Pfandkredit mit Sicherheiten zu Geld, Merkmale, Vorteile & Nachteile

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Wenn Sie kurzfristig Geld benötigen und schnell liquide sein müssen, kann ein Pfandkredit eine pragmatische Lösung sein: Sie hinterlegen einen Wertgegenstand als Sicherheit und erhalten dafür sofort Bargeld oder eine Auszahlung per Überweisung – häufig ohne klassische Bonitätsprüfung.

In diesem Beitrag erfahren Sie verständlich und praxisnah, wie ein Pfandkredit funktioniert, welche Kosten, Fristen und Risiken realistisch sind und wann Alternativen wie Dispo, Kleinkredit oder ein Kreditvergleich besser passen. Außerdem erhalten Sie eine Checkliste, mit der Sie sich optimal vorbereiten.

Pfandkredit - Lohnt sich das? Was ist ein Pfand? Vorteile u. Nachteile, Gegenstand gegen Geld, Kriterien bzw. Merkmale, Fristen für Pfand.
Pfandkredit

Pfandkredit kurz erklärt

  • Prinzip: Wertgegenstand als Sicherheit hinterlegen → Geld erhalten → später auslösen.
  • Vorteil: schnelle Liquidität, häufig ohne Schufa-Abfrage.
  • Risiko: Wenn Sie nicht auslösen, wird das Pfand verwertet (z. B. Verkauf/Versteigerung).
  • Wichtig: Kosten bestehen aus Zinsen + Gebühren. Vergleichen Sie Alternativen, wenn die Summe oder Laufzeit größer wird.

Was ist ein Pfandkredit?

Ein Pfandkredit ist ein Darlehen, das durch ein Pfand abgesichert wird. Sie bringen einen Wertgegenstand (z. B. Schmuck, Edelmetalle, hochwertige Uhren, teilweise auch Elektronik) zu einem Pfandhaus. Dort wird der Gegenstand bewertet, anschließend erhalten Sie ein Angebot: Auszahlung gegen Hinterlegung des Pfands.

Wichtig: Beim klassischen Pfandhaus handelt es sich nicht um „Geld ohne Gegenleistung“. Sie erhalten Geld, weil Sie eine Sicherheit übergeben. Ähnlich funktioniert es bei vielen Finanzierungen: Auch ein Immobilienkredit ist im weiteren Sinne über Sicherheiten abgesichert – beim Pfandhaus ist das Prinzip jedoch besonders direkt und kurzfristig.

Typisch ist: Der Pfandkredit ist kurz- bis mittelfristig, die Abwicklung ist schnell, und die Rückzahlung erfolgt durch das Auslösen des Pfands (Kreditbetrag + Zinsen + Gebühren). Wenn Sie nicht auslösen, kann das Pfandhaus den Gegenstand verwerten.

Was ist ein Pfand?

Ein Pfand ist ein Vermögensgegenstand, der zur Sicherung einer Forderung dient. Beim Pfandkredit ist das Pfand der Wertgegenstand, den Sie abgeben. Der entscheidende Punkt: Das Pfand hat einen marktüblichen Wert – und dieser Wert ist die Basis für den Betrag, den Sie erhalten können (der sogenannte Beleihungswert liegt in der Praxis oft unter dem vollen Verkaufswert).

Das Pfandhaus kalkuliert konservativ, weil es Risiken trägt (Lagerung, Versicherung, Wertschwankungen, Verwertung). Sie sollten daher nicht erwarten, den vollen Verkaufswert als Kreditbetrag zu erhalten. Genau hier liegt der Kern der Entscheidung: Schnelligkeit und Einfachheit gegen Preisabschlag und laufende Kosten.

Welche Gegenstände eignen sich für einen Pfandkredit?

Nicht jedes Pfandhaus nimmt alles an. Viele Häuser spezialisieren sich. Sehr häufig akzeptiert werden:

  • Schmuck (Gold, Silber, Platin), Edelmetalle, Münzen
  • Hochwertige Uhren (Marken/Originale, mit Nachweisen)
  • Designer-Artikel (abhängig vom Haus und Zustand)
  • Technik (Smartphones, Kameras, Laptops – oft nur aktuelle Modelle)
  • Musikinstrumente (z. B. hochwertige Gitarren)
  • Fahrräder/E-Bikes (teils, mit Kaufbeleg/Seriennummer)

Weniger geeignet sind in der Praxis Dinge mit starkem Wertverlust oder schwerer Verwertbarkeit (ältere Elektronik, beschädigte Ware, Produkte ohne Nachweise). Wenn Ihnen der Gegenstand emotional wichtig ist, prüfen Sie besonders streng, ob Sie die Rückzahlung sicher leisten können.


