SMART Methode, Ablauf, Beispiele, Ziele, Bedeutung einfach erklärt

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Die SMART Methode hilft Ihnen dabei, aus allgemeinen Wünschen konkrete und überprüfbare Ziele zu entwickeln. Statt sich beispielsweise lediglich „mehr Sport“, „bessere Leistungen“ oder „mehr Umsatz“ vorzunehmen, formulieren Sie genau, was erreicht werden soll, woran Sie den Fortschritt erkennen und bis wann das Ergebnis vorliegen soll.

Auf der Bildungsbibel lernen Sie die SMART Methode Schritt für Schritt kennen. Sie erfahren, wofür die Buchstaben S, M, A, R und T stehen, welche Varianten der Begriffe üblich sind und wie Sie berufliche, persönliche, Lern- und Projektziele formulieren. Beispiele, typische Fehler, Vorteile, Nachteile und eine praktische Checkliste helfen bei der direkten Anwendung.

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SMART Methode für konkrete und überprüfbare Ziele

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SMART Methode ist ein Verfahren zur klaren Zielformulierung.
  • Im deutschen Sprachraum steht SMART häufig für spezifisch, messbar, attraktiv oder akzeptiert, realistisch und terminiert.
  • George T. Doran stellte die SMART-Formel 1981 im Managementkontext vor. Seine ursprüngliche englische Fassung verwendete teilweise andere Begriffe als heutige deutschsprachige Varianten.
  • Ein SMART-Ziel beschreibt nicht nur eine Absicht, sondern ein überprüfbares Ergebnis.
  • Messbarkeit kann über Zahlen, Termine, Qualitätskriterien oder eindeutig beobachtbare Zustände hergestellt werden.
  • Ein realistisches Ziel soll erreichbar sein, aber nicht zwangsläufig bequem oder anspruchslos.
  • Die SMART Methode hilft beim Formulieren eines Ziels, ersetzt aber weder die Zielfindung noch eine Strategie oder Maßnahmenplanung.
  • Ziele sollten regelmäßig überprüft und angepasst werden, wenn sich Rahmenbedingungen wesentlich verändern.

Was ist die SMART-Methode?

Die SMART Methode ist ein Rahmen zur Formulierung von Zielen. Sie soll verhindern, dass Vorhaben so unklar bleiben, dass später niemand eindeutig sagen kann, ob sie erreicht wurden. Ein Ziel wie „Wir wollen den Kundenservice verbessern“ beschreibt eine Richtung, aber noch keinen überprüfbaren Soll-Zustand.

Die SMART Methode konkretisiert solche Aussagen. Aus einer Absicht wird beispielsweise: „Bis zum 30. November soll die durchschnittliche Antwortzeit für Anfragen im allgemeinen Servicepostfach von derzeit zwei Arbeitstagen auf höchstens einen Arbeitstag sinken.“ Damit werden Inhalt, Messgröße und Termin deutlich.

Die Haufe Akademie zur SMART-Methode ordnet das Konzept George T. Doran zu, der es 1981 im Managementkontext vorstellte. Auch die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement verwendet SMART-Ziele als Werkzeug, um Projektziele klarer, nachvollziehbarer und steuerbarer zu formulieren.

Wofür stehen die Buchstaben S, M, A, R und T?

Die Buchstaben der SMART Methode werden nicht in jeder Quelle identisch übersetzt. Im deutschen Management- und Selbstmanagementkontext ist die Variante spezifisch, messbar, attraktiv oder akzeptiert, realistisch und terminiert weit verbreitet. Haufe verwendet beispielsweise attraktiv beziehungsweise anspruchsvoll in unterschiedlichen Zusammenhängen.

Historisch ist wichtig: Doran verwendete 1981 im Englischen die Begriffe „specific“, „measurable“, „assignable“, „realistic“ und „time-related“. Später entstanden zahlreiche Varianten. Deshalb ist es sinnvoller, auf die Funktion der fünf Kriterien zu achten, als über eine einzig richtige Übersetzung zu streiten.

BuchstabeHäufige deutsche BedeutungLeitfrage
SSpezifischWas genau soll erreicht werden?
MMessbarWoran erkennen Sie die Zielerreichung?
AAttraktiv / akzeptiertWarum lohnt sich das Ziel und wird es getragen?
RRealistischIst es mit verfügbaren Mitteln erreichbar?
TTerminiertBis wann soll das Ergebnis erreicht sein?

