Weiterbildung – Online lernen – Buchhaltung – Rentabilitätsvorschau, Rentabilitätsrechnung, Rentabilitätsplan, Excel Vorlage und PDF Muster
Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob sich eine Geschäftsidee wirtschaftlich tragen kann und welcher Gewinn in den kommenden Geschäftsjahren voraussichtlich entsteht. Sie gehört zum Finanzplan eines Businessplans und stellt geplante Umsätze den betrieblichen Aufwendungen gegenüber. Auf der Bildungsbibel erhalten Sie eine kostenlose Excel Vorlage und ein PDF Muster, lernen den Aufbau der Rentabilitätsrechnung kennen und erfahren, wie Sie Nettoumsatz, Wareneinsatz, Rohgewinn, Personalkosten, Abschreibungen, Zinsen und weitere Kosten realistisch planen.
Diese Planung ist nicht nur für Existenzgründer wichtig. Auch bei einer größeren Investition, einer Erweiterung des Unternehmens oder einer neuen Geschäftsidee hilft sie dabei zu beurteilen, ob der erwartete Ertrag den eingesetzten Aufwand rechtfertigt. Zusätzlich lernen Sie den Unterschied zur Liquiditätsplanung, die Bedeutung des Unternehmerlohns und die richtige Interpretation der Ergebnisse.
Kurzüberblick: Was zeigt die Rentabilitätsplanung?
Die Rentabilitätsvorschau beantwortet im Kern zwei Fragen: Erwirtschaftet das Unternehmen voraussichtlich einen ausreichenden Gewinn und reicht dieser Gewinn bei Einzelunternehmen beziehungsweise Personengesellschaften langfristig aus, um den Unternehmerlohn beziehungsweise die private Lebenshaltung mitzutragen? Dafür werden die betrieblichen Erträge und Aufwendungen über einen zukünftigen Zeitraum geplant.
| Baustein | Frage | Typische Positionen |
|---|---|---|
| Umsatzplanung | Welche Erlöse sind realistisch? | Produkte, Dienstleistungen, Provisionen |
| Variable Kosten | Welche Kosten verändern sich mit dem Absatz? | Wareneinsatz, Material, Fremdleistungen |
| Rohgewinn | Was bleibt nach den direkten Vorleistungen? | Nettoumsatz minus Wareneinsatz und Vorleistungen |
| Betriebliche Aufwendungen | Welche laufenden Kosten entstehen? | Personal, Miete, Marketing, Verwaltung, Versicherungen |
| Abschreibungen | Wie wird der Wertverzehr berücksichtigt? | Maschinen, Fahrzeuge, Einrichtung, IT |
| Zinsen | Welche Finanzierungskosten entstehen? | Darlehens- und Kontokorrentzinsen |
| Ergebnis | Welcher Gewinn oder Verlust ist zu erwarten? | Erträge minus Aufwendungen |
Die Rentabilitätsvorschau arbeitet im Unterschied zur Liquiditätsrechnung mit Erträgen und Aufwendungen. Deshalb können Positionen enthalten sein, die nicht unmittelbar zahlungswirksam sind, beispielsweise Abschreibungen. Umgekehrt gehört eine Darlehenstilgung zwar in die Liquiditätsplanung, aber nicht als Aufwand in die Rentabilitätsrechnung.
Excel Vorlage und PDF Muster kostenlos herunterladen
Die Rentabilitätsvorschau Vorlage können Sie kostenlos als Excel-Datei oder PDF nutzen. Das Muster ist für drei Geschäftsjahre aufgebaut und lässt sich an Ihr Geschäftsmodell anpassen. Ergänzen Sie eigene Umsatzbereiche, Kostenarten und Annahmen, damit die Planung zu Ihrem Unternehmen passt.
Verwenden Sie die Excel-Datei nicht als starres Schema. Die Excel-Datei muss nachvollziehbar aus Ihrer Umsatz-, Kosten-, Investitions- und Finanzierungsplanung abgeleitet werden.
Was ist eine Rentabilitätsvorschau?
Eine Rentabilitätsvorschau ist eine vorausschauende Ertrags- und Kostenrechnung. Sie ähnelt in ihrer Logik einer zukünftigen Gewinn- und Verlustrechnung und soll zeigen, welchen Gewinn oder Verlust ein Unternehmen unter den getroffenen Annahmen erwirtschaften könnte. Die IHK Region Stuttgart beschreibt die Rentabilitätsplanung als Gegenüberstellung von Umsatz und Kosten mit dem Ziel zu prüfen, ob sich der unternehmerische Mitteleinsatz rechnet.
Die Planung wird besonders häufig im Businessplan benötigt. Sie ist für den Gründer selbst wichtig, kann aber ebenso für Banken, Förderinstitute, fachkundige Stellen oder potenzielle Kapitalgeber relevant sein. Entscheidend ist nicht, möglichst hohe Gewinne darzustellen, sondern eine plausible wirtschaftliche Entwicklung zu begründen.
Welche Rolle spielt sie im Finanzplan?
