Differenzkalkulation Schema, Gewinn, Verlust berechnen, Vorlage & Beispiel

WeiterbildungOnline lernenKalkulationsverfahren – Differenzkalkulation: Schema, Gewinn, Verlust, Beispiel und Excel Vorlage

Die Differenzkalkulation zeigt, welcher Gewinn oder Verlust bei einem gegebenen Einkaufs- und Verkaufspreis verbleibt. Im Handel wird dafür vom Listeneinkaufspreis bis zu den Selbstkosten vorwärts und vom Listenverkaufspreis bis zum Barverkaufspreis rückwärts gerechnet. Die Differenz zwischen Barverkaufspreis und Selbstkosten ergibt anschließend den Stückgewinn oder Stückverlust.

Auf der Bildungsbibel lernen Sie die Differenzkalkulation Schritt für Schritt mit einem vollständigen Zahlenbeispiel. Sie erhalten Formeln, ein Kalkulationsschema, Hinweise zu Rabatt, Skonto, Bezugskosten, Handlungskosten, Gewinnzuschlag und Handelsspanne sowie eine Excel Vorlage zum kostenlosen Download.

Differenzkalkulation, Kalkulationsschema, Handelskalkulation, Gewinn und Verlust berechnen lernen.
Differenzkalkulation im Handel mit Vorwärts- und Rückwärtsrechnung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Differenzkalkulation wird eingesetzt, wenn Einkaufs- und Verkaufspreis weitgehend vorgegeben sind und geprüft werden soll, welcher Gewinn oder Verlust verbleibt.
  • Vom Listeneinkaufspreis wird bis zu den Selbstkosten vorwärts gerechnet.
  • Vom Listenverkaufspreis wird bis zum Barverkaufspreis rückwärts gerechnet.
  • Gewinn oder Verlust ergibt sich aus: Barverkaufspreis minus Selbstkosten.
  • Ist der Barverkaufspreis höher als die Selbstkosten, entsteht ein Gewinn. Ist er niedriger, entsteht ein Verlust.
  • Der Gewinnzuschlag wird auf Basis der Selbstkosten berechnet.
  • Gewinnzuschlag und Gewinnspanne sind nicht dasselbe und sollten nicht verwechselt werden.
  • Ein positiver Stückgewinn allein beweist noch keine Rentabilität des gesamten Unternehmens oder Sortiments.

Was ist eine Differenzkalkulation?

Die Differenzkalkulation ist ein Verfahren der Handelskalkulation. Sie kommt besonders dann zum Einsatz, wenn der Einkaufspreis durch den Lieferanten und der erzielbare Verkaufspreis durch Markt, Wettbewerb oder Preisstrategie bereits weitgehend feststehen. Das Unternehmen möchte wissen, ob zwischen beiden Seiten noch ein ausreichender Gewinn verbleibt.

Im Unterschied zur reinen Vorwärtskalkulation wird nicht einfach vom Einkaufspreis bis zu einem gewünschten Verkaufspreis gerechnet. Ebenso wird nicht ausschließlich rückwärts vom Verkaufspreis auf einen maximal möglichen Einkaufspreis geschlossen. Die Differenzkalkulation verbindet beide Richtungen.

Die fachliche Grundidee wird auch im Unterrichtsmaterial des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg beschrieben: Vom Einkaufspreis wird bis zu den Selbstkosten vorwärts gerechnet, vom vorgegebenen Verkaufspreis bis zum Barverkaufspreis rückwärts. Die verbleibende Differenz zeigt den Gewinn in Euro.

Wann wird das Verfahren eingesetzt?

Die Differenzkalkulation ist besonders nützlich, wenn ein Händler den Marktpreis nicht beliebig erhöhen kann. Der Kunde akzeptiert beispielsweise maximal 200,00 € netto für ein Produkt. Gleichzeitig bietet der Lieferant die Ware zu einem bestimmten Listeneinkaufspreis an. Zwischen diesen beiden Marktgrößen muss das Unternehmen mit seinen Kosten und Preisnachlässen wirtschaften.