Die SMART Methode wird außerdem in englischsprachigen Varianten mit „achievable“ oder „relevant“ beschrieben. Diese Unterschiede verändern den Grundgedanken nicht: Ein gutes Ziel benötigt Klarheit, Überprüfbarkeit, Akzeptanz oder Sinn, Machbarkeit und einen zeitlichen Bezug.

Die fünf SMART-Kriterien Schritt für Schritt

S – Spezifisch: Das Ziel eindeutig formulieren

Der erste Schritt der SMART Methode besteht darin, das Ziel so konkret wie möglich zu beschreiben. Begriffe wie „besser“, „mehr“, „effizienter“ oder „erfolgreicher“ sind ohne weitere Erläuterung zu unbestimmt. Sie lassen offen, was sich tatsächlich verändern soll.

Ein spezifisches Ziel beantwortet möglichst genau, welches Ergebnis angestrebt wird. Dabei kann es helfen, Fragen nach Gegenstand, Zielgruppe, Bereich und gewünschtem Zustand zu stellen. Aus „Ich möchte mehr Sport treiben“ wird beispielsweise „Ich möchte regelmäßig im Freien joggen“.

Die SMART Methode verlangt dabei keine unnötige Detailfülle. Das Ziel sollte so konkret sein, dass Beteiligte dasselbe darunter verstehen. Eine Überdefinition kann dagegen Flexibilität einschränken.

Wer seine Motivation für Bewegung verbessern möchte, findet ergänzende Hinweise bei der Bildungsbibel zur Motivation für Sport und Fitness.

M – Messbar: Erfolg eindeutig überprüfen

Das zweite Kriterium der SMART Methode macht deutlich, woran Sie erkennen, dass ein Ziel erreicht wurde. Messbarkeit muss nicht immer Geld, Prozent oder Stückzahl bedeuten. Auch qualitative Ziele können mit nachvollziehbaren Kriterien überprüfbar gemacht werden.

Beim Sportziel könnten Häufigkeit und Dauer dienen: „zweimal pro Woche jeweils 30 Minuten joggen“. Im Vertrieb wären Umsatz, Zahl qualifizierter Termine oder Abschlussquote mögliche Kennzahlen. Bei einem Projekt können Fertigstellungsgrad, Abnahmekriterien oder definierte Meilensteine eingesetzt werden.

Eine wichtige Frage lautet: Könnte eine unbeteiligte Person am Stichtag anhand der festgelegten Kriterien entscheiden, ob das Ziel erreicht wurde? Wenn die Antwort nein lautet, ist die SMART Methode noch nicht vollständig umgesetzt.

A – Attraktiv oder akzeptiert: Das Ziel muss getragen werden

Im deutschsprachigen Gebrauch steht A häufig für attraktiv oder akzeptiert. Ein Ziel sollte einen erkennbaren Nutzen besitzen und von der Person beziehungsweise dem Team grundsätzlich mitgetragen werden. Die SMART Methode funktioniert schlechter, wenn ein Ziel ausschließlich formal formuliert wurde, aber niemand einen Sinn darin erkennt.

Attraktiv bedeutet nicht, dass jeder Schritt angenehm sein muss. Ein anspruchsvolles Ziel kann Anstrengung verlangen. Entscheidend ist, dass das Ergebnis bedeutsam genug erscheint, um Zeit und Energie zu investieren.

Eine positive Formulierung kann dabei hilfreich sein. Statt „nicht mehr so viel Zeit verschwenden“ können Sie beispielsweise formulieren: „Ich reserviere an vier Arbeitstagen pro Woche jeweils 60 Minuten für konzentrierte Projektarbeit.“ Mehr zu einer konstruktiven inneren Ausrichtung finden Sie beim Beitrag zum positiven Denken.

Aktionsorientiert ist eine weitere verbreitete Interpretation des A. Historisch entspricht sie nicht exakt Dorans ursprünglicher Formulierung, kann für die praktische Anwendung der SMART Methode aber sinnvoll sein: Ein Ziel sollte so formuliert sein, dass daraus konkretes Handeln abgeleitet werden kann.