Die Rentabilitätsvorschau ist nur ein Baustein des Finanzplans. Das Existenzgründungsportal des Bundes unterscheidet unter anderem Kostenplanung, Kapitalbedarf, Rentabilitätsplanung und Liquiditätsplanung. Diese Rechnungen hängen zusammen, dürfen aber nicht miteinander verwechselt werden.
| Teil des Finanzplans | Zentrale Frage |
|---|---|
| Kapitalbedarfsplan | Wie viel Kapital wird für Gründung, Investitionen und Anlaufphase benötigt? |
| Finanzierungsplan | Wie wird dieser Kapitalbedarf finanziert? |
| Rentabilitätsvorschau | Welche Umsätze, Kosten und Gewinne sind zu erwarten? |
| Liquiditätsplanung | Reichen die Zahlungsmittel zu jedem Zeitpunkt aus? |
Die Ertragsvorschau kann beispielsweise einen Gewinn zeigen, während der Liquiditätsplan gleichzeitig einen vorübergehenden Engpass ausweist. Das passiert unter anderem dann, wenn Umsätze bereits wirtschaftlich entstanden sind, Kunden aber erst Wochen später zahlen.
Rentabilität und Liquidität klar unterscheiden
Die Rentabilitätsvorschau arbeitet mit Erträgen und Aufwendungen. Der Liquiditätsplan oder die Liquiditätsrechnung betrachtet dagegen Einzahlungen und Auszahlungen. Dieser Unterschied ist für eine korrekte Finanzplanung wesentlich.
| Vorgang | Rentabilitätsplanung | Liquiditätsplanung |
|---|---|---|
| Kundenrechnung mit 30 Tagen Zahlungsziel | Umsatz wird wirtschaftlich berücksichtigt | Einzahlung erst bei Zahlung |
| Maschine bar kaufen | Anschaffung wird nicht sofort vollständig als Aufwand erfasst | sofortige Auszahlung |
| Abschreibung | Aufwand | keine eigene Auszahlung |
| Darlehensauszahlung | kein Umsatz | Einzahlung |
| Darlehenstilgung | kein Aufwand | Auszahlung |
| Darlehenszinsen | Aufwand | Auszahlung |
Wer die Ertragsvorschau mit dem Kontostand verwechselt, erhält falsche Schlussfolgerungen. Ein profitables Unternehmen kann zahlungsunfähig werden, wenn Forderungen zu spät eingehen. Umgekehrt kann ein neuer Kredit den Kontostand erhöhen, ohne die Rentabilität des Geschäftsmodells zu verbessern.
Wie viele Jahre sollte die Vorschau umfassen?
Für Existenzgründungen wird die Rentabilitätsvorschau häufig über drei Geschäftsjahre erstellt. Auch das Existenzgründungsportal stellt seine aktuelle Checkliste für drei Jahre bereit. Dadurch wird sichtbar, ob das Unternehmen nur in der Startphase Verluste trägt oder sich schrittweise zu einem tragfähigen Betrieb entwickelt.
Eine mehrjährige Vorschau sollte keine bloße Fortschreibung mit pauschal zehn Prozent Wachstum sein. Begründen Sie, warum Umsatz, Personalkosten, Mieten, Marketingaufwand oder Wareneinsatz steigen oder sinken. Bei einer stark wachsenden Geschäftsidee müssen beispielsweise zusätzliche Mitarbeiter, Räume oder Vertriebskosten berücksichtigt werden.
Rentabilitätsvorschau in 8 Schritten erstellen
Eine belastbare Rentabilitätsvorschau entsteht aus nachvollziehbaren Einzelannahmen. Beginnen Sie nicht beim gewünschten Gewinn, sondern beim Geschäftsmodell, den Absatzmengen und den realistischen Kosten.
- Produkte und Leistungen definieren: Was soll verkauft werden?
- Absatzmengen planen: Wie viele Einheiten oder Aufträge sind realistisch?
- Preise festlegen: Welche Nettoverkaufspreise können am Markt erzielt werden?
- Nettoumsatz berechnen: Absatzmenge × Nettoverkaufspreis.
- Direkte Kosten planen: Wareneinsatz, Material und Fremdleistungen berücksichtigen.
- Betriebliche Aufwendungen erfassen: Personal, Räume, Marketing, Verwaltung, Versicherungen und weitere Kosten planen.
- Abschreibungen und Finanzierungskosten berücksichtigen: Wertverzehr und Zinsen einbeziehen.
- Ergebnis prüfen: Gewinn, Unternehmerlohn, Reserve und Tragfähigkeit beurteilen.
Die Planung sollte anschließend mit einem ungünstigeren Szenario getestet werden. Wenn bereits ein kleiner Umsatzrückgang zu hohen Verlusten führt, ist die Geschäftsidee empfindlich gegenüber Planabweichungen.
Umsatzplanung realistisch aufbauen
Die Umsatzplanung ist der Ausgangspunkt der Rentabilitätsvorschau und häufig zugleich der unsicherste Teil. Umsatz sollte möglichst aus Mengen und Preisen hergeleitet werden. Statt pauschal 300.000 Euro Jahresumsatz anzusetzen, ist eine nachvollziehbare Rechnung überzeugender.