  • Der Lieferant gibt einen festen oder nur begrenzt verhandelbaren Einkaufspreis vor.
  • Der Markt begrenzt den erzielbaren Verkaufspreis.
  • Rabatt und Skonto müssen berücksichtigt werden.
  • Die Handlungskosten sind aus der Kostenrechnung bekannt.
  • Das Unternehmen möchte den tatsächlich verbleibenden Stückgewinn ermitteln.

Damit beantwortet die Differenzkalkulation eine zentrale Frage: Reicht die Differenz zwischen dem kalkulierten Barverkaufspreis und den Selbstkosten aus?

Das vollständige Kalkulationsschema

Vorwärts vom EinkaufRechnungRückwärts vom Verkauf
ListeneinkaufspreisListenverkaufspreis netto
– Liefererrabatt– Kundenrabatt
= Zieleinkaufspreis= Zielverkaufspreis
– Liefererskonto– Kundenskonto / Provision
= Bareinkaufspreis= Barverkaufspreis
+ Bezugskosten
= Bezugspreis
+ Handlungskosten
= Selbstkosten← Differenz →Barverkaufspreis
Barverkaufspreis – Selbstkosten = Gewinn oder Verlust

Dieses Schema ist das Herzstück der Differenzkalkulation. Wichtig ist, dass Einkaufs- und Verkaufsseite bis zu vergleichbaren Kalkulationsstufen gerechnet werden. Erst Barverkaufspreis und Selbstkosten werden miteinander verglichen.

Vollständiges Beispiel Schritt für Schritt

Im folgenden Beispiel beträgt der Listeneinkaufspreis 130,00 €. Der Lieferer gewährt 30 % Rabatt und 3 % Skonto. Die Bezugskosten betragen 3,00 € pro Stück und der Handlungskostenzuschlag 26 %. Auf der Verkaufsseite kann das Produkt zu einem Listenverkaufspreis von 200,00 € netto angeboten werden. Der Kunde erhält 30 % Rabatt. Kundenskonto und Vertreterprovision betragen zusammen 4 % des Zielverkaufspreises.

Vorwärts bis zu den Selbstkosten kalkulieren

1. Listeneinkaufspreis

Der Listeneinkaufspreis ist der Ausgangspreis des Lieferanten. Er kann beispielsweise in einer Preisliste oder einem Katalog stehen. Individuelle Rabatte und Skonti sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht berücksichtigt.

Beispiel: Der Listeneinkaufspreis beträgt 130,00 €.

2. Liefererrabatt

Der Liefererrabatt ist ein Preisnachlass auf den Listeneinkaufspreis. Er kann beispielsweise als Mengenrabatt, Wiederverkäuferrabatt oder individuell ausgehandelter Nachlass gewährt werden. Mehr über Rabatt, Skonto und Bonus erfahren Sie ebenfalls auf der Bildungsbibel.

  • Formel: Listeneinkaufspreis × Rabattsatz ÷ 100 = Liefererrabatt
  • Rechnung: 130,00 € × 30 ÷ 100 = 39,00 €

3. Zieleinkaufspreis

Der Zieleinkaufspreis entsteht nach Abzug des Liefererrabatts. Er entspricht dem Preis, der innerhalb des normalen Zahlungsziels zu zahlen wäre, wenn kein Skonto genutzt wird.

  • Formel: Listeneinkaufspreis – Liefererrabatt = Zieleinkaufspreis
  • Rechnung: 130,00 € – 39,00 € = 91,00 €

4. Liefererskonto

Der Liefererskonto ist ein Preisnachlass für frühzeitige Zahlung. Wird beispielsweise vereinbart „3 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen“, darf der Kunde bei fristgerechter Zahlung 3 % vom Zieleinkaufspreis abziehen. Weitere Informationen finden Sie beim Skonto im Einkauf.

