Marketingziele SMART, Zielarten und Konzepte für bessere Ziele

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Marketingziele sollten im Idealfall SMART formuliert sein – gerade im Marketing, weil viele Maßnahmen zeitkritisch sind und Budgets messbar wirken müssen. Bewährt hat sich, langfristige Ziele in realistische Zwischenziele zu zerlegen und dabei ein einheitliches Zielsystem zu nutzen, das im Team verstanden und gelebt wird.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Marketingziele sauber definieren, priorisieren und messbar machen. Sie erhalten klare Beispiele, typische Zielarten, sinnvolle Kennzahlen (KPIs) sowie eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung inkl. Checkliste.

Marketingziele klar definieren: SMART-Methode, Zielarten, Beispiele, KPIs und Checkliste. So planen Sie messbar, realistisch und erfolgreich.
Marketingziele sind SMART

Merksatz: Ein Marketingziel ist kein Wunsch. Es ist eine messbare Vorgabe, die Entscheidungen erleichtert – und später beweist, ob Ihr Marketing wirkt.

Was sind Marketingziele?

Marketingziele beschreiben, welchen konkreten Zustand Sie im Markt erreichen wollen – z. B. mehr Umsatz, mehr qualifizierte Anfragen, höhere Markenbekanntheit oder bessere Kundenbindung. Marketingziele schaffen Orientierung: Sie helfen, Maßnahmen zu priorisieren, Budgets sinnvoll zu verteilen und Ergebnisse verlässlich zu bewerten.

Wichtig: Marketingziele sind keine Maßnahmen (z. B. „Wir schalten Werbung“), sondern gewünschte Ergebnisse (z. B. „Wir steigern Leads um 25 %“). Maßnahmen folgen erst nach der Zieldefinition.

Wenn Sie das SMART-Prinzip vertiefen möchten, finden Sie eine kompakte Einführung auch extern, z. B. bei Wikipedia zum SMART-Prinzip.

Ziel-Hierarchie: So hängen Marketingziele mit Unternehmenszielen zusammen

Marketingziele funktionieren am besten, wenn sie aus den Unternehmenszielen abgeleitet sind. So entsteht eine klare Linie vom „Warum“ bis zur konkreten Maßnahme. Praktisch bewährt hat sich folgende Hierarchie:

  1. Unternehmensziele (z. B. Wachstum, Profitabilität, Markteintritt)
  2. Marketingziele (z. B. Bekanntheit, Leads, Conversion, Kundenbindung)
  3. Teilziele je Kanal (z. B. SEO, Ads, Social, E-Mail, Events)
  4. Maßnahmen (z. B. Kampagne, Landingpage, Content-Serie, Webinar)
  5. Kennzahlen & Review (Tracking, Auswertung, Optimierung)

Je klarer diese Kette ist, desto leichter können Sie intern kommunizieren, warum bestimmte Maßnahmen Priorität haben – und warum andere bewusst zurückgestellt werden.

Zielarten im Marketing: monetär, nicht monetär und qualitativ

Im Marketing werden Ziele häufig in drei Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung hilft, Messung und Erwartungen sauber zu klären – besonders, wenn mehrere Abteilungen beteiligt sind.

ZielartTypische MarketingzieleBeispiele für KPIs
Monetäre ZieleUmsatz, Gewinn, Deckungsbeitrag, Neukundenumsatz, BestandskundenumsatzUmsatz, ROAS, CAC, Deckungsbeitrag, Warenkorb
Nicht monetäre ZieleReichweite, Markenbekanntheit, Image, Vertrauen, InteraktionImpressions, Share of Voice, Brand-Searches, Engagement
Qualitative ZieleServicequalität, Kundenzufriedenheit, Empfehlungsbereitschaft, ErlebnisNPS, Bewertungen, Wiederkaufrate, Support-Tickets

Tipp: Ziele sind häufig kombiniert. Beispiel: Eine Kampagne kann primär die Bekanntheit steigern (nicht monetär), soll aber mittelfristig Leads erzeugen (monetär). Entscheidend ist, das Hauptziel eindeutig zu benennen.

SMART-Marketingziele: So formulieren Sie Ziele, die wirklich funktionieren

Das SMART-Konzept sorgt dafür, dass Marketingziele nicht vage bleiben, sondern handlungsfähig werden. SMART bedeutet: spezifisch, messbar, akzeptiert (oder attraktiv), realistisch und terminiert (zeitgebunden).

Wenn Sie Ihre Ziele sauber definieren, sparen Sie später Zeit bei Abstimmung, Reporting und Optimierung. Denn dann ist von Anfang an klar, was „gut“ bedeutet – und wann ein Ziel erreicht ist.

