Weiterbildung – Online lernen – Deutsch lernen – Indefinitpronomen: Regeln, Formen, Beispiele und Übungen
Das Indefinitpronomen ist ein unbestimmtes Fürwort. Es bezeichnet Personen, Sachen, Mengen oder Sachverhalte, ohne sie eindeutig zu bestimmen. Typische Formen sind jemand, niemand, man, etwas, nichts, einer, keiner, jeder, alle, einige, manche, mehrere und in bestimmten Verwendungen auch welche. Welche Form passt, hängt von Bedeutung, Kasus, Numerus und teilweise vom Genus ab.
Auf Bildungsbibel.de lernen Sie Indefinitpronomen systematisch kennen. Sie erfahren, welche Wörter zu dieser Gruppe gehören, wie sich jemand und niemand verändern, warum man nur im Nominativ steht, wie einer und keiner dekliniert werden und worin der Unterschied zwischen Pronomen und Artikelwort liegt. Tabellen, Beispielsätze, typische Fehler und Übungen mit Lösungen erleichtern das Lernen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Indefinitpronomen werden verwendet, wenn eine Person, Sache oder Menge nicht genauer bestimmt werden kann oder nicht genauer bestimmt werden soll. In „Jemand hat angerufen“ bleibt offen, welche Person gemeint ist. „Niemand war da“ verneint die Existenz einer entsprechenden Person. „Einige waren schon fertig“ bezeichnet eine nicht genau genannte Teilmenge.
| Form | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| jemand | eine nicht näher bestimmte Person | Jemand wartet vor der Tür. |
| niemand | keine Person | Niemand hat geantwortet. |
| man | Personen allgemein | Man sollte aufmerksam lesen. |
| etwas | eine nicht näher bestimmte Sache oder Menge | Ich habe etwas gehört. |
| nichts | keine Sache, kein Sachverhalt | Ich habe nichts gefunden. |
| einer / keiner | eine unbestimmte Person oder Sache / Verneinung | Einer fehlt. Keiner weiß warum. |
| jeder | jedes einzelne Mitglied einer Gesamtheit | Jeder kann teilnehmen. |
| alle | Gesamtheit | Alle sind eingeladen. |
| einige / manche / mehrere | unbestimmte Teilmenge | Einige kommen später. |
| welche | unbestimmte Menge als Ersatz für ein genanntes Nomen | Brauchst du Stifte? Ich habe welche. |
Die Gruppe der Indefinitpronomen ist grammatisch nicht vollständig einheitlich. Duden fasst unter anderem jemand, niemand, etwas, nichts, einer, keiner, jeder, alle, einige, manche, mehrere und irgendwer darunter. Andere Grammatikmodelle trennen einen Teil dieser Wörter als Quantifikativpronomen ab. Für Schule und Deutsch als Fremdsprache ist die breitere Einteilung häufig praktischer, solange die unterschiedlichen Formen und Funktionen korrekt erklärt werden.
Was sind unbestimmte Fürwörter?
Der Begriff Indefinitpronomen setzt sich aus indefinit für „unbestimmt“ und Pronomen zusammen. Die Wörter verweisen auf Personen, Gegenstände, Mengen oder Sachverhalte, ohne diese eindeutig zu identifizieren. Der Sprecher kennt die genaue Person möglicherweise nicht, hält die genauere Angabe für unwichtig oder möchte bewusst allgemein formulieren.
Im Satz „Jemand hat meine Tasche gefunden“ ist zwar klar, dass eine Person gehandelt hat, aber nicht, wer diese Person ist. „Man sagt, dass morgen Schnee fällt“ bezieht sich noch allgemeiner auf Menschen oder eine nicht näher bestimmte Öffentlichkeit. Ein Indefinitpronomen kann also unterschiedliche Grade von Unbestimmtheit ausdrücken.
Auch Mengen können unbestimmt bleiben. „Einige haben bestanden“ sagt nicht, wie viele Personen die Prüfung geschafft haben. „Alle haben bestanden“ umfasst dagegen die gesamte relevante Gruppe. Obwohl alle semantisch eine Gesamtheit bezeichnet, wird es in vielen Schulgrammatiken zusammen mit anderen Indefinitpronomen behandelt.
Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache weist darauf hin, dass die Klasse formal sehr unterschiedlich ist. Genau das merken Sie beim Lernen: Manche Indefinitpronomen werden gar nicht flektiert, andere verändern sich nach Kasus, Genus oder Numerus. Deshalb ist eine einzige Deklinationsregel für alle Formen nicht möglich.