Beispiel: Ein Beratungsunternehmen plant 18 abrechenbare Tage pro Monat zu durchschnittlich 850 Euro netto. Bei zehn produktiven Monaten ergibt sich ein geplanter Jahresumsatz von 153.000 Euro. Die Umsatzplanung wird dadurch transparenter, weil die zugrunde liegende Kapazität erkennbar ist.
Im Handel können Sie mit Kundenanzahl, durchschnittlichem Warenkorb und Öffnungstagen arbeiten. Bei Abonnements bieten sich Kundenzahl, Preis und Kündigungsquote an. Bei Dienstleistungen sind Auslastung, Stundensatz und abrechenbare Zeit wichtige Treiber.
Nettoumsatzerlöse ohne Umsatzsteuer
Die Nettoumsatzerlöse der Rentabilitätsvorschau werden grundsätzlich ohne Umsatzsteuer geplant. § 277 HGB definiert Umsatzerlöse für Kapitalgesellschaften ebenfalls nach Abzug der Umsatzsteuer und anderer direkt mit dem Umsatz verbundener Steuern. Die Umsatzsteuer ist bei einem vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen im Regelfall kein Ertrag.
Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, finden Sie auf der Bildungsbibel Grundlagen zur Umsatzsteuer. Für die Ertragsplanung ist wichtig, dass Nettoerlöse und Nettokosten konsistent verwendet werden, soweit Vorsteuerabzug möglich ist.
Wareneinsatz und direkte Vorleistungen
Bei Handelsunternehmen gehört der Wareneinsatz zu den zentralen Kostenpositionen der Rentabilitätsvorschau. Er entspricht grundsätzlich dem Wert der Waren zu Einstandspreisen, die der betrachteten Periode wirtschaftlich zuzuordnen sind. Mehr dazu lernen Sie unter Wareneinsatz berechnen.
Bei produzierenden Unternehmen treten Materialeinsatz, Rohstoffe und bezogene Leistungen hinzu. Dienstleistungsunternehmen haben häufig keinen klassischen Wareneinsatz, können aber Fremdleistungen oder projektbezogene Kosten besitzen. Die Planung sollte diese direkten Kosten möglichst getrennt von den allgemeinen Betriebskosten zeigen.
Rohgewinn oder Rohertrag berechnen
Der Rohgewinn beziehungsweise Rohertrag ergibt sich vereinfacht aus Nettoumsatz minus Wareneinsatz beziehungsweise direkten Vorleistungen. Die Kennzahl zeigt, welcher Betrag vor den übrigen betrieblichen Kosten zur Verfügung steht. Weitere Erklärungen finden Sie beim Beitrag Rohgewinn berechnen.
Rohgewinn = Nettoumsatz − Wareneinsatz beziehungsweise direkte Vorleistungen
Bei der Auswertung sollten Sie besonders auf die Rohgewinnmarge achten. Steigt der Umsatz stark, während gleichzeitig der Wareneinsatz überproportional zunimmt, verbessert sich das Ergebnis möglicherweise deutlich weniger als erwartet.
Sonstige betriebliche Erträge berücksichtigen
Neben Umsatzerlösen können in einer Rentabilitätsvorschau weitere betriebliche Erträge vorkommen. Beispiele sind betriebliche Mieterträge, Zuschüsse oder andere regelmäßig erwartbare Erträge. Sie sollten getrennt ausgewiesen werden, damit sichtbar bleibt, welcher Teil des Ergebnisses aus dem eigentlichen Kerngeschäft stammt.
Einmalige Sondereffekte sollten nicht verwendet werden, um ein dauerhaft schwaches Geschäftsmodell künstlich rentabel erscheinen zu lassen. Eine gute Planung macht klar, ob die laufende Geschäftstätigkeit selbst wirtschaftlich tragfähig ist.
Betriebliche Aufwendungen vollständig planen
Nach Rohgewinn und sonstigen betrieblichen Erträgen werden in der Rentabilitätsvorschau die betrieblichen Aufwendungen angesetzt. Dazu gehören alle Kosten, die für die Geschäftstätigkeit entstehen. Vollständigkeit ist wichtig, denn vergessene kleine Kostenpositionen können sich über ein Jahr erheblich summieren.
| Kostenbereich | Typische Positionen |
|---|---|
| Personal | Bruttolöhne, Gehälter, Arbeitgeberanteile, freiwillige Leistungen |
| Räume | Miete, Nebenkosten, Reinigung |
| Fahrzeuge | Leasing, Treibstoff, Versicherung, Wartung |
| Marketing und Vertrieb | Werbung, Plattformen, Provisionen, Reisekosten |
| Verwaltung | Bürobedarf, Software, Telefon, Porto |
| Beratung | Buchführung, Steuerberatung, Rechtsberatung |
| Versicherungen | betriebliche Versicherungen und Beiträge |
| Instandhaltung | Wartung und Reparaturen |
| Finanzierung | Zinsaufwendungen und weitere Finanzierungskosten |
Die Ertragsrechnung sollte nur betriebliche Kosten enthalten. Private Krankenversicherung, private Altersvorsorge und Lebenshaltungskosten eines Einzelunternehmers sind keine gewöhnlichen Betriebsausgaben der Ertragsrechnung. Sie werden anschließend bei der Frage berücksichtigt, ob der erwirtschaftete Gewinn die private Existenz tragen kann.