Spezifisch: Was genau soll erreicht werden?

Ein Ziel ist spezifisch, wenn es eindeutig ist und keinen Interpretationsspielraum lässt. Vermeiden Sie Formulierungen wie „mehr“, „besser“, „stärker“, ohne konkret zu werden.

  • Fragen: Was genau soll steigen oder sinken? Für welches Produkt? Für welche Zielgruppe? In welchem Markt?
  • Beispiel schlecht: „Wir wollen den Umsatz steigern.“
  • Beispiel gut: „Wir steigern den Online-Umsatz mit Produkt A in Deutschland.“

Messbar: Woran erkennen Sie Erfolg?

Marketingziele müssen messbar sein, sonst lassen sie sich nicht steuern. Messbarkeit bedeutet: Sie definieren Kennzahl, Messmethode und idealerweise eine Baseline (Ausgangswert).

  • Fragen: Welche KPI zeigt den Fortschritt? Woher kommen die Daten? Wie oft wird gemessen?
  • Beispiel: „Leads +25 % gegenüber dem Durchschnitt der letzten 3 Monate“

Hilfreiche Grundlagen für Messung und Tracking finden Sie auch direkt bei Google, z. B. in der Hilfe zu Google Analytics und zur Google Search Console.

Akzeptiert: Zieht das Team mit?

Ein Ziel muss im Team akzeptiert sein, sonst wird es intern „umgedeutet“ oder nicht konsequent verfolgt. Akzeptanz entsteht durch klare Kommunikation, realistische Erwartung und saubere Rollen: Wer liefert welche Zuarbeit? Wer entscheidet? Wer reportet?

  • Fragen: Haben alle Beteiligten das gleiche Zielverständnis? Gibt es Zielkonflikte (z. B. Reichweite vs. Qualität)?
  • Praxis-Tipp: Legen Sie Definitionen fest, z. B. was ein „qualifizierter Lead“ ist.

Realistisch: Passt das Ziel zu Budget, Markt und Ressourcen?

Realistisch heißt nicht „klein“. Realistisch heißt: Das Ziel ist mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar – oder Ressourcen werden bewusst freigegeben. Unrealistische Ziele führen schnell zu Frust und Aktionismus.

  • Fragen: Sind Budget, Zeit, Kompetenzen und Tools vorhanden? Gibt es saisonale Effekte? Wie entwickelt sich der Markt?
  • Beispiel: Wenn die Website technisch schwach ist, sind aggressive SEO-Ziele ohne Relaunch meist unrealistisch.

Terminiert: Bis wann soll das Ziel erreicht sein?

Ohne Zeitbezug wird ein Ziel beliebig. Eine klare Deadline schafft Priorität und ermöglicht Prognosen. Zusätzlich bewährt sich ein Review-Rhythmus, z. B. wöchentlich operativ und monatlich strategisch.

  • Fragen: Bis wann? Welche Zwischenchecks? Gibt es Meilensteine?
  • Beispiel: „Bis zum 30.06. Leads +25 %, Zwischenreview jeweils zum Monatsende“

Beispiele für SMART-Marketingziele

BereichSMART-FormulierungMessgröße
Leadgenerierung„Wir steigern qualifizierte Kontaktanfragen über die Website bis zum 30.06. um 25 % gegenüber dem Durchschnitt der letzten 3 Monate.“Qualified Leads / Monat
Conversion„Wir erhöhen die Conversion-Rate der Landingpage X bis zum 31.05. von 2,1 % auf 3,0 %.“CR, A/B-Test
Markenbekanntheit„Wir erhöhen die Anzahl der Brand-Searches bis zum 31.12. um 15 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.“Brand-Searches
Bestandskunden„Wir erhöhen die Wiederkaufrate im Shop bis zum 30.09. von 18 % auf 22 %.“Repeat Rate
E-Mail-Marketing„Wir steigern die Klickrate im Newsletter bis zum 30.06. von 2,5 % auf 3,5 % durch Segmentierung und bessere Betreffzeilen.“CTR

KPIs & Messung: Welche Kennzahlen passen zu welchen Marketingzielen?

Marketingziele werden erst dann steuerbar, wenn Sie passende KPIs definieren. Wichtig: Viele Kennzahlen sehen gut aus, sind aber nicht zielführend (Vanity Metrics). Entscheidend ist, dass die KPI direkt zum Ziel passt.

