Weiterbildung – Online lernen – Buchhaltung – Geschäftsfälle buchen – Barabhebung buchen vom Bankkonto ohne und mit Geldtransitkonto
Sie lernen hier, wie Sie eine Barabhebung buchen und warum dabei die Konten Bank und Kasse angesprochen werden. Zusätzlich erfahren Sie, wann ein Geldtransitkonto als Zwischenkonto sinnvoll ist, wie der Buchungssatz ohne und mit Geldtransit lautet und wie der Vorgang im Journal und Hauptbuch erscheint. Die Beispiele eignen sich besonders für Studium, Ausbildung, Weiterbildung und die Prüfungsvorbereitung in Buchhaltung und Rechnungswesen.
Das Wichtigste zur Barabhebung im Überblick
Wenn ein Unternehmen Bargeld vom Geschäftskonto abhebt und dieses Geld in die betriebliche Kasse legt, verändert sich lediglich die Zusammensetzung des Vermögens. Das Bankguthaben sinkt, während der Kassenbestand steigt. Deshalb handelt es sich um einen Aktivtausch.
- Bank: Aktivkonto, nimmt ab.
- Kasse: Aktivkonto, nimmt zu.
- Bilanzwirkung: Aktivtausch, die Bilanzsumme bleibt grundsätzlich unverändert.
- Direkter Buchungssatz: Kasse an Bank.
- Mit Geldtransit: Geldtransit an Bank und anschließend Kasse an Geldtransit.
- Umsatzsteuer: Die reine Umbuchung von Bank zu Kasse löst grundsätzlich keine Umsatzsteuer aus.
- Praxis: Das Geldtransitkonto hilft insbesondere bei zeitlich getrennten Belegen aus Bank und Kasse.
Tipp der Bildungsbibel: Wenn Sie die Barabhebung buchen, fragen Sie zuerst nicht nach dem Buchungssatz, sondern nach der Wirkung auf die Konten: Welches Konto nimmt zu und welches nimmt ab? Dadurch ergibt sich der Buchungssatz wesentlich leichter.
Was passiert bei einer Barabhebung?
Bei einer betrieblichen Barabhebung wird Geld vom Bankkonto des Unternehmens abgehoben und in die Geschäftskasse übernommen. Wirtschaftlich findet damit lediglich eine Verschiebung innerhalb des Vermögens statt.
Wenn Sie die Barabhebung buchen, werden zwei Aktivkonten angesprochen:
- das Aktivkonto Bank und
- das Aktivkonto Kasse.
Das Bankkonto wird vermindert, weil Geld das Konto verlässt. Gleichzeitig wird das Kassenkonto erhöht, weil das Bargeld nun im Unternehmen vorhanden ist.
Warum liegt ein Aktivtausch vor?
Ein Aktivtausch liegt vor, wenn sich zwei Aktivposten verändern, ohne dass sich die Bilanzsumme verändert. Genau das geschieht, wenn Sie eine Barabhebung buchen.
| Konto | Kontenart | Veränderung | Buchungsseite |
|---|---|---|---|
| Kasse | Aktivkonto | Mehrung | Soll |
| Bank | Aktivkonto | Minderung | Haben |
Weitere Grundlagen zum Aktivtausch finden Sie auf der Bildungsbibel.
Merken Sie sich für Aktivkonten:
- Mehrungen werden grundsätzlich im Soll gebucht.
- Minderungen werden grundsätzlich im Haben gebucht.
Damit lässt sich die Barabhebung buchen, ohne den Buchungssatz lediglich auswendig zu lernen.
Barabhebung ohne Geldtransitkonto buchen
Bei einer vereinfachten Buchungsaufgabe wird die Barabhebung direkt zwischen den Konten Kasse und Bank gebucht. Dieses Vorgehen ist besonders für das Studium und erste Buchführungsübungen übersichtlich.
Geschäftsfall ohne Geldtransitkonto
Die Freund GmbH hebt 5.000,00 Euro vom betrieblichen Bankkonto ab und legt das Bargeld in die Geschäftskasse.
