Bildungskredit im Studium: Antrag, Höhe, Zinsen & Rückzahlung

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Der Bildungskredit ist ein staatlich unterstütztes Darlehensprogramm für bestimmte Schüler, Auszubildende und Studenten in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen. Im Studium kann er vor allem helfen, eine klar begrenzte Finanzierungslücke in der Schlussphase, während eines weiterführenden Studiums oder bei bestimmten Praktika zu überbrücken. Auf Bildungsbibel.de erfahren Sie, wer die Förderung beantragen kann, wie hoch die Auszahlung ist, wie Zinsen berechnet werden und wann die Rückzahlung beginnt.

Der Bildungskredit ist nicht mit BAföG gleichzusetzen und auch nicht dasselbe wie der KfW-Studienkredit. Er wird unabhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers sowie vom Einkommen der Eltern vergeben, ist auf höchstens 7.200 Euro begrenzt und muss einschließlich der angefallenen Zinsen zurückgezahlt werden. Weil die Verzinsung variabel ist, sollten Sie den aktuellen Zinssatz vor dem Antrag immer auf der offiziellen KfW-Seite prüfen.

Bildungskredit im Studium mit Voraussetzungen, Antrag, Kredithöhe, Zinsen, Auszahlung und Rückzahlung
Bildungskredit für Studenten: Voraussetzungen, Antrag und Rückzahlung

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Bildungskredit ist besonders für Studenten interessant, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Phase ihres Studiums befinden und eine überschaubare zusätzliche Finanzierung benötigen. Anders als beim BAföG richtet sich die Förderung nicht nach dem Einkommen der Eltern. Anders als beim KfW-Studienkredit ist der maximal mögliche Gesamtbetrag deutlich begrenzt.

KriteriumAktuelle Regelung
ZielgruppeSchüler, Auszubildende und Studenten in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen
Alter18 bis 35 Jahre
Monatliche Auszahlung100, 200 oder 300 Euro
Maximale Auszahlungsdauer24 Monate
Maximale Kreditsumme7.200 Euro
Einmalzahlungbis 3.600 Euro für besondere einmalige Kosten; wird auf 7.200 Euro angerechnet
Einkommen und Vermögenfür die Kreditvergabe grundsätzlich nicht entscheidend
Kombination mit BAföGmöglich
Zinssatzvariabel: 6-Monats-EURIBOR plus 1 Prozentpunkt; Anpassung zum 1. April und 1. Oktober
Rückzahlungsbeginnvier Jahre nach der ersten Auszahlung
Regelrate120 Euro monatlich aus Zins und Tilgung
Sondertilgungjederzeit ganz oder teilweise kostenfrei möglich
Rechtsanspruchnein, das Programm ist budgetiert

Was ist der staatliche Kredit für die Ausbildungsphase?

Der Bildungskredit ist ein Förderdarlehen des Bundes. Das Bundesverwaltungsamt prüft, ob die Voraussetzungen vorliegen und erlässt den Bewilligungsbescheid. Die KfW übernimmt anschließend den Kreditvertrag, die Auszahlung und später die Verwaltung der Rückzahlung. Damit unterscheidet sich das Verfahren von einem normalen Ratenkredit, bei dem eine Bank allein über die Kreditvergabe entscheidet.

Der Bildungskredit soll einen Teil der Lebenshaltungskosten oder besondere Aufwendungen während einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase finanzieren. Er ist daher nicht als allgemeine Vollfinanzierung eines kompletten Bachelorstudiums vom ersten Semester an gedacht. Gerade diese Begrenzung ist wichtig: Wer eine langjährige Finanzierung benötigt, sollte zusätzlich BAföG, Stipendien, Nebenjob und andere Möglichkeiten der Studienfinanzierung prüfen.

Ein Vorteil des Programms liegt darin, dass Einkommen und Sicherheiten nicht wie bei vielen klassischen Bankdarlehen im Mittelpunkt stehen. Trotzdem bleibt der Bildungskredit ein verzinsliches Darlehen. Er ist also keine Förderung, die Sie behalten dürfen, sondern eine Finanzierung, die später vollständig zurückgeführt werden muss.