Kosten für Buchführung und Steuerberater gehören dagegen zu den betrieblichen Aufwendungen, soweit sie betrieblich veranlasst sind.
Personalkosten nicht zu niedrig ansetzen
Personalkosten bestehen in der Rentabilitätsvorschau nicht nur aus Bruttogehältern. Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, freiwillige soziale Leistungen, gegebenenfalls Sonderzahlungen und weitere personalbezogene Kosten müssen berücksichtigt werden.
Bei geplantem Wachstum sollte die Planung außerdem abbilden, ab welchem Umsatz zusätzliche Mitarbeiter erforderlich sind. Es wäre unrealistisch, eine Verdopplung des Umsatzes anzunehmen, während Personal- und Kapazitätskosten unverändert bleiben, wenn das Geschäftsmodell zusätzliche Arbeitsleistung benötigt.
Abschreibungen gehören in die Rentabilitätsrechnung
Abschreibungen sind in einer Rentabilitätsvorschau als Aufwand zu berücksichtigen. Sie bilden den planmäßigen Wertverzehr langfristig genutzter Vermögensgegenstände ab. Dies ist ein wichtiger Unterschied zur Liquiditätsplanung, denn die Abschreibung selbst verursacht in der jeweiligen Periode keine erneute Auszahlung.
Die IHK Region Stuttgart führt Abschreibungen ausdrücklich als eigenen Kostenblock in der Rentabilitätsplanung auf. Auch § 275 HGB weist Abschreibungen in der Gewinn- und Verlustrechnung als eigenen Aufwandsposten aus. Grundlagen zur Berechnung finden Sie im Beitrag zur Abschreibung.
Die Planung sollte deshalb beispielsweise die jährliche Abschreibung einer Geschäftsausstattung berücksichtigen, während der vollständige Kaufpreis im Investitions- und Liquiditätsplan zum tatsächlichen Zahlungszeitpunkt erscheint.
Zinsen berücksichtigen, Tilgung getrennt behandeln
Zinsaufwendungen für einen Kredit gehören in die Rentabilitätsvorschau. Die Rückzahlung des Darlehensbetrags selbst, also die Tilgung, ist dagegen kein Aufwand der Rentabilitätsrechnung. Sie ist jedoch liquiditätswirksam und muss im Liquiditätsplan berücksichtigt werden.
Diese Trennung ist besonders für kreditfinanzierte Gründungen wichtig. Eine Rentabilitätsvorschau kann einen positiven Gewinn zeigen, während hohe Tilgungsraten die Zahlungsfähigkeit belasten. Banken betrachten deshalb neben der Rentabilität auch die Kapitaldienstfähigkeit.
Betriebsergebnis richtig berechnen
Das Betriebsergebnis der Rentabilitätsvorschau ergibt sich vereinfacht aus den betrieblichen Erträgen abzüglich aller betriebsbezogenen Aufwendungen einschließlich Abschreibungen und der im Schema berücksichtigten Finanzierungskosten. Das konkrete Schema kann je nach Rechtsform, Zweck der Planung und verwendeter Vorlage unterschiedlich detailliert sein.
Vereinfachtes Schema: Nettoumsatz − direkte Vorleistungen + sonstige betriebliche Erträge − betriebliche Aufwendungen − Abschreibungen − Zinsaufwendungen = geplantes Ergebnis
Die Rentabilitätsvorschau sollte dabei klar erkennen lassen, ob das Ergebnis vor oder nach bestimmten Steuern ausgewiesen wird. Gerade bei der Existenzgründung ist es besser, ein transparentes Schema mit eindeutigen Zwischensummen zu verwenden, als unterschiedliche Begriffe wie Betriebsergebnis, Gewinn und verfügbares Einkommen miteinander zu vermischen.
Steuern und Rechtsform richtig einordnen
Welche Steuern in einer Rentabilitätsvorschau wie behandelt werden, hängt unter anderem von der Rechtsform ab. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften wird der Unternehmensgewinn grundsätzlich dem Unternehmer beziehungsweise den Gesellschaftern zugerechnet und unterliegt der Einkommensteuer. Bei Kapitalgesellschaften spielen unter anderem Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer eine Rolle.
Eine Rentabilitätsvorschau für einen Businessplan sollte deshalb nicht pauschal Einkommensteuer, Gewerbesteuer und private Versicherungen als gleichartige betriebliche Aufwendungen zusammenfassen. Klären Sie bei steuerlich relevanten Detailfragen mit Ihrem Steuerberater, welche Positionen in Ihrem Planungsschema betrieblich und welche privat zu behandeln sind.
Besonders wichtig ist der Unternehmerlohn: Bei einem Einzelunternehmen ist der eigene Unternehmerlohn grundsätzlich keine abzugsfähige Betriebsausgabe wie das Gehalt eines angestellten Mitarbeiters. Bei einer GmbH oder UG kann ein angemessenes Geschäftsführergehalt dagegen Personalkosten des Unternehmens darstellen. Die Rentabilitätsvorschau sollte diese Unterschiede berücksichtigen.