Kontenanalyse Schritt für Schritt
| Frage | Ergebnis |
|---|---|
| Welches Konto erhält Geld? | Kasse |
| Welche Kontenart? | Aktivkonto |
| Wie verändert sich die Kasse? | Mehrung |
| Wo wird die Mehrung gebucht? | Soll |
| Welches Konto gibt Geld ab? | Bank |
| Welche Kontenart? | Aktivkonto |
| Wie verändert sich die Bank? | Minderung |
| Wo wird die Minderung gebucht? | Haben |
Wenn Sie die Barabhebung buchen, ergibt sich daraus unmittelbar der Buchungssatz.
Buchungssatz ohne Geldtransitkonto
Der Buchungssatz lautet:
- Kasse an Bank 5.000,00 Euro
Die Kasse wird im Soll erhöht, das Bankkonto im Haben vermindert.
Bilanzielle Wirkung
Vor dem Geschäftsfall liegen beispielsweise 20.000 Euro auf dem Bankkonto und 2.000 Euro in der Kasse. Nach der Barabhebung ergeben sich:
| Konto | Vorher | Veränderung | Nachher |
|---|---|---|---|
| Bank | 20.000 Euro | -5.000 Euro | 15.000 Euro |
| Kasse | 2.000 Euro | +5.000 Euro | 7.000 Euro |
| Summe | 22.000 Euro | 0 Euro | 22.000 Euro |
Die Bilanzsumme verändert sich nicht. Genau daran lässt sich der Aktivtausch erkennen.
Barabhebung im Journal oder Grundbuch
Wenn Sie die Barabhebung buchen und anschließend im Journal beziehungsweise Grundbuch erfassen, wird der Geschäftsvorfall in seiner zeitlichen Reihenfolge dokumentiert.

Weitere Grundlagen zum Journal finden Sie in der Grundbuch- und Journallehre der Buchhaltung. Die chronologische Erfassung macht nachvollziehbar, wann der Geschäftsvorfall verarbeitet wurde.
Barabhebung im Hauptbuch buchen
Der Buchungssatz wird anschließend sachlich auf den betreffenden Konten im Hauptbuch abgebildet. Bei einer modernen Buchhaltungssoftware erfolgt diese Übertragung automatisch.
Wenn Sie die Barabhebung buchen, erscheint die Mehrung auf dem Kassenkonto im Soll und die Minderung auf dem Bankkonto im Haben. Weitere Grundlagen finden Sie unter Bestandskonten buchen.
Warum wird ein Geldtransitkonto verwendet?
In der Praxis entstehen Bank- und Kassenbuchungen nicht immer zum exakt gleichen Zeitpunkt oder aus derselben Belegquelle. Der Geldabgang erscheint beispielsweise auf dem Bankkonto, während der Kassenzugang über einen Kassenbeleg dokumentiert wird.
Wenn Sie eine Barabhebung buchen, kann das Geldtransitkonto deshalb als Zwischenkonto eingesetzt werden. Es verhindert, dass Bank und Kasse aufgrund unterschiedlicher Erfassungszeitpunkte unmittelbar gegeneinander gebucht werden müssen.
Das Geldtransitkonto wird auch als Verrechnungskonto oder Interimskonto bezeichnet. Der Betrag wird dort nur vorübergehend erfasst. Sobald beide Seiten des Geldtransfers gebucht sind, sollte das Konto für diesen Vorgang wieder ausgeglichen sein.
Haufe beschreibt das Geldtransitkonto insbesondere für Bargeldbewegungen zwischen Kasse und Bank als Zwischenkonto, das zeitliche Verschiebungen zwischen den jeweiligen Buchungskreisen überbrückt. Bei einer Barabhebung wird entsprechend in umgekehrter Richtung gebucht. ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/beitrag/verrechnungskonto-13-geldtransit-kasse-bank-fuer-bargeldeinzahlungen-auf-der-bank-HI3549299.html?utm_source=chatgpt.com))
Barabhebung mit Geldtransitkonto buchen
Der Geschäftsfall bleibt wirtschaftlich identisch: Die Freund GmbH hebt 5.000,00 Euro vom Bankkonto ab und führt das Geld der Geschäftskasse zu. Wenn Sie die Barabhebung buchen und dabei das Geldtransitkonto verwenden, wird der Vorgang jedoch auf zwei Buchungssätze verteilt.
