Preisbildung, Preisentwicklung im Oligopol, Polypol und Monopol

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Die Preisbildung gehört zu den grundlegenden Themen der Volkswirtschaftslehre und der betrieblichen Preispolitik. Sie beschreibt, wie Preise durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, Kosten, Wettbewerb, Marktmacht und den Reaktionen der Marktteilnehmer zustande kommen. Je nach Marktform funktionieren diese Zusammenhänge unterschiedlich.

Auf der Bildungsbibel lernen Sie die Preisbildung im Polypol, Oligopol und Monopol Schritt für Schritt kennen. Zusätzlich erfahren Sie, wie Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge entstehen, warum sich Angebots- und Nachfragekurven verschieben, welche Rolle Preiselastizität und Kosten spielen und weshalb reale Märkte häufig vom theoretischen Modell des vollkommenen Marktes abweichen.

Preisbildung durch Angebot und Nachfrage im Polypol Oligopol und Monopol mit Gleichgewichtspreis und Marktformen
Preisbildung im Polypol, Oligopol und Monopol sowie das Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage und Marktpreis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preisbildung beschreibt das Zustandekommen eines Preises auf einem Markt.
  • Bei vollständiger Konkurrenz entsteht der Gleichgewichtspreis dort, wo angebotene und nachgefragte Menge übereinstimmen.
  • Steigt nur der Preis eines Gutes, bewegt sich die Menge entlang der Angebots- oder Nachfragekurve. Ändern sich andere Einflussfaktoren, kann sich die gesamte Kurve verschieben.
  • Die Preiselastizität zeigt, wie stark Angebot oder Nachfrage auf Preisänderungen reagieren.
  • Im Polypol haben einzelne Anbieter unter vollständiger Konkurrenz kaum Einfluss auf den Marktpreis.
  • Im Monopol besitzt ein Anbieter mehr Spielraum, ist aber durch Nachfrage, Kosten, mögliche Markteintritte und Wettbewerbsrecht begrenzt.
  • Im Oligopol beeinflussen sich wenige große Anbieter gegenseitig. Preisentscheidungen eines Unternehmens können Reaktionen der Wettbewerber auslösen.
  • Preisabsprachen zwischen Wettbewerbern sind grundsätzlich verboten. Auch marktbeherrschende Unternehmen dürfen ihre Stellung nicht missbräuchlich ausnutzen.
  • Einzelne Preisänderungen sind nicht mit Inflation gleichzusetzen. Inflation bezeichnet die durchschnittliche Preisentwicklung eines breiten Warenkorbs.

Was bedeutet Preisbildung?

Unter Preisbildung versteht man den Prozess, durch den sich auf einem Markt ein Preis für ein Gut oder eine Dienstleistung herausbildet. Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt die freie Preisbildung als Ergebnis des Zusammenwirkens von Angebot und Nachfrage. Wie stark einzelne Marktteilnehmer den Preis beeinflussen können, hängt wesentlich von der jeweiligen Marktform ab.

Die Preisbildung erfüllt mehrere Funktionen. Preise informieren über Knappheit, beeinflussen Kauf- und Produktionsentscheidungen und koordinieren Angebot und Nachfrage. Ein steigender Preis kann Nachfrager zum Verzicht oder zum Wechsel auf Ersatzprodukte bewegen. Gleichzeitig kann er Anbietern einen Anreiz geben, die angebotene Menge auszuweiten.

In der Praxis wird Preisbildung jedoch nicht ausschließlich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Produktionskosten, Steuern, Erwartungen, Wettbewerb, Markenbindung, Lieferfähigkeit, Markttransparenz und rechtliche Vorgaben können ebenfalls erheblichen Einfluss besitzen.

Was ist ein Markt?

Ein Markt ist wirtschaftswissenschaftlich nicht zwingend ein bestimmter physischer Ort. Nach der Definition der bpb treffen auf einem Markt Angebot und Nachfrage nach bestimmten Gütern oder Dienstleistungen aufeinander. Deshalb können beispielsweise ein Weltmarkt, Arbeitsmarkt, Rohölmarkt oder Online-Marktplatz als Markt bezeichnet werden.

Für die Preisbildung ist entscheidend, welcher Markt überhaupt betrachtet wird. Produkte müssen hinsichtlich ihrer Eigenschaften, ihrer Verwendung und ihres räumlichen Absatzgebiets ausreichend vergleichbar sein. Ein lokaler Handwerksdienst, ein weltweit gehandelter Rohstoff und eine digitale Plattform besitzen völlig unterschiedliche Marktbedingungen.

Die Abgrenzung des Marktes beeinflusst auch die Beurteilung von Wettbewerb und Marktmacht. Ein Anbieter kann auf einem sehr eng definierten Nischenmarkt eine starke Stellung besitzen, obwohl er gesamtwirtschaftlich betrachtet nur ein kleines Unternehmen ist. Informationen zu spezialisierten Märkten finden Sie bei der Bildungsbibel unter Nischenmarkt.

Angebot und Nachfrage als Grundlage der Preisbildung

Im Grundmodell der Preisbildung treffen Anbieter und Nachfrager aufeinander. Anbieter entscheiden, welche Mengen sie zu bestimmten Preisen anbieten möchten. Nachfrager entscheiden, welche Mengen sie zu bestimmten Preisen kaufen möchten.