KPI-Übersicht: Ziel → KPI → Messmethode → Tool

MarketingzielPrimäre KPIMessmethodeTypische Tools
Mehr UmsatzUmsatz, DeckungsbeitragShop-/ERP-Daten, AttributionShop-System, CRM, BI
Mehr LeadsQualified LeadsLead-Definition + TrackingCRM, Form-Tracking, Analytics
Bessere ConversionConversion-RateFunnel-Analyse, A/B-TestsAnalytics, Testing-Tool
Mehr SichtbarkeitOrganische KlicksSearch Console, RankingsSearch Console, SEO-Tool
Mehr BekanntheitBrand-Searches, ReichweiteTrendverlauf, KampagnenreportAnalytics, Ads, Social Insights
Mehr BindungWiederkaufrate, NPSKohorten, UmfragenCRM, Umfrage-Tool

Praxis-Tipp: Legen Sie zusätzlich eine Guardrail-KPI fest, die verhindern soll, dass Sie zwar das Ziel erreichen, aber an anderer Stelle Schaden anrichten. Beispiel: Reichweite steigt, aber Leadqualität bricht ein – dann brauchen Sie eine zweite Kennzahl zur Qualität.

Marketingziele entwickeln: 7 Schritte für ein sauberes Zielsystem

Mit diesem Prozess entwickeln Sie Marketingziele, die verständlich, messbar und umsetzbar sind. Nutzen Sie die Schritte als Vorlage – besonders, wenn mehrere Personen beteiligt sind oder Budgetentscheidungen anstehen.

  1. Ausgangslage klären: Markt, Wettbewerb, aktuelle Zahlen, Saison, Ressourcen.
  2. Unternehmensziel ableiten: Was ist das übergeordnete Ziel (Wachstum, Profit, Markteintritt)?
  3. Haupt-Marketingziel definieren: Was ist der wichtigste Marketinghebel (Leads, Conversion, Bindung, Bekanntheit)?
  4. SMART formulieren: Spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch, terminiert.
  5. KPIs & Datenquellen festlegen: Woher kommen die Daten? Wer reportet? Wie oft?
  6. Maßnahmen planen: Kanäle, Budget, Verantwortlichkeiten, Zeitplan.
  7. Review & Optimierung: Regelmäßige Auswertung, Hypothesen, Tests, Anpassung.

Checkliste: Marketingziele schnell prüfen

  • Ist das Ziel eindeutig formuliert (keine Interpretationslücke)?
  • Gibt es eine konkrete KPI inkl. Ausgangswert (Baseline)?
  • Ist klar, wie „qualifiziert“ definiert wird (z. B. Leadqualität)?
  • Gibt es eine Deadline und Meilensteine?
  • Sind Budget, Zeit und Kompetenzen realistisch eingeplant?
  • Wissen alle Beteiligten, wer was liefert und wer entscheidet?
  • Gibt es einen festen Review-Termin (z. B. monatlich)?

Marketing-Mix: So übersetzen Sie Marketingziele in 4P/7P

Der Marketing-Mix ist das operative System, mit dem Sie Ziele in konkrete Marktleistung übersetzen. Sobald Ihr Ziel klar ist, müssen Sie entscheiden, welche Stellhebel im Mix angepasst werden: Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation – und je nach Modell zusätzlich Personal, Prozesse und Ausstattung (7P).

Wenn Sie den Mix vertiefen möchten: Mehr zum Thema Marketing Mix (4P und 7P) finden Sie hier.

Marketingziel4P/7P Hebel, die häufig wirkenBeispiel
Mehr UmsatzPreis, Distribution, PromotionBundles, Upsell, bessere Landingpages, Performance-Kampagne
Mehr LeadsPromotion, ProzesseLeadmagnet + Formularoptimierung + CRM-Follow-up
Bessere KundenbindungProdukt, Personal, ProzesseOnboarding, Support, E-Mail-Serien, Treueprogramm
Stärkeres ImagePromotion, Ausstattung (Physical Evidence)Content-Qualität, Referenzen, Cases, Bewertungen

Wichtig: Marketingziele werden schneller erreicht, wenn Ihr Team informiert ist und mitzieht. Passende Trainings und Formate finden Sie auch im Verzeichnis: Teambildung.

Weitere Marketingziele: Beispiele und Einordnung

Zusätzlich zu den klassischen SMART-Zielen finden Sie hier typische Marketingziele, die in Unternehmen häufig gesetzt werden. Nutzen Sie die Beispiele als Inspiration und formulieren Sie anschließend SMART daraus.