Unternehmerlohn und private Lebenshaltung
Für Einzelunternehmer und Personengesellschaften reicht es nicht, wenn die Rentabilitätsvorschau lediglich einen kleinen positiven Gewinn ausweist. Der Gewinn muss langfristig auch die private Lebenshaltung, soziale Absicherung und persönliche Vorsorge ermöglichen.
Die IHK Region Stuttgart fasst den Grundgedanken vereinfacht so zusammen: Umsatz minus Kosten ergibt Gewinn, und dieser Gewinn sollte die persönlichen Lebenshaltungskosten tragen können. Das Existenzgründungsportal weist ebenfalls darauf hin, dass das Betriebsergebnis bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften einen Unternehmerlohn und eine Reserve ermöglichen sollte.
| Private Position | Beispiel | Einordnung |
|---|---|---|
| Wohnen | Miete oder private Kreditrate | private Lebenshaltung |
| Lebensmittel und Haushalt | monatliche Haushaltskosten | private Lebenshaltung |
| Krankenversicherung | private Krankenversicherung | private Absicherung, sofern nicht betrieblich als Arbeitgeberaufwand |
| Altersvorsorge | private Rentenversicherung | private Vorsorge |
| Steuern | persönliche Einkommensteuer | separat aus Gewinn und persönlicher Situation ableiten |
Eine Rentabilitätsvorschau wird dadurch zu einer Tragfähigkeitsprüfung: Nicht nur das Unternehmen soll einen Gewinn erzielen, sondern die Selbstständigkeit sollte wirtschaftlich genügend Mittel für Unternehmer, Steuern, Vorsorge und Reserven erwirtschaften.
Mindestumsatz und Break-even ableiten
Aus der Rentabilitätsvorschau lässt sich auch ableiten, welcher Umsatz mindestens erforderlich ist, damit die geplanten Kosten gedeckt werden. Dieser Punkt wird häufig als Break-even oder Gewinnschwelle bezeichnet. Dafür müssen fixe und variable Kosten getrennt betrachtet werden.
Beispiel: Ein Unternehmen erzielt je 100 Euro Nettoumsatz nach Wareneinsatz und anderen umsatzabhängigen Kosten einen Deckungsbeitrag von 60 Euro. Die jährlichen fixen Kosten betragen 120.000 Euro. Dann werden vereinfacht 200.000 Euro Nettoumsatz benötigt, um die Fixkosten zu decken. Erst darüber entsteht ein positiver Beitrag zum Gewinn.
Die Rentabilitätsvorschau wird dadurch zu einem Steuerungsinstrument: Sie zeigt nicht nur ein Jahresergebnis, sondern lässt erkennen, welche Absatzmenge und welcher Umsatz nötig sind, damit sich das Geschäftsmodell trägt.
Beispiel für drei Geschäftsjahre
Das folgende vereinfachte Beispiel zeigt eine Rentabilitätsvorschau für ein kleines Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Alle Werte sind Nettobeträge und dienen ausschließlich zur Veranschaulichung.
| Position | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz | 240.000 € | 300.000 € | 360.000 € |
| Wareneinsatz / direkte Vorleistungen | 72.000 € | 87.000 € | 102.000 € |
| Rohgewinn | 168.000 € | 213.000 € | 258.000 € |
| Personalkosten | 58.000 € | 72.000 € | 88.000 € |
| Raumkosten | 24.000 € | 25.000 € | 26.000 € |
| Marketing / Vertrieb | 15.000 € | 18.000 € | 21.000 € |
| Verwaltung / Versicherungen / Beratung | 22.000 € | 24.000 € | 26.000 € |
| Abschreibungen | 12.000 € | 13.000 € | 14.000 € |
| Zinsaufwendungen | 7.000 € | 6.000 € | 5.000 € |
| Geplantes Ergebnis vor weiteren Steuern | 30.000 € | 55.000 € | 78.000 € |
Die Rentabilitätsvorschau zeigt im Beispiel einen steigenden Gewinn. Die Entwicklung ist jedoch nur plausibel, wenn der Umsatzanstieg begründet werden kann und die zusätzlichen Kosten realistisch erfasst sind. Ein höherer Umsatz ohne entsprechenden Anstieg bei Personal, Marketing oder Kapazitäten wäre in vielen Geschäftsmodellen unglaubwürdig.
Beispiel richtig interpretieren
Im ersten Jahr beträgt die geplante Ergebnismarge 12,5 Prozent des Nettoumsatzes. Im dritten Jahr steigt sie auf rund 21,7 Prozent. Eine solche Verbesserung kann möglich sein, wenn Skaleneffekte entstehen und fixe Kosten langsamer wachsen als der Umsatz. Die Rentabilitätsvorschau sollte aber erklären, warum diese Entwicklung realistisch ist.
Bei einem Einzelunternehmen wäre anschließend zu prüfen, ob 30.000 Euro Gewinn im ersten Jahr nach persönlichen Steuern und Vorsorge für die private Lebenshaltung ausreichen. Für eine Bank wäre zusätzlich wichtig, ob Zins und Tilgung im Liquiditätsplan getragen werden können.
