Duales Studium: Arten, Voraussetzungen, Bewerbung, Vergütung und Unternehmen

Studium – Dual studieren, Arten, Voraussetzungen, Bewerbung, Vergütung und Unternehmen

Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium systematisch mit einer Berufsausbildung oder umfangreichen Praxisphasen bei einem Unternehmen beziehungsweise einer anderen Praxiseinrichtung. Sie lernen an mindestens zwei Lernorten, sammeln schon während des Studiums Berufserfahrung und erhalten in vielen Modellen eine Vergütung. Auf der Bildungsbibel erfahren Sie, welche Arten es gibt, welche Voraussetzungen gelten, wie Bewerbung und Studienvertrag funktionieren, welche Fachrichtungen angeboten werden und worauf Sie bei Unternehmen, Hochschule, Vergütung, Kosten und Arbeitsbelastung achten sollten.

Duales Studium mit Arten, Voraussetzungen, Praxisphasen, Vergütung, Bewerbung und Unternehmen
Dual studieren und Theorie mit Berufspraxis verbinden

Kurzüberblick: Das Wichtigste zum dualen Studienmodell

Ein duales Studium unterscheidet sich von einem normalen Vollzeitstudium vor allem durch die feste Verzahnung zwischen Hochschule und Praxispartner. Die Praxis ist nicht nur ein zusätzliches Praktikum, sondern gehört organisatorisch und inhaltlich zum Studienkonzept. In der Regel schließen Sie deshalb zusätzlich zur Hochschulzulassung einen Ausbildungs-, Praxis- oder Studienvertrag mit einem Unternehmen oder einer anderen Praxiseinrichtung ab.

FrageKurzantwort
Was wird verbunden?Hochschulstudium und systematisch eingebundene betriebliche Praxis beziehungsweise Berufsausbildung
Welche Hauptmodelle gibt es?Vor allem ausbildungsintegrierend und praxisintegrierend; für Berufserfahrene gibt es berufsintegrierende Modelle
Welcher Abschluss ist üblich?Häufig Bachelor, zum Beispiel Bachelor of Arts, Science oder Engineering
Gibt es einen Berufsabschluss?Nur beim ausbildungsintegrierenden Modell zusätzlich zum Hochschulabschluss
Wird eine Vergütung gezahlt?In der Regel ja; Höhe und Bedingungen hängen von Vertrag, Branche und Tarif ab
Wo findet das Studium statt?An Hochschule beziehungsweise Berufsakademie und beim Praxispartner
Wie bewirbt man sich?Häufig zuerst beim Unternehmen und anschließend bei der kooperierenden Hochschule

Für ein duales Studium sollten Sie nicht nur Studienfach und Hochschule vergleichen. Mindestens ebenso wichtig sind der Praxispartner, die Qualität der Praxisphasen, der Vertrag, die Vergütung, mögliche Studienkosten und die Frage, ob Arbeits- und Lernrhythmus zu Ihnen passen.

Was bedeutet dual studieren?

Nach dem Hochschulkompass verbindet ein duales Studium das Hochschulstudium mit einer Berufsausbildung oder mit Berufspraxis in einem Unternehmen. Kennzeichnend sind zwei Lernorte und eine enge curriculare Verzahnung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung beschreibt ebenfalls die systematische Verbindung von wissenschaftlich-theoretischem Wissen und berufspraktischen Kompetenzen.

Damit ist nicht jedes Studium mit gelegentlichem Praktikum automatisch dual. Die betriebliche Tätigkeit muss ein geplanter Bestandteil des Studiengangs sein. Hochschule und Praxispartner stimmen sich über Lernziele, Praxisphasen und organisatorische Abläufe ab. Genau diese Verzahnung macht ein duales Studium zu einer eigenständigen Studienform.

Der Begriff darf außerdem nicht mit der dualen Berufsausbildung verwechselt werden. Bei einer klassischen dualen Ausbildung lernen Sie im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule und erwerben einen Berufsabschluss. Bei einem dualen Studiengang ist dagegen die Hochschule ein zentraler Lernort und Sie erwerben einen akademischen Abschluss. Nur die ausbildungsintegrierende Variante verbindet beides miteinander.

Welche Arten gibt es?

Für Studieninteressierte in der Erstausbildung sind für ein duales Studium vor allem zwei Formate wichtig: das ausbildungsintegrierende und das praxisintegrierende Studium. Der Hochschulkompass führt zusätzlich berufsintegrierende Angebote für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung beziehungsweise Berufserfahrung auf. In Datenbanken finden Sie außerdem berufsbegleitende Angebote; fachlich sollte jedoch darauf geachtet werden, ob tatsächlich eine systematische Verzahnung von Hochschule und Betrieb vorliegt.

ModellPraxisAbschlussTypische Zielgruppe
AusbildungsintegrierendAnerkannte Berufsausbildung ist in das Studienmodell eingebundenHochschulabschluss plus BerufsabschlussStudienanfänger mit Hochschulzugangsberechtigung und Ausbildungsvertrag
PraxisintegrierendUmfangreiche, curricular eingebundene PraxisphasenHochschulabschlussStudienanfänger mit Praxis- oder Studienvertrag
BerufsintegrierendBestehende Berufstätigkeit wird systematisch mit dem Studium verbundenHochschulabschlussBerufserfahrene und beruflich Qualifizierte
BerufsbegleitendStudium neben einer Berufstätigkeit, oft mit größerem SelbststudienanteilHochschulabschlussErwerbstätige; nicht jedes Angebot erfüllt die engeren Merkmale eines dualen Studiengangs

Ausbildungsintegrierendes Modell mit zwei Abschlüssen

Ein ausbildungsintegrierendes duales Studium verbindet das Hochschulstudium mit einer geregelten Berufsausbildung. Die Hochschule, das Unternehmen und gegebenenfalls Berufsschule, IHK oder HWK arbeiten zusammen. Teile der Ausbildung und des Studiums sind organisatorisch und fachlich aufeinander abgestimmt.