R – Realistisch: Anspruch und Machbarkeit verbinden

Ein Ziel sollte mit den verfügbaren Ressourcen grundsätzlich erreichbar sein. Die SMART Methode fordert damit weder besonders leichte noch garantiert erreichbare Ziele. Realistisch bedeutet vielmehr, dass Zeit, Geld, Wissen, Kompetenzen, Einflussmöglichkeiten und Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Wenn jemand seit Jahren keinen Ausdauersport betrieben hat, wäre „ab morgen jeden Tag 20 Kilometer laufen“ für die meisten Menschen keine sinnvolle Zielsetzung. Ein schrittweiser Aufbau ist realistischer. Wer bereits regelmäßig trainiert, kann dagegen deutlich anspruchsvollere Ziele setzen.

Bei beruflichen Zielen sollten Sie zusätzlich prüfen, ob Sie das Ergebnis überhaupt ausreichend beeinflussen können. Ein Verkäufer kann beispielsweise seine Zahl qualifizierter Kundengespräche direkt steuern, den Gesamtumsatz eines Marktes jedoch nur begrenzt.

Zur psychologischen Einordnung von Lernen und Entwicklung können Sie ergänzend das Dorsch Lexikon der Psychologie zur Entwicklungspsychologie nutzen. Für die SMART Methode selbst ist jedoch nicht eine bestimmte psychologische Entwicklungszone vorgeschrieben, sondern die realistische Einschätzung der konkreten Voraussetzungen.

T – Terminiert: Einen klaren zeitlichen Rahmen setzen

Ohne Termin bleibt ein Ziel leicht ein unverbindlicher Wunsch. Deshalb verlangt die SMART Methode einen eindeutigen zeitlichen Bezug. Das kann ein konkretes Datum, ein Zeitraum oder bei wiederkehrenden Zielen eine klar definierte Frequenz sein.

Beim Sportziel könnte der Start am kommenden Montag liegen und die erste Überprüfung nach zwölf Wochen erfolgen. Wer einen Trainingsplan benötigt, kann beispielsweise die vorhandene externe Vorlage zum Trainingsplan erstellen als zusätzliche Orientierung verwenden.

Die SMART Methode wird besonders hilfreich, wenn große Ziele zusätzlich Zwischenziele erhalten. Ein Projekt mit sechs Monaten Laufzeit kann beispielsweise monatliche Meilensteine bekommen. Dadurch erkennen Sie früher, ob der geplante Fortschritt erreicht wird oder Anpassungen notwendig sind.

Vom Vorsatz zum SMART-Ziel: Sport als Beispiel

Ein durchgängiges Beispiel zeigt, wie die SMART Methode einen vagen Vorsatz schrittweise verbessert. Ausgangspunkt ist: „Ich möchte mehr Sport machen.“

KriteriumKonkretisierung
SpezifischIch möchte im Freien joggen.
MessbarZweimal pro Woche jeweils mindestens 30 Minuten.
AttraktivIch möchte meine Ausdauer verbessern und Bewegung fest in meinen Alltag integrieren.
RealistischZwei Einheiten passen in meinen Wochenplan und entsprechen meinem aktuellen Trainingsstand.
TerminiertIch beginne kommenden Montag und überprüfe das Ziel nach zwölf Wochen.

Die vollständige Formulierung könnte lauten: „Ab kommendem Montag jogge ich zwölf Wochen lang zweimal pro Woche mindestens 30 Minuten im Freien, um meine Ausdauer zu verbessern. Nach zwölf Wochen überprüfe ich, ob ich Häufigkeit und Dauer steigern möchte.“ Damit wird die SMART Methode konkret und überprüfbar.

Wichtig ist: Das Ziel darf angepasst werden, wenn neue Informationen entstehen. Eine Verletzung, berufliche Veränderungen oder ein anderer Trainingsstand können eine neue realistische Planung erforderlich machen. SMART bedeutet nicht starr.

SMART Methode in 6 Schritten anwenden

Die fünf Kriterien lassen sich in einen einfachen Arbeitsablauf übersetzen. Die SMART Methode wird dadurch von einer Merkhilfe zu einem praktischen Werkzeug für Selbstmanagement, Führung und Projektplanung.