Die Nachfrage setzt voraus, dass aus einem Bedürfnis ein wirtschaftlicher Bedarf und schließlich eine kaufkräftige Nachfrage entsteht. Diesen Zusammenhang erklärt die Bildungsbibel ausführlicher im Beitrag zu Bedürfnissen, Bedarf und Nachfrage.

Die Preisbildung entsteht im Modell nicht dadurch, dass ein Unternehmen einfach einen beliebigen Preis nennt. Ein Preis muss auf die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager treffen. Umgekehrt können Nachfrager nicht dauerhaft jeden gewünschten Preis durchsetzen, wenn Anbieter zu diesem Preis nicht bereit oder in der Lage sind, genügend Güter bereitzustellen.

Die Nachfragekurve

Die Nachfragekurve zeigt, welche Menge eines Gutes Nachfrager bei unterschiedlichen Preisen kaufen möchten. Unter sonst gleichen Bedingungen wird bei einem höheren Preis häufig eine geringere Menge nachgefragt. Bei einem niedrigeren Preis steigt die nachgefragte Menge häufig.

Diese Beziehung ist eine Modellannahme und keine ausnahmslose Naturgesetzlichkeit. Einkommen, Erwartungen, Gewohnheiten, Ersatzprodukte und die Art des Gutes können die tatsächliche Reaktion beeinflussen. Genau deshalb ist für die Preisbildung später die Preiselastizität wichtig.

Die Angebotskurve

Die Angebotskurve zeigt, welche Menge Anbieter bei unterschiedlichen Preisen bereitstellen möchten. Unter sonst gleichen Bedingungen steigt die angebotene Menge bei höheren Preisen häufig, weil zusätzliche Produktion wirtschaftlich attraktiver wird oder höhere Grenzkosten gedeckt werden können.

Eine ausführliche Darstellung finden Sie bei der Bildungsbibel unter Angebotskurve, Nachfragekurve und Gleichgewichtspreis.

Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge

Unter vollständiger Konkurrenz entsteht im theoretischen Modell ein Marktgleichgewicht dort, wo sich Angebots- und Nachfragekurve schneiden. Die zugehörige Menge wird Gleichgewichtsmenge genannt, der dazugehörige Preis Gleichgewichtspreis.

Bei diesem Preis entspricht die angebotene Menge der nachgefragten Menge. Die bpb beschreibt den Marktmechanismus als den Prozess, über den Preisänderungen Angebot und Nachfrage in Richtung dieses Gleichgewichts lenken.

Preis pro StückAngebotsmengeNachfragemengeMarktsituation
12 €500200Angebotsüberschuss
10 €400300Angebotsüberschuss
8 €350350Marktgleichgewicht
6 €250450Nachfrageüberschuss
4 €150550Nachfrageüberschuss

Das Beispiel zeigt die Grundlogik der Preisbildung. Oberhalb des Gleichgewichtspreises wird mehr angeboten als nachgefragt. Unterhalb des Gleichgewichtspreises übersteigt die gewünschte Nachfrage das Angebot. Wettbewerbliche Anpassungen können den Markt wieder in Richtung Gleichgewicht bewegen.

Bewegung auf der Kurve oder Verschiebung der Kurve?

Eine besonders häufige Fehlerquelle bei der Preisbildung ist die Verwechslung zwischen einer Bewegung entlang einer Kurve und der Verschiebung der gesamten Kurve.

Ändert sich ausschließlich der Preis des betrachteten Gutes, verändert sich im Modell die angebotene oder nachgefragte Menge entlang der vorhandenen Kurve. Ändert sich dagegen ein anderer Einflussfaktor, kann sich die gesamte Angebots- oder Nachfragekurve verschieben.

EinflussfaktorMögliche WirkungTypische Folge für die Preisbildung
Einkommen steigtNachfrage nach normalen Gütern kann steigenNachfragekurve verschiebt sich nach rechts
Preis eines Ersatzprodukts steigtNachfrage nach dem betrachteten Gut kann steigenNachfragekurve nach rechts
Produktionskosten steigenAnbieter bieten bei gleichem Preis weniger anAngebotskurve nach links
Produktivität steigtProduktion wird günstigerAngebotskurve kann nach rechts wandern
Zahl der Anbieter steigtMarktangebot nimmt zuAngebotskurve nach rechts

Diese Unterscheidung ist für die Preisbildung zentral. Eine gestiegene Nachfrage bedeutet im ökonomischen Sprachgebrauch etwas anderes als eine höhere nachgefragte Menge infolge eines niedrigeren Preises.

Preiselastizität: Wie stark reagieren Kunden und Anbieter?

Nicht jede Preisänderung führt zu derselben Mengenreaktion. Die Preiselastizität der Nachfrage misst, wie stark sich die nachgefragte Menge prozentual verändert, wenn sich der Preis prozentual verändert.

Bei elastischer Nachfrage reagieren Käufer vergleichsweise stark. Eine Preissteigerung kann dann zu einem überproportionalen Rückgang der Nachfrage führen. Bei unelastischer Nachfrage fällt die Mengenreaktion geringer aus. Für die Preisbildung ist diese Information besonders wichtig, weil Unternehmen abschätzen müssen, wie Preisänderungen auf Absatz und Umsatz wirken.

