Kontokorrentkredit Vorteile, Nachteile, Zinsen & Angebot

WeiterbildungOnline lernenKreditKreditarten – Kontokorrentkredit: Vorteile, Nachteile, Zinsen, Angebot und Konto

Hier lernen Sie die wichtigsten Merkmale zum Thema Kontokorrentkredit kennen – verständlich und praxisnah. Sie erfahren, welche Vorteile und Nachteile typisch sind, warum die Zinsen meist hoch ausfallen, wie das Konto funktioniert und wann eine Überziehung sinnvoll ist (und wann nicht).

Das Ziel: Sie sollen nach dem Lesen einschätzen können, ob der Kontokorrentkredit nur ein kurzfristiger Puffer ist – oder ob eine Alternative wie Ratenkredit bzw. Umschuldung besser passt.

  • Privat: meist als Dispo (Dispositionskredit) zum Girokonto
  • Unternehmen: als Kontokorrentlinie zur Liquiditätssicherung
  • Merksatz: geeignet für kurze Engpässe – teuer bei dauerhafter Nutzung
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Kontokorrentkredit

Was ist ein Kontokorrentkredit?

Ein Kontokorrentkredit ist ein Kreditrahmen, der direkt an ein Konto gebunden ist. Privatpersonen kennen ihn häufig als Dispositionskredit (Dispo): Sie dürfen Ihr Girokonto bis zu einer vereinbarten Grenze überziehen. Unternehmen nutzen den Kontokorrentkredit oft als Kontokorrentlinie, um kurzfristige Zahlungen zu überbrücken und die Liquidität zu sichern.

Einfach erklärt: Der Kontokorrentkredit ist eine „Liquiditätsreserve“ auf dem Konto. Sie zahlen Zinsen nur für den Betrag, den Sie tatsächlich nutzen.

Im Unterschied zum Ratenkredit gibt es beim Kontokorrentkredit in der Regel keinen festen Tilgungsplan. Das Minus reduziert sich, wenn wieder Geld eingeht und Ihre Ausgaben unter Ihren Einnahmen liegen.

Überziehung vom Konto: So funktioniert es

Wird der Kontokorrentkredit genutzt, rutscht Ihr Konto in das Soll (Minus). Die Bank berechnet dafür Zinsen, oft tagesgenau, und bucht diese monatlich oder quartalsweise ab. Häufig werden Zinsen zusammen mit Kontogebühren abgerechnet. In vielen Fällen können Gebühren und Zinsen auch per Lastschrift eingezogen werden.

Die Rückführung erfolgt nicht über feste Raten: Sie gleichen den Kredit aus, indem in den nächsten Wochen mehr Geld eingeht als ausgegeben wird. Genau hier liegt der Knackpunkt: Ein Kontokorrentkredit ist für kurze Engpässe gedacht. Bei dauerhafter Nutzung entstehen hohe Kosten.

Geduldete Überziehung: besonders teuer

Viele Banken unterscheiden zwischen dem vereinbarten Dispo und einer geduldeten Überziehung (wenn Sie über den eingeräumten Rahmen hinaus ins Minus rutschen). Diese ist häufig noch teurer. Wenn das bei Ihnen regelmäßig passiert, ist das ein klares Warnsignal.

Dispo oder Kontokorrentkredit: Privat vs. Unternehmen

Das Girokonto wurde früher oft als Kontokorrentkonto bezeichnet. Der Kontostand wird nach jeder Buchung fortlaufend aktualisiert: Ausgaben werden von Einnahmen abgezogen. Daraus ergibt sich jederzeit der aktuelle Saldo.

Woher kommt der Name Kontokorrentkredit?

Der Begriff „Kontokorrent“ wird häufig vom italienischen „conto corrente“ (laufende Rechnung) abgeleitet. „Dispo“ steht für „zur Disposition“ – also frei verfügbar innerhalb des vereinbarten Rahmens.

Einseitiges Angebot der Bank

Ein Kontokorrentkredit ist häufig das einseitige Angebot der Bank. Oft wird kein separater Kreditvertrag wie beim Ratenkredit abgeschlossen. Üblich ist eine Mitteilung per Schreiben oder Online-Postfach, dass ein Kreditrahmen eingeräumt wird. Sie müssen ihn nicht nutzen – können aber jederzeit darauf zugreifen.