  1. Ausgangswunsch formulieren: Schreiben Sie zunächst auf, was Sie grundsätzlich erreichen möchten.
  2. Ergebnis konkretisieren: Beschreiben Sie den gewünschten Soll-Zustand eindeutig.
  3. Messkriterien festlegen: Bestimmen Sie Kennzahlen, Qualitätsmerkmale oder andere überprüfbare Kriterien.
  4. Nutzen und Akzeptanz prüfen: Klären Sie, warum das Ziel wichtig ist und wer es tragen muss.
  5. Machbarkeit bewerten: Prüfen Sie Ressourcen, Kompetenzen, Abhängigkeiten und Risiken.
  6. Termin und Kontrolle festlegen: Definieren Sie Stichtag, Zwischenziele und Zeitpunkt der Überprüfung.

Nach dieser Formulierung sollte die SMART Methode in die Umsetzung übergehen. Ein Ziel allein erledigt noch keine Aufgabe. Ergänzen Sie deshalb konkrete Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Termine.

Ziel und Maßnahme richtig unterscheiden

Ein häufiger Fehler bei der SMART Methode besteht darin, eine Tätigkeit mit einem Ziel zu verwechseln. „Jeden Montag eine Teamsitzung durchführen“ ist zunächst eine Maßnahme. Sie sagt noch nicht, welches Ergebnis dadurch erreicht werden soll.

Ein Ziel beschreibt den gewünschten Zustand. Eine Maßnahme beschreibt, was Sie tun, um diesen Zustand zu erreichen. Beispielsweise könnte das Ziel lauten: „Bis Ende des Quartals reduzieren wir die durchschnittliche Bearbeitungszeit offener Kundenfälle von vier auf drei Arbeitstage.“ Eine wöchentliche Fallbesprechung wäre eine mögliche Maßnahme.

Haufe weist bei Zielvereinbarungen ebenfalls darauf hin, zwischen Zielen und Wegen zum Ziel zu unterscheiden. Die SMART Methode wird dadurch deutlich aussagekräftiger, weil Erfolg nicht allein an Aktivität gemessen wird.

SMART-Ziele: Beispiele aus Beruf, Lernen und Alltag

Beispiel 1: Vertrieb

Unklar: „Ich möchte mehr neue Kunden gewinnen.“

Mit der SMART Methode: „Bis zum 30. November gewinne ich fünf neue Geschäftskunden aus dem regionalen Bildungsbereich, die jeweils einen Auftrag mit einem Mindestwert von 2.000 Euro erteilen.“

Das Ziel ist konkret, quantitativ überprüfbar und terminiert. Ob es realistisch ist, muss anhand von Markt, Zeitbudget, Vertriebskapazität und bisherigen Ergebnissen bewertet werden.

Beispiel 2: Studium und Prüfung

Unklar: „Ich will mehr für die Prüfung lernen.“

Mit der SMART Methode: „Ich bearbeite bis zum Prüfungstag in sechs Wochen an fünf Tagen pro Woche jeweils 60 Minuten die prüfungsrelevanten Aufgaben und löse bis dahin drei komplette Probeklausuren.“

Hier beschreibt die SMART Methode sowohl den Zeitraum als auch die konkrete Lernleistung. Zusätzlich sollte kontrolliert werden, ob die Lernstrategie tatsächlich zum Prüfungsformat passt.

Beispiel 3: Projektmanagement

Unklar: „Die neue Website soll besser werden.“

Mit der SMART Methode: „Bis zum 15. Dezember wird die neue Website veröffentlicht. Alle 50 priorisierten Inhaltsseiten sind migriert, die Kontaktformulare funktionieren auf Desktop und Mobilgeräten und die definierten Abnahmetests sind abgeschlossen.“

Gerade im Projektmanagement hilft die SMART Methode, Erwartungen zwischen Auftraggeber, Projektleitung und ausführenden Personen abzugleichen. Die GPM hebt die Bedeutung klarer und steuerbarer Ziele für Projekte ebenfalls hervor.

Beispiel 4: Marketing

Unklar: „Wir wollen mehr Reichweite.“

Mit der SMART Methode: „Wir erhöhen die monatlichen organischen Besuche auf den fünf wichtigsten Ratgeberseiten bis zum 31. März gegenüber dem Ausgangswert vom 1. Oktober um 15 Prozent.“

Weitere Anwendungsbeispiele finden Sie bei der Bildungsbibel zu Marketingzielen nach SMART und zur praktischen Anwendung von SMART im Nischenmarkt.