Wer den Kredit im Studium beantragen kann

Für den Bildungskredit gelten feste Zugangsvoraussetzungen. Nach den aktuellen Programmbedingungen müssen Antragsteller grundsätzlich zwischen 18 und 35 Jahre alt sein und eine förderfähige Ausbildung in Vollzeit absolvieren. Für Studenten kommen zusätzliche Voraussetzungen hinzu, weil die Förderung auf fortgeschrittene Studienphasen ausgerichtet ist.

  • Sie sind mindestens 18 und höchstens 35 Jahre alt.
  • Sie studieren grundsätzlich in Vollzeit an einer Universität, Hochschule oder Fachhochschule.
  • Die Ausbildungsstätte beziehungsweise Ausbildung erfüllt die programmspezifischen Anerkennungsvoraussetzungen.
  • Bei ausländischen Antragstellern müssen die maßgeblichen Voraussetzungen des § 8 BAföG erfüllt sein.
  • Als Student dürfen Sie grundsätzlich nicht länger als zwölf Fachsemester studiert haben.
  • Je nach Studienaufbau müssen Sie einen bestimmten Studienfortschritt nachweisen, beispielsweise eine bestandene Zwischenprüfung oder entsprechende Leistungen.
  • Auch ein weiterführender Studienabschnitt, etwa ein Master nach einem abgeschlossenen grundständigen Studium, kann förderfähig sein.

Der Bildungskredit ist damit besonders für Studenten interessant, die bereits einen wesentlichen Teil ihres Studiums absolviert haben. Ob Ihre konkrete Konstellation förderfähig ist, entscheidet das Bundesverwaltungsamt anhand der Unterlagen. Gerade bei ungewöhnlichen Studienverläufen, Auslandsphasen oder zusätzlichen Studiengängen sollten Sie deshalb die aktuellen Hinweise des BVA prüfen.

Zwischenprüfung, Leistungsnachweis und Studienfortschritt

Bei klassischen Studiengängen mit Zwischenprüfung kann der bestandene erste Studienabschnitt ein wichtiger Nachweis sein. In vielen heutigen Bachelorstudiengängen existiert jedoch keine förmliche Zwischenprüfung mehr. Dann kann die Hochschule bestätigen, dass die für die jeweilige Ausbildungsphase üblichen Leistungen erbracht wurden.

Der Bildungskredit knüpft damit stärker an den tatsächlichen Ausbildungsfortschritt an als an eine pauschale Semesterzahl allein. Prüfen Sie frühzeitig, welche Bescheinigung Ihre Hochschule ausstellen muss. Wenn ein Leistungsnachweis fehlt, kann sich die Bearbeitung verzögern.

Master, Zusatz- und Aufbaustudium

Auch nach einem ersten Hochschulabschluss kann der Bildungskredit relevant sein. Die KfW nennt ausdrücklich Zusatz-, Ergänzungs- und Aufbaustudien sowie weiterführende Studienphasen. Wer bereits einen grundständigen Abschluss besitzt und ein postgraduales Master-, Diplom- oder Magisterstudium absolviert, kann deshalb unter den übrigen Voraussetzungen in den Förderbereich fallen.

Für Masterstudenten kann der Bildungskredit besonders dann interessant sein, wenn die Finanzierungslücke zeitlich klar begrenzt ist. Beispiele sind die Abschlussphase, ein Pflichtpraktikum oder zusätzliche Kosten durch ein Forschungsprojekt. Für eine vollständige Finanzierung eines zweijährigen Masters reicht die Höchstsumme von 7.200 Euro dagegen häufig nicht aus.

Praktikum und Ausland: Förderung kann möglich sein

Der Bildungskredit kann auch für bestimmte Praktika und Ausbildungsabschnitte im Ausland genutzt werden. Bei einer ausländischen Bildungsstätte muss grundsätzlich eine Gleichwertigkeit beziehungsweise Anerkennung im Sinne der Förderbedingungen gegeben sein. Maßgeblich ist immer die konkrete Ausgestaltung Ihres Aufenthalts.

Wenn Sie ein Auslandssemester oder Praktikum finanzieren möchten, sollten Sie zusätzlich Auslands-BAföG, Erasmus+ und mögliche Hochschulstipendien prüfen. Der Bildungskredit ist kein Ersatz für diese Zuschüsse, sondern kann eine verbleibende Lücke ergänzen. Gerade bei hohen Reise-, Wohn- oder Materialkosten kann die mögliche Einmalzahlung interessant sein.