  • Formel: Zieleinkaufspreis × Skontosatz ÷ 100 = Liefererskonto
  • Rechnung: 91,00 € × 3 ÷ 100 = 2,73 €

Wichtig: Das Ergebnis 2,73 € ist der Skontobetrag. Erst nach seinem Abzug entsteht der Bareinkaufspreis.

5. Bareinkaufspreis

  • Formel: Zieleinkaufspreis – Liefererskonto = Bareinkaufspreis
  • Rechnung: 91,00 € – 2,73 € = 88,27 €

Der Bareinkaufspreis beträgt damit 88,27 €.

6. Bezugskosten

Zu den Bezugskosten zählen beispielsweise Fracht, Zoll, Verpackung oder eine Transportversicherung. Sie werden zum Bareinkaufspreis addiert.

Beispiel: Die Bezugskosten betragen 3,00 € pro Stück.

7. Bezugspreis oder Einstandspreis

Der Bezugspreis beziehungsweise Einstandspreis zeigt, welchen Wert die Ware nach Berücksichtigung der Beschaffungsnebenkosten besitzt.

  • Formel: Bareinkaufspreis + Bezugskosten = Bezugspreis
  • Rechnung: 88,27 € + 3,00 € = 91,27 €

8. Handlungskosten

Handlungskosten entstehen durch die eigentliche Handelstätigkeit. Dazu zählen beispielsweise Personal, Miete, Lager, Verwaltung, Energie, Vertrieb und weitere Gemeinkosten. Sie werden häufig über einen Handlungskostenzuschlag auf den Bezugspreis verrechnet.

Der Handlungskostenzuschlag ist ein Prozentsatz auf den Bezugspreis.

  • Formel: Bezugspreis × Handlungskostenzuschlag ÷ 100 = Handlungskosten
  • Rechnung: 91,27 € × 26 ÷ 100 = 23,73 € gerundet

Rechnerisch ergeben sich 23,7302 €. Bei Rundung auf Cent sind das 23,73 €. Damit ergibt sich im nächsten Schritt ein glatter Selbstkostenwert von 115,00 €.

9. Selbstkosten

Die Selbstkosten umfassen im Handelsunternehmen den Bezugspreis der Ware zuzüglich der zugerechneten Handlungskosten. Sie stellen damit die gesamten kalkulatorisch berücksichtigten Kosten pro Einheit dar und nicht lediglich die Vertriebskosten.

  • Formel: Bezugspreis + Handlungskosten = Selbstkosten
  • Rechnung: 91,27 € + 23,73 € = 115,00 €

Die Selbstkosten betragen damit 115,00 €. Dieser Wert bildet die Kostenseite der Differenzkalkulation.

Rückwärts bis zum Barverkaufspreis kalkulieren

Nun wird die Verkaufsseite berechnet. Ausgangspunkt ist der am Markt erzielbare Listenverkaufspreis netto. Die Rückwärtskalkulation zieht Kundenrabatt, Skonto und gegebenenfalls Vertreterprovision ab.

10. Listenverkaufspreis netto

Der Listenverkaufspreis ist im Beispiel bereits vorgegeben und beträgt 200,00 € netto. In der Differenzkalkulation kann dieser Wert beispielsweise aus der Marktbeobachtung, einer Preisvorgabe oder einem wettbewerbsfähigen Angebot entstehen.

Bei Angeboten an Verbraucher ist zu beachten, dass die Preisangabenverordnung grundsätzlich die Angabe des Gesamtpreises einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile verlangt. Die interne Handelskalkulation kann dennoch mit Nettowerten durchgeführt werden.

11. Kundenrabatt

Der Kundenrabatt wird bei der Rückrechnung vom vorgegebenen Listenverkaufspreis abgezogen. Im Beispiel erhält der Kunde 30 % Rabatt.

  • Formel: Listenverkaufspreis × Rabattsatz ÷ 100 = Kundenrabatt
  • Rechnung: 200,00 € × 30 ÷ 100 = 60,00 €

Damit verbleiben nach dem Rabatt 70 % des Listenverkaufspreises.