Beispiel 5: Selbstmanagement

Unklar: „Ich möchte organisierter arbeiten.“

Mit der SMART Methode: „Ich plane an jedem Arbeitstag bis 8:30 Uhr meine drei wichtigsten Aufgaben und kontrolliere vier Wochen lang jeweils freitags, wie viele davon vollständig erledigt wurden.“

Die SMART Methode lässt sich hier gut mit weiteren Selbstmanagement Methoden kombinieren. SMART klärt das Ziel; Methoden wie ALPEN, ABC oder Eisenhower können anschließend bei Tagesplanung und Priorisierung helfen.

Für welche Zieltypen eignet sich SMART?

Die SMART Methode kann für einmalige Ergebnisse, Entwicklungsziele und wiederkehrende Routinen eingesetzt werden. Die Formulierung unterscheidet sich jedoch je nach Zieltyp.

ZieltypBeispielGeeignete Messung
ErgebniszielProjekt bis Termin abschließenAbnahme, Fertigstellungsgrad, Termin
LeistungszielBearbeitungszeit reduzierenZeit, Qualität, Fehlerquote
LernzielFachwissen aufbauenTests, Aufgaben, Zertifikat
Routinezielregelmäßig trainierenHäufigkeit und Dauer
EntwicklungszielPräsentationskompetenz verbesserndefinierte Beobachtungskriterien und Feedback

Bei qualitativen Entwicklungszielen braucht die SMART Methode besonders sorgfältig definierte Kriterien. „Selbstbewusster auftreten“ ist schwer direkt zu messen. Besser sind beobachtbare Verhaltensmerkmale, beispielsweise „in jeder monatlichen Projektbesprechung mindestens einen eigenen Lösungsvorschlag vorstellen“.

Große Ziele mit Zwischenzielen steuerbar machen

Langfristige Ziele können zu weit entfernt wirken, um den täglichen Fortschritt zu erkennen. Die SMART Methode lässt sich deshalb auf Zwischenziele und Meilensteine übertragen.

Wenn Sie beispielsweise innerhalb eines Jahres eine berufliche Zusatzqualifikation abschließen möchten, können Sie Anmeldung, Lernmodule, Prüfungsvorbereitung und Abschlussprüfung als eigene Meilensteine definieren. Jeder Meilenstein erhält einen Termin und ein überprüfbares Ergebnis.

Dadurch zeigt die SMART Methode frühzeitig Abweichungen. Wird ein Zwischenziel verfehlt, können Sie Maßnahmen anpassen, bevor das Endziel gefährdet ist.

Vorteile der Methode

Die SMART Methode ist vor allem deshalb weit verbreitet, weil sie komplizierte Zielvereinbarungen auf fünf gut merkbare Prüfkriterien reduziert. Sie eignet sich für persönliche Ziele genauso wie für Teams und Projekte.

  • Klarheit: Allgemeine Absichten werden konkret.
  • Überprüfbarkeit: Zielerreichung lässt sich nachvollziehbar bewerten.
  • Verbindlichkeit: Termine reduzieren unverbindliche Formulierungen.
  • Planbarkeit: Ressourcen und Maßnahmen können besser auf das Ziel abgestimmt werden.
  • Kommunikation: Beteiligte erhalten ein gemeinsames Verständnis des Soll-Zustands.
  • Fortschrittskontrolle: Messgrößen und Zwischenziele machen Abweichungen sichtbar.

Die IHK Reutlingen empfiehlt bei der Zielsetzung ebenfalls konkrete und messbare Formulierungen und nennt die SMART Methode als mögliches Werkzeug. Gerade im beruflichen Kontext kann die klare Formulierung helfen, Prioritäten und Erwartungen besser abzustimmen.

Nachteile und Grenzen

Die SMART Methode löst nicht automatisch das Problem der richtigen Zielwahl. Ein Ziel kann perfekt spezifisch, messbar, realistisch und terminiert formuliert sein und trotzdem strategisch falsch oder unwichtig sein.

