KfW-Studienkredit, Förderung Studenten, Anspruch, Kosten & Antrag

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Der KfW-Studienkredit (Kredit Nr. 174) ist eine bekannte Option, wenn Sie Ihr Studium oder eine Promotion mit einer monatlichen Auszahlung finanzieren möchten – flexibel, ohne Sicherheiten und grundsätzlich unabhängig vom Einkommen. Gleichzeitig ist es ein echter Kredit: Zinsen, Rückzahlung und eine passende Planung gehören immer dazu.

In diesem Ratgeber erfahren Sie kompakt und praxisnah, wer den KfW-Studienkredit bekommt, wie hoch die Auszahlung ist, welche Zinsen und Kosten anfallen, wie Sie den Antrag stellen und worauf Sie bei der Rückzahlung achten sollten. Ziel: Sie treffen eine sichere Entscheidung – passend zu Ihrer Studienfinanzierung.

KfW-Studienkredit zur Finanzierung Studium: Antragstellung, Rückzahlung, Antragsteller, Kosten, Höhe, Fördersumme.
KfW-Studienkredit

Das Wichtigste in Kürze zum KfW-Studienkredit

  • Monatliche Auszahlung: 100 bis 650 Euro (Anpassung i. d. R. bis zum 15. des Monats möglich; nicht im ersten Fördersemester nach Auszahlungsbeginn).
  • Dauer: im Erst-/Zweitstudium bis zu 14 Semester; im postgradualen Studium oder bei Promotion bis zu 6 Semester (abhängig vom Alter bei Studienbeginn).
  • Zinsen: variabel (Neufestlegung jeweils zum 01.04. und 01.10.) – zusätzlich ist ein Festzins für die Rückzahlung möglich.
  • Wichtig für Ihre Planung: In der Auszahlungsphase wird der Zinsbetrag üblicherweise direkt vom Auszahlungsbetrag abgezogen. Sie erhalten dadurch monatlich etwas weniger ausgezahlt.
  • Rückzahlung: Start jeweils zum 01.04. oder 01.10.; Raten flexibel anpassbar, Sondertilgungen möglich.

Was ist der KfW-Studienkredit?

Der KfW-Studienkredit ist ein Darlehen der KfW (Kredit Nr. 174), das Ihre Lebenshaltungskosten während des Studiums oder einer Promotion unterstützen soll. Er ist bewusst als Baustein der Studienfinanzierung gedacht – nicht als „All-in“-Lösung. Das ist ein Vorteil, weil Sie die Auszahlung flexibel dosieren können. Gleichzeitig ist es ein Risiko, wenn man „einfach laufen lässt“ und später von der Gesamtsumme überrascht wird.

Finanzieren können Sie z. B. Miete, Lernmittel, Mobilität oder notwendige Anschaffungen. Für eine komplette Finanzierung eines voll im Ausland absolvierten Studiums ist der Kredit in der Regel nicht gedacht. Ein Auslandssemester kann möglich sein, wenn Sie weiterhin in Deutschland immatrikuliert sind.

Gut zu wissen: Der KfW-Studienkredit ist kombinierbar mit BAföG und dem Bildungskredit bzw. Ausbildungskredit – je nach persönlicher Situation können diese Kombinationen sinnvoller sein als „nur Kredit“.

Anspruch auf KfW-Studienkredit: Voraussetzungen verständlich erklärt

Ob Sie den KfW-Studienkredit bekommen, hängt vor allem von formalen Kriterien ab. Wichtig ist, dass Ihre Hochschule in Deutschland sitzt und staatlich oder staatlich anerkannt ist. Außerdem gilt: Sie müssen volljährig sein und dürfen zu Studienbeginn maximal 44 Jahre alt sein.