Am Ende können zwei Abschlüsse stehen: ein Hochschulabschluss und ein anerkannter Berufsabschluss. Das Modell ist besonders anspruchsvoll, weil Inhalte aus Studium und Berufsausbildung parallel beziehungsweise in eng abgestimmten Phasen bewältigt werden müssen. Dafür besitzen Absolventen sowohl akademische als auch berufspraktische Qualifikationen.

Praxisintegrierendes Modell mit umfangreichen Praxisphasen

Ein praxisintegrierendes duales Studium verbindet Hochschulveranstaltungen mit längeren und systematisch vorgesehenen Praxisphasen. Sie erwerben einen Hochschulabschluss, aber keinen zusätzlichen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf.

Die Praxisphasen sind deutlich stärker eingebunden als bei einem einzelnen Pflichtpraktikum eines klassischen Studiengangs. Häufig wechseln sich Theorie- und Praxisblöcke während des gesamten Studiums ab. Die Aufgaben im Unternehmen sollten dabei zum Studienfach passen und den Kompetenzerwerb unterstützen.

Berufsintegrierendes Studium für Berufserfahrene

Ein berufsintegrierendes duales Studium richtet sich vor allem an Personen, die bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben oder Berufserfahrung besitzen. Die berufliche Tätigkeit wird mit einem inhaltlich passenden Hochschulstudium verbunden. Der Arbeitgeber ermöglicht dafür in der Regel entsprechende Freistellungen oder angepasste Arbeitszeiten.

Diese Studienform kann auch für beruflich Qualifizierte interessant sein, die nicht über den klassischen schulischen Weg zur Hochschule kommen. Welche Zugangsvoraussetzungen gelten, richtet sich nach Hochschule, Studiengang und dem jeweiligen Landeshochschulrecht.

Berufsbegleitend ist nicht automatisch dual

Ein berufsbegleitendes Studium findet neben einer Erwerbstätigkeit statt, ist aber nicht zwingend ein duales Studium. Für die engere fachliche Definition ist entscheidend, dass Hochschule und Praxispartner systematisch inhaltlich, organisatorisch und vertraglich miteinander verzahnt sind. Fehlt diese feste Verbindung, handelt es sich eher um ein berufsbegleitendes Studium als um einen echten dualen Studiengang.

Diese Unterscheidung ist bei der Recherche wichtig, weil Anbieter Begriffe teilweise unterschiedlich verwenden. Schauen Sie daher nicht nur auf die Bezeichnung, sondern auf Studienordnung, Praxisanteile und Kooperationsstruktur.

Wie wechseln sich Theorie und Praxis ab?

Der Ablauf für ein duales Studium ist nicht bundesweit einheitlich. Das BIBB beschreibt unter anderem Blockmodelle, Rotationsmodelle und Fernlernmodelle. Beim Blockmodell wechseln sich ungefähr gleichlange Theorie- und Praxisphasen in Wochen- oder Monatsblöcken ab. Bei Rotationsmodellen findet der Wechsel beispielsweise an verschiedenen Tagen innerhalb einer Woche statt.

Ein bekanntes Beispiel ist das Modell der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, bei dem sich Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen beim Dualen Partner regelmäßig abwechseln. Andere Hochschulen organisieren ihre Studiengänge anders. Lesen Sie deshalb den konkreten Studienverlaufsplan und fragen Sie nach, wie Praxis, Prüfungen und Urlaubszeiten organisiert werden.

Für ein duales Studium ist die Abstimmung zwischen beiden Lernorten entscheidend. Gute Programme übertragen theoretische Inhalte in betriebliche Aufgaben und greifen Erfahrungen aus der Praxis später wieder in Lehrveranstaltungen oder Projektarbeiten auf.

Wie lange dauert ein dualer Studiengang?

Die Studiendauer hängt vom Modell ab. Das BIBB nennt für duale Studiengänge der Erstausbildung erfahrungsgemäß eine Spanne von sechs bis zwölf Semestern. Viele praxisintegrierende Bachelorangebote sind auf sechs Semester ausgelegt. Ausbildungsintegrierende Varianten können aufgrund des zusätzlichen Berufsabschlusses länger dauern.

Ein duales Studium sollte deshalb nicht nur nach der nominellen Semesterzahl beurteilt werden. Prüfen Sie, ob Vorphasen der Ausbildung, verlängerte Praxisabschnitte oder besondere Prüfungszeiten hinzukommen. Relevant ist die gesamte Zeit vom Beginn des Vertrags bis zum Hochschulabschluss beziehungsweise zusätzlichen Berufsabschluss.

Welche Abschlüsse können Sie erwerben?

Viele Angebote führen zu einem Bachelor Abschluss. Häufige akademische Grade sind Bachelor of Arts, Bachelor of Science und Bachelor of Engineering. Je nach Fach kann auch ein anderer Bachelorgrad vorgesehen sein.