12. Zielverkaufspreis

  • Formel: Listenverkaufspreis – Kundenrabatt = Zielverkaufspreis
  • Rechnung: 200,00 € – 60,00 € = 140,00 €

Der Zielverkaufspreis beträgt 140,00 €.

13. Kundenskonto und Vertreterprovision

Kundenskonto ist ein Preisnachlass für frühzeitige Zahlung. Mehr zur buchhalterischen Behandlung finden Sie beim Skonto im Verkauf. Im Beispiel werden Kundenskonto und Vertreterprovision zusammen mit 4 % des Zielverkaufspreises berücksichtigt.

  • Formel: Zielverkaufspreis × (Skontosatz + Provisionssatz) ÷ 100 = Abzugsbetrag
  • Rechnung: 140,00 € × 4 ÷ 100 = 5,60 €

Wenn Skonto und Provision unterschiedliche Bemessungsgrundlagen besitzen, müssen sie getrennt gerechnet werden. Für das vorliegende Lernbeispiel wird dieselbe Basis verwendet.

14. Barverkaufspreis

  • Formel: Zielverkaufspreis – Kundenskonto – Provision = Barverkaufspreis
  • Rechnung: 140,00 € – 5,60 € = 134,40 €

Der Barverkaufspreis beträgt damit 134,40 €. Er bildet die Erlösseite der Differenzkalkulation.

Gewinn oder Verlust berechnen

Jetzt werden die beiden zentralen Werte miteinander verglichen: Barverkaufspreis und Selbstkosten. Diese Differenz zeigt den kalkulatorischen Gewinn oder Verlust pro Stück.

  • Formel: Barverkaufspreis – Selbstkosten = Gewinn oder Verlust
  • Rechnung: 134,40 € – 115,00 € = 19,40 € Gewinn

Die Differenzkalkulation ergibt damit einen Stückgewinn von 19,40 €. Das Produkt deckt im Modell seine kalkulierten Selbstkosten und liefert darüber hinaus einen positiven Gewinnbeitrag.

Ein positiver Stückgewinn sollte jedoch nicht automatisch mit Rentabilität gleichgesetzt werden. Rentabilität beschreibt in der Betriebswirtschaft ein Verhältnis zwischen Erfolg und eingesetztem Kapital beziehungsweise einer anderen Bezugsgröße. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Rentabilitätsvorschau.

Das komplette Zahlenbeispiel auf einen Blick

KalkulationsstufeBetrag
Listeneinkaufspreis130,00 €
– Liefererrabatt 30 %39,00 €
= Zieleinkaufspreis91,00 €
– Liefererskonto 3 %2,73 €
= Bareinkaufspreis88,27 €
+ Bezugskosten3,00 €
= Bezugspreis91,27 €
+ Handlungskosten 26 %23,73 €
= Selbstkosten115,00 €
Listenverkaufspreis netto200,00 €
– Kundenrabatt 30 %60,00 €
= Zielverkaufspreis140,00 €
– Kundenskonto + Provision 4 %5,60 €
= Barverkaufspreis134,40 €
– Selbstkosten115,00 €
= Gewinn19,40 €

Gewinnzuschlag in Prozent berechnen

Der Gewinnzuschlag zeigt, wie hoch der Gewinn im Verhältnis zu den Selbstkosten ist. Die Selbstkosten bilden dabei die Bezugsgröße von 100 %.

  • Formel: Gewinn ÷ Selbstkosten × 100 = Gewinnzuschlagsatz
  • Rechnung: 19,40 € ÷ 115,00 € × 100 = 16,87 %

Der Gewinnzuschlag beträgt damit rund 16,87 %. Die Differenzkalkulation zeigt also nicht nur den Gewinn in Euro, sondern erlaubt auch eine prozentuale Bewertung auf Basis der Selbstkosten.