  • Monetäre Ziele: Umsatz, Ertrag, Kostensenkung, Absatz, Deckungsbeitrag, Neukundenumsatz, Wiederkauf.
  • Nicht monetäre Ziele: Bekanntheit, Reichweite, Image, Vertrauen, Markenpräferenz, Sichtbarkeit (SEO), Interaktion.
  • Qualitative Ziele: Zufriedenheit, Empfehlungsbereitschaft, Servicequalität, Erlebnisqualität, Markenbindung.

Die nicht monetären und qualitativen Ziele sind oft die Grundlage für späteren Umsatz. Gerade in Märkten mit langen Kaufentscheidungen (B2B, hochpreisige Dienstleistungen) ist ein kurzfristiger Fokus auf Umsatz allein häufig zu eng.

Ziele der Kunden: Was Kunden im Marketing wirklich erwarten

Marketingziele funktionieren besser, wenn sie nicht nur intern gedacht sind, sondern auch die Erwartungen der Kunden berücksichtigen. Am Beispiel der Gastronomie und von Dienstleistungsbetrieben achten Kunden häufig auf folgende Kriterien:

  • Leichtes Finden von Informationen über das Unternehmen im Internet
  • Gute Erreichbarkeit und verständliche Anfahrt
  • Ausreichend Licht und ein gutes Sicherheitsgefühl (z. B. Eingangsbereich, Parkmöglichkeiten)
  • Sauberkeit, Ordnung, klare Abläufe
  • Ein nachvollziehbares Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Professionelle Präsentation von Produkten oder Leistungen
  • Überzeugend freundliche, hilfsbereite und ehrliche Mitarbeiter

Kunden schätzen moderne Technik, klare Informationen, Entspannung, Kultur und Events – und vor allem: Verlässlichkeit. Bei Stammkunden lohnt es sich, unterschiedliche Kundensegmente gezielt anzusprechen und die Kommunikation darauf auszurichten.

Häufige Fehler bei Marketingzielen (und was Sie besser machen)

Viele Marketingziele scheitern nicht am Markt, sondern an unklarer Formulierung oder fehlender Messlogik. Diese Fehler sehen wir besonders häufig:

  • Ziele sind zu vage: „Mehr Reichweite“ ohne KPI, Baseline und Zeitraum.
  • Maßnahmen werden als Ziele formuliert: „Wir machen Social Media“ ist kein Ziel.
  • Keine einheitliche Definition: Lead, Conversion oder „qualifiziert“ bedeutet für jeden etwas anderes.
  • Zu viele Ziele gleichzeitig: Alles ist wichtig – dadurch wird nichts konsequent umgesetzt.
  • Kein Review: Ohne regelmäßige Auswertung bleiben Ziele reine Theorie.
  • Falsche KPIs: Gute Zahlen, aber keine Wirkung (Vanity Metrics).

Setzen Sie lieber wenige Ziele, aber diese sauber. Ein klarer Fokus ist oft der schnellste Weg zu besseren Ergebnissen.

FAQ: Häufige Fragen zu Marketingzielen

Wie viele Marketingziele sollten Sie gleichzeitig verfolgen?

In der Praxis bewährt sich: 1 Hauptziel pro Zeitraum (z. B. Quartal) plus wenige unterstützende Teilziele je Kanal. Zu viele Ziele führen meist zu Zielkonflikten und zu wenig Umsetzungstiefe.

Was ist der Unterschied zwischen Marketingziel und Kommunikationsziel?

Ein Marketingziel beschreibt den gewünschten Markterfolg (z. B. Leads, Umsatz, Bindung). Ein Kommunikationsziel beschreibt die gewünschte Wirkung in der Wahrnehmung (z. B. Bekanntheit, Image, Vertrauen). Kommunikationsziele sind oft Vorstufen für monetäre Ergebnisse.

Welche Tools helfen beim Messen von Marketingzielen?

Häufig genutzt werden Webanalyse-Tools (z. B. Analytics), Suchdaten (Search Console), CRM-Systeme, Newsletter-Tools und Umfrage-Tools. Wichtig ist nicht die Tool-Menge, sondern dass Daten konsistent erfasst und regelmäßig ausgewertet werden.


Fazit: Marketingziele geben Ihrem Marketing Richtung – und messbaren Erfolg

Marketingziele sind die Grundlage für wirksames Marketing. Wenn Sie Ziele SMART formulieren, passende KPIs festlegen und den Zielprozess regelmäßig reviewen, vermeiden Sie Aktionismus und gewinnen echte Steuerbarkeit. Setzen Sie klare Prioritäten, verbinden Sie Ziele mit dem Marketing-Mix und orientieren Sie sich an dem, was Kunden wirklich erwarten. So wird aus Marketing ein planbares System – und nicht nur eine Sammlung einzelner Maßnahmen.

Weiterführende Informationen

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