Der Hochschulabschluss aus einem akkreditierten dualen Studiengang ist kein Abschluss zweiter Klasse. Das BIBB betont, dass ein dual erworbener Hochschulabschluss einem nicht-dualen Abschluss gleichwertig sein und grundsätzlich auch weitere akademische Bildungswege ermöglichen soll. Nach dem Bachelor kann daher bei erfüllten Voraussetzungen ein Masterstudium folgen.

Auch ein duales Studium auf Master-Niveau ist möglich. Solche Angebote richten sich häufig an Absolventen mit erstem Hochschulabschluss und beruflicher Erfahrung. Aufbau, Vergütung und Studienkosten können sich dabei deutlich von einem grundständigen dualen Bachelor unterscheiden.

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Für ein duales Studium benötigen Sie zunächst die Hochschulzugangsberechtigung, die für den jeweiligen Studiengang und die Hochschulart verlangt wird. Das kann beispielsweise die Allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife sein. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte möglich.

Zusätzlich benötigen Sie in der Regel einen passenden Vertrag mit einem Unternehmen. Für das ausbildungsintegrierende Modell ist typischerweise ein Ausbildungsvertrag erforderlich. Beim praxisintegrierenden Modell wird ein Praxis- beziehungsweise Studienvertrag mit dem Partnerunternehmen geschlossen.

VoraussetzungWarum wichtig?
HochschulzugangsberechtigungSie müssen die Zulassungsvoraussetzungen des Studiengangs erfüllen.
Vertrag mit PraxispartnerUnternehmen und Hochschule sind organisatorisch miteinander verbunden.
Gute schulische GrundlagenViele Unternehmen nutzen Noten als Auswahlkriterium, besonders in fachnahen Fächern.
SelbstorganisationTheorie, Praxis, Prüfungen und betriebliche Aufgaben müssen eng koordiniert werden.
BelastbarkeitVorlesungsfreie Zeiten stehen häufig nicht in gleicher Weise zur Verfügung wie in einem klassischen Vollzeitstudium.
Interesse an der PraxisEin erheblicher Teil des Kompetenzerwerbs findet im Unternehmen statt.

Ein guter Notendurchschnitt kann Ihre Chancen erhöhen, ist aber keine bundesweit einheitliche Zulassungsvoraussetzung für jedes duales Studium. Unternehmen setzen eigene Auswahlkriterien fest. Besonders gefragt sind häufig gute Leistungen in Fächern, die zum Studiengang passen, sowie Motivation, Zuverlässigkeit und ein überzeugender Gesamteindruck.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Der Bewerbungsprozess für ein duales Studium unterscheidet sich von der normalen Studienplatzbewerbung. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bewerben Sie sich in vielen Fällen zuerst beim Unternehmen. Nach einer Zusage erfahren Sie, wie die Bewerbung oder Einschreibung an der kooperierenden Hochschule erfolgt. Es gibt allerdings auch Programme, bei denen die Reihenfolge anders ist.

Beginnen Sie früh. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, ungefähr eineinhalb Jahre vor dem gewünschten Studienbeginn mit Recherche und Bewerbungsprozess zu starten. Viele attraktive Praxispartner besetzen ihre Plätze lange vor dem eigentlichen Studienstart.

Welche Bewerbungsunterlagen werden benötigt?

Für ein duales Studium benötigen Sie häufig ähnliche Unterlagen wie bei einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz:

  • Anschreiben beziehungsweise Online-Bewerbung,
  • tabellarischer Lebenslauf,
  • Schulzeugnisse und weitere Leistungsnachweise,
  • Nachweise über Praktika oder berufliche Erfahrungen,
  • gegebenenfalls Arbeitsproben und
  • weitere vom Unternehmen oder der Hochschule verlangte Dokumente.

Ein gesondertes Motivationsschreiben ist nicht bei jedem Arbeitgeber erforderlich. Entscheidend ist die konkrete Ausschreibung. Passen Sie Ihre Unterlagen an Unternehmen und Studiengang an und erklären Sie, warum gerade die Verbindung aus Theorie und Praxis zu Ihren Zielen passt.

Einstellungstest und Assessment-Center vorbereiten

Nach der Bewerbung für ein duales Studium können Telefon- oder Videointerview, Eignungstest, Vorstellungsgespräch oder Assessment-Center folgen. Größere Unternehmen nutzen häufig mehrstufige Auswahlverfahren, weil Zahl und Qualität der Bewerbungen hoch sein können.

Bereiten Sie neben Informationen über den Arbeitgeber auch Fragen zum Studienmodell vor. Sie sollten erklären können, warum Sie gerade diesen Studiengang wählen, was Sie am Unternehmen interessiert und wie Sie mit hoher Arbeitsbelastung umgehen möchten.

Was sollte im Studien- oder Praxisvertrag stehen?

Der Vertrag ist für ein duales Studium besonders wichtig. Er regelt das Verhältnis zum Praxispartner und sollte vor der Unterschrift vollständig gelesen werden. Bei der DHBW werden beispielsweise Studiendauer, Ort der Praxisphasen, Pflichten der Vertragspartner, Vergütung, Kündigung und weitere Vereinbarungen im Studienvertrag festgehalten.