Funktion des Geldtransitkontos
Das Geldtransitkonto nimmt den Betrag zwischenzeitlich auf. Dadurch können Bankbewegung und Kassenbewegung unabhängig voneinander entsprechend ihren jeweiligen Belegen verarbeitet werden.
Der vollständige Ablauf sieht so aus:
- Das Geld verlässt das Bankkonto.
- Der Betrag wird zunächst auf Geldtransit gebucht.
- Das Bargeld wird anschließend in der Kasse erfasst.
- Das Geldtransitkonto wird dadurch wieder ausgeglichen.
Kontenanalyse mit Geldtransit
Wenn Sie die Barabhebung buchen, bleibt die wirtschaftliche Wirkung weiterhin ein Aktivtausch zwischen Bank und Kasse. Das Geldtransitkonto dient lediglich als technisches Zwischenkonto.
| Schritt | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| Bankabgang erfassen | Geldtransit | Bank | 5.000 Euro |
| Kassenzugang erfassen | Kasse | Geldtransit | 5.000 Euro |
Buchungssätze mit Geldtransitkonto
Die beiden Buchungssätze lauten:
- Geldtransit an Bank 5.000,00 Euro
- Kasse an Geldtransit 5.000,00 Euro
Nach beiden Buchungen besitzt das Geldtransitkonto für diesen Geschäftsvorfall keinen Saldo mehr.
T-Konto Geldtransit verstehen
Das Zwischenkonto wird in diesem Beispiel zunächst im Soll mit 5.000 Euro belastet. Bei der zweiten Buchung wird es im Haben mit demselben Betrag ausgeglichen.
| Soll Geldtransit | Haben Geldtransit |
|---|---|
| Bankabhebung 5.000 Euro | Zugang Kasse 5.000 Euro |
| Summe 5.000 Euro | Summe 5.000 Euro |
Wenn Sie die Barabhebung buchen und das Geldtransitkonto nach Abschluss des Vorgangs weiterhin einen unerklärten Saldo aufweist, sollte geprüft werden, ob die Gegenbuchung fehlt oder falsch erfasst wurde.
Buchung im Journal mit Geldtransit
Im Journal werden die beiden Buchungsschritte getrennt dargestellt. Dadurch ist erkennbar, wann der Bankabgang und wann der Kassenzugang verarbeitet wurden.

Buchung im Hauptbuch mit Geldtransit
Im Hauptbuch werden Bank, Kasse und Geldtransit entsprechend den beiden Buchungssätzen angesprochen. Das Geldtransitkonto verbindet die beiden Buchungskreise miteinander.
Wenn Sie die Barabhebung buchen, muss das Geldtransitkonto nach vollständiger Erfassung des Geschäftsvorfalls wieder ausgeglichen sein.
Direkte Buchung und Geldtransit im Vergleich
| Merkmal | Direkte Buchung | Mit Geldtransit |
|---|---|---|
| Anzahl Buchungssätze | 1 | 2 |
| Buchung | Kasse an Bank | Geldtransit an Bank; Kasse an Geldtransit |
| Geeignet für Lernaufgaben | sehr gut | für fortgeschrittene Übungen |
| Zeitversetzte Belege | weniger gut abbildbar | gut abbildbar |
| Kontrolle | direkter Aktivtausch | Transitkonto sollte anschließend ausgeglichen sein |
Für das grundlegende Verständnis reicht häufig die direkte Buchung. In der betrieblichen Praxis kann das Geldtransitkonto dagegen sinnvoll sein, wenn Bank- und Kassenbewegung getrennt dokumentiert und zeitlich versetzt verarbeitet werden.
Welche Belege entstehen bei der Barabhebung?
Wenn Sie eine Barabhebung buchen, benötigen Sie nachvollziehbare Unterlagen für den Geschäftsvorfall. Je nach Ablauf können dazu insbesondere gehören:
- Bankkontoauszug,
- Auszahlungsbeleg des Geldautomaten oder Bankschalters,
- Kassenbeleg beziehungsweise Dokumentation des Kassenzugangs.
Die Buchführung muss so organisiert sein, dass der Geschäftsvorfall nachvollzogen werden kann. Nach § 239 HGB müssen Eintragungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden. Der ursprüngliche Inhalt einer Aufzeichnung darf durch spätere Veränderungen nicht unkenntlich werden.