Einkommen der Eltern spielt keine Rolle

Ein wesentliches Merkmal beim Bildungskredit ist die Unabhängigkeit vom Einkommen der Eltern. Auch das eigene Einkommen und Vermögen stehen nicht in derselben Weise wie beim BAföG im Mittelpunkt der Förderentscheidung. Dadurch kann das Darlehen gerade für Studenten interessant sein, die kein oder nur wenig BAföG erhalten, obwohl kurzfristig eine Finanzierungslücke besteht.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie den Bildungskredit automatisch erhalten. Neben den persönlichen und ausbildungsbezogenen Voraussetzungen ist das Programm budgetiert. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Beantragen Sie die Förderung deshalb nicht erst dann, wenn das Konto bereits vollständig ausgeschöpft ist.

BAföG und Kredit miteinander kombinieren

Der Bildungskredit kann nach den aktuellen Förderbedingungen mit BAföG kombiniert werden. Das ist ein wichtiger Unterschied zu der Vorstellung, Studenten müssten sich für genau eine Finanzierungsart entscheiden. Wer BAföG erhält, kann beispielsweise in der Abschlussphase zusätzlich einen begrenzten Kreditbetrag für besondere Ausgaben benötigen.

Trotzdem sollten Sie zuerst prüfen, ob sich der zusätzliche Bedarf wirklich nicht aus BAföG, Stipendium, Nebenjob oder vorhandenen Rücklagen decken lässt. BAföG enthält bei Studenten regelmäßig einen Zuschussanteil, während der Bildungskredit vollständig zurückgezahlt werden muss. Weitere Möglichkeiten finden Sie auf Bildungsbibel.de unter Studium finanzieren.

Wie hoch ist die monatliche Auszahlung?

Beim Bildungskredit können Sie zwischen 100, 200 und 300 Euro monatlicher Auszahlung wählen. Die Auszahlung ist innerhalb eines Ausbildungsabschnitts für höchstens 24 Monate möglich. Wer den Maximalbetrag von 300 Euro über die vollen 24 Monate nutzt, erhält insgesamt 7.200 Euro.

Monatliche Auszahlung12 Monate18 Monate24 Monate
100 Euro1.200 Euro1.800 Euro2.400 Euro
200 Euro2.400 Euro3.600 Euro4.800 Euro
300 Euro3.600 Euro5.400 Euro7.200 Euro

Diese Beträge beziehen sich auf die ausgezahlte Kreditsumme. Zusätzlich fallen Zinsen an. Wenn Sie den Bildungskredit nur für eine kurze Lücke benötigen, kann eine niedrigere monatliche Auszahlung sinnvoll sein. Nehmen Sie nicht automatisch den Höchstbetrag, nur weil er verfügbar ist.

Einmalzahlung bis 3.600 Euro für besondere Kosten

Für besondere einmalige Aufwendungen kann beim Bildungskredit eine Vorauszahlung von bis zu 3.600 Euro möglich sein. Das kann beispielsweise bei teuren Arbeitsmaterialien oder anderen ausbildungsbezogenen Sonderkosten relevant sein. Wichtig: Die Einmalzahlung kommt nicht zusätzlich zur maximalen Kreditsumme von 7.200 Euro hinzu.

Beispiel: Sie erhalten 2.400 Euro als Einmalzahlung. Dann verbleiben noch 4.800 Euro bis zur maximalen Kreditsumme. Wenn Sie anschließend über 24 Monate weiterfinanzieren möchten, entspricht das 200 Euro monatlich. Genau solche Kombinationen sollten Sie vor dem Antrag durchrechnen.

Praxisbeispiel: Eine Studentin benötigt für ein verpflichtendes Auslandsprojekt kurzfristig 1.800 Euro und danach zwölf Monate lang 300 Euro monatlich. Die Gesamtauszahlung läge bei 5.400 Euro. Damit bliebe sie unter der Höchstgrenze des Programms.

Wie die Zinsen berechnet werden

Der Bildungskredit wird variabel verzinst. Grundlage ist der 6-Monats-EURIBOR; hinzu kommt ein Aufschlag von einem Prozentpunkt. Der Zinssatz wird jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober für das folgende Halbjahr neu festgelegt. Deshalb kann sich Ihre Belastung während der Laufzeit verändern.