Auch das Angebot besitzt eine Preiselastizität. Die Angebotselastizität zeigt, wie stark Anbieter ihre angebotene Menge auf Preisänderungen anpassen können. Kurzfristig kann das Angebot beispielsweise durch vorhandene Kapazitäten begrenzt sein.

Für die Preisbildung sind außerdem Beziehungen zu anderen Gütern relevant. Bei Substitutionsgütern kann eine Preissteigerung eines Produkts die Nachfrage nach einem Ersatzprodukt erhöhen. Bei Komplementärgütern kann sie die Nachfrage nach dem ergänzenden Gut senken.

Kosten, Investitionen und Preise im Unternehmen

Unternehmen verfolgen unterschiedliche Geschäftsstrategien. Für die betriebliche Preisbildung spielen Kosten eine wichtige Rolle, weil Preise langfristig zur Finanzierung des Unternehmens beitragen müssen. Allerdings darf nicht jede Auszahlung unmittelbar als Kostenaufwand der Periode verstanden werden.

Regelmäßig entstehen beispielsweise Löhne und Gehälter, Materialkosten, Energie, Mieten und weitere betriebliche Aufwendungen. Investiert ein Unternehmen dagegen in eine Maschine, handelt es sich zunächst um die Anschaffung eines Vermögensgegenstands. Die Anschaffungsausgabe wird bei abnutzbaren Anlagegütern grundsätzlich über die Nutzungsdauer durch Abschreibungen erfolgswirksam verteilt.

Investitionen können über Eigenkapital oder beispielsweise einen Investitionskredit finanziert werden. Für die Preisbildung ist entscheidend, welche Kosten langfristig gedeckt werden müssen und welche Rendite das Unternehmen anstrebt.

Erlös, Umsatz und Gewinn richtig unterscheiden

Für die Preisbildung sollte zwischen Preis, Absatzmenge, Umsatz beziehungsweise Erlös und Gewinn unterschieden werden. Der Erlös eines Produkts lässt sich vereinfacht als Preis mal Absatzmenge darstellen:

Erlös = Preis × Absatzmenge

Der Gewinn ergibt sich vereinfacht aus der Differenz zwischen Erlösen und Kosten:

Gewinn = Erlöse – Kosten

Eine Preiserhöhung steigert deshalb nicht automatisch den Gewinn. Wenn wegen des höheren Preises deutlich weniger Einheiten verkauft werden, kann der Gesamtumsatz trotz des höheren Stückpreises sinken. Genau deshalb müssen Preiselastizität, Kosten und Nachfrage gemeinsam betrachtet werden.

Weitere Grundlagen zur Ergebnisrechnung finden Sie bei der Bildungsbibel im Beitrag zum Rohgewinn und Reingewinn sowie zum Unterschied zwischen Umsatz und Absatz.

Der vollkommene Markt als theoretisches Modell

Viele Grundlagen der Preisbildung werden zunächst am Modell des vollkommenen Marktes erklärt. Nach der bpb gelten dort strenge Annahmen, die in der Realität nur selten vollständig erfüllt sind.

  • Die Güter sind sachlich gleichartig beziehungsweise homogen.
  • Es bestehen keine persönlichen Präferenzen für bestimmte Anbieter.
  • Es bestehen keine räumlichen Präferenzen.
  • Es bestehen keine zeitlichen Präferenzen.
  • Es herrscht vollständige Markttransparenz.

Im vollkommenen Markt ist Preisbildung besonders übersichtlich darstellbar. Reale Märkte sind dagegen meist unvollkommen. Marken, Qualität, Service, Standort, Lieferzeiten und unvollständige Informationen erzeugen Unterschiede, die Unternehmen einen gewissen Preisspielraum geben können.

Die Preisbildung im Polypol, Oligopol und Monopol darf deshalb nicht pauschal mit dem vollkommenen Markt gleichgesetzt werden. Jede dieser Marktformen kann in unterschiedlichen Ausprägungen vorkommen.

Marktformen nach Zahl der Anbieter und Nachfrager

Eine klassische Einteilung der Marktformen betrachtet die Zahl der Anbieter und Nachfrager. Für die Preisbildung ist besonders die Anbieterseite wichtig, weil sie zeigt, wie stark einzelne Unternehmen auf den Marktpreis Einfluss nehmen können.

MarktformAnbieterseiteNachfrageseiteTypische Wirkung
Polypolviele Anbieterviele Nachfragerstarker Wettbewerb
Angebotsoligopolwenige Anbieterviele Nachfragergegenseitige Abhängigkeit der Anbieter
Angebotsmonopolein Anbieterviele Nachfragergrößerer Preissetzungsspielraum
Nachfrageoligopolviele Anbieterwenige NachfragerMarktmacht auf Nachfrageseite
Nachfragemonopolviele Anbieterein Nachfragerstarke Verhandlungsmacht des Nachfragers
bilaterales Oligopolwenige Anbieterwenige NachfragerVerhandlung und strategische Reaktionen auf beiden Seiten

Damit wird ein wichtiger Punkt deutlich: Ein Oligopol bedeutet nicht automatisch, dass wenige Anbieter wenigen Nachfragern gegenüberstehen. Der typische Begriff Oligopol bezeichnet häufig ein Angebotsoligopol mit wenigen Anbietern und vielen Nachfragern. Wenige Anbieter und wenige Nachfrager bilden dagegen ein bilaterales Oligopol.