Warum Grammatiken die Gruppe unterschiedlich einteilen
Bei Indefinitpronomen begegnen Ihnen je nach Lehrbuch unterschiedliche Listen. Das ist nicht automatisch ein Fehler. Manche Grammatiken verwenden den Begriff sehr weit und schließen quantifizierende Wörter wie alle, einige, mehrere, manche, jeder und keiner ein. Andere Modelle bilden dafür eine eigene Klasse der Quantifikativpronomen.
grammis unterscheidet beispielsweise zwischen enger gefassten Indefinit-Pronomina und Quantifikativ-Pronomina. Duden nennt in seiner Lernübersicht dagegen ausdrücklich einer/keiner, jeder, alle, einige, manche und mehrere als Beispiele für Indefinitpronomen. Für eine schulische Aufgabe sollten Sie deshalb die Terminologie Ihres Unterrichtsmaterials beachten.
Für diese Übersichtsseite von Bildungsbibel.de wird die verbreitete schulische Einteilung verwendet. Gleichzeitig weisen wir bei Grenzfällen darauf hin, wenn ein Wort in einer genaueren grammatischen Analyse anders zugeordnet werden kann. Dadurch können Sie Indefinitpronomen praktisch lernen, ohne wichtige fachliche Unterschiede zu übersehen.
Welche Formen gehören zur Gruppe?
Indefinitpronomen lassen sich nach ihrer Bedeutung in mehrere Gruppen einteilen. Einige bezeichnen unbestimmte Personen, andere unbestimmte Sachen oder Mengen. Wieder andere drücken Gesamtheit, Teilmenge oder Verneinung aus.
| Gruppe | Typische Formen | Beispiel |
|---|---|---|
| unbestimmte Person | jemand, irgendjemand, irgendwer, einer, man | Irgendjemand muss anfangen. |
| verneinte Person | niemand, keiner | Niemand meldet sich. |
| unbestimmte Sache | etwas, irgendetwas, irgendwas, was | Ich habe etwas vergessen. |
| verneinte Sache | nichts | Es fehlt nichts. |
| Gesamtheit / Einzelverteilung | alle, alles, jeder | Alle helfen. Jeder übernimmt eine Aufgabe. |
| Teilmenge | einige, manche, mehrere, wenige, welche | Einige bleiben noch. |
| unbestimmte Auswahl | irgendeiner, irgendwelche | Nimm irgendeinen. |
Die genaue Verwendung hängt stark vom Kontext ab. Das Indefinitpronomen einer kann zum Beispiel eine beliebige Person meinen: „Einer muss den Anfang machen.“ Es kann aber auch ein vorher genanntes maskulines Nomen ersetzen: „Hast du einen Stift? – Ja, hier ist einer.“
Pronomen oder Artikelwort: Der Unterschied ist wichtig
Viele Formen können selbstständig oder vor einem Nomen verwendet werden. Steht das Wort selbstständig anstelle eines Nomens, ist die Bezeichnung Indefinitpronomen eindeutig. Begleitet es ein Nomen, sprechen moderne Grammatiken häufig von einem indefiniten oder quantifizierenden Artikelwort.
| Satz | Verwendung | Erklärung |
|---|---|---|
| Einige warten draußen. | Indefinitpronomen | einige steht selbstständig |
| Einige Gäste warten draußen. | Artikelwort / Zahlwortgebrauch | einige begleitet ein Nomen |
| Keiner war vorbereitet. | Indefinitpronomen | steht anstelle einer Personengruppe |
| Kein Teilnehmer war vorbereitet. | Artikelwort | kein begleitet das Substantiv |
| Jeder darf mitmachen. | Indefinitpronomen | selbstständiger Gebrauch |
| Jeder Teilnehmer erhält eine Nummer. | Artikelwort / Zahlwortgebrauch | begleitet Teilnehmer |
Ähnlich verhält es sich bei ein. „Ich sehe einen Hund“ enthält den unbestimmten Artikel. Auf die Frage „Hast du einen Hund?“ kann die Antwort „Ja, ich habe einen“ folgen. Das selbstständige einen ist hier ein Indefinitpronomen und ersetzt das Nomen Hund.
Jemand und niemand richtig deklinieren
Die Indefinitpronomen jemand und niemand beziehen sich auf Personen. Jemand bezeichnet eine nicht näher bestimmte Person, während niemand das Vorhandensein einer solchen Person verneint. Im Nominativ bleiben beide Formen unverändert.
| Kasus | jemand | niemand | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Nominativ | jemand | niemand | Jemand ruft an. Niemand antwortet. |
| Genitiv | jemandes / jemands | niemandes / niemands | Das ist jemandes Verantwortung. |
| Dativ | jemandem oder jemand | niemandem oder niemand | Ich habe mit jemandem gesprochen. |
| Akkusativ | jemanden oder jemand | niemanden oder niemand | Ich habe niemanden gesehen. |
Duden akzeptiert im Dativ und Akkusativ sowohl die flektierten Formen jemandem, jemanden, niemandem, niemanden als auch die endungslosen Varianten jemand und niemand. In formellen Texten wirken die deutlich markierten Kasusformen oft besonders klar. Ein Indefinitpronomen kann außerdem durch ein Adjektiv ergänzt werden: „jemand Neues“, „niemand Fremdes“ oder „jemand Bekanntem“.
