Rückwärtskalkulation, Einkaufspreis berechnen

Weiterbildung und FortbildungOnline lernenKaufmännisches Rechnen – Sie lernen hier die Rückwärtskalkulation der Handelskalkulation kennen, welche dazu dient den Einkaufspreis zu berechnen. Die Rückwärtskalkulation der  Handelskalkulation dient zur Berechnung des Listeneinkaufspreises und beinhaltet die gleichen kalkulatorischen Bestandteile der Vorwärtskalkulation also den Handlungskosten, den Gewinn, Kundenrabatte und Skonto. Weiterhin können Vertreterprovisionen enthalten sein. Am Ende erhalten Sie das Beispiel als Excel Vorlage beziehungsweise Muster zum kostenlos downloaden.

Rückwärtskalkulation, Kalkulationsschema, Handelskalkulation, Einkaufspreis berechnen

Rückwärtskalkulation, Kalkulationsschema, Handelskalkulation, Einkaufspreis berechnen, Beispiel, Formeln
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Kalkulationsschema

Hier finden Sie das Kalkulationsschema für die Rückwärtskalkulation der Handelskalkulation. Man kalkuliert rückwärts bis zum Listeneinkaufspreis. Sehen Sie dazu auch den Beitrag der Bezugskalkulation. Hier finden Sie die einzelnen Schritte näher erklärt.

In der Handelskalkulation ausgehend vom Nettoverkaufspreis spricht man von folgenden Begriffen: Kundenrabatt, Zielverkaufspreis, Vertreterprovision, Kundenskonto, Barverkaufspreis, Gewinnzuschlag, Selbstkosten, Handlungskostenzuschlag, Bezugskosten, Bareinkaufspreis, Lieferskonto, Zieleinkaufspreis, Lieferantenrabatt und zuletzt der Listeneinkaufspreis als Ergebnis der Rückwärtskalkulation im Handel.

Handelskalkulation Bestandteile

Wie sie die einzelnen Bestandteile der Handelskalkulation rückwärts berechnen und was es dabei zu beachten gilt erfahren Sie hier.

Listenverkaufspreis oder Nettoverkaufspreis

Der Listenverkaufspreis oder Nettoverkaufspreis bei der Rückrechnung ist bereits vorhanden, da wir am Ende den Listeneinkaufspreis berechnen wollen. Dieser Preis ist der Nettopreis, welche meist in Katalogen für Wiederverkäufer oder im Großhandel ausgezeichnet ist. Für Endverbraucher ist jedoch der Bruttoverkaufspreis inklusive Umsatzsteuer auszuweisen.

  • Beispiel: Der Listenverkaufspreis beträgt 148,89 €.

Kundenrabatt

Der Kundenrabatt ist ein Nachlass welcher auf den Zielverkaufspreis aufgeschlagen wird. Bei der Vorwärtsrechnung wurde der Kundenrabatt im Hundert gerechnet. Dies entfällt bei der Rückwärtskalkulation. Hier wird von Hundert gerechnet. Siehe hierzu auch die einfache Prozentrechnung.

Beispiel: Ein Kunde bekommt 30 % Rabatt! Hier müssen wir den Nettoverkaufspreis auf 100 % setzen, damit der Zielverkaufspreis  berechnet werden kann.

  • Formel: Nettoverkaufspreis * Rabatt / 100
  • Rechnung: 148,89 * 30 / 100 = 44,67 €

Zielverkaufspreis

Beim Zielverkaufspreis handelt es sich um den Preis, der zu zahlen wäre, wenn der Kunde innerhalb des vereinbarten Ziels, zum Beispiel 30 Tage, zahlen würde. Das bedeutet wir bilden Differenz zwischen Nettoverkaufspreis sowie Kundenrabatt.

  • Formel: Nettoverkaufspreis – Kundenrabatt = Zielverkaufspreis
  • Rechnung: 148,89 € – 44,67 € = 104,22 €

Kundenskonto

Der Kundenskonto ist ein Preisnachlass und wird unseren Kunden bei vorzeitiger Zahlung gewährt. Wichtig hierbei ist, da wir bei Gewährung des Kundenskontos auf 100 rechnen.

