Weiterbildung – Online lernen – Buchhaltung – Umsatz und Absatz, Unterschied, Formel und Beispiele
Umsatz und Absatz gehören zu den wichtigsten Grundbegriffen in Buchhaltung, Betriebswirtschaft und Vertrieb. Der Unterschied ist einfach: Der Absatz beschreibt grundsätzlich die verkaufte Menge, der Umsatz bewertet diese Menge mit dem Verkaufspreis in Geld. Verkauft ein Unternehmen 10.000 Stück zu jeweils 10 Euro, beträgt der Absatz 10.000 Stück und der Umsatz 100.000 Euro.
Auf dieser Seite der Bildungsbibel lernen Sie Umsatz und Absatz anhand von Formeln, Tabellen und mehreren Praxisbeispielen kennen. Sie erfahren außerdem, warum steigender Absatz nicht automatisch steigenden Umsatz bedeutet, wie Dienstleistungen berechnet werden und wie sich Umsatz von Gewinn, Erlös, Einnahmen und Umsatzsteuer unterscheidet.
- Absatz: verkaufte beziehungsweise abgesetzte Menge innerhalb eines Zeitraums
- Umsatz: Absatzmenge × Verkaufspreis
- Einheit: Absatz wird beispielsweise in Stück, kg, Litern oder Stunden gemessen; Umsatz in Euro
- Wichtig: Umsatz ist nicht gleich Gewinn, denn Kosten müssen noch berücksichtigt werden
- Praxis: Preisänderungen, Rabatte und Produktmix können Umsatz und Absatz unterschiedlich beeinflussen
Der Unterschied auf einen Blick
Wer Umsatz und Absatz unterscheiden möchte, sollte zunächst auf die Maßeinheit achten. Der Absatz ist eine Mengengröße. Er zeigt, wie viele Einheiten eines Produkts oder einer Leistung in einem bestimmten Zeitraum verkauft wurden. Der Umsatz ist dagegen eine Wertgröße in Geld. Er entsteht, wenn die abgesetzte Menge mit dem jeweiligen Verkaufspreis bewertet wird.
| Merkmal | Absatz | Umsatz |
|---|---|---|
| Bedeutung | Verkaufte Menge | Wert der verkauften Menge |
| Typische Einheit | Stück, kg, Liter, Stunden, Verträge | Euro beziehungsweise andere Währung |
| Einfache Formel | Summe der verkauften Einheiten | Absatzmenge × Verkaufspreis |
| Beispiel | 10.000 Stück | 10.000 × 10 € = 100.000 € |
| Wichtige Einflussgrößen | Nachfrage, Vertrieb, Markt, Verfügbarkeit | Absatzmenge, Preis, Rabatte, Produktmix |
| Nicht verwechseln mit | Produktion oder Lagerbestand | Gewinn oder Zahlungseingang |
In der BWL kann der Begriff Absatz zusätzlich weiter gefasst werden und die gesamte betriebliche Absatzfunktion mit Vertrieb und Marketing meinen. Für einfache Rechenaufgaben zu Umsatz und Absatz ist jedoch meistens die Absatzmenge gemeint. Das Gabler Wirtschaftslexikon nennt ausdrücklich die Menge der innerhalb einer Zeiteinheit veräußerten Güter als eine gebräuchliche Bedeutung des Absatzbegriffs.
Was ist Umsatz?
Umsatz beschreibt vereinfacht den Wert der verkauften Produkte oder erbrachten Leistungen. Für ein einzelnes Produkt mit gleichbleibendem Preis lässt sich Umsatz und Absatz mit einer sehr einfachen Formel verbinden:
Umsatz = Absatzmenge × Verkaufspreis je Einheit
Verkauft ein Unternehmen beispielsweise 10.000 Einheiten zu 10 Euro, ergibt sich ein Umsatz von 100.000 Euro. Diese Grundformel eignet sich für viele Aufgaben in Schule, Ausbildung, Weiterbildung und betrieblicher Praxis.