Preisbildung im Polypol

Im Polypol stehen viele Anbieter vielen Nachfragern gegenüber. Nach der bpb können einzelne kleine Marktteilnehmer bei vollständiger Konkurrenz den Marktpreis nicht unmittelbar beeinflussen. Sie verhalten sich als Preisnehmer.

Unter diesen Bedingungen entsteht die Preisbildung durch das gemeinsame Marktangebot und die gemeinsame Marktnachfrage. Das einzelne Unternehmen entscheidet vor allem darüber, welche Menge es zum gegebenen Marktpreis anbietet.

Ein Polypol muss jedoch nicht automatisch ein vollkommener Markt sein. In der Realität gibt es häufig viele Anbieter, deren Produkte sich trotzdem durch Qualität, Marke, Standort oder Service unterscheiden. Dann liegt eher ein unvollkommenes Polypol beziehungsweise monopolistische Konkurrenz vor.

Muss der Preis immer alle Kosten decken?

Langfristig muss ein Unternehmen seine gesamten relevanten Kosten decken und eine ausreichende Rendite erzielen, wenn es dauerhaft am Markt bleiben soll. Kurzfristig ist die Entscheidung jedoch differenzierter. Ein Unternehmen kann unter bestimmten Bedingungen zeitweise zu einem Preis produzieren, der nicht alle fixen und variablen Gesamtkosten deckt, solange zumindest ein ausreichender Beitrag zur Deckung der vermeidbaren beziehungsweise variablen Kosten entsteht.

Für die Preisbildung ist deshalb die pauschale Aussage „Der Preis muss immer mindestens die gesamten Produktionskosten decken“ zu ungenau. In der langfristigen Betrachtung bleibt Kostendeckung jedoch eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Wie Unternehmen ihre Kosten kalkulieren, erfahren Sie bei der Bildungsbibel beispielsweise in der Zuschlagskalkulation.

Preisbildung im Monopol

Bei einem Angebotsmonopol steht ein Anbieter vielen Nachfragern gegenüber. Der Monopolist besitzt dadurch mehr Einfluss auf Preis und Menge als ein Anbieter im Polypol. Er kann den Preis jedoch nicht beliebig hoch festsetzen.

Die Nachfragekurve begrenzt den Spielraum der Preisbildung. Bei einem sehr hohen Preis kann die nachgefragte Menge stark zurückgehen. Zusätzlich können Substitute, mögliche neue Wettbewerber, Regulierung und rechtliche Grenzen den Anbieter einschränken.

In einem einfachen mikroökonomischen Gewinnmodell liegt das innere Gewinnmaximum eines Monopolisten bei der Menge, bei der Grenzerlös und Grenzkosten übereinstimmen. Die bpb zum Monopol beschreibt diesen Zusammenhang ebenfalls über Grenzerlös und Grenzkosten.

Warum ein Monopolist den Preis nicht frei nach Wunsch setzen kann

  • Die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager begrenzt den möglichen Preis.
  • Ersatzprodukte können die Nachfrage verringern.
  • Sehr hohe Gewinne können neue Anbieter anlocken, sofern Markteintritt möglich ist.
  • Staatliche Regulierung kann bestimmte Märkte begrenzen.
  • Das Kartellrecht verbietet den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

Die Preisbildung im Monopol bedeutet daher größere Marktmacht, aber keine unbegrenzte Freiheit.

Natürliches Monopol und Infrastruktur

Ein natürliches Monopol kann entstehen, wenn hohe fixe Infrastrukturkosten und Größenvorteile dazu führen, dass ein einziger Anbieter einen Markt kostengünstiger versorgen kann als mehrere parallele Netze. Solche Strukturen können insbesondere bei bestimmten Infrastrukturen auftreten.

Das frühere Beispiel der Deutschen Bahn muss dabei differenziert betrachtet werden: Eisenbahninfrastruktur besitzt Merkmale eines natürlichen Monopols, während auf Teilen des Schienenverkehrs verschiedene Verkehrsunternehmen miteinander konkurrieren können. Infrastruktur und Verkehrsleistung sind deshalb nicht dasselbe.

Marktmacht und Wettbewerbsrecht

Marktbeherrschung ist in Deutschland nicht automatisch verboten. Nach § 19 GWB ist jedoch der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung verboten. Das Gesetz nennt unter anderem missbräuchliche Entgelte oder Geschäftsbedingungen als mögliche Fälle.

Das Bundeskartellamt überwacht marktbeherrschende Unternehmen und kann bei missbräuchlichem Verhalten eingreifen. Die Behörde weist zugleich darauf hin, dass sie ohne Marktbeherrschung oder wettbewerbswidrige Absprachen grundsätzlich nicht einfach in die freie Preisbildung von Unternehmen eingreift.

Für die Preisbildung bedeutet das: Hohe Preise allein beweisen noch keinen Rechtsverstoß. Entscheidend sind Marktstellung, Wettbewerbsbedingungen und das konkrete Verhalten des Unternehmens.