Der aktuelle Effektivzins kann sich somit innerhalb eines Jahres ändern. Bildungsbibel.de empfiehlt deshalb, in einem langfristig nutzbaren Ratgeber nicht mit einer vermeintlich dauerhaft gültigen Prozentzahl zu rechnen. Prüfen Sie unmittelbar vor Antrag und Auszahlung die aktuelle Kondition auf der offiziellen KfW-Seite zum Bildungskredit.

Die Zinsen werden auf den jeweils aktuellen Kapitalsaldo berechnet. Während Auszahlungs- und Karenzphase leisten Sie keine laufenden Zinszahlungen. Die Zinsen verschwinden dadurch jedoch nicht: Sie werden aufgeschoben und später zusammen mit dem Kredit zurückgezahlt. Dieser Punkt ist für den Vergleich mit Zuschüssen und zinsfreien Förderungen besonders wichtig.

Warum der Kredit nicht automatisch „günstig“ ist

Der Bildungskredit wird häufig als besonders günstige Finanzierung beschrieben. Das kann im Vergleich zu manchen anderen Krediten zutreffen, sollte aber nicht pauschal behauptet werden. Der Zinssatz ist variabel und hängt vom Kapitalmarkt ab. Steigt der 6-Monats-EURIBOR, steigt auch der Kreditzins bei der nächsten Anpassung.

Vergleichen Sie deshalb immer die aktuelle Kondition und die Gesamtschuld. Der Bildungskredit hat den Vorteil einer begrenzten Kreditsumme, klarer Raten und einer relativ langen Zeit bis zum Rückzahlungsbeginn. Ob er für Sie tatsächlich günstig ist, hängt jedoch vom Zinssatz, der in Anspruch genommenen Summe und Ihrer Rückzahlungsdauer ab.

Antrag beim Bundesverwaltungsamt: Ablauf in mehreren Schritten

Den Bildungskredit beantragen Sie online beim Bundesverwaltungsamt. Das BVA prüft die Fördervoraussetzungen. Bei einer Bewilligung erhalten Sie den Bescheid und das Kreditangebot der KfW. Anschließend müssen Sie die Vertragsunterlagen prüfen und die vorgeschriebene Identifizierung durchführen.

  1. Förderfähigkeit prüfen: Alter, Studienphase, Semesterzahl und Ausbildungsstatus kontrollieren.
  2. Monatlichen Bedarf festlegen: 100, 200 oder 300 Euro auswählen und gegebenenfalls Einmalzahlung begründen.
  3. Antrag online einreichen: Das Bundesverwaltungsamt stellt den Antrag und Hinweise zu den benötigten Nachweisen bereit.
  4. Bescheid abwarten: Das BVA prüft die Voraussetzungen und entscheidet über die Bewilligung.
  5. Kreditangebot prüfen: Nach Bewilligung erhalten Sie das Vertragsangebot der KfW.
  6. Identifizierung durchführen: Die Legitimation erfolgt nach den Vorgaben im Kreditangebot.
  7. Unterlagen fristgerecht einreichen: Erst nach vollständigem Vertrag kann die Auszahlung vorbereitet werden.

Welche Nachweise können erforderlich sein?

Welche Unterlagen für den Bildungskredit benötigt werden, hängt von der Ausbildungs- und Studienphase ab. Typischerweise müssen Sie Ihre Identität, Immatrikulation beziehungsweise Ausbildung und den erforderlichen Leistungsstand nachweisen. Bei Master-, Zusatz- oder Aufbaustudien können Unterlagen zum bereits abgeschlossenen Studium hinzukommen.

  • Personalausweis oder Reisepass für die spätere Legitimation,
  • Immatrikulations- oder Ausbildungsnachweis,
  • Nachweis über Zwischenprüfung oder erreichten Studienfortschritt,
  • gegebenenfalls Abschlussnachweis des vorausgegangenen Studiums,
  • bei einer Einmalzahlung Nachweise beziehungsweise Angaben zu den besonderen Kosten,
  • bei besonderen Konstellationen zusätzliche Nachweise nach den Vorgaben des BVA.