Pfandkredit Ablauf: in 7 Schritten sicher zum Geld

Ein Pfandkredit ist dann sinnvoll, wenn Sie den Ablauf kennen und die Kosten vorher überschlagen. So läuft es typischerweise ab:

  1. Pfand auswählen: Wertgegenstand + (wenn vorhanden) Kaufbeleg, Zertifikate, Originalverpackung.
  2. Identität nachweisen: Personalausweis oder Reisepass (üblich und wichtig).
  3. Bewertung vor Ort: Schätzung des Marktwerts, Zustand, Echtheit, Nachfrage.
  4. Angebot erhalten: Kreditbetrag (Beleihungswert), Zinsen, Gebühren, Laufzeit/Frist.
  5. Pfandschein bekommen: Dokument mit Pfandbeschreibung und Konditionen (unbedingt aufbewahren).
  6. Auszahlung: bar oder per Überweisung – je nach Pfandhaus.
  7. Auslösen oder verwerten lassen: Sie zahlen fristgerecht zurück und erhalten Ihr Pfand zurück – oder das Pfand wird nach Ablauf der Fristen verwertet.

Tipp: Fragen Sie im Pfandhaus aktiv nach: „Wie hoch sind Zinsen und Gebühren pro Monat, und was kostet mich das bei 1, 2 oder 3 Monaten Laufzeit?“ Das schafft sofort Klarheit.

Pfandschein: das wichtigste Dokument beim Pfandkredit

Der Pfandschein ist Ihr Beleg für das hinterlegte Pfand und enthält die relevanten Daten: Beschreibung des Gegenstands, Kreditbetrag, Laufzeit, Zinsen, Gebühren und Bedingungen zur Auslösung. Bewahren Sie den Pfandschein sicher auf. Wenn Sie den Gegenstand wiederhaben möchten, benötigen Sie in der Praxis eine eindeutige Zuordnung.

Wenn Sie unsicher sind, machen Sie zusätzlich ein Foto vom Pfandschein und speichern Sie es sicher. So haben Sie die Informationen im Zweifel griffbereit.

Kosten beim Pfandkredit: Zinsen und Gebühren richtig einordnen

Die Kosten beim Pfandkredit bestehen typischerweise aus Zinsen und Gebühren (z. B. für Bewertung, Verwahrung, Versicherung). In Deutschland sind zentrale Punkte dazu in der Pfandleiherverordnung geregelt. Einen guten Einstieg bietet der Gesetzestext bei Gesetze im Internet (PfandlV).

Wichtig für Ihre Kalkulation: Kosten werden häufig pro angefangenem Monat berechnet. Wenn Sie also kurz über eine Monatsgrenze kommen, kann sich das bemerkbar machen. Sprechen Sie die Monatslogik vor Vertragsabschluss an.

Zinsen: was ist üblich?

Beim Pfandkredit sind Zinsen häufig monatlich ausgewiesen. Das wirkt zunächst niedrig, summiert sich aber über mehrere Monate. Achten Sie darauf, ob zusätzlich Gebühren pro Monat anfallen – denn genau dort liegt in der Praxis oft der größere Kostenblock.

Gebühren: wofür zahlen Sie?

Gebühren entstehen typischerweise für:

  • Schätzung/Bewertung (Echtheit, Zustand, Marktwert)
  • Verwahrung und Lagerung (Sicherheit, Aufbewahrung)
  • Versicherung (Schutz vor z. B. Feuer, Einbruch – je nach Pfandhaus)

Transparenz ist hier entscheidend: Lassen Sie sich die monatlichen Kosten sauber aufschlüsseln – und vergleichen Sie mit Alternativen (z. B. Dispo oder kleiner Ratenkredit), wenn die Laufzeit länger wird.

Kostenbeispiel: Was kostet ein Pfandkredit wirklich?

Die folgende Übersicht ist eine Rechenhilfe, damit Sie Größenordnungen einschätzen können. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Pfandhaus, vom Pfand und von der Laufzeit ab.