Auch die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt Umsatz als verkaufte Menge beziehungsweise erbrachte Leistung multipliziert mit dem jeweiligen Verkaufspreis. Bei mehreren Produkten müssen die einzelnen Umsätze zunächst getrennt berechnet und anschließend addiert werden.
Formel für mehrere Produkte
Hat ein Unternehmen mehrere Produkte mit unterschiedlichen Preisen, reicht die Formel „gesamte Stückzahl × ein Preis“ nicht aus. Umsatz und Absatz werden dann je Produktgruppe ermittelt:
Gesamtumsatz = (Absatz Produkt A × Preis A) + (Absatz Produkt B × Preis B) + …
Diese Betrachtung ist wichtig, weil sich der Umsatz trotz unverändertem Gesamtabsatz verändern kann. Verkauft ein Unternehmen beispielsweise mehr hochwertige und weniger günstige Produkte, steigt der durchschnittliche Verkaufspreis und damit möglicherweise der Umsatz.
Umsatzerlöse im handelsrechtlichen Sinn
Für das Rechnungswesen ist zusätzlich der Begriff Umsatzerlöse wichtig. Nach § 277 HGB gehören dazu Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus Dienstleistungen. Erlösschmälerungen, Umsatzsteuer und andere unmittelbar mit dem Umsatz verbundene Steuern werden dabei abgezogen.
Deshalb sollte bei Umsatz und Absatz immer klar sein, ob eine einfache betriebswirtschaftliche Rechenaufgabe oder der handelsrechtliche Ausweis von Umsatzerlösen gemeint ist. In Lernaufgaben wird häufig mit einem gegebenen Verkaufspreis gerechnet, während im Jahresabschluss der handelsrechtliche Ausweis maßgeblich ist.
Was ist Absatz?
Der Absatz beschreibt in der einfachen Mengenbetrachtung, wie viele Einheiten eines Produkts oder einer Leistung verkauft beziehungsweise abgesetzt wurden. Bei physischen Waren kann der Absatz zum Beispiel in Stück, Kilogramm, Litern, Metern oder Packungen angegeben werden.
Bei Umsatz und Absatz ist der Absatz damit zunächst unabhängig davon, zu welchem Preis verkauft wurde. 1.000 verkaufte Flaschen bleiben ein Absatz von 1.000 Flaschen, egal ob eine Flasche 2 Euro, 2,50 Euro oder 3 Euro kostet. Der Preis verändert in diesem Fall den Umsatz, nicht die abgesetzte Stückzahl.
Das Absatzvolumen kann sich auf das Gesamtunternehmen, eine Produktgruppe, einen Vertriebskanal, ein Verkaufsgebiet oder einen bestimmten Zeitraum beziehen. Für Auswertungen sollten deshalb Bezugszeitraum und Einheit immer eindeutig angegeben werden.
Absatz ist nicht gleich Produktion
Ein häufiger Fehler besteht darin, produzierte und verkaufte Mengen gleichzusetzen. Produziert ein Unternehmen 12.000 Stück, verkauft aber nur 10.000 Stück, beträgt der Absatz 10.000 Stück. Die übrigen 2.000 Stück können beispielsweise den Lagerbestand erhöhen. Umsatz und Absatz entstehen erst durch die entsprechenden Verkaufsvorgänge, nicht allein durch die Produktion.
Welche Arten von wirtschaftlichen Gütern unterschieden werden, erfahren Sie ergänzend im Beitrag der Bildungsbibel zu den Güterarten mit Definitionen und Beispielen.
Einfache Rechenbeispiele
Beispiel 1: Ein Produkt mit festem Preis
Ein Händler verkauft in einem Monat 2.500 Taschen zu einem Preis von 40 Euro je Stück. Für Umsatz und Absatz ergeben sich folgende Werte:
- Absatz: 2.500 Stück
- Verkaufspreis: 40 Euro je Stück
- Umsatz: 2.500 × 40 Euro = 100.000 Euro
Der Buchungserfolg oder Gewinn lässt sich daraus noch nicht ableiten. Bekannt sind lediglich Umsatz und Absatz. Für den Gewinn müssten zusätzlich die verursachten Kosten berücksichtigt werden.