Bei jemand anders bleibt anders klein: „Ich frage jemand anders.“ Daneben sind je nach Konstruktion auch gebeugte Varianten möglich. Für den Einstieg genügt die häufige Form jemand anders.
Man: allgemein über Personen sprechen
Das Indefinitpronomen man wird verwendet, wenn Personen allgemein gemeint sind oder die handelnde Person nicht genauer genannt werden soll. „In Deutschland fährt man rechts“ bedeutet nicht, dass eine einzelne bekannte Person gemeint ist. Die Aussage gilt allgemein.
Man steht nur im Nominativ. Für andere Kasus werden Formen aus der Reihe von ein verwendet: „Das kann einem passieren“ und „So etwas kann einen ärgern.“ Das zugehörige Possessivwort lautet im allgemeinen Gebrauch sein: „Man sollte seine Unterlagen rechtzeitig prüfen.“
| Funktion | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Nominativ | man | Man lernt aus Fehlern. |
| Dativ | einem | Das kann einem helfen. |
| Akkusativ | einen | Das kann einen überraschen. |
| Possessivbezug | sein | Man sollte seine Termine notieren. |
Verwechseln Sie man nicht mit dem Substantiv Mann. Das Indefinitpronomen wird mit einem n geschrieben und bezeichnet nicht ausschließlich männliche Personen. Es dient als allgemeine Personenbezeichnung. Mann mit Doppel-n ist dagegen ein Substantiv.
Etwas und nichts: unbestimmte Sachen und Sachverhalte
Etwas und nichts sind nicht flektierbare Indefinitpronomen. Etwas bezeichnet eine nicht genauer bestimmte Sache, einen Sachverhalt oder eine Menge. Nichts ist die entsprechende negative Form.
- Ich habe etwas gehört.
- Möchten Sie etwas trinken?
- Es ist nichts passiert.
- Wir haben nichts gefunden.
Ein Indefinitpronomen dieser Gruppe kann mit einem substantivierten Adjektiv erweitert werden. Das Adjektiv wird dann großgeschrieben: „etwas Neues“, „nichts Wichtiges“, „etwas Schönes“. Die Wörter etwas und nichts bleiben selbst unverändert.
Im gesprochenen Deutsch wird etwas häufig zu was verkürzt: „Möchtest du was trinken?“ Duden führt was in dieser Verwendung ebenfalls als Indefinitpronomen. Für formelle Texte ist etwas meist neutraler.
Einer, eine, eines und keiner richtig verwenden
Die Formen einer, eine, eines können eine unbestimmte Person oder Sache bezeichnen oder ein zuvor genanntes Nomen ersetzen. Das Indefinitpronomen keiner bildet dazu eine verneinende Entsprechung. Beide werden nach Kasus und Genus flektiert.
| Kasus | Maskulinum | Femininum | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | einer / keiner | eine / keine | eines / eins / keines |
| Genitiv | eines / keines | einer / keiner | eines / keines |
| Dativ | einem / keinem | einer / keiner | einem / keinem |
| Akkusativ | einen / keinen | eine / keine | eines / eins / keines |
Beispiel: „Hast du einen Kugelschreiber?“ – „Ja, hier ist einer.“ Das Indefinitpronomen übernimmt Genus und Bedeutung des ausgelassenen Nomens. „Hast du eine Schere?“ – „Nein, ich habe keine.“ Bei einem neutralen Bezugswort hört man häufig eins: „Brauchst du ein Glas? – Ja, gib mir bitte eins.“
Kein vor einem Nomen ist dagegen kein selbstständiges Pronomen: „Ich habe keinen Kugelschreiber.“ Erst in „Ich habe keinen“ ersetzt die Form das Nomen und wird pronominal gebraucht.
Jeder, jede, jedes: jedes einzelne Mitglied einer Gruppe
Das Indefinitpronomen jeder bezeichnet die einzelnen Mitglieder einer Gesamtheit ohne Ausnahme. Es wird typischerweise im Singular verwendet. „Jeder kann teilnehmen“ betrachtet die Personen einzeln, während „Alle können teilnehmen“ dieselbe Gruppe eher als Gesamtheit bezeichnet.
| Kasus | Maskulinum | Femininum | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | jeder | jede | jedes |
| Genitiv | jedes | jeder | jedes |
| Dativ | jedem | jeder | jedem |
| Akkusativ | jeden | jede | jedes |
- Jeder erhält eine Nummer.