Preisbildung im Oligopol

Im Angebotsoligopol stehen wenige Anbieter vielen Nachfragern gegenüber. Diese Marktform ist in der Realität häufig anzutreffen. Die bpb nennt unter anderem Automobil-, Mineralöl-, Computer- und Flugzeugmärkte als Beispiele für oligopolistische Strukturen.

Die Besonderheit der Preisbildung besteht darin, dass ein Unternehmen die möglichen Reaktionen seiner wenigen Konkurrenten berücksichtigen muss. Senkt ein Anbieter den Preis, können Wettbewerber nachziehen. Erhöht ein Anbieter den Preis, besteht dagegen das Risiko, dass Konkurrenten ihre Preise unverändert lassen und Kunden abwandern.

Deshalb gibt es kein einziges allgemeingültiges Modell für die Preisbildung im Oligopol. Je nach Produkt, Kostenstruktur, Markteintrittsbarrieren, Transparenz und Wettbewerbsstrategie können sehr unterschiedliche Ergebnisse entstehen.

Preiswettbewerb und Preiskrieg

Senkt ein Unternehmen seinen Preis deutlich, kann es Marktanteile gewinnen. Folgen die Wettbewerber mit eigenen Preissenkungen, kann ein Preiskrieg entstehen. Die Margen aller Anbieter geraten dann unter Druck.

Unternehmen versuchen deshalb in einem Oligopol häufig auch über Qualität, Service, Innovation, Marke und Produktdifferenzierung zu konkurrieren. Die Preisbildung ist dann nur ein Teil der Wettbewerbsstrategie.

Hersteller von Spezialmaschinen können beispielsweise auf Märkten tätig sein, auf denen nur wenige geeignete Anbieter und wenige große Nachfrager vorhanden sind. Das wäre eher ein bilaterales Oligopol als das klassische Angebotsoligopol.

Preisabsprachen sind keine normale Preisstrategie

Wenn wenige Unternehmen einen Markt dominieren, bedeutet das nicht, dass sie ihre Preise miteinander abstimmen dürfen. § 1 GWB verbietet Vereinbarungen und abgestimmte Verhaltensweisen, die den Wettbewerb verhindern, einschränken oder verfälschen.

Das Bundeskartellamt zur Kartellverfolgung weist ausdrücklich darauf hin, dass Preisabsprachen zwischen Wettbewerbern grundsätzlich verboten sind. Unternehmen müssen ihre Preisbildung eigenständig vornehmen.

Parallele Preisbewegungen mehrerer Anbieter sind allerdings nicht automatisch ein Beweis für eine verbotene Absprache. Ähnliche Kosten, Rohstoffpreise oder Marktinformationen können zu ähnlichen Entscheidungen führen. Eine rechtliche Beurteilung erfordert deshalb die Prüfung der konkreten Umstände.

Unvollkommener Markt und monopolistische Konkurrenz

Die meisten realen Märkte erfüllen die Bedingungen des vollkommenen Marktes nicht. Die bpb zum unvollkommenen Markt nennt unter anderem Produktunterschiede, Präferenzen und unvollständige Markttransparenz.

Ein typisches Beispiel ist die monopolistische Konkurrenz: Es gibt viele Anbieter, doch die Produkte werden aus Sicht der Kunden nicht als vollkommen identisch wahrgenommen. Marken, Design, Qualität, Standort oder Kundenservice ermöglichen einzelnen Anbietern einen begrenzten Preisspielraum.

Die Preisbildung ist dann nicht mehr nur eine Reaktion auf einen einheitlichen Marktpreis. Unternehmen versuchen gleichzeitig, Präferenzen aufzubauen und die Zahlungsbereitschaft ihrer Zielgruppe zu beeinflussen.

Genau hier gewinnen Marketing, Markenführung und Produktdifferenzierung an Bedeutung.

Preisdifferenzierung als Instrument

Bei der Preisdifferenzierung verkauft ein Unternehmen gleiche oder ähnliche Leistungen zu unterschiedlichen Preisen, sofern dafür eine nachvollziehbare Differenzierung möglich ist. Kriterien können beispielsweise Zeitpunkt, Kundengruppe, Menge, Region oder Leistungsumfang sein.

Mehr zu den verschiedenen Formen finden Sie auf der Bildungsbibel unter Preisdifferenzierung und Preisfindung.

Für die Preisbildung kann Preisdifferenzierung sinnvoll sein, wenn unterschiedliche Kundengruppen verschiedene Zahlungsbereitschaften besitzen. Gleichzeitig müssen Unternehmen rechtliche Grenzen, Transparenz und die Akzeptanz der Kunden beachten.

Dynamische Preise und digitale Märkte

Auf digitalen Märkten können Preise sehr schnell angepasst werden. Unternehmen berücksichtigen beispielsweise Nachfrage, Auslastung, Lagerbestand, Zeitpunkt oder Wettbewerbspreise. Diese Form der dynamischen Preisbildung ist insbesondere bei stark schwankender Nachfrage verbreitet.

Ein bekanntes Grundprinzip ist die Auslastungssteuerung: Sind nur noch wenige Kapazitäten verfügbar und bleibt die Nachfrage hoch, kann der Preis steigen. Bei schwacher Nachfrage können niedrigere Preise zusätzliche Käufer anziehen.