Beispiel 2: Mehr Absatz, aber nicht proportional mehr Umsatz
Ein Unternehmen verkauft zunächst 1.000 Stück zu 50 Euro. Später senkt es den Preis auf 40 Euro und verkauft dadurch 1.200 Stück.
| Zeitraum | Absatz | Preis | Umsatz |
|---|---|---|---|
| Periode 1 | 1.000 Stück | 50 € | 50.000 € |
| Periode 2 | 1.200 Stück | 40 € | 48.000 € |
Der Absatz steigt um 20 Prozent, der Umsatz sinkt jedoch von 50.000 auf 48.000 Euro. Dieses Beispiel zeigt besonders deutlich, warum Umsatz und Absatz nicht gleichgesetzt werden dürfen. Eine höhere Verkaufsmenge führt bei sinkenden Preisen nicht automatisch zu höherem Umsatz.
Die wirtschaftliche Beziehung zwischen Preis und absetzbarer Menge wird in der BWL unter anderem mit der Preis-Absatz-Funktion untersucht. Eine verständliche Einführung dazu bietet die Bundeszentrale für politische Bildung.
Beispiel 3: Umsatz steigt trotz gleichem Absatz
Ein Betrieb verkauft in beiden Monaten jeweils 500 Stück. Im ersten Monat liegt der Preis bei 80 Euro, im zweiten bei 90 Euro. Der Absatz bleibt mit 500 Stück unverändert, während der Umsatz von 40.000 auf 45.000 Euro steigt.
Auch hier zeigen Umsatz und Absatz unterschiedliche Entwicklungen. Wer nur die Stückzahl betrachtet, erkennt den positiven Preiseffekt nicht. Wer nur den Umsatz betrachtet, könnte dagegen fälschlicherweise annehmen, dass mehr Einheiten verkauft wurden.
Beispiel 4: Mehrere Produkte
Ein Unternehmen verkauft 100 Geräte zu 500 Euro und zusätzlich 400 Zubehörteile zu 25 Euro. Der gesamte Absatz beträgt 500 Einheiten, wenn beide Produktarten einfach addiert werden. Für den Umsatz müssen die Produkte jedoch getrennt bewertet werden:
- 100 Geräte × 500 Euro = 50.000 Euro
- 400 Zubehörteile × 25 Euro = 10.000 Euro
- Gesamtumsatz = 60.000 Euro
Bei sehr unterschiedlichen Produkten ist ein zusammengefasster Absatz von 500 Einheiten allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Für eine saubere Analyse von Umsatz und Absatz sollten die Mengen deshalb zusätzlich je Produktgruppe betrachtet werden.
Wie werden Dienstleistungen behandelt?
Auch Dienstleistungen besitzen Absatz und Umsatz, obwohl keine klassischen Stückzahlen verkauft werden müssen. Als Mengeneinheit können beispielsweise Beratungsstunden, Behandlungstermine, Übernachtungen, Unterrichtsstunden, Verträge oder abgeschlossene Projekte dienen.
Ein Berater rechnet beispielsweise 120 Stunden zu jeweils 100 Euro ab. Der mengenmäßige Absatz beträgt 120 Stunden und der Umsatz 12.000 Euro. Bei einer Fahrschule könnten Unterrichtseinheiten, bei einem Hotel Übernachtungen und bei einem Softwareanbieter Abonnements als Bezugsgrößen verwendet werden.
Für Umsatz und Absatz bei Dienstleistungen muss die Mengeneinheit daher vor der Auswertung eindeutig definiert werden. Nur dann können Perioden, Standorte oder Angebote sinnvoll miteinander verglichen werden.