  • Keine Zielfindung: SMART hilft bei der Formulierung, aber nicht automatisch bei der Entscheidung, welches Ziel sinnvoll ist.
  • Gefahr von zu viel Detail: Eine übertriebene Konkretisierung kann Flexibilität und Eigenverantwortung einschränken.
  • Messbares wird bevorzugt: Schwer quantifizierbare Qualitätsziele können unterschätzt werden.
  • Zielkonflikte bleiben bestehen: Mehrere einzeln gute Ziele können sich gegenseitig behindern.
  • Realistisch kann zu vorsichtig werden: Zu niedrige Anforderungen verhindern Entwicklung und Innovation.
  • Rahmenbedingungen können sich ändern: Ein ursprünglich sinnvolles Ziel kann später angepasst werden müssen.

Die Wirtschaftspsychologische Gesellschaft weist unter anderem auf Risiken wie mangelnden Fokus, Micro-Management, Zielkonflikte und zu geringe Ambition hin. Die SMART Methode sollte deshalb in ein größeres Ziel- und Prioritätensystem eingebettet werden.

Häufige Fehler bei der Anwendung

  • Zu vage: „Mehr“, „besser“ oder „schneller“ bleiben ohne Bezugswert unklar.
  • Falsche Kennzahl: Gemessen wird etwas, das den eigentlichen Erfolg kaum abbildet.
  • Maßnahme statt Ziel: Aktivität wird mit Ergebnis verwechselt.
  • Zu viele Ziele gleichzeitig: Prioritäten gehen verloren.
  • Unrealistische Frist: Zeit und Ressourcen passen nicht zum Anspruch.
  • Keine Zwischenkontrolle: Probleme werden erst am Endtermin erkannt.
  • Keine Anpassung: Ein Ziel bleibt unverändert, obwohl wesentliche Voraussetzungen weggefallen sind.

Ein guter Test für die SMART Methode lautet deshalb nicht nur „Ist jedes Kriterium ausgefüllt?“, sondern auch „Steuern diese Kriterien tatsächlich in die gewünschte Richtung?“.

SMART und OKR: Was ist der Unterschied?

SMART und Objectives and Key Results, kurz OKR, werden beide im Zielmanagement eingesetzt, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen. Die SMART Methode ist vor allem eine Prüflogik für die Formulierung einzelner Ziele. OKR ist ein umfassenderes Managementsystem, das qualitative Objectives mit messbaren Key Results verbindet.

KriteriumSMARTOKR
HauptzweckZiele klar formulierenZiele und messbare Schlüsselergebnisse verbinden
EbeneEinzelziel, Projekt, persönliche Zielsetzunghäufig Team- und Organisationsebene
MessungBestandteil des einzelnen Zielsüber mehrere Key Results
Ambitionhäufig realistisch beziehungsweise erreichbaroft bewusst ambitioniert

Haufe beschreibt OKR als Managementsystem für Strategieumsetzung und Teamziele. Die SMART Methode kann innerhalb solcher Systeme weiterhin nützlich sein, sollte aber nicht mit OKR gleichgesetzt werden.

Müssen SMART-Ziele immer starr sein?

Nein. Die SMART Methode verlangt einen klaren Zielzustand, aber keine blinde Starrheit. Wenn sich wesentliche Voraussetzungen ändern, sollte ein Ziel überprüft und gegebenenfalls neu vereinbart werden.

Bei Routinezielen kann außerdem eine gewisse Flexibilität eingebaut werden. Statt „jeden Montag und Donnerstag joggen“ kann das Ziel lauten: „An zwei frei wählbaren Tagen pro Woche jeweils 30 Minuten joggen.“ Das bleibt messbar, bietet aber mehr Spielraum.

Welche Variante besser funktioniert, hängt vom Kontext ab. Wer zum Aufschieben neigt, profitiert möglicherweise stärker von festen Terminen. Wer wechselnde Schichten oder unregelmäßige Verpflichtungen hat, benötigt eher flexible Zeitfenster. Die SMART Methode sollte also Klarheit schaffen, ohne unnötig unpraktisch zu werden.

