänzungsfragen im Deutschen. Für den Einstieg sollten Sie vor allem wer, was und welch- sicher beherrschen. Mit wer – wessen – wem – wen lernen Sie gleichzeitig die vier Fälle. Bei welch- kommen Genus und Numerus hinzu.
Ebenso wichtig ist die Abgrenzung zu anderen W-Fragewörtern. Wo, wann, warum, wieso, weshalb und wie sind Interrogativadverbien, während Formen wie wofür oder womit zu den Pronominaladverbien gehören. Ein Interrogativpronomen übernimmt dagegen eine nominale Funktion oder fragt gezielt nach einer Person, Sache oder Auswahl.
Bildungsbibel.de empfiehlt, die Formen nicht isoliert zu lernen. Verbinden Sie jedes Interrogativpronomen mit Beispielsätzen, Verben und Präpositionen. Wenn Sie anschließend direkte Fragen in indirekte Fragen umformen und die Kasusformen regelmäßig anwenden, wird die richtige Verwendung schnell sicherer.
Weitere Pronomen und Deutsch-Übungen
Wenn das Interrogativpronomen sicher sitzt, können Sie die weiteren Pronomenarten vergleichen. Dadurch erkennen Sie besser, welche Wörter Personen oder Sachen vertreten, Besitz ausdrücken, auf etwas zurückverweisen oder unbestimmte Mengen bezeichnen.
- Personalpronomen
- Possessivpronomen
- Reflexivpronomen
- Demonstrativpronomen
- Indefinitpronomen
- Relativpronomen
Sie finden bei Bildungsbibel.de außerdem weitere Übungen und Arbeitsblätter sowie zusätzliche Deutsch Übungen zu Grammatik, Wortarten und Sprache.