Mengen-, Preis- und Mixeffekt verstehen
Verändert sich der Umsatz, können unterschiedliche Ursachen dahinterstehen. Für die Analyse von Umsatz und Absatz sind insbesondere drei Effekte wichtig: Mengenänderung, Preisänderung und Produktmix.
| Effekt | Was verändert sich? | Mögliche Umsatzwirkung |
|---|---|---|
| Mengeneffekt | Mehr oder weniger Einheiten werden verkauft | Bei gleichem Preis steigt oder fällt der Umsatz entsprechend |
| Preiseffekt | Verkaufspreis je Einheit verändert sich | Umsatz kann trotz gleichem Absatz steigen oder fallen |
| Mixeffekt | Anteil teurer und günstiger Produkte verschiebt sich | Durchschnittlicher Verkaufspreis und Umsatz verändern sich |
Die gemeinsame Betrachtung von Umsatz und Absatz ist deshalb für Vertriebs- und Controllingberichte wesentlich aussagekräftiger als eine einzelne Kennzahl. Ein Umsatzplus kann aus höheren Preisen entstehen, aus mehr verkauften Einheiten oder aus einem stärkeren Anteil hochwertiger Produkte.
Abgrenzung zu Gewinn, Erlös, Einnahmen und Umsatzsteuer
Im Rechnungswesen werden ähnliche Begriffe häufig miteinander verwechselt. Für ein richtiges Verständnis von Umsatz und Absatz lohnt sich deshalb die Abgrenzung zu weiteren Kennzahlen.
Umsatz ist nicht Gewinn
Der Umsatz zeigt zunächst den Wert der verkauften Leistungen. Der Gewinn berücksichtigt zusätzlich die Aufwendungen beziehungsweise Kosten. Vereinfacht gilt:
Gewinn = Erträge beziehungsweise Erlöse – Aufwendungen beziehungsweise Kosten
Ein Unternehmen kann also hohen Umsatz und Absatz erzielen und dennoch einen geringen Gewinn oder sogar einen Verlust erwirtschaften, wenn Material, Personal, Miete, Energie, Vertrieb und weitere Kosten zu hoch sind.
Umsatz und Erlös
In vielen einfachen BWL-Aufgaben werden Umsatz und Erlös weitgehend gleich verwendet. Im Rechnungswesen hängt die genaue Bedeutung vom jeweiligen Zusammenhang ab. Das HGB verwendet ausdrücklich den Begriff Umsatzerlöse. Wichtig ist deshalb, in Aufgaben und Unternehmensberichten auf die verwendete Definition zu achten.
Umsatz und Einnahmen
Umsatz entsteht durch den Verkauf einer Leistung, während der tatsächliche Zahlungseingang zeitlich später erfolgen kann. Wird eine Rechnung heute gestellt und erst in 30 Tagen bezahlt, sind Verkauf und Forderung bereits entstanden, obwohl das Geld noch nicht auf dem Bankkonto eingegangen ist. Umsatz und Absatz dürfen daher nicht einfach mit Kontobewegungen gleichgesetzt werden.
Umsatz und Umsatzsteuer
Die Umsatzsteuer ist ebenfalls nicht mit Umsatz gleichzusetzen. Sie ist eine Steuer auf steuerbare Umsätze und wird unter den gesetzlichen Voraussetzungen auf Rechnungen ausgewiesen. Für handelsrechtliche Umsatzerlöse wird die Umsatzsteuer nach § 277 HGB nicht als Bestandteil der Umsatzerlöse ausgewiesen. Aktuelle steuerliche Informationen stellt das Bundesfinanzministerium zur Umsatzsteuer bereit.
Umsatz- und Absatzentwicklung richtig interpretieren
Für Vergleiche über mehrere Perioden reicht es nicht, nur absolute Werte zu betrachten. Umsatz und Absatz können zusätzlich über Veränderungsraten analysiert werden. Die prozentuale Veränderung berechnet sich allgemein aus:
Veränderung in % = (neuer Wert – alter Wert) ÷ alter Wert × 100
Steigt der Absatz beispielsweise von 8.000 auf 9.200 Stück, beträgt das Mengenwachstum 15 Prozent. Steigt der Umsatz gleichzeitig nur von 400.000 auf 414.000 Euro, beträgt das Umsatzwachstum 3,5 Prozent. Der deutlich schwächere Umsatzzuwachs deutet darauf hin, dass der durchschnittlich erzielte Preis gesunken sein könnte oder sich der Produktmix verändert hat.