Gewinnzuschlag und Gewinnspanne nicht verwechseln

Gewinnzuschlag und Gewinnspanne verwenden unterschiedliche Bezugsgrößen. Beim Gewinnzuschlag wird der Gewinn durch die Selbstkosten geteilt. Bei der Gewinnspanne wird der Gewinn dagegen auf den Barverkaufspreis bezogen.

  • Gewinnzuschlag: 19,40 € ÷ 115,00 € × 100 = 16,87 %
  • Gewinnspanne: 19,40 € ÷ 134,40 € × 100 = 14,43 %

Beide Kennzahlen sind korrekt, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Wer Ergebnisse aus einer Differenzkalkulation vergleicht, sollte daher immer prüfen, welche Bezugsgröße verwendet wird.

Verlust berechnen: zweites kurzes Beispiel

Die Differenzkalkulation kann selbstverständlich auch einen Verlust zeigen. Angenommen, die Selbstkosten eines Artikels betragen 115,00 €, der Barverkaufspreis liegt aufgrund eines starken Preiswettbewerbs aber nur bei 108,00 €.

  • Rechnung: 108,00 € – 115,00 € = –7,00 €
  • Ergebnis: Stückverlust von 7,00 €

Damit zeigt die Differenzkalkulation sofort, dass der aktuelle Verkaufspreis die kalkulierten Selbstkosten nicht deckt. Das Unternehmen müsste beispielsweise Einkaufskonditionen verbessern, Handlungskosten reduzieren, Rabattpolitik ändern oder einen höheren Marktpreis erzielen.

Merksätze für Gewinn und Verlust

  • Gewinn: Barverkaufspreis > Selbstkosten
  • Kostendeckung: Barverkaufspreis = Selbstkosten
  • Verlust: Barverkaufspreis < Selbstkosten

Was sagt das Ergebnis über die Preisuntergrenze aus?

Wenn die Differenzkalkulation einen Verlust ausweist, liegt der Barverkaufspreis unter den im Verfahren angesetzten Selbstkosten. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass das Produkt sofort aus dem Sortiment genommen werden muss.

Für kurzfristige Preisentscheidungen kann die Deckungsbeitragsrechnung zusätzliche Informationen liefern. Ein Verkauf unter Vollkosten kann in bestimmten Situationen kurzfristig dennoch einen positiven Beitrag zur Deckung fixer Kosten leisten, sofern die variablen Kosten gedeckt sind. Für eine langfristige Preisstrategie reicht die Differenzkalkulation allein deshalb nicht in jedem Fall aus.

Wie Sie das Ergebnis für Entscheidungen nutzen

Die Differenzkalkulation liefert vor allem eine transparente Ausgangsbasis für kaufmännische Entscheidungen. Ein positiver Gewinn zeigt, dass der Artikel unter den angesetzten Kosten- und Preisbedingungen einen Überschuss erzielt. Wie attraktiv dieser Überschuss ist, hängt jedoch zusätzlich von Absatzmenge, Lagerdauer, Kapitalbindung, Preisrisiko und strategischer Bedeutung des Produkts ab.

In der Praxis können Sie mehrere Szenarien rechnen. Senken Sie beispielsweise den Kundenrabatt, verbessern Sie den Einkaufspreis oder verändern Sie den Handlungskostenzuschlag, sehen Sie sofort, wie empfindlich das Ergebnis reagiert. Gerade dafür eignet sich die Differenzkalkulation in Excel: Sie können unterschiedliche Konditionen vergleichen, ohne das gesamte Schema jedes Mal neu aufbauen zu müssen.

Für Sortimentsentscheidungen empfiehlt es sich, nicht nur einen Einzelwert zu betrachten. Vergleichen Sie mehrere Produkte nach Stückgewinn, Gewinnzuschlag, Absatzpotenzial und weiteren betrieblichen Kennzahlen. So wird aus der Differenzkalkulation eine belastbare Ergänzung zur Preis- und Sortimentsplanung.