- Ich habe mit jedem gesprochen.
- Jede darf eine Frage stellen.
- Jedes der Geräte wurde geprüft.
Auch hier kann die Form ein Nomen begleiten: „Jeder Teilnehmer erhält eine Nummer.“ In modernen Analysen ist jeder dann kein selbstständiges Indefinitpronomen, sondern ein Artikelwort beziehungsweise Quantifikativ. Der Bedeutungsunterschied zwischen „jeder“ und „alle“ bleibt dennoch ein wichtiger Lernpunkt.
Alle und alles: Gesamtheit ausdrücken
Mit alle wird eine Gesamtheit bezeichnet. Das Indefinitpronomen kann sich auf Personen oder Sachen beziehen: „Alle sind angekommen.“ Die neutrale Singularform alles verweist häufig auf eine Gesamtheit von Dingen oder Sachverhalten: „Alles ist vorbereitet.“
| Kasus | Neutrum Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | alles | alle |
| Dativ | allem | allen |
| Akkusativ | alles | alle |
Der Genitiv ist bei diesen selbstständigen Formen im heutigen Gebrauch deutlich seltener und wird oft durch andere Konstruktionen ersetzt. Für das praktische Lernen sind Nominativ, Dativ und Akkusativ wichtiger. Beispiele sind „Alles funktioniert“, „Mit allem bin ich einverstanden“ und „Ich habe alle informiert.“
Ein Indefinitpronomen mit all- wird grundsätzlich kleingeschrieben: „alle waren da“, „ich danke allen“. Eine bekannte Ausnahme ist die feste substantivische Wendung „mein Ein und Alles“.
Einige, manche, mehrere und wenige: unbestimmte Mengen
Diese Wörter helfen dabei, eine Menge zu beschreiben, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Das Indefinitpronomen einige bezeichnet je nach Kontext eine kleinere oder auch durchaus beachtliche Menge. Manche hebt einzelne Mitglieder innerhalb einer Gruppe hervor. Mehrere bedeutet mehr als eine Person oder Sache, ohne die Anzahl exakt anzugeben. Wenige kennzeichnet eine kleine Menge.
- Einige sind schon gegangen.
- Manche lernen lieber morgens.
- Mehrere haben nachgefragt.
- Nur wenige kannten die Antwort.
Viele dieser Formen können auch ein Nomen begleiten: „einige Teilnehmer“, „manche Aufgaben“, „mehrere Termine“, „wenige Fehler“. Je nach Grammatikmodell werden sie dann als unbestimmte Zahlwörter, Quantifikative oder Artikelwörter beschrieben. Stehen sie selbstständig, erfüllen sie eine pronominale Funktion.
Besonders bei einige kann die Bedeutung vom Kontext abhängen. „Ich habe einige Bücher“ kann schlicht mehrere Bücher bedeuten. „Das wird einige Arbeit“ bedeutet dagegen eher eine beträchtliche Menge Arbeit. Das Indefinitpronomen beziehungsweise Quantifikativ liefert also keine exakte Zahl.
Welche als unbestimmtes Pronomen
Die Form welche kennen viele zunächst als Interrogativpronomen: „Welche möchtest du?“ In einem anderen Kontext kann welche jedoch unbestimmt verwendet werden. Beispiel: „Hast du noch Äpfel? – Ja, ich habe noch welche.“ Hier wird nicht gefragt, welche konkreten Äpfel gemeint sind; die Form ersetzt eine unbestimmte Menge.
In dieser Verwendung kann welche als Indefinitpronomen eingeordnet werden. Der Kontext entscheidet also über die Wortart und Funktion. Vergleichen Sie „Welche Bücher hast du gekauft?“ mit „Ich habe Bücher gekauft. Möchtest du welche?“ Im ersten Satz wird eine Auswahl erfragt, im zweiten Satz bleibt die Menge unbestimmt.
Diese Mehrfachfunktion ist ein gutes Beispiel dafür, warum man Wortarten nicht ausschließlich an der äußeren Form erkennen sollte. Bei einem Indefinitpronomen ist entscheidend, welche Bedeutung und Satzfunktion das Wort im konkreten Zusammenhang übernimmt.
Irgendjemand, irgendwer, irgendetwas und irgendeiner
Mit dem Bestandteil irgend- wird die Unbestimmtheit noch stärker hervorgehoben. Irgendjemand oder irgendwer bedeutet eine völlig unbestimmte Person. Irgendetwas bezeichnet eine nicht näher festgelegte Sache. Irgendeiner hebt hervor, dass es grundsätzlich eine beliebige Person oder ein beliebiges Exemplar sein kann.