Kassenbewegungen zeitnah erfassen
Bei Bargeld ist eine ordnungsgemäße Erfassung besonders wichtig. § 146 AO verlangt, dass Buchungen und Aufzeichnungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden. Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sind grundsätzlich täglich festzuhalten.
Wenn Sie die Barabhebung buchen, sollte der Zugang zur Kasse deshalb auch tatsächlich in den Kassenaufzeichnungen nachvollziehbar erscheinen. Eine Bankabhebung allein erhöht den buchmäßigen Kassenbestand noch nicht automatisch, wenn der Kassenzugang nicht erfasst wurde.
Keine Umsatzsteuer bei der reinen Geldbewegung
Die reine Umbuchung zwischen Bank und Kasse stellt keinen Einkauf und keinen Verkauf dar. Deshalb wird beim Barabhebung buchen grundsätzlich weder Vorsteuer noch Umsatzsteuer angesprochen.
Dies unterscheidet den Geschäftsfall beispielsweise vom Barkauf von Büromaterial. Dort liegt ein tatsächlicher Aufwand beziehungsweise Einkauf vor und je nach steuerlicher Situation kann zusätzlich Vorsteuer zu berücksichtigen sein.
| Geschäftsfall | Typische Konten | Umsatzsteuerbezug |
|---|---|---|
| Barabhebung für die Kasse | Kasse, Bank | nein |
| Büromaterial bar kaufen | Büromaterial, Vorsteuer, Kasse | gegebenenfalls ja |
| Ware bar verkaufen | Kasse, Umsatzerlöse, Umsatzsteuer | gegebenenfalls ja |
Betriebliche Barabhebung und Privatentnahme unterscheiden
Ein besonders wichtiger Unterschied besteht zwischen einer Barabhebung für die Geschäftskasse und einer Barabhebung für private Zwecke.
Wenn ein Einzelunternehmer Geld vom Geschäftskonto abhebt und privat verwendet, wird nicht die Kasse erhöht. In diesem Fall liegt grundsätzlich eine Privatentnahme vor.
| Verwendung des Bargelds | Vereinfachter Buchungssatz |
|---|---|
| Geld kommt in die Geschäftskasse | Kasse an Bank |
| Geld wird privat verwendet | Privatentnahmen an Bank |
Wenn Sie die Barabhebung buchen, müssen Sie daher immer zuerst klären, wohin das Bargeld tatsächlich fließt. Allein die Tatsache, dass am Geldautomaten Bargeld abgehoben wurde, reicht nicht aus, um automatisch das Kassenkonto zu erhöhen.
GmbH und Privatentnahme
Bei einer GmbH gibt es keine Privatentnahme des Gesellschafters in derselben Form wie beim Einzelunternehmen. Geldbewegungen zwischen Gesellschaft und Gesellschafter benötigen einen entsprechenden Rechtsgrund und eine richtige buchhalterische Behandlung.
Der Ausgangsfall der Freund GmbH geht deshalb davon aus, dass das abgehobene Bargeld tatsächlich der betrieblichen Kasse zugeführt wird. Nur dann passt der Buchungssatz Kasse an Bank beziehungsweise die Abwicklung über Geldtransit.
Bankgebühren bei der Abhebung separat behandeln
Fallen im Zusammenhang mit einer Barabhebung Bankgebühren an, müssen diese getrennt von der eigentlichen Umbuchung betrachtet werden.
Beispiel: Ein Unternehmen hebt 1.000 Euro ab. Die Bank belastet zusätzlich 5 Euro Gebühren.
Dann bestehen wirtschaftlich zwei Sachverhalte:
- 1.000 Euro werden von Bank zu Kasse umgebucht.
- 5 Euro stellen Bankgebühren dar.
Vereinfacht könnten daher beispielsweise folgende Buchungen entstehen:
- Kasse an Bank 1.000 Euro
- Bankgebühren an Bank 5 Euro
Wenn Sie die Barabhebung buchen, sollten Sie den Kontoauszug deshalb genau lesen und nicht automatisch den gesamten belasteten Betrag auf das Kassenkonto übertragen.
Beispiel: Abhebung und Kassenzugang an unterschiedlichen Tagen
Das Geldtransitkonto wird besonders verständlich, wenn zwischen den Buchungszeitpunkten ein zeitlicher Unterschied besteht.