  • Beginn und Dauer des Vertrags,
  • Höhe und Fälligkeit der Vergütung,
  • Regelung während der Theoriephasen,
  • Arbeits- beziehungsweise Praxiszeiten,
  • Urlaubsanspruch,
  • Übernahme von Studiengebühren und sonstigen Kosten,
  • Pflichten in den Praxisphasen,
  • Kündigungsbedingungen,
  • mögliche Rückzahlungsklauseln sowie
  • eventuelle Bindungsvereinbarungen nach dem Abschluss.

Achten Sie vor Beginn eines dualen Studiums besonders auf Rückzahlungs- oder Bindungsklauseln. Unternehmen können beispielsweise Studienkosten übernehmen und dafür bestimmte Bedingungen vereinbaren. Ob eine konkrete Klausel wirksam ist, hängt vom Einzelfall ab. Bei weitreichenden Verpflichtungen kann eine rechtliche Prüfung sinnvoll sein.

Welche Rolle spielen Kooperationsverträge?

Ein duales Studium lebt von der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Praxispartner. Neben Ihrem persönlichen Vertrag können deshalb Kooperationsvereinbarungen zwischen Hochschule, Unternehmen und gegebenenfalls weiteren Lernorten bestehen. Beim ausbildungsintegrierenden Modell können zusätzlich Berufsschule, IHK oder HWK eingebunden sein.

Diese Kooperation sollte mehr sein als eine formale Partnerschaft. Gute Studienmodelle legen fest, welche Lernziele in den Praxisphasen verfolgt werden, wer die Betreuung übernimmt und wie Hochschule und Unternehmen miteinander kommunizieren.

Wie hoch ist die Vergütung?

Für ein duales Studium wird in der Regel eine Vergütung vom Praxispartner gezahlt. Einen einheitlichen bundesweiten Betrag gibt es jedoch nicht. Höhe und Entwicklung hängen unter anderem vom Studienmodell, vom Unternehmen, von Branche, Region und Tarifbindung ab.

Beim ausbildungsintegrierenden Modell kann die Vergütung an die zugrunde liegende Berufsausbildung und einen geltenden Tarifvertrag gekoppelt sein. Bei praxisintegrierenden Studiengängen ergibt sich die Zahlung aus Studien- oder Praxisvertrag beziehungsweise tariflichen Regelungen. Fragen Sie deshalb nicht nur nach dem monatlichen Bruttobetrag, sondern auch danach, ob die Vergütung in Theorie- und Praxisphasen durchgängig gezahlt wird.

Die Bundesagentur für Arbeit nennt die finanzielle Vergütung als typischen Vorteil. An der DHBW gilt für ihre Dualen Partner beispielsweise die Vorgabe einer durchgehenden angemessenen Vergütung auch während der Theoriephasen. Diese Regelung lässt sich aber nicht automatisch auf jedes duales Studium in Deutschland übertragen.

Wie sind dual Studierende sozialversichert?

Ein duales Studium wird sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als ein typischer Studentenjob. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung besteht bei Teilnehmern dualer Studiengänge grundsätzlich während der gesamten Dauer Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung – vergleichbar mit Beschäftigten zur Berufsausbildung.

Das sogenannte Werkstudentenprivileg findet bei diesen dual Studierenden nicht Anwendung. Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden grundsätzlich nach den sozialversicherungsrechtlichen Regeln für das Beschäftigungsverhältnis behandelt. Für die konkrete Abrechnung ist der Arbeitgeber zuständig.

Wenn Sie ein duales Studium beginnen, können Sie die Auswirkungen auf Nettovergütung und Versicherung vor Vertragsabschluss beim Unternehmen und Ihrer Krankenkasse klären.

Welche Kosten können trotz Vergütung entstehen?

Auch ein vergütetes duales Studium ist nicht automatisch kostenfrei. Je nach Hochschule können Semesterbeiträge, Verwaltungsbeiträge oder bei privaten Einrichtungen Studiengebühren anfallen. Hinzu kommen möglicherweise Fahrtkosten, Unterkunft an zwei Standorten, Lernmaterial, Laptop oder Kosten für einen Umzug.

Manche Unternehmen übernehmen Studiengebühren und weitere Beiträge vollständig, andere nur teilweise oder gar nicht. Die DHBW weist beispielsweise darauf hin, dass studentische Beiträge anfallen können und eine Übernahme durch den Dualen Partner intern geregelt werden muss.

Möglicher KostenpunktVor Vertragsabschluss klären
StudiengebührenWer trägt sie und unter welchen Bedingungen?
Semester- und VerwaltungsbeiträgeSind diese in einer Kostenübernahme enthalten?
FahrtkostenGibt es Zuschüsse oder ein Ticket?
Doppelte UnterkunftSind Hochschule und Praxispartner weit voneinander entfernt?
LernmittelWerden Notebook, Fachliteratur oder Software gestellt?
AuslandsphaseWelche zusätzlichen Kosten entstehen und wer übernimmt sie?

Für die Bewertung eines Angebots sollten Sie bei einem dualen Studium immer Nettovergütung und tatsächliche monatliche Kosten gemeinsam betrachten.

Kann zusätzlich BAföG möglich sein?

Ein duales Studium schließt eine BAföG-Förderung nicht allein wegen der Studienform automatisch aus. Ob tatsächlich ein Anspruch und ein Zahlbetrag bestehen, hängt von den allgemeinen BAföG-Voraussetzungen sowie von Einkommen und Vermögen ab. Die Vergütung aus dem Praxisverhältnis kann als eigenes Einkommen die Förderhöhe beeinflussen.