Vorteile und Grenzen des Verfahrens

VorteileGrenzen
einfaches und nachvollziehbares Schemabasiert häufig auf Zuschlags- und Durchschnittswerten
Gewinn oder Verlust je Einheit schnell sichtbarAbsatzmenge wird nicht automatisch berücksichtigt
ideal bei vorgegebenem Marktpreiskeine vollständige Rentabilitätsanalyse
Rabatte und Skonti werden transparent berücksichtigtvariable und fixe Kosten werden nicht getrennt
gut für Excel und Unterricht geeignetMarktrisiken und Preisänderungen bleiben außerhalb des Schemas

Die Differenzkalkulation eignet sich daher besonders als Instrument der Stückkalkulation und Preisprüfung. Für umfassende Investitions-, Sortiments- oder Unternehmensentscheidungen sollten weitere Kennzahlen berücksichtigt werden.

Häufige Fehler bei der Berechnung

  • Skontobetrag mit Bareinkaufspreis verwechseln: Erst der Abzug des Skontos vom Zieleinkaufspreis ergibt den Bareinkaufspreis.
  • Selbstkosten nur als Vertriebskosten verstehen: Im Handelsmodell bestehen sie aus Bezugspreis plus zugerechneten Handlungskosten.
  • Rabatt und Skonto auf falsche Basis rechnen: Jede Prozentstufe benötigt die richtige Bezugsgröße.
  • Gewinnzuschlag und Gewinnspanne verwechseln: Die Nenner sind unterschiedlich.
  • Rundungsfehler: Zwischenwerte sollten möglichst genau und erst sinnvoll auf Cent gerundet werden.
  • Umsatzsteuer in die Selbstkosten einrechnen: Bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen ist die Umsatzsteuer grundsätzlich kein Kostenbestandteil der internen Kalkulation.
  • Stückgewinn mit Rentabilität gleichsetzen: Ein positiver Gewinn je Einheit ist nur eine Teilinformation.

Praxisbeispiel: Marktpreis ist vorgegeben

Ein Händler möchte einen Artikel neu ins Sortiment aufnehmen. Der Wettbewerb verkauft vergleichbare Produkte zwischen 195,00 € und 205,00 € netto. Ein höherer Preis erscheint daher schwer durchsetzbar. Der Lieferant bietet die Ware zu festen Konditionen an.

Mit der Differenzkalkulation kann das Unternehmen prüfen, welcher Gewinn bei einem Listenverkaufspreis von 200,00 € tatsächlich verbleibt. Ergibt die Rechnung nur einen sehr kleinen Gewinn, können Einkauf, Rabattstruktur oder Handlungskosten nochmals geprüft werden. Fällt das Ergebnis negativ aus, ist die Aufnahme des Artikels zu den gegebenen Bedingungen kritisch.

Damit wird die Differenzkalkulation zu einem praktischen Werkzeug für Sortimentsentscheidungen. Sie ersetzt nicht die Marktanalyse, verbindet deren Preisvorgaben aber mit der internen Kostenrechnung.

Differenzkalkulation mit Excel kostenlos downloaden

Excel eignet sich besonders gut für die Differenzkalkulation, weil Prozentsätze und Ausgangspreise schnell verändert werden können. Die vorhandene Vorlage der Bildungsbibel enthält das Kalkulationsschema für den Handel. Ändern Sie Listeneinkaufspreis, Listenverkaufspreis sowie Rabatt-, Skonto- und Zuschlagssätze entsprechend Ihrer Aufgabe.

Prüfen Sie bei eigenen Berechnungen, ob Ihre Excel-Datei Skonto und Rabatt auf den richtigen Bezugsgrößen berechnet. Gerade bei der Differenzkalkulation entstehen Fehler häufig durch falsche Prozentbasen.