Angenommen:
- Am 4. Mai zeigt der Bankbeleg eine Abhebung von 2.000 Euro.
- Der Kassenzugang wird am selben Tag separat über den Kassenbeleg dokumentiert.
Im Bankbuchungskreis buchen Sie:
- Geldtransit an Bank 2.000 Euro
Im Kassenbuchungskreis erfolgt:
- Kasse an Geldtransit 2.000 Euro
Damit lässt sich die Barabhebung buchen, ohne denselben Vorgang direkt aus zwei unterschiedlichen Belegkreisen doppelt zwischen Bank und Kasse abzubilden.
Was zeigt ein Saldo auf dem Geldtransitkonto?
Ein kurzfristiger Saldo auf dem Geldtransitkonto kann entstehen, wenn eine Seite des Geldtransfers bereits gebucht wurde und die andere noch nicht verarbeitet ist.
Bleibt der Saldo jedoch dauerhaft bestehen, sollte geprüft werden:
- Fehlt ein Kassenbeleg?
- Fehlt die Bankbuchung?
- Wurde ein Betrag falsch erfasst?
- Wurde dieselbe Buchung doppelt verarbeitet?
- Wurde versehentlich ein falsches Gegenkonto verwendet?
Wenn Sie regelmäßig die Barabhebung buchen, kann die Abstimmung des Geldtransitkontos deshalb eine wichtige Kontrollfunktion besitzen.
Kassenbestand darf nicht negativ werden
Ein Kassenkonto repräsentiert tatsächlich vorhandenes Bargeld. Ein negativer Kassenbestand ist deshalb grundsätzlich nicht plausibel. Wenn eine Buchhaltung einen negativen Kassenbestand ausweist, deutet dies regelmäßig auf fehlende oder fehlerhaft erfasste Vorgänge hin.
Eine Barabhebung kann beispielsweise erforderlich sein, um die Geschäftskasse aufzufüllen. Wenn Sie die Barabhebung buchen, erhöht sich der buchmäßige Kassenbestand entsprechend.
Barabhebung im Journal richtig dokumentieren
Das Journal beziehungsweise Grundbuch stellt Buchungen in zeitlicher Reihenfolge dar. Für die Barabhebung können beispielsweise folgende Angaben sinnvoll sein:
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Buchungsdatum | 15.05. |
| Belegnummer | BK015 |
| Sollkonto | Kasse |
| Habenkonto | Bank |
| Betrag | 1.500 Euro |
| Buchungstext | Barabhebung für Geschäftskasse |
Die gesetzlichen Grundsätze verlangen eine vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Aufzeichnung. Diese Anforderungen ergeben sich unter anderem aus § 239 HGB und § 146 AO.
GoBD bei digitalen Buchungen beachten
Bei elektronischer Buchführung gelten zusätzlich die GoBD. Das Bundesfinanzministerium hat diese aufgrund gesetzlicher Änderungen zuletzt angepasst. Sie betreffen unter anderem die Nachvollziehbarkeit, Ordnungsmäßigkeit und Aufbewahrung elektronischer Buchführungsdaten.
Wenn Sie die Barabhebung buchen, kann moderne Software Bankbewegungen beispielsweise automatisch importieren. Trotzdem muss die Kontierung fachlich richtig sein. Automatisierung ersetzt nicht die Prüfung, ob der Betrag tatsächlich in die Kasse gelangt ist oder beispielsweise privat verwendet wurde.
Buchungsweg für Studium und Prüfung
Wenn Sie in einer Klausur die Barabhebung buchen sollen, können Sie immer nach demselben Schema vorgehen.
- Geschäftsvorfall lesen: Bargeld wird vom Bankkonto abgehoben und der Geschäftskasse zugeführt.
- Konten bestimmen: Bank und Kasse.
- Kontenarten bestimmen: Beide sind Aktivkonten.
- Veränderung feststellen: Kasse mehr, Bank weniger.
- Soll und Haben bestimmen: Kasse im Soll, Bank im Haben.
- Buchungssatz bilden: Kasse an Bank.
- Gegebenenfalls Geldtransit prüfen: Bei getrennten Buchungskreisen zwei Buchungssätze bilden.
Dieses Schema ist zuverlässiger, als den Buchungssatz lediglich auswendig zu lernen.