Da dual Studierende häufig eine regelmäßige Vergütung erhalten, kann der BAföG-Anspruch geringer ausfallen oder vollständig entfallen. Lassen Sie Ihre persönliche Situation deshalb vom zuständigen Amt für Ausbildungsförderung prüfen, statt pauschal mit oder ohne BAföG zu rechnen.

Wie funktionieren Urlaub und vorlesungsfreie Zeit?

Ein klassisches Bild langer Semesterferien passt für ein duales Studium meist nicht. Vorlesungsfreie Zeiten können durch Praxisphasen belegt sein. Urlaub wird entsprechend dem Vertrag beziehungsweise geltenden arbeits- oder tarifrechtlichen Regelungen geplant.

Prüfen Sie deshalb früh, wie viele Urlaubstage vereinbart sind und wann sie genommen werden können. Theoriephasen sind grundsätzlich Studienzeit und nicht automatisch Urlaub. In Prüfungsphasen kann die zeitliche Belastung zusätzlich steigen.

Welche Fachrichtungen und Schwerpunkte gibt es?

Ein duales Studium ist heute in zahlreichen Fachrichtungen möglich. Besonders verbreitet sind wirtschaftliche, technische und informationstechnische Angebote. Aber auch Sozialwesen, Gesundheits- und Pflegebereiche sowie weitere Fachgruppen sind vertreten.

  • Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftswissenschaften,
  • Wirtschaftsinformatik und Informatik,
  • Maschinenbau und Mechatronik,
  • Elektrotechnik,
  • Wirtschaftsingenieurwesen,
  • Bauingenieurwesen,
  • Logistik, Handel und Industrie,
  • Finanzen und Versicherungen,
  • Marketing und Medien,
  • Tourismus,
  • Soziale Arbeit,
  • Gesundheits- und Therapiewesen sowie
  • Pflege und weitere gesundheitsbezogene Studiengänge.

Die Datenbank AusbildungPlus des BIBB erlaubt eine Suche nach Fachrichtung und Studienmodell. Für ein duales Studium sollten Sie zuerst den gewünschten Fachbereich eingrenzen und anschließend prüfen, welche Unternehmen in diesem Bereich tatsächlich passende Praxisplätze anbieten.

Wo kann man dual studieren?

Duale Studiengänge werden nicht nur an Berufsakademien angeboten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit finden Sie entsprechende Angebote an Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Dualen Hochschulen, Berufsakademien und teilweise auch Universitäten.

Ein Verzeichnis der Berufsakademien finden Sie bei Studieren.de. Für eine breitere Suche eignen sich der Hochschulkompass und die AusbildungPlus-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Ein bekanntes Beispiel ist die Duale Hochschule Baden-Württemberg mit zahlreichen Praxispartnern und regelmäßig wechselnden Theorie- und Praxisphasen. Entscheidend ist aber nicht die Bezeichnung der Einrichtung, sondern wie gut ein duales Studium fachlich, organisatorisch und vertraglich verzahnt ist.

Wie finden Sie passende Unternehmen?

Die Suche nach dem Praxispartner ist für ein duales Studium mindestens so wichtig wie die Wahl der Hochschule. In vielen Modellen erhalten Sie den Studienplatz erst, wenn Sie einen Vertrag mit einem kooperierenden Unternehmen abgeschlossen haben.

Sie können über Wegweiser Duales Studium Unternehmen und Firmen nach Praxispartnern recherchieren. Zusätzlich empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit ihre Jobsuche. Auch Hochschulen veröffentlichen Listen ihrer Partnerunternehmen.

  • Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit nach „duales Studium“ durchsuchen,
  • Partnerlisten der gewünschten Hochschulen prüfen,
  • AusbildungPlus des BIBB nach Studiengang und Praxispartner verwenden,
  • Unternehmenswebseiten und Karriereportale aufrufen,
  • Ausbildungs- und Hochschulmessen besuchen,
  • regionale Unternehmen direkt nach Kooperationen fragen und
  • mehrere passende Bewerbungen parallel versenden.

Vergleichen Sie für ein duales Studium nicht nur bekannte Großunternehmen. Mittelständische Betriebe können kleinere Auswahlverfahren, persönliche Betreuung und interessante Verantwortungsbereiche bieten. Entscheidend ist die Qualität der Praxis und die Passung zum Studiengang.

Woran erkennen Sie einen guten Praxispartner?

Ein gutes duales Studium steht und fällt mit der Qualität der betrieblichen Lernphasen. Fragen Sie deshalb nicht nur nach Gehalt und Firmenname. Wichtig ist, ob Sie systematisch betreut werden und Aufgaben erhalten, die zu Ihrem Studienfortschritt passen.

  • Gibt es einen festen Ansprechpartner für dual Studierende?
  • Welche Abteilungen und Aufgabenbereiche lernen Sie kennen?
  • Wie werden Praxisaufgaben mit den Studieninhalten abgestimmt?
  • Gibt es Feedbackgespräche und Lernziele für Praxisphasen?
  • Werden Studiengebühren oder Semesterbeiträge übernommen?
  • Wie hoch ist die Vergütung und wird sie durchgehend gezahlt?
  • Welche Möglichkeiten für Auslandsphasen bestehen?
  • Wie viele dual Studierende betreut das Unternehmen bereits?
  • Welche Perspektiven bestehen nach dem Abschluss?