Zinsen und Kosten: Warum es schnell teuer wird

Der größte Nachteil sind die hohen Zinsen. Im Vergleich zu vielen anderen Kreditarten ist der Kontokorrentkredit meist deutlich teurer. Je nach Bank können Dispozinsen im zweistelligen Bereich liegen. Deshalb gilt: Kurz nutzen – schnell ausgleichen.

Orientierungswerte und Vergleiche zu Dispozinsen finden Sie unter anderem bei test.de.

Vorteile vom Kontokorrentkredit

Folgende Vorteile hat ein Kontokorrentkredit bzw. ein Dispositionskredit:

Einnahmen und Ausgaben können unterschiedliche Termine haben

Ohne Kontokorrentkredit muss das Konto jederzeit gedeckt sein. Im Alltag sind unterschiedliche Fälligkeiten jedoch normal: Gehalt, Honorare oder Rente kommen zu unterschiedlichen Terminen – Miete, Strom oder Versicherungen oft zu Monatsbeginn.

Lücke schließt sich (bei guter Haushaltsführung)

Der Kontokorrentkredit überbrückt eine kurzfristige Lücke. Idealerweise ist das Konto am Monatsende wieder ausgeglichen. Dann haben Sie nicht dauerhaft über Ihre Verhältnisse gelebt, sondern nur Timing-Unterschiede überbrückt.

Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Verfügbarkeit: Sie müssen keinen neuen Antrag stellen, sondern nutzen den Rahmen flexibel, wenn es nötig ist.

Nachteile vom Kontokorrentkredit

Folgende Nachteile sind typisch:

Deutlich höhere Zinsen als ein Ratenkredit

Die Zinsen sind im Vergleich zum Ratenkredit deutlich höher. Wer den Dispo länger nutzt, zahlt schnell spürbare Beträge – ohne planmäßige Tilgung.

Finanzielle Belastung zu hoch? Dann Umschuldung prüfen

Wenn das Konto dauerhaft im Minus ist und kein Ausgleich gelingt, ist eine Ablösung sinnvoll. In vielen Fällen kann die Ablösung über einen günstigeren Ratenkredit funktionieren – dann ist eine Umschuldung sinnvoll. Dadurch sinken häufig die Zinskosten, dafür kommt eine feste Monatsrate hinzu. Außerdem kann sich ein Ratenkredit auf Ihre Bonität auswirken.

Praxis-Tipps: Kontokorrentkredit richtig nutzen

  • Setzen Sie ein Ziel: Dispo bis Monatsende wieder ausgleichen.
  • Vermeiden Sie geduldete Überziehungen: über den Rahmen hinaus wird es meist teurer.
  • Vergleichen Sie Konditionen: ein günstigeres Konto kann helfen (z. B. über den Girokonto Vergleich).
  • Planen Sie Rückführung wie eine Rate: fester Betrag pro Woche/Monat reduziert das Minus zuverlässig.

Alternativen und Umschuldung

AlternativeWann sinnvoll?Vorteil
RatenkreditWenn das Minus länger bleibtMeist günstiger, feste Rate, klare Laufzeit
UmschuldungWenn der Dispo dauerhaft genutzt wirdZinslast senken, Struktur in die Finanzen bringen
Budget anpassenWenn das Minus aus laufenden Ausgaben entstehtNachhaltige Lösung, weniger Risiko

FAQ: Häufige Fragen

Wann ist ein Kontokorrentkredit sinnvoll?

Wenn Sie kurzfristig eine Lücke überbrücken müssen und absehbar ist, dass das Konto zeitnah wieder ausgeglichen wird.

Wann ist er nicht sinnvoll?

Wenn Sie über Monate im Minus bleiben. Dann sind die Zinsen meist zu hoch und eine Alternative wie Ratenkredit bzw. Umschuldung oft günstiger.

Fazit: Kontokorrentkredit – praktisch, aber teuer bei Dauer-Nutzung

Ein Kontokorrentkredit ist als kurzfristiger Puffer hilfreich. Er wird jedoch schnell teuer, wenn er dauerhaft genutzt wird. Nutzen Sie ihn gezielt, gleichen Sie das Konto möglichst zeitnah aus und prüfen Sie bei längerem Minus Alternativen wie Ratenkredit oder Umschuldung.

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