Beispiel: Ein Kunde soll 2 % Skonto erhalten! Hier müssen wir den Zielverkaufspreis bei der Rückwärtskalkulation auf 100 % setzen, damit der Barverkaufspreis berechnet werden kann. Der Skonto wird vom Zielverkaufspreis abgezogen, damit wir den Barverkaufspreis erhalten.

Anmerkung: Sollte eine Vertreterprovision enthalten sein, so werden der Skonto und die Vertreterprovision zuerst addiert. Danach wird mit dem gesamten Wert zurück gerechnet.

  • Formel: Zielverkaufspreis * (Kundenskonto + Provision) / 100 = Skontobetrag
  • Rechnung Skonto + Provision: 104,22 * 4 / 100 = 4,17 €

Barverkaufspreis

Der Barverkaufspreis ist bildet sich aus der Differenz von Zielverkaufspreis sowie Skonto und Vertreterprovision.

  • Formel: Zielverkaufspreis – (Kundenskonto + Vertreterprovision) = Barverkaufspreis
  • Rechnung: 104,22 € – 4,17 € = 100,05 €

Gewinnzuschlag

Der Gewinnzuschlag sollte aus einer angemessenen Verzinsung bestehen. Diese setzt sich zusammen aus dem aktuellen Zinssatz am Kapitalmarkt sowie einem Risikozuschlag für das eingesetzte Eigenkapital eines Unternehmens. Je nach Risiko und aktueller Marktlage kann der Gewinnzuschlag variieren und somit unterschiedlich hoch sein. Der Gewinnzuschlag wird bei der Rückwärtskalkulation prozentual errechnet. Wichtig dabei ist jedoch, dass der Barverkaufspreis hierbei einen vermehrten Grundwert darstellt.

Beispiel: Der Gewinnzuschlagssatz beträgt 12 %, die Selbstkosten betragen 100 % und der Barverkaufspreis stellt somit 112% dar. Der Barverkaufspreis beträgt 100,05 €.

  • Formel: Barverkaufspreis * Gewinnzuschlagssatz / 112 = Gewinnzuschlag
  • Rechnung: 100,05 € * 12 /112 = 10,72 €

Selbstkosten

Die Selbstkosten sind die Kosten, welche für den Vertrieb der Waren beziehungsweise Produkte anfallen. Die Selbstkosten werden bei der Rückwärtskalkulation berechnet, in dem man die Differenz bildet zwischen Barverkaufspreis sowie Gewinnzuschlag.

  • Formel: Barverkaufspreis – Gewinnzuschlag = Selbstkosten
  • Rechnung: 100,05 € – 10,72 € = 89,33 €

Handlungskostenzuschlag

Der Handlungskostenzuschlag (HKZ) ist ein Prozentsatz, welche auf den Bezugspreis aufgeschlagen wurde. Der HKZ beinhaltet die Kosten der gewöhnlichen Handelstätigkeit und beinhaltet zum Beispiel Personalkosten, Miete, Ladeneinrichtung und andere Kostenarten der Kostenrechnung. Beim Rückwärts kalkulieren ist es wieder wichtig den vermehrten Grundwert zu beachten. Die Selbstkosten haben jetzt einen vermehrten Grundwert. Wir berechnen also den Bezugspreis.

Beispiel: Der Handlungskostenzuschlagssatz (HKZ) beträgt 26 %, die Selbstkosten betragen somit 126 % und der Bezugspreis oder Einstandspreis stellt somit 100 % dar. Die Selbstkosten betragen 89,33 €.

  • Formel: Selbstkosten * HKZ / 126 = Bezugspreis, Einstandspreis
  • Rechnung: 89,33 € * 26/126= 18,43 €

Bezugspreis oder Einstandspreis

Der Bezugspreis ist der Preis, den der Einkauf einer Unternehmung aufbringen muss, um die Ware oder die Produkte zu beziehen beziehungsweise bis die Waren bei uns ist. Der Bezugspreis beziehungsweise Einstandspreis ergibt sich aus der Differenz von Selbstkosten sowie Handlungskostenzuschlag.

  • Formel: Selbstkosten – Handlungskostenzuschlag = Bezugspreis
  • Rechnung: 89,33 € – 18,43 =70,90 €

Bareinkaufspreis und Bezugskosten

Die Bezugskosten bestehen meist aus Frachtkosten, Zölle sowie der Transportversicherung. Die Bezugskosten werden jetzt vom Bezugspreis abgezogen und bilden somit den Bareinkaufspreis.