- Irgendjemand muss den Schlüssel haben.
- Irgendwer hat das Fenster geöffnet.
- Ich habe irgendetwas vergessen.
- Nimm irgendeinen, die Stifte funktionieren alle.
- Hast du irgendwelche Fragen?
Das Indefinitpronomen mit irgend- wird zusammengeschrieben, beispielsweise irgendjemand, irgendwer, irgendetwas. Bei irgendein entstehen flektierte Formen wie irgendeiner, irgendeinem oder irgendeine.
Andere und beide: wichtige Grenzfälle
Im Sprachunterricht werden auch andere und beide häufig gemeinsam mit Indefinitpronomen gelernt. Eine genauere Wortartenanalyse kann diese Formen jedoch anders einordnen. Andere wird beispielsweise auch als unbestimmtes Zahladjektiv beschrieben, während beide stark zahlwortartige Eigenschaften besitzt.
Für die praktische Anwendung ist vor allem wichtig, ob die Form selbstständig steht oder ein Nomen begleitet: „Einige gingen nach Hause, andere blieben“ und „Beide waren zufrieden“ sind selbstständige Verwendungen. In „andere Teilnehmer“ oder „beide Autos“ begleiten die Wörter dagegen ein Nomen.
Auf Bildungsbibel.de werden diese Formen im Zusammenhang mit Indefinitpronomen erwähnt, weil sie in Übungen häufig gemeinsam auftreten. Sie sollten jedoch wissen, dass die grammatische Kategorisierung je nach Modell unterschiedlich ausfallen kann.
Groß- oder Kleinschreibung richtig anwenden
Indefinitpronomen werden normalerweise kleingeschrieben, auch wenn sie selbstständig stehen: „jemand wartet“, „keiner weiß es“, „einige kommen später“, „alle sind fertig“. Am Satzanfang gelten natürlich die normalen Regeln der Großschreibung.
Bei den Wörtern ein, andere, viel und wenig gibt es eine Besonderheit. Duden empfiehlt in der Regel Kleinschreibung, lässt bei besonders hervorgehobenem substantivischem Gebrauch teilweise auch Großschreibung zu. Im normalen Alltag schreiben Sie beispielsweise „der eine oder andere“, „die meisten anderen“ oder „viele haben geholfen“ klein.
Adjektive nach bestimmten Indefinitpronomen werden dagegen substantiviert und großgeschrieben: „jemand Neues“, „nichts Besonderes“, „etwas Wichtiges“, „niemand Fremdes“. Hier ist nicht das Indefinitpronomen groß, sondern das nachfolgende substantivierte Adjektiv.
Kasus erkennen: Der Satz bestimmt die Form
Nicht alle Indefinitpronomen verändern ihre Form. Bei flektierbaren Formen bestimmt die grammatische Funktion im Satz den Kasus. Verben und Präpositionen können dabei wichtige Hinweise geben. „Jemand hilft mir“ enthält jemand im Nominativ, „Ich helfe jemandem“ dagegen im Dativ.
| Frage | Beispiel | Kasus der markierten Form |
|---|---|---|
| Wer handelt? | Jemand wartet. | Nominativ |
| Wessen? | Das ist jemandes Tasche. | Genitiv |
| Wem? | Ich helfe jemandem. | Dativ |
| Wen? | Ich suche jemanden. | Akkusativ |
| Mit wem? | Ich spreche mit keinem. | Dativ |
| Für wen? | Das ist für jeden. | Akkusativ |
Präpositionen helfen besonders: mit, bei, von, zu verlangen typischerweise den Dativ, für, ohne, gegen den Akkusativ. Wechselpräpositionen müssen gesondert betrachtet werden. Wer die Kasusregeln bereits beherrscht, kann die korrekte Form eines Indefinitpronomen meist zuverlässig bestimmen.
Singular oder Plural beim Verb?
Die Verbform richtet sich nach dem grammatischen Numerus des Indefinitpronomen. Jemand, niemand, man, jeder, keiner stehen grundsätzlich mit einem Verb im Singular: „Jemand wartet“, „Niemand weiß es“, „Jeder bekommt eine Chance“.
Formen wie alle, einige, manche, mehrere beziehen sich dagegen typischerweise auf eine Mehrzahl und verlangen ein Verb im Plural: „Alle kommen“, „Einige fehlen“, „Mehrere haben angerufen“. Das Indefinitpronomen liefert also wichtige Informationen für die Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat.