Vorwärts-, Rückwärts- und Differenzkalkulation vergleichen

VerfahrenAusgangspunktZiel
VorwärtskalkulationEinkaufspreisnotwendigen Verkaufspreis bestimmen
Rückwärtskalkulationvorgegebener Verkaufspreistragfähigen Einkaufspreis oder Zwischenwerte bestimmen
DifferenzkalkulationEinkaufs- und Verkaufspreis sind gegebenverbleibenden Gewinn oder Verlust ermitteln

Weitere Grundlagen zu allen drei Verfahren finden Sie bei den Kalkulationsverfahren auf der Bildungsbibel.

Häufige Fragen

Was ist die Differenzkalkulation einfach erklärt?

Die Differenzkalkulation berechnet den Gewinn oder Verlust, wenn Einkaufs- und Verkaufspreis bereits vorgegeben sind. Vom Einkaufspreis wird bis zu den Selbstkosten gerechnet, vom Verkaufspreis bis zum Barverkaufspreis. Die Differenz zwischen Barverkaufspreis und Selbstkosten ist der Gewinn oder Verlust.

Welche Formel wird für Gewinn oder Verlust verwendet?

Die zentrale Formel der Differenzkalkulation lautet: Barverkaufspreis – Selbstkosten = Gewinn oder Verlust. Ein positives Ergebnis ist Gewinn, ein negatives Ergebnis Verlust.

Warum wird gleichzeitig vorwärts und rückwärts gerechnet?

Weil sowohl Einkaufs- als auch Verkaufspreis bereits bekannt sind. Die Differenzkalkulation muss deshalb von beiden Seiten bis zu vergleichbaren Kalkulationsstufen rechnen. Erst dann lässt sich feststellen, welcher Gewinn verbleibt.

Was ist der Unterschied zwischen Selbstkosten und Barverkaufspreis?

Die Selbstkosten stellen die kalkulierten Kosten des Unternehmens pro Einheit dar. Der Barverkaufspreis ist der Verkaufspreis nach Abzug von Kundenskonto und gegebenenfalls Vertreterprovision. Die Differenz zwischen beiden Größen entscheidet über Gewinn oder Verlust.

Was ist der Gewinnzuschlag?

Der Gewinnzuschlag zeigt den Gewinn im Verhältnis zu den Selbstkosten. Im Beispiel beträgt er 16,87 %. Er ist nicht identisch mit der Gewinnspanne, die den Gewinn auf den Barverkaufspreis bezieht.

Ist die Differenzkalkulation eine Rentabilitätsrechnung?

Nein. Sie ermittelt zunächst den Gewinn oder Verlust eines Produkts beziehungsweise Kostenträgers. Eine Rentabilitätsrechnung setzt den Erfolg dagegen in Beziehung zu einer Kapital- oder anderen Bezugsgröße. Die Differenzkalkulation liefert damit wichtige Informationen, ist aber keine vollständige Rentabilitätsanalyse.

Wird bei der Handelskalkulation mit Netto- oder Bruttopreisen gerechnet?

Bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen wird die interne Kalkulation üblicherweise mit Nettowerten durchgeführt. Gegenüber Verbrauchern gelten jedoch die Anforderungen der Preisangabenverordnung an Gesamtpreise einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile.

Weitere Informationen

Fazit: Gewinn zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis sichtbar machen

Die Differenzkalkulation ist ein übersichtliches Verfahren, wenn Einkaufs- und Verkaufspreis bereits feststehen. Durch die Vorwärtsrechnung bis zu den Selbstkosten und die Rückwärtsrechnung bis zum Barverkaufspreis wird sichtbar, welcher Gewinn oder Verlust unter den gegebenen Konditionen verbleibt.

Besonders wichtig sind korrekte Prozentbasen, eine saubere Trennung zwischen Rabatt und Skonto sowie die richtige Einordnung von Selbstkosten und Gewinnkennzahlen. Richtig angewendet liefert die Differenzkalkulation eine schnelle Entscheidungsgrundlage für Preisprüfung, Sortimentsplanung und Einkauf – und lässt sich mit der Excel Vorlage der Bildungsbibel unkompliziert auf eigene Zahlen übertragen.

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