Prüfen Sie die aktuelle Unterlagenliste direkt im Onlineantrag. Der Bildungskredit ist ein standardisiertes Förderprogramm, dennoch können sich die erforderlichen Belege je nach Ausbildungsweg unterscheiden.

Wann wird das Geld ausgezahlt?

Nach wirksamem Vertragsabschluss wird der Bildungskredit in den vereinbarten Monatsbeträgen ausgezahlt. Nach Angaben der KfW erfolgt die monatliche Zahlung jeweils zum Monatsende im Voraus für den Folgemonat. Die erste tatsächliche Auszahlung hängt daher auch davon ab, wann Bewilligung, Vertragsabschluss und Legitimation abgeschlossen sind.

Planen Sie den Antrag mit Vorlauf. Wer beispielsweise zum nächsten Monat zwingend 300 Euro für die Miete benötigt, sollte sich nicht darauf verlassen, dass ein kurzfristig gestellter Antrag rechtzeitig ausgezahlt wird. Für akute Notlagen sind gegebenenfalls Sozialberatung, Studierendenwerk oder andere kurzfristige Hilfen geeigneter.

Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung

Die Rückzahlung beim Bildungskredit beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Krediten, bei denen unmittelbar nach Studienende oder schon während des Studiums Raten fällig werden. Bei maximal zwei Jahren Auszahlungsphase verbleiben damit mindestens zwei Jahre ohne reguläre Tilgungsrate.

Die reguläre monatliche Rate aus Zins und Tilgung beträgt 120 Euro. Wie lange die Rückzahlung dauert, hängt von der tatsächlich ausgezahlten Kreditsumme und den angefallenen Zinsen ab. Bei einer höheren Kreditsumme benötigen Sie entsprechend mehr Raten.

Wichtig ist außerdem, dass die während Auszahlungs- und Karenzphase aufgelaufenen Zinsen zunächst aufgeschoben werden. Zu Beginn der Tilgungsphase werden zunächst diese aufgeschobenen Zinsen bedient. Erst danach reduziert sich durch die Rate zunehmend der Kapitalbetrag. Deshalb kann die Gesamtdauer länger sein, als eine einfache Rechnung „Kreditsumme geteilt durch 120 Euro“ vermuten lässt.

Sondertilgung und vollständige vorzeitige Rückzahlung

Den Bildungskredit können Sie jederzeit teilweise oder vollständig vorzeitig zurückzahlen. Nach Angaben der KfW sind solche Sondertilgungen kostenfrei. Ein zusätzlicher Nachlass auf die Restschuld wird für eine vorzeitige Rückzahlung allerdings nicht gewährt.

Eine Sondertilgung kann sinnvoll sein, wenn Sie nach dem Studium schneller als erwartet über ausreichendes Einkommen verfügen. Dadurch sinkt der Kapitalsaldo früher und zukünftige Zinsbelastung kann reduziert werden. Behalten Sie trotzdem eine angemessene finanzielle Reserve für Miete, Versicherungen und unvorhergesehene Kosten.

Was tun bei Zahlungsschwierigkeiten?

Wenn Sie die reguläre Rate beim Bildungskredit nicht aufbringen können, sollten Sie nicht einfach Zahlungen ausfallen lassen. Die KfW sieht Möglichkeiten vor, beispielsweise eine Stundung oder Ratenreduzierung zu beantragen. Dafür müssen Sie Ihre finanzielle Situation nachweisen.

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit der KfW auf. Bei Arbeitslosigkeit, niedrigem Einkommen, Krankheit oder anderen erheblichen Belastungen kann eine angepasste Rückzahlung besser sein als Zahlungsrückstände. Die konkrete Entscheidung erfolgt nach Prüfung des Einzelfalls.

Beispiel: 300 Euro für zwölf Monate

Ein Student befindet sich in der Abschlussphase und möchte seine Arbeitszeit für zwölf Monate reduzieren. Er beantragt 300 Euro monatlich. Ausgezahlt werden insgesamt 3.600 Euro. Vier Jahre nach der ersten Auszahlung beginnt die Rückzahlung mit regulär 120 Euro monatlich zuzüglich der Berücksichtigung der bis dahin aufgelaufenen Zinsen innerhalb der Annuität.

Der Bildungskredit schließt in diesem Fall eine klar begrenzte monatliche Lücke. Ein deutlich größerer Studienkredit wäre möglicherweise unnötig. Entscheidend ist jedoch, dass der Student auch die Zinsen in seine spätere Gesamtbelastung einrechnet.