Bei alles steht das Verb im Singular: „Alles funktioniert.“ Auch wenn inhaltlich viele einzelne Dinge zusammengefasst werden, ist die grammatische Form Neutrum Singular.
Verneinung mit niemand, nichts und keiner
Besonders wichtig sind niemand, nichts und keiner. Diese Indefinitpronomen enthalten bereits eine Negation. Deshalb wird im deutschen Standardsatz normalerweise kein zusätzliches nicht benötigt.
| Standardsprachlich | Unpassende doppelte Verneinung |
|---|---|
| Niemand war dort. | Niemand war nicht dort. |
| Ich habe nichts gesehen. | Ich habe nichts nicht gesehen. |
| Keiner kennt die Antwort. | Keiner kennt die Antwort nicht. |
Eine doppelte Verneinung kann in besonderen Kontexten eine andere logische Bedeutung haben oder regional vorkommen. Für den neutralen Standardgebrauch lernen Sie zunächst: niemand, nichts und keiner verneinen den Satz bereits selbst.
Typische Fehler und richtige Formen
Fehler bei Indefinitpronomen entstehen besonders durch falschen Kasus, Verwechslung mit Artikeln, falsche Verbkongruenz oder unnötige doppelte Verneinung. Die folgende Übersicht zeigt typische Beispiele.
| Fehler | Richtig | Erklärung |
|---|---|---|
| Ich habe mit jemanden gesprochen. | Ich habe mit jemandem gesprochen. | mit verlangt den Dativ |
| Ich suche jemandem. | Ich suche jemanden. | suchen verlangt den Akkusativ |
| Alle ist fertig. | Alle sind fertig. | alle steht hier im Plural |
| Jeder sind eingeladen. | Jeder ist eingeladen. | jeder steht im Singular |
| Man müssen warten. | Man muss warten. | man verlangt Singular |
| Ich habe Niemand gesehen. | Ich habe niemand gesehen. | Pronomen wird normalerweise kleingeschrieben |
| Ich habe nichts Wichtiges nicht gehört. | Ich habe nichts Wichtiges gehört. | nichts enthält bereits die Negation |
| Hier ist ein Stift. Nimm ein. | Hier ist ein Stift. Nimm einen. | pronominale Form benötigt eine Endung |
Ein weiterer häufiger Fehler betrifft jemand und niemand. Die endungslosen Varianten im Dativ und Akkusativ sind zwar möglich, in Übungen wird aber häufig die deutlich gebeugte Form erwartet. Wenn eine Aufgabe gezielt den Kasus trainiert, sind jemandem, jemanden, niemandem und niemanden daher besonders hilfreich.
Praxisbeispiele aus Alltag, Schule und Beruf
Indefinitpronomen begegnen Ihnen ständig. Sie eignen sich immer dann, wenn eine genaue Benennung fehlt, nicht nötig ist oder bewusst vermieden wird. Die folgenden Beispiele zeigen typische Situationen.
Im Alltag
- Jemand hat sein Handy liegen lassen.
- Hat jemand etwas zu trinken?
- Niemand wusste, wem die Tasche gehört.
- Ich habe noch Äpfel. Möchtest du welche?
In der Schule oder Weiterbildung
- Jeder bearbeitet zunächst die erste Aufgabe.
- Einige sind bereits fertig.
- Manche benötigen noch etwas Zeit.
- Keiner muss alle Aufgaben gleichzeitig lösen.
Im Beruf
- Jemand aus der Buchhaltung meldet sich später.
- Mehrere haben dem Vorschlag zugestimmt.
- Man sollte vertrauliche Daten nicht offen versenden.
- Falls jemand Fragen hat, kann er sich melden.
Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Indefinitpronomen eingesetzt werden können. Manche ersetzen ein konkretes Nomen, andere quantifizieren eine Gruppe oder formulieren allgemeine Aussagen. Dadurch gehören sie zu den häufigsten Pronomen im täglichen Deutsch.
So lernen Sie die Formen schneller
Indefinitpronomen sollten nicht als eine einzige lange Liste auswendig gelernt werden. Sinnvoller ist es, die Wörter nach Bedeutung und Flexion zu gruppieren. Beginnen Sie mit den unveränderlichen Formen und ergänzen Sie danach flektierbare Reihen.
- Lernen Sie zuerst etwas, nichts als unveränderliche Formen.
- Üben Sie danach jemand – jemandem – jemanden und niemand – niemandem – niemanden.
- Merken Sie sich bei man: Nominativ man, Dativ einem, Akkusativ einen.
- Lernen Sie einer, keiner gemeinsam mit Genus und Kasus.
- Vergleichen Sie jeder im Singular mit alle im Plural.
- Ordnen Sie einige, manche, mehrere, wenige als unbestimmte Mengen ein.