Die parallele Entwicklung von Umsatz und Absatz liefert damit wichtige Informationen für Preisgestaltung, Vertrieb, Marketing und Controlling. Sie zeigt nicht nur, ob mehr verkauft wurde, sondern auch, welchen Wert die Verkäufe erzeugt haben.
Nützliche Kennzahlen aus beiden Größen
Durchschnittlicher Verkaufspreis
Wenn Umsatz und Absatz für dieselbe homogene Einheit vorliegen, kann ein durchschnittlicher Verkaufspreis berechnet werden:
Durchschnittspreis = Umsatz ÷ Absatzmenge
Bei 150.000 Euro Umsatz und 5.000 verkauften Stück beträgt der durchschnittliche Preis 30 Euro je Stück. Bei mehreren sehr unterschiedlichen Produkten sollte diese Kennzahl jedoch mit Vorsicht interpretiert und besser je Produktgruppe ermittelt werden.
Umsatz je Kunde oder Auftrag
Unternehmen können ergänzend den durchschnittlichen Umsatz je Kunde, Bestellung oder Vertrag auswerten. Diese Kennzahlen ersetzen den klassischen Vergleich von Umsatz und Absatz nicht, helfen aber dabei, Veränderungen im Kaufverhalten zu erkennen.
Bedeutung für Planung und Unternehmenssteuerung
Umsatz und Absatz werden in der Unternehmensplanung gemeinsam verwendet. Die Absatzplanung prognostiziert, welche Mengen wahrscheinlich verkauft werden können. Aus diesen Mengen und den geplanten Preisen lässt sich ein Umsatzplan ableiten.
- Vertrieb: Welche Stückzahlen sollen in welchem Gebiet verkauft werden?
- Produktion: Welche Mengen müssen hergestellt oder beschafft werden?
- Finanzplanung: Welche Umsätze werden aus den geplanten Mengen und Preisen erwartet?
- Controlling: Liegen Abweichungen an Preis, Menge oder Produktmix?
- Marketing: Wie wirken Preisaktionen und Kampagnen auf Absatzmenge und Umsatz?
Gerade bei Rabattaktionen zeigt sich, warum Umsatz und Absatz gemeinsam ausgewertet werden müssen. Eine Kampagne kann zwar die verkaufte Menge stark erhöhen, aber durch den niedrigeren Preis trotzdem nur einen kleinen Umsatzzuwachs oder sogar einen Umsatzrückgang erzeugen.
Typische Fehler bei Aufgaben und Auswertungen
- Absatz mit Umsatz verwechseln: 5.000 Stück sind eine Menge, kein Geldbetrag.
- Umsatz mit Gewinn verwechseln: Vom Umsatz sind noch Kosten beziehungsweise Aufwendungen zu unterscheiden.
- Produktion als Absatz behandeln: Hergestellte Ware ist nicht automatisch verkauft.
- Bei mehreren Produkten einen Einheitspreis verwenden: Unterschiedliche Produkte müssen zunächst separat bewertet werden.
- Dienstleistungen ohne Mengeneinheit betrachten: Definieren Sie etwa Stunden, Termine oder Verträge.
- Brutto- und Nettowerte vermischen: Legen Sie bei Auswertungen eindeutig fest, welche Umsatzgröße verwendet wird.
- Zeiträume nicht vergleichen: Monats-, Quartals- und Jahreswerte dürfen nicht ungeprüft gegenübergestellt werden.
Wer diese Fehler vermeidet, kann Umsatz und Absatz in Prüfungsaufgaben ebenso sicher unterscheiden wie in betrieblichen Berichten.
Kurze Übungen mit Lösungen
Aufgabe 1: Umsatz berechnen
Ein Unternehmen verkauft 3.000 Stück zu 25 Euro je Stück. Wie hoch sind Umsatz und Absatz?
Lösung: Absatz = 3.000 Stück. Umsatz = 3.000 × 25 Euro = 75.000 Euro.
Aufgabe 2: Absatz berechnen
Der Umsatz beträgt 96.000 Euro. Der Verkaufspreis liegt bei 32 Euro je Stück. Wie hoch ist der Absatz?