Beispiel: Einmalzahlung und monatliche Förderung kombinieren

Eine Studentin benötigt für technische Arbeitsmittel einmalig 3.000 Euro. Wird dieser Betrag als Einmalzahlung bewilligt, verbleiben maximal 4.200 Euro bis zur Obergrenze von 7.200 Euro. Diese könnte sie beispielsweise über 14 Monate mit 300 Euro monatlich ausschöpfen.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Einmalzahlung den Bildungskredit nicht erhöht, sondern die verbleibende monatlich auszahlbare Gesamtsumme reduziert. Vor dem Antrag sollten Sie deshalb entscheiden, welche Kosten sofort anfallen und welche monatliche Unterstützung tatsächlich notwendig ist.

Vergleich mit BAföG und KfW-Studienkredit

Der Bildungskredit ist nur einer von mehreren Bausteinen der Studienfinanzierung. BAföG, KfW-Studienkredit und der Kredit Nr. 173 verfolgen unterschiedliche Zwecke. Ein direkter Vergleich hilft, die Funktion des Programms besser einzuordnen.

KriteriumBAföGBildungskreditKfW-Studienkredit
Zielstaatliche Ausbildungsförderungbegrenzte Finanzierung in fortgeschrittener Ausbildungsphaselaufende Lebenshaltung im Studium oder in der Promotion
Einkommensabhängiggrundsätzlich janeinnein
Rückzahlungbei Studenten regelmäßig nur Darlehensanteilvollständige Kreditsumme plus Zinsenvollständige Kreditsumme plus Zinsen
Monatliche Auszahlungnach individuellem Bedarf100, 200 oder 300 Euro100 bis 650 Euro
Maximale Kreditsummekeine direkt vergleichbare Kreditobergrenze7.200 Euroabhängig von Studienart und Auszahlungsdauer deutlich höher möglich
ZinsStaatsdarlehen grundsätzlich zinslosvariabelvariabel
BesonderheitZuschussanteilbis 3.600 Euro Einmalzahlung innerhalb der Höchstsummeflexiblere und höhere laufende Auszahlung

Wenn Sie BAföG erhalten können, sollten Sie diese Förderung meist zuerst prüfen. Der Bildungskredit kann anschließend eine begrenzte Restlücke abdecken. Der KfW-Studienkredit kommt eher infrage, wenn eine größere oder längere Finanzierungslücke besteht. Wegen der potenziell höheren Gesamtschuld sollte auch er nur nach sorgfältiger Kalkulation genutzt werden.

Für wen das Darlehen besonders sinnvoll sein kann

Der Bildungskredit kann gut passen, wenn Sie eine klar definierte Finanzierungslücke haben und absehbar ist, dass das Studium beziehungsweise die geförderte Ausbildungsphase in überschaubarer Zeit abgeschlossen wird.

  • Sie befinden sich in der Abschlussphase und möchten die Arbeitszeit im Nebenjob reduzieren.
  • Sie müssen einmalig teure ausbildungsbezogene Arbeitsmittel bezahlen.
  • Sie absolvieren einen förderfähigen Master oder einen anderen weiterführenden Studienabschnitt.
  • Sie benötigen eine Ergänzung zu BAföG und anderen Einnahmen.
  • Sie planen einen förderfähigen Auslands- oder Praktikumsabschnitt und haben zusätzliche Kosten.
  • Sie möchten eine Finanzierung mit klarer Obergrenze statt eines sehr hohen Kreditrahmens.

Wann Sie besser nach Alternativen suchen sollten

Der Bildungskredit passt weniger gut, wenn Sie noch ganz am Anfang des Studiums stehen und über mehrere Jahre eine hohe monatliche Finanzierung benötigen. Die Förderung ist auf fortgeschrittene Phasen begrenzt und die monatliche Auszahlung beträgt höchstens 300 Euro.

Auch wenn Sie die Finanzierungslücke durch einen Zuschuss, ein Stipendium oder BAföG schließen können, ist ein verzinslicher Kredit häufig nicht die erste Wahl. Bei dauerhaften finanziellen Problemen sollten Sie außerdem Ihr gesamtes Monatsbudget überprüfen, statt wiederholt kurzfristige Darlehen aufzunehmen.