Checkliste für Ihre Zielformulierung

  1. Ist eindeutig beschrieben, was genau erreicht werden soll?
  2. Gibt es mindestens ein überprüfbares Erfolgskriterium?
  3. Ist der Ausgangswert bekannt, wenn eine Veränderung gemessen werden soll?
  4. Ist das Ziel für Sie beziehungsweise die Beteiligten sinnvoll und akzeptabel?
  5. Sind notwendige Ressourcen und Kompetenzen verfügbar?
  6. Liegt das Ergebnis ausreichend in Ihrem Einflussbereich?
  7. Gibt es einen verbindlichen Termin oder Zeitraum?
  8. Sind bei größeren Vorhaben Zwischenziele oder Meilensteine definiert?
  9. Wurden Ziel und Maßnahmen voneinander getrennt?
  10. Passt das Ziel zu Ihren übergeordneten Prioritäten und anderen Zielen?

Wenn Sie diese Fragen beantworten können, ist die SMART Methode weitgehend sauber umgesetzt. Anschließend beginnt die eigentliche Arbeit an den Maßnahmen und der regelmäßigen Fortschrittskontrolle.

Häufige Fragen

Was bedeutet SMART einfach erklärt?

Die SMART Methode hilft Ihnen, Ziele konkret und überprüfbar zu formulieren. In einer verbreiteten deutschen Fassung steht SMART für spezifisch, messbar, attraktiv beziehungsweise akzeptiert, realistisch und terminiert.

Wer hat die SMART-Formel entwickelt?

George T. Doran veröffentlichte 1981 einen viel zitierten Beitrag zur SMART-Formel im Management. Seine ursprünglichen englischen Begriffe unterscheiden sich teilweise von heutigen deutschen Varianten.

Was bedeutet das A?

In deutschsprachigen Darstellungen der SMART Methode steht A häufig für attraktiv oder akzeptiert, gelegentlich auch für aktionsorientiert oder anspruchsvoll. In Dorans ursprünglicher englischer Fassung stand A für „assignable“. Entscheidend ist in der Praxis, dass Verantwortung, Akzeptanz und Sinn des Ziels geklärt sind.

Was bedeutet realistisch?

Realistisch bedeutet, dass das Ziel mit den verfügbaren Ressourcen und innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens grundsätzlich erreichbar ist. Die SMART Methode verlangt aber nicht, dass Ziele leicht sein müssen. Ein Ziel darf anspruchsvoll sein.

Müssen Ziele immer in Zahlen messbar sein?

Nein. Quantitative Kennzahlen sind hilfreich, aber qualitative Ziele können ebenfalls überprüfbar formuliert werden. Dafür benötigen Sie eindeutige Kriterien, anhand derer die Zielerreichung beurteilt werden kann.

Kann ich SMART für private Ziele nutzen?

Ja. Die SMART Methode eignet sich beispielsweise für Lernen, Sport, persönliche Projekte, Finanzen oder Routinen. Wichtig ist, dass Sie die Kriterien an Ihren tatsächlichen Alltag anpassen.

Ist SMART eine Methode zum Zielefinden?

Nein. Die SMART Methode hilft hauptsächlich dabei, ein bereits grundsätzlich gewähltes Ziel zu konkretisieren. Ob das Ziel strategisch sinnvoll ist, müssen Sie vorher oder parallel prüfen.

Wann sollte ein Ziel angepasst werden?

Wenn sich wesentliche Ressourcen, Rahmenbedingungen, Prioritäten oder Abhängigkeiten verändern, sollte das Ziel neu bewertet werden. Die SMART Methode soll Orientierung geben und keine sachlich überholte Zielsetzung künstlich festschreiben.

Weiterführende Informationen

Fazit: Aus einem Wunsch ein überprüfbares Ziel machen

Die SMART Methode macht aus unklaren Absichten konkrete Zielbeschreibungen. Spezifität schafft Klarheit, Messbarkeit ermöglicht Kontrolle, Attraktivität beziehungsweise Akzeptanz stärkt die Bedeutung, Realismus berücksichtigt die vorhandenen Ressourcen und ein Termin schafft Verbindlichkeit.

Verwenden Sie die fünf Kriterien jedoch nicht mechanisch. Prüfen Sie zusätzlich, ob das Ziel überhaupt sinnvoll ist, zu Ihren Prioritäten passt und mit anderen Zielen vereinbar bleibt. Ergänzen Sie Maßnahmen, Zwischenkontrollen und bei Bedarf Meilensteine. So wird die SMART Methode zu einem praktischen Werkzeug für Selbstmanagement, Führung, Lernen, Marketing und Projektarbeit.

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