Diese Gruppen kommen typischerweise infrage (vereinfacht dargestellt):

  • Deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland
  • EU-Staatsangehörige mit mindestens 3 Jahren dauerhaftem Aufenthalt und Meldung in Deutschland
  • Familienangehörige eines deutschen oder EU-Staatsangehörigen (bei gemeinsamem Aufenthalt und Meldung in Deutschland)
  • Ausländische Studierende, die den Hochschulzugang in Deutschland erworben haben und in Deutschland gemeldet sind (häufig „Bildungsinländer“ genannt)

Welche Studienarten werden gefördert? Der KfW-Studienkredit ist nicht nur für „klassische“ Vollzeitmodelle gedacht. Möglich sind je nach Konstellation unter anderem:

  • Erststudium (grundständiges Studium)
  • Zweitstudium (weiteres grundständiges Studium)
  • Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium (postgraduales Studium)
  • Master (postgraduales Studium)
  • Promotion
  • Fernstudium, berufsbegleitendes Studium, Teilzeit oder duales Studium (sofern die Voraussetzungen erfüllt sind)

Praxis-Tipp: Nutzen Sie den Vorab-Check und prüfen Sie die Voraussetzungen direkt auf der KfW-Seite, bevor Sie Unterlagen sammeln. Das spart Zeit und verhindert unnötige Anträge.

Höhe der Auszahlung, Förderdauer und maximale Kredithöhe

Ein großer Vorteil beim KfW-Studienkredit ist die flexible, monatliche Auszahlung. Sie wählen je nach Bedarf einen Betrag zwischen 100 und 650 Euro. Eine Auszahlung als Einmalbetrag ist nicht möglich – das ist bewusst so, weil es die Verschuldung kontrollierbarer macht.

BausteinTypische RegelWas das für Sie bedeutet
Monatliche Auszahlung100–650 €Sie finanzieren bedarfsgerecht, statt „zu viel“ aufzunehmen.
Dauer (Erst-/Zweitstudium)bis zu 14 SemesterAbhängig vom Alter zu Studienbeginn.
Maximalbetrag (Erst-/Zweitstudium)bis zu 54.600 €650 € × 14 Semester × 6 Monate.
Dauer (postgradual/Promotion)bis zu 6 SemesterFür Master/Promotion gelten eigene Grenzen.
Maximalbetrag (postgradual/Promotion)bis zu 23.400 €650 € × 6 Semester × 6 Monate.
KfW-Studienkredit: Auszahlung, Dauer und maximale Kredithöhe (Grundwerte, Details je nach Alter/Studienphase)

Wichtiger Hinweis für Ihre Planung: Je länger Sie auszahlen lassen und je höher der Betrag ist, desto größer ist später die Rückzahlungslast. Ein Kredit wirkt anfangs „leicht“, kann aber nach dem Studium ein echter Kostenblock werden – vor allem bei variablen Zinsen.

Zinsen, Kosten und Konditionen: So verstehen Sie Ihre Kreditkosten

Die Kreditkosten beim KfW-Studienkredit bestehen im Kern aus den Zinsen. Klassische Bearbeitungsgebühren sind bei diesem Förderkredit normalerweise nicht der Schwerpunkt – entscheidend ist, wie sich der Zinssatz über die Zeit entwickelt. Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, lesen Sie auch: Kreditkosten: Gebühren, Kosten, Bearbeitungsgebühr & mehr.

Variabler Zinssatz: Warum das wichtig ist

Der Zinssatz ist beim KfW-Studienkredit variabel und wird jeweils zum 01.04. und 01.10. neu festgelegt. Das bedeutet: Ihre Zinsen können alle sechs Monate steigen oder sinken – abhängig von der Kapitalmarktlage. Eine Einordnung liefert oft auch der Referenzzins am Markt, z. B. der 6-Monats-Euribor (zur Orientierung).

Aktuelle Zinsen prüfen: Die KfW veröffentlicht die Konditionen im Konditionenanzeiger. Dort finden Sie auch den Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins sowie die Festzins-Varianten zur Rückzahlung: Konditionen KfW-Studienkredit (Programm 174).

Zinsabzug in der Auszahlungsphase: Sie bekommen weniger ausgezahlt

Ein Detail wird in der Praxis häufig übersehen: In der Auszahlungsphase wird der monatliche Zinsbetrag in der Regel direkt von Ihrer Auszahlung abgezogen. Das heißt: Sie beantragen z. B. 650 Euro, erhalten aber nicht dauerhaft exakt 650 Euro, weil der Zinsanteil mit wachsendem Kreditsaldo steigt.

Vorteil: Sie zahlen dadurch üblicherweise keinen Zinseszins auf gestundete Zinsen (weil die Zinsen nicht automatisch auf die Schuld aufgeschlagen werden). Nachteil: Für Ihre Liquiditätsplanung sollten Sie berücksichtigen, dass der Auszahlungsbetrag real sinkt.