Kreditbedarf vor dem Antrag realistisch berechnen

Bevor Sie den Bildungskredit beantragen, sollten Sie nicht vom maximal möglichen Betrag ausgehen, sondern von Ihrer tatsächlichen Finanzierungslücke. Erstellen Sie eine Monatsübersicht mit Miete, Krankenversicherung, Lebensmitteln, Semesterbeitrag, Mobilität, Lernmitteln und einer kleinen Rücklage. Ziehen Sie anschließend BAföG, Unterhalt, Kindergeld, Stipendium, Nebenjob und andere sichere Einnahmen ab.

Fehlen beispielsweise 180 Euro monatlich für zehn Monate, beträgt die eigentliche Lücke 1.800 Euro. In diesem Fall könnte eine Auszahlung von 200 Euro monatlich für zehn Monate ausreichen. Der Bildungskredit muss nicht auf 24 Monate oder bis zur Höchstsumme ausgeschöpft werden. Jede nicht benötigte Auszahlung vermeidet später Zinsen und Rückzahlung.

Planen Sie außerdem einen Sicherheitspuffer, ohne den Kreditrahmen unnötig zu erhöhen. Unregelmäßige Kosten wie Semesterbeitrag, Reparatur eines Notebooks oder eine Fahrt zum Praxisort können separat kalkuliert werden. Wenn eine größere einmalige Ausgabe feststeht, prüfen Sie, ob eine Einmalzahlung innerhalb des Bildungskredit sinnvoller ist als eine über Monate erhöhte Auszahlung.

Rechnen Sie schließlich auch die Rückzahlungsphase durch. Bei 120 Euro monatlicher Rate sollte nach dem Studium genügend Spielraum für Miete, Versicherungen, Lebenshaltung und mögliche weitere Darlehen bestehen. Der Bildungskredit ist besonders gut planbar, wenn Sie schon vor dem Antrag wissen, welchen Zweck jeder aufgenommene Euro erfüllt.

Typische Fehler beim Antrag vermeiden

FehlerWarum problematisch?Bessere Lösung
Altersgrenze falsch einschätzenFörderung ist auf 18 bis 35 Jahre begrenztAlter vor Antrag prüfen
von 300 Euro als einzig möglicher Rate ausgehenBedarf wird möglicherweise unnötig hoch angesetzt100, 200 und 300 Euro vergleichen
Einmalzahlung zusätzlich zu 7.200 Euro rechnenGesamtkredit wird überschätztEinmalbetrag von der Höchstsumme abziehen
Zinsen während der Karenz ignorierenGesamtschuld wird unterschätztaufgeschobene Zinsen einplanen
zu spät beantragenAuszahlung kann nicht rechtzeitig startenmit zeitlichem Vorlauf beantragen
BAföG nicht prüfenmöglicher Zuschuss bleibt ungenutztBAföG vor verzinslichem Kredit prüfen
Maximalbetrag automatisch ausschöpfenunnötige Zinskostennur tatsächliche Finanzierungslücke finanzieren

Checkliste vor dem Antrag

  • Bin ich zwischen 18 und 35 Jahre alt?
  • Ist meine Ausbildungs- oder Studienphase grundsätzlich förderfähig?
  • Liege ich innerhalb der relevanten Semestergrenze?
  • Kann ich den erforderlichen Leistungsstand nachweisen?
  • Habe ich BAföG, Stipendien und andere Zuschüsse bereits geprüft?
  • Wie groß ist meine tatsächliche monatliche Finanzierungslücke?
  • Benötige ich 100, 200 oder 300 Euro monatlich?
  • Brauche ich zusätzlich eine begründete Einmalzahlung?
  • Habe ich den aktuellen variablen Zinssatz der KfW geprüft?
  • Kann ich die spätere Rate von 120 Euro realistisch tragen?

Häufige Fragen

Wie hoch ist der maximale Kreditbetrag?

Der Bildungskredit ist auf insgesamt 7.200 Euro innerhalb eines Ausbildungsabschnitts begrenzt. Bei 300 Euro monatlich entspricht dies einer maximalen Auszahlungsdauer von 24 Monaten. Eine Einmalzahlung wird auf diese Höchstsumme angerechnet.