Dynamische Preisbildung ändert jedoch nichts an der grundlegenden ökonomischen Logik. Auch algorithmisch gesetzte Preise müssen auf die Reaktion der Nachfrage treffen. Zudem bleiben Wettbewerbs- und Verbraucherschutzregeln relevant.

Staatliche Eingriffe in Preise

Nicht jede Preisbildung erfolgt vollständig frei. Der Staat kann Märkte durch Steuern, Subventionen, Regeln oder direkte Preisgrenzen beeinflussen. Die bpb bezeichnet solche Eingriffe als politische Preisbildung beziehungsweise Preisbeeinflussung.

Höchstpreis

Ein verbindlicher Höchstpreis begrenzt den zulässigen Preis nach oben. Liegt er unter dem Marktgleichgewicht, kann die nachgefragte Menge größer sein als die angebotene Menge. Es entsteht ein Nachfrageüberschuss.

Mindestpreis

Ein verbindlicher Mindestpreis setzt eine Preisuntergrenze. Liegt sie oberhalb des Gleichgewichtspreises, kann die angebotene Menge die nachgefragte Menge übersteigen. Es entsteht ein Angebotsüberschuss.

Die Preisbildung kann außerdem indirekt durch Steuern, Subventionen oder Mengenregelungen beeinflusst werden. Die tatsächliche Wirkung hängt von Angebot, Nachfrage und deren Elastizitäten ab.

Warum steigen oder fallen Preise?

Preisänderungen können zahlreiche Ursachen haben. Für eine saubere Analyse der Preisbildung sollte zunächst geklärt werden, ob sich Nachfrage, Angebot oder beide Seiten verändert haben.

UrsacheTypische WirkungMögliche Preiswirkung
Nachfrage steigtmehr Käufer bei gegebenem AngebotPreis tendenziell höher
Nachfrage sinktweniger NachfragePreis tendenziell niedriger
Produktionskosten steigenAngebot kann sinkenPreis tendenziell höher
Produktivität steigtAngebot kann steigenPreis tendenziell niedriger
neue Anbieter treten einWettbewerb und Angebot steigenPreisdruck nach unten möglich
Anbieter scheiden ausAngebot sinktPreissteigerung möglich

Bei Lebensmitteln können beispielsweise Ernteausfälle, Energiepreise, Transportkosten und Nachfrageverschiebungen zusammenwirken. Die bereits vorhandene Quelle der Verbraucherzentrale zu steigenden Lebensmittelpreisen zeigt, dass reale Preisentwicklungen meist mehrere Ursachen besitzen.

Preisbildung und Inflation sind nicht dasselbe

Eine einzelne Preissteigerung ist keine Inflation. Die Preisbildung erklärt zunächst, warum sich der Preis eines bestimmten Gutes oder einer bestimmten Dienstleistung verändert.

Inflation beschreibt dagegen eine breitere Veränderung des allgemeinen Preisniveaus. Das Statistische Bundesamt misst mit dem Verbraucherpreisindex die durchschnittliche Preisentwicklung eines Warenkorbs mit rund 700 Güterarten, die private Haushalte zu Konsumzwecken kaufen.

Diese Abgrenzung ist wichtig: Wenn beispielsweise Kaffee teurer wird, kann das Ergebnis einer veränderten Preisbildung auf dem Kaffeemarkt sein. Erst wenn sich das Preisniveau eines breiten Warenkorbs erhöht, spricht man im statistischen Sinn von Inflation.

Aktuelle Informationen zur allgemeinen Preisentwicklung veröffentlicht das Statistische Bundesamt zum Verbraucherpreisindex.

Drei Beispiele zur Preisbildung

Beispiel 1: Bäckerei im unvollkommenen Polypol

In einer Stadt gibt es zahlreiche Bäckereien. Die Produkte sind jedoch nicht völlig identisch. Kunden bevorzugen bestimmte Geschäfte wegen Geschmack, Lage, Öffnungszeiten oder Service. Dadurch entsteht trotz vieler Anbieter ein begrenzter Preisspielraum.

Erhöht eine einzelne Bäckerei ihren Preis geringfügig, müssen nicht sofort alle Kunden wechseln. Wird der Preisunterschied jedoch zu groß, kann Nachfrage zur Konkurrenz abwandern. Die Preisbildung verbindet hier Wettbewerb mit Kundenpräferenzen.

Beispiel 2: Monopolist mit sinkender Nachfrage

Ein Anbieter besitzt auf einem eng abgegrenzten Markt keine direkte Konkurrenz. Bei 20 Euro könnte er 10.000 Einheiten verkaufen, bei 30 Euro nur noch 7.000 und bei 50 Euro vielleicht 3.000. Der höchste Preis führt deshalb nicht zwangsläufig zum höchsten Gewinn.

Für die Preisbildung muss der Anbieter Absatz, Erlös und Kosten gemeinsam betrachten. Im einfachen theoretischen Modell liegt die optimale Menge dort, wo der zusätzliche Erlös der letzten Einheit den zusätzlichen Kosten entspricht.