Das BIBB nennt für die Qualität dualer Studienangebote unter anderem eine verlässliche organisatorische Verzahnung der Lernorte, klare Verantwortlichkeiten und eine angemessene fachliche Betreuung. Diese Kriterien können Ihnen helfen, ein duales Studium nicht nur nach Marketingaussagen zu beurteilen.

Welche Vorteile bietet die Studienform?

Ein duales Studium besitzt vor allem dann Vorteile, wenn Sie früh praktische Erfahrung sammeln möchten und ein klar strukturiertes Studium schätzen. Die Verbindung zum Unternehmen erleichtert es, theoretische Inhalte unmittelbar in realen Aufgaben anzuwenden.

VorteilWas Sie davon haben können
Hoher PraxisbezugSie wenden Studienwissen regelmäßig im Unternehmen an.
VergütungMonatliches Einkommen kann die Studienfinanzierung erleichtern.
BerufserfahrungSie sammeln bereits während des Studiums relevante Praxiserfahrung.
UnternehmenskontakteSie bauen früh ein berufliches Netzwerk auf.
StrukturTheorie- und Praxisphasen sind verbindlich organisiert.
ÜbernahmechanceUnternehmen bilden häufig mit Blick auf den eigenen Fachkräftebedarf aus.
Zwei Abschlüsse möglichBeim ausbildungsintegrierenden Modell kommt ein Berufsabschluss hinzu.

Eine Übernahme ist nach einem dualen Studium jedoch nicht automatisch garantiert. Ob ein Arbeitsverhältnis nach dem Abschluss angeboten wird, hängt vom Unternehmen, Bedarf, Ihrer Leistung und gegebenenfalls vertraglichen Vereinbarungen ab.

Welche Nachteile und Belastungen sollten Sie kennen?

Ein duales Studium kann zeitlich sehr anspruchsvoll sein. Die Bundesagentur für Arbeit weist ausdrücklich auf die Doppelbelastung aus Studium und Ausbildung beziehungsweise intensiven Praxisphasen hin. Wer viel freie Zeiteinteilung oder lange Semesterferien erwartet, sollte die Studienform besonders sorgfältig prüfen.

  • hohe zeitliche Belastung durch Theorie und Praxis,
  • weniger frei verfügbare vorlesungsfreie Zeit,
  • frühe Bindung an ein Unternehmen und Fachgebiet,
  • enger Studienplan mit weniger Raum für spontane Änderungen,
  • mögliche Studiengebühren oder zusätzliche Kosten,
  • mögliche Rückzahlungs- oder Bindungsregelungen im Vertrag und
  • größerer organisatorischer Aufwand bei Auslandsaufenthalten oder Hochschulwechsel.

Ein duales Studium ist deshalb nicht automatisch besser als ein klassisches Studium. Es passt besonders zu Studenten, die Praxisnähe, feste Strukturen und einen frühen Unternehmenskontakt wünschen.

Dual oder klassisch studieren?

KriteriumDualKlassisches Vollzeitstudium
PraxisSystematisch und regelmäßig integriertPraktika je nach Studiengang unterschiedlich
VergütungHäufig regelmäßige VergütungKeine automatische Vergütung
UnternehmensbindungVon Beginn an hochDeutlich geringer
StudienorganisationStark vorgegebenJe nach Hochschule oft flexibler
Vorlesungsfreie ZeitHäufig durch Praxis und Urlaub begrenztMeist flexibler nutzbar
BerufserfahrungUmfangreich bereits während des StudiumsMuss meist zusätzlich über Praktika oder Jobs aufgebaut werden
HochschulwechselKann durch Kooperation und Vertrag komplizierter seinJe nach Studiengang häufig flexibler

Wenn Sie ein duales Studium erwägen, fragen Sie sich daher nicht nur, welches Modell auf dem Papier attraktiver wirkt. Überlegen Sie, wie Sie lernen, wie wichtig Ihnen Flexibilität ist und ob Sie sich bereits früh auf einen Praxispartner festlegen möchten.

Beispiel: Wirtschaftsinformatik dual studieren

Ein typisches duales Studium ist Wirtschaftsinformatik. Während der Theoriephasen beschäftigen Sie sich beispielsweise mit Programmierung, Datenbanken, betriebswirtschaftlichen Grundlagen, Geschäftsprozessen und Projektmanagement. In der Praxis können Sie diese Inhalte in IT-Projekten, Prozessdigitalisierung oder Anwendungsentwicklung einsetzen.

Ein Student könnte zunächst Grundlagen der Datenmodellierung an der Hochschule lernen und anschließend im Unternehmen bei einer Datenbankmigration mitarbeiten. In einer späteren Praxisphase können Projektmanagementkenntnisse auf eine reale Softwareeinführung übertragen werden. Der Mehrwert entsteht aus der wiederholten Verbindung beider Lernorte.

Beispiel: Ingenieurwissenschaften mit Praxispartner

Auch im Maschinenbau, in Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen ist ein duales Studium verbreitet. Ein ausbildungsintegrierendes Modell kann beispielsweise mit einem anerkannten technischen Ausbildungsberuf kombiniert werden. Im praxisintegrierenden Modell stehen längere betriebliche Phasen ohne zusätzlichen Berufsabschluss im Mittelpunkt.