Option Zinsaufschub: später zahlen statt monatlich weniger Geld

Je nach Studienphase und Voraussetzungen kann ein Zinsaufschub möglich sein. Dann zahlen Sie die Zinsen nicht „sofort“ (über den Abzug), sondern später. Das kann kurzfristig entlasten – langfristig erhöht es jedoch die Gesamtsumme, weil die Zinsen zu einem späteren Zeitpunkt zu bedienen sind. Prüfen Sie diese Option nur, wenn Sie wirklich einen Plan für die Rückzahlung haben.

Festzins für die Rückzahlung: Zinsrisiko reduzieren

Für die Rückzahlung können Sie einen festen Zinssatz vereinbaren. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie Planungssicherheit möchten oder mit steigenden Zinsen rechnen. Die Umstellung ist grundsätzlich kostenfrei, aber: Während der Zinsbindung ist die Rate typischerweise festgelegt, Änderungen sind dann nicht in derselben Flexibilität möglich wie beim variablen Modell.

Rechenbeispiel: So schätzen Sie Ihre Belastung realistisch ein

Bevor Sie den KfW-Studienkredit beantragen, lohnt sich ein einfacher Rechenweg – nicht für „Perfektion“, sondern für ein realistisches Gefühl. Beispiel:

  1. Auszahlung: 500 € pro Monat
  2. Dauer: 8 Semester = 48 Monate
  3. Ausgezahlte Summe: 500 € × 48 = 24.000 € (ohne Zinsabzug gerechnet)
  4. Merke: In der Auszahlungsphase kommt der Zinsabzug hinzu – die reale Auszahlung kann etwas darunter liegen.

Wie berechnet die KfW den Zins (vereinfacht): Kapitalstand × Zinssatz × 30 Tage ÷ 36.000. Wenn der Kapitalstand steigt, steigt (bei gleichem Zinssatz) auch der Zinsbetrag. Genau deshalb ist eine „kleine“ monatliche Auszahlung über viele Semester am Ende oft deutlich mehr, als man gefühlt erwartet.

Wenn Sie grundsätzlich prüfen möchten, wie viel Kredit zu Ihrem Budget passt: Kredit aufnehmen – Wie viel kann ich mir leisten?

KfW-Studienkredit beantragen: Schritt-für-Schritt

Der Antrag läuft in der Regel online über Vertriebspartner. Der Ablauf ist meist ähnlich – unabhängig davon, welchen Partner Sie nutzen:

  1. Bedarf klären: Wie hoch soll die monatliche Auszahlung wirklich sein? (Tipp: lieber kleiner starten und später anpassen, statt maximal zu wählen.)
  2. Vorab-Check durchführen: Prüfen, ob die formalen Kriterien erfüllt sind (Alter, Hochschule, Status).
  3. Vertriebspartner wählen: Antrag digital starten, Identifikation durchführen, Daten erfassen.
  4. Studienangaben bestätigen: Je nach Fall sind Angaben der Hochschule bzw. Studiennachweise erforderlich.
  5. Zusage abwarten: Nach positiver Entscheidung erfolgt die erste Auszahlung zum gewünschten Finanzierungsbeginn.

Checkliste: Das sollten Sie vor dem Antrag vorbereiten

  • Gültiger Ausweis und aktuelle Meldeadresse
  • Immatrikulationsbescheinigung / Studiennachweis (je nach Phase)
  • Bankverbindung (Kontodaten) und saubere Kommunikation (E-Mail, Postanschrift)
  • Ein kurzer Finanzplan: Fixkosten, variable Kosten, Rücklagen (mind. 2–3 Monate Puffer, wenn möglich)

Hinweis: Die konkreten Formulare und Nachweise unterscheiden sich je nach persönlicher Situation. Auf der KfW-Seite finden Sie Musterformulare und Hinweise zur Online-Antragstellung.

Vertriebspartner: Wo stellen Sie den Antrag?

Die KfW arbeitet mit Vertriebspartnern zusammen. Aktuell werden Anträge typischerweise digital über Partnerportale gestellt. Da sich Partnerlisten ändern können, prüfen Sie bitte vor Antragstellung die aktuellen Optionen auf der KfW-Website.