Lösung: Absatz = 96.000 Euro ÷ 32 Euro = 3.000 Stück.
Aufgabe 3: Preis berechnen
Ein Betrieb verkauft 800 Stück und erzielt einen Umsatz von 56.000 Euro. Wie hoch ist der durchschnittliche Verkaufspreis?
Lösung: Preis = 56.000 Euro ÷ 800 Stück = 70 Euro je Stück.
Aufgabe 4: Entwicklung beurteilen
Im Vorjahr wurden 4.000 Stück zu durchschnittlich 20 Euro verkauft. Im laufenden Jahr sind es 4.500 Stück zu durchschnittlich 18 Euro. Wie entwickeln sich Umsatz und Absatz?
Lösung: Der Absatz steigt von 4.000 auf 4.500 Stück, also um 12,5 Prozent. Der Umsatz steigt von 80.000 auf 81.000 Euro, also nur um 1,25 Prozent. Die größere Absatzmenge wird durch den niedrigeren Durchschnittspreis nahezu ausgeglichen.
Häufige Fragen
Was ist der wichtigste Unterschied?
Der wichtigste Unterschied bei Umsatz und Absatz liegt in der Maßeinheit: Absatz ist eine Mengengröße, Umsatz eine Geldgröße. Bei einem einzelnen Produkt entsteht der Umsatz aus Absatzmenge mal Verkaufspreis.
Kann der Absatz steigen und der Umsatz sinken?
Ja. Wenn der Verkaufspreis ausreichend stark sinkt, kann trotz höherer Absatzmenge weniger Umsatz entstehen. Deshalb sollten Umsatz und Absatz bei Preisaktionen immer gemeinsam ausgewertet werden.
Kann der Umsatz steigen, obwohl der Absatz gleich bleibt?
Ja. Bei unverändertem Absatz kann ein höherer Verkaufspreis den Umsatz steigern. Ebenso kann bei mehreren Produkten ein stärkerer Anteil höherpreisiger Produkte den Gesamtumsatz erhöhen.
Wie berechnet man den Umsatz?
Bei einem Produkt lautet die einfache Formel: Umsatz = Absatzmenge × Verkaufspreis. Bei mehreren Produkten berechnen Sie zunächst den Umsatz jeder Produktart und addieren anschließend die Ergebnisse.
Wie berechnet man den Absatz aus dem Umsatz?
Wenn ein einheitlicher Verkaufspreis bekannt ist, gilt: Absatz = Umsatz ÷ Verkaufspreis. Voraussetzung ist, dass sich Umsatz und Absatz auf dieselbe Produktart und denselben Zeitraum beziehen.
Sind Umsatz und Erlös dasselbe?
In einfachen betriebswirtschaftlichen Aufgaben werden beide Begriffe häufig ähnlich verwendet. Im Rechnungswesen ist der jeweilige Zusammenhang entscheidend. Das Handelsgesetzbuch verwendet für die Gewinn- und Verlustrechnung den Begriff Umsatzerlöse und definiert dessen Inhalt in § 277 HGB.
Was ist bei Dienstleistungen der Absatz?
Bei Dienstleistungen können beispielsweise Stunden, Termine, Verträge, Übernachtungen oder Projekte als Mengeneinheit dienen. Umsatz und Absatz lassen sich also auch ohne klassische Stückzahlen bestimmen.
Fazit: Menge und Wert konsequent trennen
Umsatz und Absatz lassen sich mit einer einfachen Grundregel sicher unterscheiden: Absatz beschreibt die verkaufte Menge, Umsatz den daraus entstehenden Geldwert. Bei einem Produkt mit konstantem Preis lautet die Verbindung beider Größen „Absatzmenge × Verkaufspreis = Umsatz“.
Für eine aussagekräftige Unternehmensanalyse sollten Umsatz und Absatz jedoch immer gemeinsam mit Preisen, Rabatten und Produktmix betrachtet werden. Erst dadurch lässt sich erkennen, ob Veränderungen durch mehr verkaufte Einheiten, höhere Preise oder eine andere Zusammensetzung der Verkäufe entstanden sind.
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