KreditbetragBeispiel-LaufzeitZinsen (Beispiel)Gebühren (Beispiel)Rückzahlung gesamt (Beispiel)
100 €3 Monate3,00 € (1,00 € pro Monat)7,50 € (2,50 € pro Monat)110,50 €
300 €3 Monate9,00 € (3,00 € pro Monat)19,50 € (6,50 € pro Monat)328,50 €
500 €3 Monate15,00 € (5,00 € pro Monat)abhängig vom Anbieter (oft frei vereinbart)abhängig von Gebühren

Merksatz: Je kürzer die Laufzeit, desto besser. Wenn Sie absehen können, dass Sie länger als wenige Monate benötigen, ist ein klassischer Kredit oft günstiger – prüfen Sie dazu einen Kreditvergleich.


Laufzeit und Fristen: darauf sollten Sie achten

Beim Pfandkredit zählt nicht nur der Preis, sondern auch die Fristlogik. Üblich sind Laufzeiten von mehreren Monaten. Achten Sie besonders auf:

  • Fälligkeit: Ab wann muss zurückgezahlt werden, um auszulösen?
  • Verlängerung: Ist eine Verlängerung möglich und was kostet sie?
  • Monatsabrechnung: Werden Kosten pro angefangenem Monat berechnet?
  • Verwertung: Ab wann darf das Pfandhaus verwerten (Verkauf/Versteigerung)?

Wenn Sie knapp sind, planen Sie nicht „auf Kante“. Setzen Sie sich eine interne Frist, die einige Tage vor dem offiziellen Termin liegt. So vermeiden Sie unnötige Zusatzkosten.

Was passiert, wenn Sie das Pfand nicht auslösen?

Wenn Sie nicht auslösen, kann das Pfandhaus den Gegenstand verwerten. Das ist der zentrale Unterschied zum klassischen Ratenkredit: Hier ist die Sicherheit direkt der Wertgegenstand. Das Pfandhaus versucht, den offenen Betrag durch Verkauf oder Versteigerung zu decken.

Für Sie bedeutet das: Wenn Ihnen der Gegenstand wichtig ist, sollten Sie den Pfandkredit nur wählen, wenn die Rückzahlung realistisch planbar ist. Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie Alternativen wie Kleinkredit oder Privatkredit – je nach Situation.

Vorteile und Nachteile beim Pfandkredit

Vorteile

  • Schnelle Auszahlung – oft sofort nach Bewertung.
  • Einfacher Prozess – wenig Unterlagen, Fokus auf das Pfand.
  • Häufig ohne Schufa-Abfrage – je nach Anbieter üblich.
  • Keine dauerhafte Verschuldung, wenn Sie zeitnah auslösen.
  • Flexibilität: Sie können häufig früher auslösen, wenn Sie schneller wieder liquide sind.

Nachteile

  • Beleihungswert unter Marktwert – Sie erhalten nicht den vollen Verkaufswert.
  • Kosten pro Monat (Zinsen + Gebühren) können sich summieren.
  • Verwertungsrisiko: Wenn Sie nicht auslösen, verlieren Sie den Gegenstand.
  • Begrenzte Auswahl: Nicht jedes Pfandhaus nimmt jeden Gegenstand an.
  • Emotionaler Druck: Wertgegenstände lösen manchmal unklare Entscheidungen aus – bleiben Sie sachlich.

Checkliste: So bereiten Sie den Pfandkredit optimal vor

  • Rückzahlung planen: Wann können Sie realistisch auslösen (Datum + Puffer)?
  • Pfand auswählen: Nur Gegenstände, die Sie notfalls entbehren können.
  • Nachweise mitnehmen: Kaufbeleg, Zertifikate, Box, Seriennummern (wenn vorhanden).
  • Ausweis prüfen: Personalausweis/Reisepass bereithalten.
  • Kosten schriftlich bestätigen: Zinsen, Gebühren, Monatslogik, Verlängerung.
  • Pfandschein sichern: Foto + Original sicher ablegen.
  • Alternative vergleichen: Dispo, Kleinkredit oder Ratenkredit gegenrechnen.