Beispiel 3: Wenige Anbieter reagieren aufeinander

Drei große Anbieter verkaufen ein weitgehend vergleichbares Produkt. Einer senkt seinen Preis um 10 Prozent. Reagieren die beiden Konkurrenten ebenfalls mit Preissenkungen, gewinnt das erste Unternehmen möglicherweise kaum dauerhaft Marktanteile, während die Gewinne aller Anbieter sinken.

Dieses Beispiel zeigt, warum die Preisbildung im Oligopol strategisch ist. Eine Entscheidung hängt nicht nur von Kunden und Kosten ab, sondern auch davon, wie Wettbewerber wahrscheinlich reagieren.

Wie Unternehmen Preise praktisch festlegen

Die volkswirtschaftliche Preisbildung erklärt, wie Preise auf Märkten entstehen. Unternehmen benötigen zusätzlich konkrete Methoden der betrieblichen Preisfindung.

  • Kostenorientierung: Ausgangspunkt sind Kosten plus gewünschter Zuschlag.
  • Wettbewerbsorientierung: Preise werden mit Konkurrenzangeboten verglichen.
  • Nachfrageorientierung: Zahlungsbereitschaft und Kundennutzen stehen stärker im Mittelpunkt.
  • Strategische Preispositionierung: Der Preis unterstützt beispielsweise Premium-, Qualitäts- oder Kostenstrategie.

In der Praxis werden diese Methoden häufig kombiniert. Eine rein kostenorientierte Preisbildung kann die Zahlungsbereitschaft der Kunden unterschätzen. Eine ausschließlich nachfrageorientierte Preisfestsetzung kann dagegen problematisch werden, wenn die Kostenbasis nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Welche Funktionen erfüllt der Preis?

Preise erfüllen in einer Marktwirtschaft mehrere Funktionen. Dadurch besitzt Preisbildung eine Bedeutung, die weit über den einzelnen Kaufvertrag hinausgeht.

FunktionBedeutungBeispiel
InformationsfunktionPreise zeigen Knappheiten und Marktverhältnissesteigender Rohstoffpreis signalisiert knappes Angebot
LenkungsfunktionPreise beeinflussen Produktion und Konsumhoher Preis kann zusätzliche Anbieter anziehen
AusgleichsfunktionPreis hilft Angebot und Nachfrage abzustimmenMarkt bewegt sich zum Gleichgewicht
Selektionsfunktionineffiziente Anbieter können unter Druck geratendauerhaft zu hohe Kosten erschweren Wettbewerb
VerteilungsfunktionPreise beeinflussen, wer sich Güter leisten kannknappe Güter werden über Zahlungsbereitschaft verteilt

Gerade die Verteilungsfunktion zeigt, dass Preisbildung nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche Wirkungen besitzt. In bestimmten Bereichen greift der Staat deshalb regulierend ein.

Häufige Fehler beim Lernen vermeiden

FehlerWarum falsch oder ungenau?Richtige Einordnung
Jede Preissteigerung bedeutet InflationInflation betrifft das allgemeine PreisniveauEinzelpreis und Verbraucherpreisindex trennen
Ein Oligopol bedeutet immer wenige Anbieter und wenige Nachfragerdas wäre ein bilaterales Oligopolklassisches Angebotsoligopol: wenige Anbieter, viele Nachfrager
Ein Monopolist kann jeden beliebigen Preis verlangenNachfrage und Kosten begrenzen ihnGewinnoptimum und Marktnachfrage beachten
Polypol ist immer vollkommener Marktauch unvollkommene Polypole existierenMarktform und Marktqualität trennen
Der höchste Preis bringt den höchsten GewinnAbsatz kann stark sinkenPreis, Menge und Kosten gemeinsam betrachten
Preisänderung verschiebt immer die Nachfragekurveeigene Preisänderung führt zunächst zur Bewegung auf der KurveKurvenverschiebung durch andere Einflussfaktoren
Investitionen sind sofort vollständig KostenAnlagegüter werden häufig aktiviert und abgeschriebenAuszahlung und periodenbezogener Aufwand unterscheiden
Ähnliche Preise im Oligopol beweisen ein Kartellähnliche Marktbedingungen können ähnliche Preise erzeugenAbsprachen müssen konkret geprüft werden

So lernen Sie das Thema systematisch

  1. Verstehen Sie zuerst Angebot, Nachfrage und Gleichgewichtspreis.
  2. Unterscheiden Sie Bewegung auf einer Kurve und Verschiebung der gesamten Kurve.
  3. Lernen Sie anschließend die Preiselastizität.
  4. Vergleichen Sie Polypol, Oligopol und Monopol.
  5. Trennen Sie vollkommenen und unvollkommenen Markt.
  6. Verbinden Sie Marktmodell und betriebliche Kostenrechnung.
  7. Üben Sie mit konkreten Änderungen von Nachfrage, Angebot und Kosten.

Häufige Fragen zur Preisbildung

Was versteht man unter Preisbildung?

Preisbildung bezeichnet den Prozess, durch den auf einem Markt ein Preis entsteht. Bei wettbewerblichen Märkten spielen insbesondere Angebot und Nachfrage eine zentrale Rolle. Je nach Marktform kommen unterschiedliche Grade von Marktmacht hinzu.

Wie entsteht der Gleichgewichtspreis?