Rückzahlung: Start, Raten, Sondertilgung und Festzins

Die Rückzahlung ist beim KfW-Studienkredit flexibel gestaltet, aber sie läuft nicht „irgendwann“ – sie startet planbar. Wichtig: Die Rückzahlung beginnt jeweils an einem 01. April oder 01. Oktober. Ihren Tilgungsplan finden Sie im KfW-Online-Kreditportal.

Sie können Ihre Tilgungsrate im Rahmen der Vorgaben reduzieren oder erhöhen. Die Laufzeit passt sich an, darf aber grundsätzlich nicht länger als 25 Jahre sein und reicht in der Regel maximal bis zu Ihrem 67. Geburtstag. Sondertilgungen sind (in vielen Fällen) ab 100 Euro möglich und helfen, die Zinskosten zu reduzieren.

Wenn Sie mehr Planungssicherheit möchten, können Sie für die Rückzahlung einen Festzins vereinbaren – auch während der Rückzahlungsphase, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind (z. B. keine Zahlungsrückstände, keine Stundung, keine neuen Auszahlungen).

Wenn es eng wird: Bei Zahlungsschwierigkeiten ist ein frühes Gespräch entscheidend. Es kann Optionen wie Ratenanpassung oder Zahlungsaufschub (Stundung) geben – Stundungen verursachen jedoch in der Regel zusätzliche Zinsen. Warten Sie deshalb nicht zu lange.

Entscheidungshilfe: Wann ist der KfW-Studienkredit sinnvoll – und wann eher nicht?

Ein KfW-Studienkredit kann sinnvoll sein, wenn Sie planbar eine Finanzierungslücke haben (z. B. Übergangsphase, Praxissemester, Examensphase) und Ihre Rückzahlungsperspektive realistisch ist. Weniger sinnvoll ist er, wenn Sie dauerhaft ein strukturelles Defizit haben und keinen Plan für das Ende der Auszahlungsphase.

SituationKfW-Studienkredit passt eherBesser zuerst prüfen
Kurze FinanzierungslückeJa, oft geeignetBAföG, Stipendium, Nebenjob, Einmalhilfe
Planbare Mehrkosten (z. B. Miete, Lernmittel)Ja, mit klarer AuszahlungshöheBudget-Optimierung / Haushaltsplan
Zinsrisiko ist Ihnen zu hochEher nur mit Festzins-StrategieAlternative Förderungen, Bildungskredit
Keine Rückzahlungsperspektive absehbarNeinStudienberatung, BAföG, Sozialleistungen im Einzelfall
Entscheidungshilfe: KfW-Studienkredit realistisch einordnen

Wenn Sie grundsätzlich Kredite vergleichen möchten (z. B. Umschuldung nach dem Studium): Kreditvergleich – kostenlos informieren und Konditionen vergleichen. Alten Kredit kündigen oder Umschuldung prüfen.


FAQ: Häufige Fragen zum KfW-Studienkredit

Wie hoch ist die monatliche Auszahlung beim KfW-Studienkredit?

Sie können je nach Bedarf eine monatliche Auszahlung zwischen 100 und 650 Euro wählen. Eine Einmal-Auszahlung ist nicht möglich.

Kann ich den KfW-Studienkredit mit BAföG kombinieren?

Ja, eine Kombination kann möglich sein und ist in vielen Fällen sinnvoll, weil Sie so den Kreditanteil reduzieren können.

Warum bekomme ich jeden Monat etwas weniger ausgezahlt?

In der Auszahlungsphase wird der Zinsbetrag häufig direkt von der Auszahlung abgezogen. Mit steigendem Kreditsaldo steigt auch der Zinsbetrag – daher sinkt der Auszahlungsbetrag leicht.

Wann beginnt die Rückzahlung?

Die Rückzahlung startet jeweils zum 01. April oder 01. Oktober. Ihren Tilgungsplan finden Sie im Online-Kreditportal.

Kann ich schneller zurückzahlen oder Sondertilgungen leisten?

Ja, Sondertilgungen sind möglich und können die Zinskosten reduzieren. Prüfen Sie die Bedingungen im Online-Kreditportal und Ihrem Tilgungsplan.


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