Übungsaufgabe 1: Direkte Barabhebung
Ein Unternehmen hebt 3.000 Euro vom Geschäftskonto ab und legt das Bargeld vollständig in die Geschäftskasse.
Aufgabe: Bestimmen Sie Kontenart, Bilanzveränderung und Buchungssatz.
Lösung
- Kasse: Aktivkonto, Mehrung im Soll.
- Bank: Aktivkonto, Minderung im Haben.
- Bilanzveränderung: Aktivtausch.
- Buchungssatz: Kasse an Bank 3.000 Euro.
Übungsaufgabe 2: Buchung über Geldtransit
Ein Unternehmen hebt 4.500 Euro vom Bankkonto ab. Bank und Kasse werden in getrennten Buchungskreisen verarbeitet.
Aufgabe: Buchen Sie den Vorgang über Geldtransit.
Lösung
- Geldtransit an Bank 4.500 Euro
- Kasse an Geldtransit 4.500 Euro
Nach beiden Buchungen ist das Geldtransitkonto ausgeglichen.
Übungsaufgabe 3: Barabhebung mit Gebühr
Ein Unternehmen hebt 2.000 Euro für die Geschäftskasse ab. Zusätzlich belastet die Bank 4 Euro Gebühren.
Aufgabe: Welche wirtschaftlichen Vorgänge liegen vor?
Lösung
- Kasse an Bank 2.000 Euro
- Bankgebühren an Bank 4 Euro
Die Gebühr ist ein Aufwand und darf nicht einfach dem Kassenbestand zugerechnet werden.
Übungsaufgabe 4: Private Verwendung erkennen
Ein Einzelunternehmer hebt 500 Euro vom betrieblichen Bankkonto ab und verwendet den Betrag für private Einkäufe.
Hier dürfen Sie die Barabhebung nicht als Kassenzugang buchen. Der vereinfachte Buchungssatz lautet:
- Privatentnahmen an Bank 500 Euro
Diese Abgrenzung gehört zu den wichtigsten Verständnisfragen bei Barabhebungen.
Typische Fehler vermeiden
| Fehler | Warum falsch? | Richtige Überlegung |
|---|---|---|
| Bank an Kasse buchen | Soll und Haben sind vertauscht. | Kasse nimmt zu, Bank nimmt ab. |
| Umsatzsteuer buchen | Es liegt keine Leistung oder Lieferung vor. | Reine Geldbewegung ohne Umsatzsteuer. |
| Jede Abhebung als Kasse buchen | Bargeld könnte privat verwendet werden. | Verwendungszweck prüfen. |
| Bankgebühr in Kasse übernehmen | Gebühr ist eigener Aufwand. | Separat buchen. |
| Geldtransit nicht ausgleichen | Gegenbuchung fehlt möglicherweise. | Bank- und Kassenbeleg abstimmen. |
| Kassenbeleg vergessen | Kassenzugang ist nicht nachvollziehbar. | Kassenbewegung dokumentieren. |
Wenn Sie die Barabhebung buchen und dabei systematisch Kontenart, Mehrung und Minderung prüfen, lassen sich die meisten dieser Fehler vermeiden.
Merksätze für die Prüfung
- Kasse und Bank sind Aktivkonten.
- Kassenzugang = Soll.
- Bankabgang = Haben.
- Kasse an Bank = Aktivtausch.
- Geldtransit ist ein Zwischenkonto.
- Die reine Barabhebung enthält keine Umsatzsteuer.
- Private Abhebung ist nicht automatisch Kassenzugang.
Checkliste für den Buchungssatz
| Prüffrage | Erledigt? |
|---|---|
| Wurde das Bargeld tatsächlich der Geschäftskasse zugeführt? | □ |
| Konto Kasse erkannt? | □ |
| Konto Bank erkannt? | □ |
| Beide als Aktivkonten eingeordnet? | □ |
| Mehrung der Kasse festgestellt? | □ |
| Minderung der Bank festgestellt? | □ |
| Aktivtausch erkannt? | □ |
| Geldtransit erforderlich? | □ |
| Bankgebühren separat geprüft? | □ |
| Belege vollständig vorhanden? | □ |
Häufige Fragen zur Barabhebung
Wie lautet der Buchungssatz für eine Barabhebung?