Best Case, Basis und Worst Case rechnen
Eine Rentabilitätsvorschau basiert auf Annahmen. Deshalb sollten Sie besonders unsichere Größen in Szenarien verändern. Damit erkennen Sie, ob die Geschäftsidee auch dann tragfähig bleibt, wenn Umsatz geringer oder Kosten höher ausfallen als erwartet.
| Szenario | Beispielannahme | Nutzen |
|---|---|---|
| Best Case | Umsatz +10 %, Kosten weitgehend planmäßig | zeigt Potenzial bei günstiger Entwicklung |
| Basis | realistisch begründete Hauptplanung | zentrale Entscheidungsgrundlage |
| Worst Case | Umsatz −15 %, Wareneinsatz und Fixkosten unverändert oder höher | zeigt Risikotragfähigkeit und Reserven |
Verändern Sie in der Rentabilitätsvorschau nicht alle Werte gleichzeitig ohne Begründung. Besonders sinnvoll sind Sensitivitätsfragen wie: Was passiert, wenn die Absatzmenge zehn Prozent niedriger ist? Wie wirkt sich ein höherer Wareneinsatz aus? Ab welchem Umsatz entsteht ein Verlust?
Annahmen dokumentieren und belegen
Eine Rentabilitätsvorschau ist nur so gut wie ihre Annahmen. Banken und Beratungsstellen interessieren sich deshalb häufig stärker für die Herleitung als für eine scheinbar präzise Zahl. Dokumentieren Sie, woher Preise, Absatzmengen und Kosten stammen.
- Angebote und Preislisten für Investitionen oder Dienstleistungen,
- Mietangebote und Nebenkosten,
- Tarif- oder Gehaltswerte für Personal,
- Lieferantenangebote für Material und Waren,
- Marktdaten und Branchenvergleiche,
- bestehende Kundenanfragen oder Aufträge,
- Erfahrungswerte aus einer bisherigen Tätigkeit,
- realistische Kapazitätsgrenzen des Unternehmens.
Die Rentabilitätsvorschau sollte besonders bei starkem Wachstum erklären, welche zusätzlichen Ressourcen notwendig sind. Wenn mehr Umsatz neue Mitarbeiter, Lagerfläche oder Fahrzeuge erfordert, gehören diese Folgekosten ebenfalls in die Planung.
Bedeutung für Kredit und Fördermittel
Bei einem Kredit für Selbstständige oder einer Förderung kann die Rentabilitätsvorschau ein wichtiger Bestandteil des Businessplans sein. Kapitalgeber möchten erkennen, ob das Unternehmen genügend Ertrag erwirtschaften kann, um dauerhaft tragfähig zu sein.
Bei Fremdfinanzierung reicht die Rentabilitätsvorschau allein allerdings nicht. Die Bank betrachtet zusätzlich Kapitalbedarf, Eigenkapital, Sicherheiten und Liquidität. Die Fähigkeit, Zinsen und Tilgung aus dem laufenden Geschäft zu bedienen, wird häufig als Kapitaldienstfähigkeit bezeichnet.
Weitere Grundlagen finden Sie zu Gründungsdarlehen und Förderkrediten sowie zum Investitionskredit für Unternehmen.
Plan-Ist-Vergleich nach der Gründung
Die Rentabilitätsvorschau ist nicht nur vor der Gründung nützlich. Nach dem Start können Sie geplante Umsätze und Kosten mit den tatsächlichen Ergebnissen vergleichen. Dadurch sehen Sie früh, an welchen Stellen das Geschäftsmodell von den Erwartungen abweicht.
| Position | Plan | Ist | Frage bei Abweichung |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz | 25.000 € | 21.500 € | Absatzmenge, Preis oder Auslastung niedriger? |
| Wareneinsatz | 7.500 € | 7.800 € | Einkaufspreise oder Schwund höher? |
| Personalkosten | 6.000 € | 6.000 € | Plan bestätigt? |
| Marketing | 1.200 € | 1.900 € | Einmalkosten oder dauerhaft höher? |
Passen Sie die Rentabilitätsvorschau anschließend rollierend an. Wenn sich zeigt, dass bestimmte Kosten dauerhaft höher sind, sollte die Zukunftsplanung nicht weiter mit den alten Werten rechnen. Gleiches gilt für Umsatz, Preise und Margen.
Kennzahlen zur Auswertung sinnvoll ergänzen
Der geplante Jahresgewinn allein beantwortet nicht jede wirtschaftliche Frage. Für die Beurteilung können zusätzliche Kennzahlen helfen, insbesondere wenn Sie mehrere Jahre oder unterschiedliche Geschäftsmodelle vergleichen. Besonders einfach ist die Umsatzrendite. Sie zeigt, welcher Anteil des Nettoumsatzes nach Abzug der berücksichtigten Kosten als Ergebnis verbleibt.