- Bilden Sie zu jeder Form einen eigenen Beispielsatz.
Eine Karteikarte kann beispielsweise vorne „Dativ von jemand“ und hinten „jemandem / auch: jemand“ enthalten. Für ein anderes Indefinitpronomen kann die Vorderseite „unbestimmte Sache“ und die Rückseite „etwas“ lauten. So lernen Sie Form und Funktion gemeinsam.
Übungen mit Lösungen
Mit den folgenden Aufgaben können Sie die wichtigsten Indefinitpronomen selbst anwenden. Lösen Sie die Sätze zunächst ohne Blick auf die Lösungen. Achten Sie bei flektierbaren Formen besonders auf Kasus und Numerus.
Übung 1: jemand, niemand, etwas oder nichts
- ___ hat an der Tür geklingelt.
- Ich habe ___ verstanden, weil es zu laut war.
- Möchten Sie ___ trinken?
- Heute ist ___ im Büro; alle arbeiten zu Hause.
- Kann mir ___ helfen?
Übung 2: Richtigen Kasus einsetzen
- Ich habe mit ___ gesprochen. (jemand)
- Wir haben ___ gesehen. (niemand)
- Das kann ___ passieren. (man)
- So etwas kann ___ ärgern. (man)
- Ich würde ___ eine zweite Chance geben. (jeder)
Übung 3: einer, keiner, alle, einige oder welche
- Hast du einen Stift? – Ja, hier ist ___.
- Die Plätze waren leer. ___ war gekommen.
- Von zwanzig Teilnehmern waren ___ schon fertig, aber nicht alle.
- Die Sitzung beginnt. ___ sind jetzt da.
- Brauchst du Briefumschläge? – Ich habe noch ___.
Übung 4: Pronomen oder Artikelwort?
- Einige Teilnehmer warten draußen.
- Einige warten draußen.
- Kein Zug fährt heute.
- Keiner fährt heute.
- Jeder bekommt eine Nummer.
Lösungen
Übung 1: 1. Jemand, 2. nichts, 3. etwas, 4. niemand, 5. jemand.
Übung 2: 6. jemandem, 7. niemanden, 8. einem, 9. einen, 10. jedem.
Übung 3: 11. einer, 12. Keiner, 13. einige, 14. Alle, 15. welche.
Übung 4: 16. Artikelwort beziehungsweise quantifizierende Begleitung des Nomens, 17. Indefinitpronomen, 18. Artikelwort, 19. Indefinitpronomen, 20. Indefinitpronomen.
Wenn Übung 2 schwierig war, wiederholen Sie besonders den Dativ und Akkusativ. Bei Übung 4 hilft die Frage: Steht die Form selbstständig anstelle eines Nomens oder begleitet sie ein Nomen? Selbstständig verwendete Formen sind besonders leicht als Indefinitpronomen zu erkennen.
Video zum Thema
Das folgende Deutsch-lernen-Video erklärt Indefinitpronomen anhand von man, jemand und niemand sowie weiterer häufig verwendeter Formen. Zusätzlich sehen Sie Beispielsätze zu jeder, alle, einige, keiner, manche, etwas und nichts.
Vielen Dank für das Video an www.sonni.tv. Die Webseite ist weiterhin erreichbar und informiert über die Projekte von Sonja Hubmann.
Arbeitsblätter und weitere Übungen
Zusätzliche Aufgaben helfen Ihnen, Indefinitpronomen in unterschiedlichen Satzstrukturen zu erkennen. Besonders sinnvoll sind Lückentexte, Kasusübungen und Aufgaben, in denen Pronomen von Artikelwörtern unterschieden werden.
- Bei iSLCollective finden Sie eine Sammlung von Arbeitsblättern zu unbestimmten Pronomen. Ein Teil der Angebote kann direkt online genutzt oder je nach Konto und Angebot heruntergeladen werden.
- Das bestehende Arbeitsblatt von derdiedaf.com finden Sie weiterhin unter diesem PDF-Link. Sollte der direkte Abruf zeitweise nicht funktionieren, suchen Sie auf der Anbieterseite nach dem zugehörigen Material zu Aspekte neu B2.
Häufige Fragen zu unbestimmten Pronomen
Was ist ein Indefinitpronomen?
Ein Indefinitpronomen ist ein unbestimmtes Fürwort. Es verweist auf Personen, Sachen, Mengen oder Sachverhalte, ohne diese genau zu bestimmen. Beispiele sind jemand, niemand, etwas, nichts, man, einer, keiner, jeder, alle, einige und manche.
Welche Indefinitpronomen gibt es?