Kann ich auch nur 100 oder 200 Euro monatlich beantragen?

Ja. Der Bildungskredit kann nach den aktuellen Konditionen mit 100, 200 oder 300 Euro monatlich ausgezahlt werden. Wählen Sie den Betrag nach Ihrem tatsächlichen Bedarf und nicht automatisch die höchste Stufe.

Wie alt darf ich bei der Förderung sein?

Die aktuelle Zielgruppe umfasst Antragsteller zwischen 18 und 35 Jahren. Die früher teilweise zu findende Formulierung „bis 36 Jahre“ ist nicht die richtige Darstellung der aktuellen KfW-Bedingungen.

Kann ich den Kredit zusammen mit BAföG erhalten?

Ja. Der Bildungskredit kann mit BAföG kombiniert werden. Er kann daher eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit darstellen, wenn BAföG und andere Einnahmen eine konkrete Lücke nicht vollständig decken.

Wann beginnt die Rückzahlung?

Die reguläre Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Die monatliche Rate beträgt 120 Euro. Die während der vorherigen Phase aufgelaufenen Zinsen werden zunächst aufgeschoben und später mit zurückgezahlt.

Kann ich früher zurückzahlen?

Ja. Den Bildungskredit können Sie nach den KfW-Bedingungen jederzeit teilweise oder vollständig vorzeitig zurückzahlen. Die Sondertilgung ist kostenfrei.

Wie hoch ist der aktuelle Zinssatz?

Der Zinssatz ist variabel und wird halbjährlich neu festgelegt. Er basiert auf dem 6-Monats-EURIBOR zuzüglich eines Aufschlags von einem Prozentpunkt. Da sich der Wert zum 1. April und 1. Oktober ändern kann, sollten Sie den jeweils aktuellen Effektivzins direkt bei der KfW prüfen.

Gibt es einen Rechtsanspruch?

Nein. Das Programm ist budgetiert. Auch wenn Sie die persönlichen Voraussetzungen für den Bildungskredit erfüllen, besteht kein gesetzlicher Rechtsanspruch auf Bewilligung.

Ist eine Schufa-Prüfung wie bei einem normalen Ratenkredit nötig?

Das Förderprogramm ist nicht wie ein klassischer frei verwendbarer Ratenkredit aufgebaut. Einkommen und Sicherheiten sind nach den offiziellen Programminformationen keine Voraussetzung der Förderung. Maßgeblich sind vor allem Alter, Ausbildungsstatus und Studienfortschritt. Prüfen Sie für Ihre konkrete Situation dennoch die aktuellen Vertrags- und Förderbedingungen.

Kann ich den gesamten Betrag auf einmal erhalten?

Nein. Eine vollständige Auszahlung der 7.200 Euro in einer Summe ist nicht vorgesehen. Beim Bildungskredit können jedoch für besondere einmalige Kosten bis zu 3.600 Euro im Voraus ausgezahlt werden. Der Betrag reduziert anschließend die noch verfügbare Kreditsumme.

Fazit: Sinnvoll für eine begrenzte Finanzierungslücke

Der Bildungskredit kann Studenten in einer fortgeschrittenen Studienphase eine überschaubare zusätzliche Finanzierung ermöglichen. Besonders hilfreich sind die Wahl zwischen 100, 200 und 300 Euro monatlich, die Höchstgrenze von 7.200 Euro und die Möglichkeit einer Einmalzahlung innerhalb dieser Gesamtsumme.

Gleichzeitig bleibt der Bildungskredit ein verzinsliches Darlehen. Der variable Zinssatz, die aufgeschobenen Zinsen und die spätere Rückzahlung sollten deshalb von Anfang an in die Planung einfließen. Wer BAföG oder ein Stipendium erhalten kann, sollte nicht rückzahlbare beziehungsweise teilweise nicht rückzahlbare Förderungen zuerst prüfen.

Bildungsbibel.de empfiehlt, den Bildungskredit vor allem für klar definierte Kosten oder eine zeitlich begrenzte Lücke einzusetzen. Berechnen Sie Ihren tatsächlichen Bedarf, prüfen Sie die Förderfähigkeit beim Bundesverwaltungsamt und vergleichen Sie unmittelbar vor Vertragsabschluss den aktuellen Zinssatz der KfW.

Weiterführende Informationen

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