Die Praxis kann von Konstruktion über Produktion bis Qualitätssicherung oder Projektarbeit reichen. Entscheidend ist, dass Aufgaben und Studienfortschritt sinnvoll zusammenpassen und die Praxisphase nicht lediglich aus fachfremden Hilfstätigkeiten besteht.

Beispiel: Soziale Arbeit oder Gesundheitsbereich

Ein duales Studium gibt es ebenfalls in Sozialer Arbeit, Pflege, Gesundheitsmanagement und verwandten Bereichen. Praxispartner können beispielsweise soziale Einrichtungen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Behörden oder andere Organisationen sein.

Gerade hier sollten Sie prüfen, welche Praxisaufgaben vorgesehen sind, wie Betreuung und Anleitung organisiert werden und welche berufsrechtlichen Besonderheiten gelten. Bei reglementierten Berufen können zusätzliche gesetzliche Anforderungen neben dem Hochschulstudium eine Rolle spielen.

Ist ein Auslandssemester möglich?

Ein Auslandsaufenthalt ist in einem dualen Studium grundsätzlich möglich, kann aber organisatorisch anspruchsvoller sein. Theoriephasen, betriebliche Verpflichtungen und Vertragsbedingungen müssen miteinander abgestimmt werden. Manche Unternehmen und Hochschulen bieten feste Auslandsprogramme oder internationale Praxisphasen an.

Wenn Ihnen internationale Erfahrung wichtig ist, sollten Sie das Thema bereits bei der Unternehmenswahl ansprechen. Fragen Sie, ob Auslandssemester, Auslandspraktika oder Praxisphasen an ausländischen Unternehmensstandorten möglich sind und wie Finanzierung sowie Anerkennung geregelt werden.

Wie prüfen Sie die Qualität eines Studienangebots?

Ein duales Studium sollte nicht allein danach beurteilt werden, wie bekannt das Unternehmen oder die Hochschule ist. Das BIBB nennt insbesondere die institutionelle und organisatorische Verzahnung, die Theorie-Praxis-Verzahnung, die Betreuung sowie geeignete Lernbedingungen als Qualitätsdimensionen.

  • Ist der Studiengang staatlich anerkannt und entsprechend den Hochschulregeln akkreditiert?
  • Sind Hochschule und Unternehmen vertraglich und organisatorisch klar verbunden?
  • Gibt es einen nachvollziehbaren Praxisplan?
  • Sind Ansprechpartner an beiden Lernorten vorhanden?
  • Werden Praxisleistungen sinnvoll auf das Studium bezogen?
  • Gibt es Feedback und Qualitätssicherung in den Praxisphasen?
  • Welche Abbruch- oder Wechselmöglichkeiten bestehen?

Nutzen Sie für die Recherche zu einem dualen Studium möglichst offizielle Datenbanken wie Hochschulkompass und AusbildungPlus und gleichen Sie Angaben anschließend mit Hochschule und Praxispartner ab.

Für wen eignet sich die Studienform?

Ein duales Studium kann gut zu Ihnen passen, wenn Sie Theorie gerne unmittelbar anwenden, früh Verantwortung im Unternehmen übernehmen und mit einem verbindlichen Zeitplan gut zurechtkommen. Wichtig sind Selbstorganisation, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich über mehrere Jahre auf einen Praxispartner einzulassen.

  • Sie möchten früh relevante Berufserfahrung sammeln.
  • Sie schätzen feste Strukturen und verbindliche Abläufe.
  • Sie können sich gut organisieren und mit Zeitdruck umgehen.
  • Sie wissen bereits relativ genau, welcher Fachbereich Sie interessiert.
  • Sie möchten Studium und regelmäßige Vergütung verbinden.
  • Sie lernen gerne sowohl theoretisch als auch praktisch.

Weniger passend kann ein duales Studium sein, wenn Sie sich fachlich noch stark orientieren möchten, besonders viel Freiraum für Wahlfächer benötigen oder längere Auslandsaufenthalte ohne enge Abstimmung planen.

Checkliste vor der Bewerbung

Bevor Sie sich für ein duales Studium bewerben, können Sie Angebote mit dieser Checkliste vergleichen:

  • Welche Studienform wird tatsächlich angeboten?
  • Erhalte ich zusätzlich einen anerkannten Berufsabschluss?
  • Welche Hochschule und welcher Praxispartner kooperieren?
  • Wie wechseln sich Theorie und Praxis ab?
  • Wie lange dauert der gesamte Studienweg?
  • Wie hoch ist die monatliche Vergütung?
  • Wird die Vergütung auch in Theoriephasen gezahlt?
  • Welche Studiengebühren und Semesterbeiträge fallen an?
  • Welche Kosten übernimmt das Unternehmen?
  • Wie viele Urlaubstage sind vorgesehen?
  • Welche Rückzahlungs- oder Bindungsklauseln enthält der Vertrag?
  • Wie werden Praxisphasen betreut?
  • Welche Übernahme- und Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
  • Sind Auslandsphasen möglich?
  • Welche Bewerbungsfrist gilt?

Diese Fragen helfen Ihnen, ein duales Studium nicht nur nach Vergütung oder Unternehmensname auszuwählen, sondern die langfristige Qualität des Gesamtpakets einzuschätzen.

Häufige Fragen zum dualen Studiengang

Was ist der Unterschied zu einem normalen Studium?

Ein duales Studium verzahnt Hochschulstudium und betriebliche Praxis systematisch. Ein normales Studium kann zwar Praktika enthalten, der Betrieb ist aber normalerweise kein dauerhaft eingebundener Lernort des Studiengangs.