Seriöse Pfandhäuser erkennen: 7 klare Hinweise

Gerade wenn es schnell gehen soll, steigt das Risiko, an schlechte Angebote zu geraten. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Transparente Konditionen: Zinsen, Gebühren und Fristen werden klar genannt.
  • Keine Vorkosten-Fallen: Seriöse Anbieter verlangen kein „Geld vorab“ für die Auszahlung.
  • Saubere Dokumente: Pfandschein, Quittung, eindeutige Beschreibung des Pfands.
  • Nachvollziehbare Bewertung: Der Beleihungswert wird erklärt (Zustand, Markt, Verwertung).
  • Sichere Verwahrung: Hinweis auf Lagerung und Versicherung.
  • Erreichbarkeit: Impressum, Adresse, Telefonnummer – keine anonymen Konstrukte.
  • Orientierung an Branchenstandards: Informationen und Hinweise finden Sie z. B. beim Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes e.V..

Pfandkredit oder Alternative? So treffen Sie die bessere Wahl

Ein Pfandkredit ist stark, wenn Sie sofort Geld benötigen und in kurzer Zeit wieder auslösen können. Wenn Sie jedoch eine längere Laufzeit erwarten oder die Kosten gering halten müssen, sind Alternativen oft sinnvoller:

  • Dispositionskredit: schnell verfügbar, aber oft hohe Zinsen – nur kurzfristig sinnvoll.
  • Kleinkredit: planbare Raten, oft günstiger bei mehreren Monaten Laufzeit.
  • Kreditvergleich: Konditionen vergleichen, versteckte Kosten vermeiden.
  • Privatkredit: Option im Umfeld – schriftlich sauber regeln.
  • Schufa & Bonität: Grundlagen verstehen, bevor Sie teure Notlösungen wählen.

Wenn Sie unsicher sind, ist der einfachste Schritt: zwei Varianten gegenrechnen. Pfandkredit (Zinsen + Gebühren) vs. Ratenkredit (Zins + Rate). In vielen Fällen ist das Ergebnis überraschend eindeutig.

Rechtlicher Rahmen: warum Pfandkredit nicht „wild“ ist

Pfandkredite in Pfandhäusern sind nicht irgendein Graubereich, sondern bewegen sich in einem geregelten Rahmen. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, sind diese Quellen hilfreich:

Für Ihre Praxis zählt vor allem: Konditionen schriftlich, Fristen klar und Pfandschein sicher. Dann ist der Pfandkredit eine nachvollziehbare Transaktion – und keine Wundertüte.


FAQ: Häufige Fragen zum Pfandkredit

Gibt es beim Pfandkredit eine Schufa-Abfrage?

In vielen Pfandhäusern steht das Pfand im Mittelpunkt – nicht die klassische Bonitätsprüfung. Eine Schufa-Abfrage ist daher häufig nicht das Kernelement. Klären Sie das vor Ort, wenn Ihnen dieser Punkt wichtig ist.

Welche Unterlagen benötigen Sie?

Üblich sind Ausweisdokumente (Personalausweis oder Reisepass). Zusätzlich helfen Nachweise wie Kaufbeleg, Zertifikate oder Seriennummern, weil sie die Bewertung erleichtern.

Wie hoch ist der Kreditbetrag beim Pfandkredit?

Der Betrag orientiert sich am Beleihungswert und liegt in der Praxis oft unter dem vollen Verkaufswert. Je stabiler der Wiederverkaufswert, desto besser fällt das Angebot meist aus.

Kann ich früher zurückzahlen und das Pfand früher auslösen?

In vielen Fällen ist eine frühere Auslösung möglich. Klären Sie, wie die Kosten berechnet werden (z. B. pro angefangenem Monat), damit Sie den Effekt realistisch einschätzen können.

Was passiert, wenn ich nicht auslöse?

Wenn Sie nicht auslösen, wird das Pfand verwertet (z. B. Verkauf/Versteigerung). Deshalb sollten Sie nur Pfänder hinterlegen, deren Verlust Sie notfalls verkraften können.

Fazit: Lohnt sich ein Pfandkredit?

Ein Pfandkredit lohnt sich vor allem dann, wenn Sie kurzfristig Geld benötigen, einen passenden Wertgegenstand besitzen und die Rückzahlung zeitnah sicher einplanen können. Der größte Vorteil ist die Geschwindigkeit – der größte Nachteil sind der Abschlag beim Beleihungswert und die laufenden Kosten.

Wenn Sie absehen können, dass die Laufzeit eher mehrere Monate beträgt oder die Summe höher ist, prüfen Sie Alternativen: Ein Kreditvergleich spart häufig Geld und schafft bessere Planbarkeit. Nutzen Sie den Pfandkredit als Werkzeug – nicht als Dauerlösung.

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