Die genaue Liste hängt vom Grammatikmodell ab. Häufig werden jemand, niemand, man, etwas, nichts, einer, keiner, jeder, alle, einige, manche, mehrere, irgendwer, irgendjemand und irgendetwas als Indefinitpronomen behandelt. Manche Grammatiken ordnen einen Teil davon den Quantifikativpronomen zu.
Ist man ein Indefinitpronomen?
Ja. Man wird traditionell als Indefinitpronomen eingeordnet und bezeichnet Personen allgemein. Es steht nur im Nominativ. Für Dativ und Akkusativ werden einem und einen verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen jemand und man?
Jemand bezeichnet eine einzelne nicht näher bestimmte Person: „Jemand hat angerufen.“ Man formuliert dagegen meist eine allgemeine Aussage über Personen: „Man sollte höflich bleiben.“ Beide können als Indefinitpronomen eingeordnet werden, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen.
Wie dekliniert man jemand und niemand?
Im Nominativ stehen jemand und niemand. Im Dativ sind jemandem und niemandem, im Akkusativ jemanden und niemanden üblich. Duden akzeptiert im Dativ und Akkusativ außerdem endungslose Varianten.
Ist etwas deklinierbar?
Nein. Das Indefinitpronomen etwas bleibt unverändert. Dasselbe gilt für nichts. Ein folgendes substantiviertes Adjektiv wird dagegen angepasst und großgeschrieben: „etwas Neues“, „mit etwas Neuem“ oder „nichts Besonderes“.
Was ist der Unterschied zwischen jeder und alle?
Jeder betrachtet die einzelnen Mitglieder einer Gruppe nacheinander beziehungsweise distributiv: „Jeder bekommt eine Karte.“ Alle bezeichnet die Gruppe als Gesamtheit: „Alle bekommen eine Karte.“ Das Indefinitpronomen jeder steht typischerweise im Singular, alle im Plural.
Kann welche ein Indefinitpronomen sein?
Ja. In „Hast du noch Briefmarken? – Ja, ich habe welche“ bezeichnet welche eine nicht genauer bestimmte Menge und wird indefinit gebraucht. In „Welche möchtest du?“ ist dieselbe Form dagegen ein Interrogativpronomen. Der Kontext entscheidet.
Schreibt man jemand, niemand und keiner groß?
Im normalen Gebrauch werden Indefinitpronomen kleingeschrieben: „jemand“, „niemand“, „keiner“, „alle“. Nur am Satzanfang greift die normale Großschreibung. Bei einzelnen Wörtern wie ein, andere, viel und wenig bestehen besondere Regeln für hervorgehobene substantivische Verwendungen.
Warum heißt es jemandem, aber jemanden?
Jemandem steht im Dativ, jemanden im Akkusativ. Die Satzfunktion oder eine Präposition bestimmt den Fall: „Ich helfe jemandem“ enthält einen Dativ, „Ich sehe jemanden“ einen Akkusativ. Das Indefinitpronomen zeigt den Kasus durch seine Endung.
Fazit: Unbestimmtheit kann viele Formen haben
Indefinitpronomen ermöglichen es, über Personen, Sachen und Mengen zu sprechen, ohne sie genau zu benennen. Besonders wichtig sind jemand, niemand, man, etwas, nichts, einer, keiner, jeder, alle, einige und manche. Die Formen unterscheiden sich deutlich in ihrer Flexion und Bedeutung.
Beim Lernen sollten Sie Indefinitpronomen deshalb in Gruppen einteilen. Etwas und nichts bleiben unverändert, jemand und niemand können Kasusendungen erhalten, während einer, keiner und jeder stärker flektieren. Formen wie alle, einige, manche und mehrere drücken unterschiedliche Mengenverhältnisse aus.
Bildungsbibel.de empfiehlt, jedes Indefinitpronomen mit typischen Beispielsätzen und seiner Satzfunktion zu lernen. Vergleichen Sie außerdem selbstständige Pronomen mit Formen vor einem Nomen. So erkennen Sie schneller, ob ein unbestimmtes Fürwort tatsächlich ein Nomen ersetzt oder als Artikelwort beziehungsweise Quantifikativ verwendet wird.
Weitere Pronomen und Deutsch-Übungen
Nach den Indefinitpronomen können Sie die weiteren Pronomenarten vergleichen. Auf Bildungsbibel.de finden Sie eigene Übersichtsseiten mit Regeln, Beispielen und Übungen.
- Personalpronomen
- Possessivpronomen
- Reflexivpronomen
- Demonstrativpronomen
- Relativpronomen
- Interrogativpronomen
Sie finden auf Bildungsbibel.de außerdem weitere Übungen und Arbeitsblätter sowie zusätzliche Deutsch Übungen zu Grammatik und Wortarten.