Umsatzrendite in Prozent = Gewinn ÷ Nettoumsatz × 100
Erwirtschaftet ein Unternehmen beispielsweise bei 300.000 Euro Nettoumsatz einen Gewinn von 45.000 Euro, beträgt die Umsatzrendite 15 Prozent. Eine solche Kennzahl lässt sich jedoch nicht pauschal als gut oder schlecht einstufen. Handelsunternehmen, Dienstleister und kapitalintensive Betriebe besitzen unterschiedliche Kostenstrukturen und typische Margen.
Betrachten Sie deshalb neben der Marge auch die absolute Höhe des Gewinns, die Entwicklung über mehrere Jahre und den notwendigen Kapitaleinsatz. Ein Geschäft kann eine hohe prozentuale Marge besitzen und trotzdem zu wenig absoluten Gewinn erwirtschaften, um Unternehmerlohn und Investitionen zu tragen. Umgekehrt kann ein Unternehmen mit niedrigerer Marge bei hohem Umsatz wirtschaftlich sehr tragfähig sein.
Handel, Dienstleistung und Produktion unterschiedlich planen
Die Struktur der Ertragsplanung sollte zum Geschäftsmodell passen. Ein Händler benötigt eine detaillierte Planung von Einkaufswert, Verkaufspreis und Handelsspanne. Bei einem Dienstleister stehen dagegen verfügbare Arbeitszeit, Auslastung, Stundensatz und Personalkosten stärker im Vordergrund. Produzierende Unternehmen müssen zusätzlich Material, Fertigung, Ausschuss, Lager und Kapazitäten berücksichtigen.
| Geschäftsmodell | Besonders wichtige Planungsgrößen |
|---|---|
| Handel | Absatzmenge, Verkaufspreis, Wareneinsatz, Handelsspanne, Lager |
| Dienstleistung | abrechenbare Zeit, Auslastung, Stundensatz, Personal |
| Produktion | Material, Fertigungsmenge, Maschinenkapazität, Ausschuss, Personal |
| Abonnement | Kundenzahl, monatlicher Preis, Kündigungsquote, Akquisitionskosten |
Eine gute Planung bildet deshalb nicht nur allgemeine Kostenarten ab, sondern die wirtschaftlichen Treiber des jeweiligen Unternehmens. Je genauer diese Treiber nachvollziehbar sind, desto leichter lassen sich Abweichungen später erklären und Gegenmaßnahmen ableiten.
10 typische Fehler vermeiden
| Fehler | Warum problematisch? | Besser |
|---|---|---|
| Umsatz ohne Mengen- und Preisannahmen | Plan ist nicht nachvollziehbar | Umsatztreiber offenlegen |
| Umsatzsteuer als Ertrag behandeln | Umsatz wird zu hoch dargestellt | Nettowerte verwenden |
| Wareneinsatz zu niedrig | Rohgewinn wird überschätzt | Lieferantenpreise und Margen prüfen |
| Arbeitgeberkosten vergessen | Personalkosten zu gering | Lohnnebenkosten einplanen |
| Abschreibungen weglassen | Ergebnis wird zu positiv | Wertverzehr berücksichtigen |
| Tilgung als Aufwand behandeln | Rentabilität wird verfälscht | Tilgung im Liquiditätsplan führen |
| Privatausgaben als Betriebskosten mischen | Ertragsrechnung wird unklar | Unternehmerlohn und Privathaushalt separat prüfen |
| jedes Jahr pauschal wachsen | Entwicklung nicht begründet | Wachstum mit Kapazität und Markt erklären |
| keine Reserve einplanen | Tragfähigkeit zu optimistisch | Gewinnmarge und Rücklagenbedarf prüfen |
| Plan nach Gründung nicht aktualisieren | alte Annahmen bleiben bestehen | regelmäßig Plan-Ist vergleichen |
Eine Rentabilitätsvorschau soll keine Wunschrechnung sein. Konservative, nachvollziehbare Annahmen sind für die eigene Unternehmenssteuerung meist wertvoller als besonders hohe Gewinnprognosen.
Checkliste für eine belastbare Planung
- Sind Absatzmengen und Preise nachvollziehbar hergeleitet?
- Werden Umsatzerlöse ohne Umsatzsteuer geplant?
- Sind Wareneinsatz beziehungsweise direkte Vorleistungen vollständig?
- Sind Arbeitgeberanteile in den Personalkosten enthalten?
- Sind Miete, Marketing, Versicherungen, Verwaltung und Beratung realistisch?
- Werden Abschreibungen berücksichtigt?
- Sind Kreditzinsen enthalten und Tilgungen richtig getrennt?
- Wird die Rechtsform bei Unternehmerlohn und Steuern berücksichtigt?
- Reicht der Gewinn für private Lebenshaltung und Vorsorge?
- Ist eine Reserve möglich?
- Sind die Annahmen für mindestens drei Geschäftsjahre begründet?
- Gibt es ein realistisches Worst-Case-Szenario?
- Ist die Rentabilitätsvorschau mit Liquiditäts- und Finanzierungsplanung abgestimmt?
Häufige Fragen zur Rentabilitätsplanung
Was ist eine Rentabilitätsvorschau?
Eine Rentabilitätsvorschau stellt die erwarteten Erträge und Aufwendungen eines zukünftigen Zeitraums gegenüber. Ziel ist zu ermitteln, ob das Unternehmen voraussichtlich Gewinn erwirtschaftet und wirtschaftlich tragfähig sein kann.