Wird Bargeld vom betrieblichen Bankkonto abgehoben und vollständig der Geschäftskasse zugeführt, lautet der vereinfachte Buchungssatz Kasse an Bank.
Warum steht die Kasse im Soll?
Die Kasse ist ein Aktivkonto. Eine Mehrung eines Aktivkontos wird grundsätzlich im Soll gebucht.
Warum steht die Bank im Haben?
Auch Bank ist ein Aktivkonto. Durch die Abhebung vermindert sich das Bankguthaben. Minderungen von Aktivkonten werden grundsätzlich im Haben gebucht.
Welche Bilanzveränderung liegt vor?
Es liegt ein Aktivtausch vor. Ein Aktivposten steigt und ein anderer sinkt um denselben Betrag. Die Bilanzsumme verändert sich dadurch grundsätzlich nicht.
Wann verwendet man das Geldtransitkonto?
Das Geldtransitkonto ist insbesondere sinnvoll, wenn Bank- und Kassenbewegung aus unterschiedlichen Belegen oder Buchungskreisen stammen oder zeitlich getrennt verarbeitet werden.
Wie lauten die Buchungssätze mit Geldtransit?
Bei einer Barabhebung lauten sie grundsätzlich Geldtransit an Bank und anschließend Kasse an Geldtransit.
Muss das Geldtransitkonto anschließend null sein?
Für einen vollständig abgewickelten einzelnen Geldtransfer sollten sich die zugehörigen Soll- und Habenbuchungen grundsätzlich ausgleichen. Ein verbleibender Saldo kann auf noch nicht verarbeitete oder fehlerhafte Buchungen hinweisen.
Wird bei einer Barabhebung Umsatzsteuer gebucht?
Nein. Die reine Verschiebung von Geld vom Bankkonto in die Kasse ist kein umsatzsteuerpflichtiger Umsatz und löst deshalb für sich allein keine Umsatzsteuer oder Vorsteuer aus.
Was passiert bei privater Verwendung?
Bei einem Einzelunternehmen wäre eine private Verwendung grundsätzlich als Privatentnahme und nicht als Zugang zur Geschäftskasse zu beurteilen. Die tatsächliche Verwendung des Geldes ist daher entscheidend.
Müssen Bargeldbewegungen zeitnah erfasst werden?
Ja. Die Abgabenordnung verlangt grundsätzlich vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Aufzeichnungen; Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sind grundsätzlich täglich festzuhalten.
Fazit: Bank und Kasse zuerst analysieren
Eine Barabhebung buchen zu können, gehört zu den grundlegenden Aufgaben der doppelten Buchführung. Der Geschäftsfall ist besonders geeignet, um das Prinzip der Aktivkonten und des Aktivtauschs zu verstehen.
Wird Bargeld vom betrieblichen Bankkonto abgehoben und der Geschäftskasse zugeführt, nimmt das Aktivkonto Kasse zu und das Aktivkonto Bank ab. Daraus ergibt sich der direkte Buchungssatz Kasse an Bank.
In der Praxis kann ein Geldtransitkonto eingesetzt werden, um getrennte Bank- und Kassenbelege miteinander zu verbinden. Wenn Sie die Barabhebung buchen, entstehen dann zwei Buchungssätze: Geldtransit an Bank und Kasse an Geldtransit.
Besonders wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Sachverhalten. Eine Barabhebung für private Zwecke ist nicht automatisch ein Kassenzugang. Bankgebühren sind separat zu buchen und die reine Geldbewegung löst keine Umsatzsteuer aus.
Die Bildungsbibel empfiehlt für Studium und Prüfungsvorbereitung, den Buchungssatz nicht nur auswendig zu lernen. Analysieren Sie jedes Mal Kontenart, Mehrung und Minderung. Dadurch können Sie auch ähnliche Geschäftsfälle wie Bareinzahlungen, Überweisungen oder Geldtransit sicher ableiten.
Weiterführende Informationen
- Weitere Geschäftsfälle buchen lernen.
- Den Aktivtausch genauer verstehen.
- Mehr zum Buchen auf Bestandskonten erfahren.
- Geeignete Buchhaltungssoftware vergleichen.
- Mehr zum Girokonto, zum Eröffnen, Führen und Kündigen erfahren.