Im Modell der vollständigen Konkurrenz entsteht der Gleichgewichtspreis dort, wo angebotene und nachgefragte Menge übereinstimmen. Oberhalb besteht tendenziell ein Angebotsüberschuss, unterhalb ein Nachfrageüberschuss.

Warum steigt die Angebotskurve normalerweise?

Bei höheren Preisen lohnt es sich für Anbieter häufig, zusätzliche Mengen anzubieten, weil auch höhere Grenzkosten gedeckt werden können. Das ist eine typische Modellannahme und kann je nach Markt abweichen.

Warum fällt die Nachfragekurve normalerweise?

Bei einem höheren Preis kaufen Nachfrager unter sonst gleichen Bedingungen häufig weniger. Sie können verzichten, weniger konsumieren oder auf Ersatzprodukte wechseln.

Wie funktioniert die Preisbildung im Polypol?

Bei vollständiger Konkurrenz bestimmen Gesamtangebot und Gesamtnachfrage den Marktpreis. Ein einzelner kleiner Anbieter besitzt kaum Einfluss auf den Preis und passt vor allem seine angebotene Menge an.

Wie funktioniert die Preisbildung im Monopol?

Ein Monopolist verfügt über größeren Spielraum bei Preis und Menge, wird aber durch Nachfrage, Kosten, Substitute, potenzielle Wettbewerber und rechtliche Grenzen eingeschränkt. Im einfachen theoretischen Gewinnmaximum entsprechen sich Grenzerlös und Grenzkosten.

Wie funktioniert die Preisbildung im Oligopol?

Im Oligopol müssen wenige Anbieter die möglichen Reaktionen ihrer Konkurrenten berücksichtigen. Deshalb ist die Preisbildung strategisch und kann je nach Markt zu Preiswettbewerb, stabilen Preisen oder stärkerem Wettbewerb über andere Leistungsmerkmale führen.

Was bedeutet Preiselastizität?

Die Preiselastizität beschreibt, wie stark sich eine angebotene oder nachgefragte Menge prozentual verändert, wenn sich der Preis verändert. Sie hilft einzuschätzen, welche Wirkung Preisänderungen auf Absatz und Markt haben können.

Was ist ein vollkommener Markt?

Ein vollkommener Markt ist ein theoretisches Modell mit homogenen Gütern, vollständiger Markttransparenz und ohne persönliche, räumliche oder zeitliche Präferenzen. In der Realität sind diese Voraussetzungen nur selten vollständig erfüllt.

Dürfen Wettbewerber ihre Preise abstimmen?

Preisabsprachen und andere wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen zwischen Unternehmen sind grundsätzlich verboten. Das Kartellrecht verlangt, dass Wettbewerber ihre Preisentscheidungen grundsätzlich eigenständig treffen.

Ist Preisbildung dasselbe wie Inflation?

Nein. Preisbildung beschreibt das Zustandekommen einzelner Marktpreise. Inflation bezeichnet eine statistisch gemessene Veränderung des allgemeinen Preisniveaus eines breiten Warenkorbs.

Fazit: Preise entstehen aus Marktbedingungen, Kosten und Verhalten

Preisbildung lässt sich am einfachsten mit Angebot und Nachfrage erklären. Im Modell der vollständigen Konkurrenz bildet sich ein Gleichgewichtspreis dort, wo angebotene und nachgefragte Menge übereinstimmen. Angebots- und Nachfrageüberschüsse erzeugen Anpassungsdruck.

Für ein vollständigeres Verständnis müssen jedoch weitere Faktoren einbezogen werden. Preiselastizität bestimmt, wie stark Marktteilnehmer auf Preisänderungen reagieren. Kosten beeinflussen, welche Preise für Unternehmen wirtschaftlich tragfähig sind. Produktunterschiede und Präferenzen schaffen auf unvollkommenen Märkten zusätzliche Spielräume.

Die Preisbildung unterscheidet sich außerdem nach der Marktform. Im Polypol herrscht starker Wettbewerb, im Monopol besitzt ein Anbieter größere Marktmacht und im Oligopol müssen wenige Anbieter ihre gegenseitigen Reaktionen berücksichtigen.

Marktmacht ist jedoch nicht mit unbegrenzter Preissetzung gleichzusetzen. Nachfrage, Kosten und Wettbewerbsrecht setzen Grenzen. Preisabsprachen zwischen Wettbewerbern sind grundsätzlich verboten, während der Missbrauch marktbeherrschender Stellungen ebenfalls rechtlich kontrolliert wird.

Für die betriebliche Praxis bedeutet Preisbildung deshalb, Kosten, Zahlungsbereitschaft, Wettbewerb und strategische Positionierung gemeinsam zu analysieren. Der höchste Preis ist nicht automatisch der beste Preis und die niedrigste Preisposition nicht automatisch die erfolgreichste Strategie.

Wenn Sie das Thema lernen, konzentrieren Sie sich zunächst auf Gleichgewichtspreis, Angebots- und Nachfragekurve. Ergänzen Sie danach Elastizität, Marktformen und unvollkommene Märkte. Dadurch verstehen Sie Preisbildung als zusammenhängenden Prozess statt als Sammlung einzelner Definitionen.

Weiterführende Informationen

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