Ist ein dualer Studiengang immer gleichzeitig eine Ausbildung?

Nein. Nur beim ausbildungsintegrierenden Modell erwerben Sie zusätzlich einen anerkannten Berufsabschluss. Ein praxisintegrierendes duales Studium enthält umfangreiche Praxisphasen, aber keine zusätzliche Berufsausbildung mit eigenständigem Berufsabschluss.

Bekommt man während des gesamten Studiums Geld?

Bei vielen Angeboten wird eine regelmäßige Vergütung gezahlt. Ob und in welcher Höhe dies auch während der Theoriephasen gilt, sollte im Vertrag eindeutig geregelt sein. Es gibt keinen einheitlichen bundesweiten Vergütungsbetrag für jedes duales Studium.

Wo bewerbe ich mich zuerst?

In vielen Fällen bewerben Sie sich zuerst beim Unternehmen. Nach dessen Zusage folgt die Bewerbung oder Zulassung an der kooperierenden Hochschule. Es gibt Ausnahmen. Prüfen Sie deshalb immer den Ablauf des konkreten Programms.

Brauche ich zwingend Abitur?

Nein, nicht in jedem Fall. Welche Hochschulzugangsberechtigung Sie für ein duales Studium benötigen, richtet sich nach Hochschule, Studiengang und Landesrecht. Je nach Angebot können Fachhochschulreife oder eine berufliche Qualifikation den Zugang ermöglichen.

Wie lange dauert das Studium?

Viele Bachelorangebote dauern sechs Semester. Je nach Modell kann ein duales Studium aber deutlich länger dauern, insbesondere wenn zusätzlich eine Berufsausbildung integriert ist. Das BIBB nennt für Erstausbildungsangebote eine Bandbreite von sechs bis zwölf Semestern.

Bin ich als dual Studierender sozialversichert?

Ja. Nach der Deutschen Rentenversicherung besteht bei Teilnehmern dualer Studiengänge grundsätzlich während der gesamten Dauer Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. Das übliche Werkstudentenprivileg gilt dabei nicht.

Muss das Unternehmen die Studiengebühren bezahlen?

Nicht automatisch. Die Kostenübernahme hängt vom Studienvertrag, Praxispartner und Studienmodell ab. Prüfen Sie vor Beginn eines dualen Studiums genau, welche Gebühren und Beiträge anfallen und welche davon das Unternehmen übernimmt.

Gibt es Semesterferien?

Vorlesungsfreie Zeiten sind bei vielen Modellen mit Praxisphasen belegt. Urlaub richtet sich nach den vertraglichen beziehungsweise tariflichen Regelungen. Rechnen Sie deshalb nicht automatisch mit denselben freien Zeiträumen wie in einem klassischen Vollzeitstudium.

Werde ich nach dem Abschluss übernommen?

Viele Unternehmen nutzen ein duales Studium zur Nachwuchsgewinnung und haben deshalb ein Interesse an einer späteren Beschäftigung. Eine automatische Übernahmegarantie besteht jedoch nur, wenn sie tatsächlich vereinbart wurde.

Kann ich danach einen Master machen?

Mit einem entsprechenden Bachelorabschluss können Sie sich grundsätzlich für passende Masterstudiengänge bewerben, sofern Sie deren Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Auch duale Masterangebote sind verfügbar.

Fazit: Theorie, Praxis und Vertrag gemeinsam bewerten

Ein duales Studium bietet eine intensive Verbindung von Hochschulwissen und betrieblicher Praxis. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen ausbildungsintegrierenden und praxisintegrierenden Angeboten. Beim ersten Modell erwerben Sie zusätzlich einen Berufsabschluss, beim zweiten steht die umfangreiche Praxis ohne zusätzlichen Ausbildungsabschluss im Mittelpunkt.

Die regelmäßige Vergütung, frühe Berufserfahrung und der direkte Unternehmenskontakt sind starke Vorteile. Gleichzeitig verlangt ein duales Studium ein hohes Maß an Organisation und Belastbarkeit. Theoriephasen, Praxis, Prüfungen und betriebliche Aufgaben lassen weniger freie Zeit als viele klassische Studienmodelle.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur Studienfach und Hochschule. Lesen Sie den Studien- oder Ausbildungsvertrag, prüfen Sie Vergütung, Sozialversicherung, Studienkosten, Urlaubsregelung, Qualität der Praxisphasen und mögliche Bindungsklauseln. Besonders wichtig ist, dass Praxis und Studium tatsächlich fachlich miteinander verzahnt sind.

Beginnen Sie die Unternehmenssuche früh und bewerben Sie sich bei mehreren geeigneten Praxispartnern. Datenbanken wie AusbildungPlus und Hochschulkompass sowie die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit helfen Ihnen bei der Recherche. So können Sie ein duales Studium auswählen, das nicht nur attraktiv klingt, sondern zu Ihren fachlichen und persönlichen Zielen passt.

Die Bildungsbibel empfiehlt daher eine klare Reihenfolge: Studienrichtung festlegen, Studienmodell prüfen, Praxispartner vergleichen, Vertrag und Kosten kontrollieren und anschließend die Bewerbung frühzeitig starten.

Weiterführende Informationen

Wenn Sie ein duales Studium planen, helfen Ihnen diese Quellen und Verzeichnisse bei der weiteren Recherche:

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