  • Beispiel: Die Bezugskosten betragen 3,00 € pro Stück.
  • Formel: Bezugspreis – Bezugskosten = Bareinkaufspreis
  • Rechnung: 70,90 € – 3,00 € = 67,90 €

Liefererskonto

Beim Liefererskonto handelt es sich um einen Preisnachlass für vorzeitige Zahlung. Dieser kann abgezogen werden, wenn die Zahlungsbedingungen eingehalten werden. So kann zum Beispiel in den Zahlungsbedingungen festgelegt sein, dass bei vorzeitiger Zahlung innerhalb 10 Tagen ein Skonto in Höhe von 3 % abgezogen werden kann. Bei der Rückwärtskalkulation gehen wir vom Bareinkaufspreis rückwärts somit müssen wir jetzt die Berechnung mit dem verminderten Grundwert berücksichtigen.

  • Beispiel: Der Liefererskonto beträgt 3 %, der Bareinkaufspreis war mit 67,90 € errechnet worden und stellt jetzt 97 % dar. Berechnen müssen wir jetzt den Liefererskonto in Euro.
  • Formel: Bareinkaufspreis * Liefererskonto / 97
  • Rechnung: 67,90 € * 3 /97 = 2,10 €

Zieleinkaufspreis

Beim Zieleinkaufspreis handelt es sich um den Preis, der zu zahlen wäre, wenn ich innerhalb des vereinbarten Ziels, zum Beispiel 30 Tage, zahlen würde. In unserem Beispiel errechnet sich rückwärts der Zieleinkaufspreis durch die Summe von Bareinkaufspreis und Liefererskonto.

  • Formel: Bareinkaufspreis + Liefererskonto = Zieleinkaufspreis
  • Rechnung: 67,90 € + 2,10 € = 70,00 €

Liefererrabatt

Ein Liefererrabatt ist ein Preisnachlass, der dem Einkäufer gewährt werden kann. Meist ist der Rabatt abhängig von der eingekauften Beschaffungsmenge. Wenn vom Großhandel eingekauft wird kann auch ein genereller Rabatt für Wiederverkäufer eingeräumt sein. Bei der Rückwärtskalkulation gehen wir vom Zieleinkaufspreis rückwärts somit müssen wir jetzt wieder die Berechnung mit dem verminderten Grundwert berücksichtigen.

  • Beispiel: Der Liefererrabatt beträgt 30 %, der Zieleinkaufspreis war mit 70,00 € errechnet worden und stellt jetzt 70 % dar. Berechnen müssen wir jetzt den Liefererrabatt in Euro.
  • Formel: Zieleinkaufspreis * Liefererrabatt / 70
  • Rechnung: 70,00 € * 30 /70 = 30,00 €

Listeneinkaufspreis

Der Listeneinkaufspreis ist der Preis eines Lieferanten, der für gewöhnlich gelistet ist, das heißt der meist in Preislisten oder Katalogen aufgeführt wird und für alle Einkäufer gleich ist. Bei der Rückwärtskalkulation entsteht der Listeneinkaufspreis durch die Summe von Zieleinkaufspreis und Liefererrabatt.

  • Formel: Zieleinkaufspreis + Liefererrabatt = Listeneinkaufspreis
  • Rechnung: 70,00 € + 30,00 € = 100,00 €

Kalkulationsschema Rückwärtskalkulation Excel

Excel bietet sich sehr gut an, um die Berechnung der Handelskalkulation vorzunehmen. Hier finden Sie eine Excel Vorlage mit der Handelskalkulation für die Rückwärtskalkulation.  Vorlage downloaden

Weiterführende Informationen

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Veröffentlicht von Bildung

Die Bildungsbibel und alle Subdomänen werden von mir Diplom Betriebswirt Michael Büchler administriert. Die meisten Beiträge habe ich selbst geschrieben und veröffentlicht, hier bin ich Autor. Manche Beiträge erwerbe ich als sogenannter Rohtext. Diese Rohtexte werden von mir gelesen, inhaltlich geprüft und weiter geschrieben und bearbeitet. In diesem Fall wäre ich dann ein halber Autor.