Für welchen Zeitraum wird sie erstellt?
Bei einer Existenzgründung umfasst die Rentabilitätsvorschau häufig drei Geschäftsjahre. Je nach Kreditgeber, Förderprogramm oder Unternehmenssituation können zusätzliche Zeiträume verlangt oder sinnvoll sein.
Wird die Umsatzsteuer berücksichtigt?
Die Rentabilitätsvorschau arbeitet bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen grundsätzlich mit Nettoumsätzen und entsprechenden Nettokosten. Umsatzsteuer gehört dagegen in die Liquiditätsplanung, wenn sie tatsächlich gezahlt oder erstattet wird.
Gehören Abschreibungen hinein?
Ja. Abschreibungen sind Aufwand und gehören in die Rentabilitätsvorschau. Sie sind zwar nicht im selben Zeitraum zahlungswirksam, bilden aber den wirtschaftlichen Wertverzehr der langfristig genutzten Vermögensgegenstände ab.
Gehört die Kredittilgung hinein?
Nein. Die Tilgung eines Darlehens ist kein Aufwand der Rentabilitätsvorschau, sondern wird im Liquiditätsplan berücksichtigt. Zinsaufwendungen gehören dagegen in die Ertragsrechnung.
Gehören private Versicherungen zu den Betriebskosten?
Private Lebenshaltung und persönliche Versicherungen eines Einzelunternehmers sollten nicht mit den betrieblichen Aufwendungen der Rentabilitätsvorschau vermischt werden. Sie werden anschließend bei der Frage berücksichtigt, ob der Gewinn für Unternehmerlohn, private Kosten und Vorsorge ausreicht.
Wie hoch sollte der Gewinn sein?
Es gibt keinen allgemeingültigen Mindestgewinn. Die Rentabilitätsvorschau sollte bei Einzelunternehmen mindestens erkennen lassen, dass die Selbstständigkeit langfristig private Lebenshaltung, soziale Absicherung, Steuern und eine angemessene Reserve ermöglichen kann. Zusätzlich hängt ein ausreichender Gewinn von Branche, Kapitalbedarf und Risiko ab.
Warum braucht eine Bank die Rentabilitätsplanung?
Mit der Rentabilitätsvorschau kann eine Bank beurteilen, ob das Geschäftsmodell unter den Planannahmen ausreichend Ertrag erwirtschaftet. Zusätzlich werden jedoch Liquidität, Kapitalbedarf, Eigenmittel, Sicherheiten und Kapitaldienst betrachtet.
Ist die Vorschau nach der Gründung noch sinnvoll?
Ja. Eine Rentabilitätsvorschau kann laufend als Soll-Plan verwendet werden. Durch Plan-Ist-Vergleiche erkennen Sie, ob Umsatz, Kosten und Ergebnis von den Erwartungen abweichen und ob Gegenmaßnahmen erforderlich sind.
Fazit: Gewinn realistisch planen statt Wunschzahlen einsetzen
Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob eine Geschäftsidee wirtschaftlich funktionieren kann. Dafür werden Nettoumsätze, Wareneinsatz, sonstige Vorleistungen, betriebliche Kosten, Abschreibungen und Finanzierungskosten nachvollziehbar geplant.
Besonders wichtig ist die Trennung zur Liquiditätsrechnung. Die Rentabilitätsvorschau betrachtet Erträge und Aufwendungen, während die Liquiditätsplanung tatsächliche Geldzuflüsse und Geldabflüsse erfasst. Beide Rechnungen müssen zusammenpassen, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften sollte der erwartete Gewinn zusätzlich darauf geprüft werden, ob er Unternehmerlohn, persönliche Lebenshaltung, Vorsorge, Steuern und eine Reserve tragen kann. Bei Kapitalgesellschaften sind Geschäftsführergehalt und Unternehmenssteuern entsprechend der Rechtsform anders einzuordnen.
Die Bildungsbibel empfiehlt folgende Reihenfolge: Umsatz aus Mengen und Preisen herleiten, direkte Kosten berechnen, betriebliche Aufwendungen vollständig planen, Abschreibungen und Zinsen berücksichtigen, Gewinn mit Unternehmerlohn und Reserve vergleichen und die Planung regelmäßig mit Ist-Zahlen überprüfen.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie die Rentabilitätsvorschau und den Finanzplan weiter vertiefen möchten, finden Sie hier passende Inhalte und Quellen:
- Gründungsdarlehen und Förderkredit für die Existenzgründung.
- Investitionskredit, Kredit oder Darlehen für Unternehmen und Selbstständige.
- Liquiditätsplan oder Liquiditätsrechnung als weiterer Bestandteil des Businessplans.
- Weiterbildung im Rechnungswesen sowie Informationen zu Studium, MBA, Fernkurs und Fernstudium.
- Weitere Informationen der IHK Region Stuttgart zur Rentabilitätsplanung.
- Existenzgründungsportal – Checkliste für die Rentabilitätsplanung.
- IHK Schwerin – Ertragsvorschau und Abgrenzung zur Liquiditätsplanung.

