Studieren im Ausland: Planung, Kosten, Erasmus+, BAföG, Anerkennung und Studium mit Kind

Studium – Studieren im Ausland planen, Auslandssemester, duales Studium, Finanzierung, Anerkennung und Studium mit Kind

Studieren im Ausland eröffnet Ihnen die Möglichkeit, fachliche Kenntnisse mit Sprachpraxis, internationaler Erfahrung und persönlicher Entwicklung zu verbinden. Sie können ein einzelnes Auslandssemester absolvieren, über Erasmus+ an eine Partnerhochschule wechseln, als Freemover selbst eine Universität auswählen, ein Praktikum integrieren oder einen vollständigen Studienabschluss im Ausland erwerben.

Auf der Bildungsbibel erfahren Sie, wie Sie das Studieren im Ausland systematisch vorbereiten. Dazu gehören die Wahl von Land und Hochschule, Zulassung, Sprachkenntnisse, Anerkennung von Studienleistungen, Finanzierung, Auslands-BAföG, Erasmus+, Versicherungen, Visum, Wohnung und mögliche Nebenjobs. Auch Besonderheiten beim dualen Studium und beim Auslandsaufenthalt mit Kind werden ausführlich berücksichtigt.

Eine gute Planung beginnt deutlich vor der Abreise. Besonders bei einem selbst organisierten Aufenthalt sollten Sie ausreichend Zeit für Bewerbung, Learning Agreement, Finanzierung und Unterkunft reservieren. Je komplexer das Zielland oder der Studiengang ist, desto früher sollte die Vorbereitung auf das Studieren im Ausland beginnen.

Studieren im Ausland mit Auslandssemester, Erasmus, Finanzierung, Anerkennung, dualem Studium und Studium mit Kind
Studieren im Ausland planen und erfolgreich organisieren

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Studieren im Ausland ist als Auslandssemester, vollständiges Auslandsstudium, Doppelabschluss, Erasmus+-Aufenthalt, Freemover-Studium oder in Verbindung mit einem Praktikum möglich.
  • Beginnen Sie möglichst früh mit der Planung. Bei selbst organisierten Aufenthalten können zwölf Monate oder mehr sinnvoll sein.
  • Klären Sie die Anerkennung von Kursen vor der Abreise schriftlich. Bei Erasmus+ geschieht dies über das Learning Agreement.
  • Erasmus+ kann Studienaufenthalte von zwei bis zwölf Monaten innerhalb einer Mobilitätsphase fördern. Die konkrete Förderhöhe legt Ihre Hochschule innerhalb der Programmregeln fest.
  • Auslands-BAföG kann auch interessant sein, wenn Sie im Inland kein BAföG erhalten. Auslandsbedingte Zuschläge verändern die Berechnung.
  • Notwendige Studiengebühren können beim Auslands-BAföG unter Voraussetzungen für höchstens ein Jahr bis zu 5.600 Euro berücksichtigt werden.
  • Sprachanforderungen unterscheiden sich nach Hochschule und Studienprogramm. Bei englischsprachigen Programmen müssen Sie nicht zwingend bereits die Landessprache auf akademischem Niveau beherrschen.
  • Für Länder außerhalb der EU beziehungsweise des EWR können Visum, Aufenthaltserlaubnis und zusätzlicher Krankenversicherungsschutz erforderlich sein.
  • Studieren im Ausland mit Kind ist möglich. Erasmus+ sieht für bestimmte Teilnehmer mit Kind zusätzliche finanzielle Unterstützung vor.

Welche Möglichkeiten für ein Auslandsstudium gibt es?

Studieren im Ausland bedeutet nicht automatisch, das gesamte Studium außerhalb Deutschlands zu absolvieren. Je nach persönlichem Ziel, Studiengang und verfügbarer Zeit kommen unterschiedliche Modelle infrage. Für viele Studenten ist ein Semester an einer Partnerhochschule der einfachste Einstieg.

VarianteDauerBesonderheit
Auslandssemestermeist ein SemesterHeimathochschule bleibt zentrale Hochschule
Erasmus+Studienaufenthalt meist 2–12 Monateorganisierter Austausch und Förderung
FreemoverindividuellHochschule und Aufenthalt selbst organisieren
Double Degreemehrere Semesterzwei Abschlüsse nach vereinbartem Studienmodell
Joint Degreemehrere Semestergemeinsamer Abschluss beteiligter Hochschulen
komplettes Auslandsstudiumgesamter StudiengangAbschluss an ausländischer Hochschule
Auslandspraktikummehrere Wochen oder Monateinternationale Berufspraxis

Der DAAD erläutert verschiedene Wege zum Auslandsstudium. Besonders einfach kann Studieren im Ausland über eine Partnerhochschule sein, weil bereits Kooperationen, Ansprechpartner und Erfahrungswerte existieren. Als Freemover haben Sie mehr Freiheit bei der Auswahl, tragen aber auch einen größeren Teil des Organisationsaufwands selbst.

Auslandssemester oder komplettes Studium?

Ein Auslandssemester eignet sich besonders, wenn Sie Ihren Abschluss weiterhin an einer deutschen Hochschule erwerben möchten. Studieren im Ausland wird dabei als zeitlich begrenzter Bestandteil des deutschen Studiengangs organisiert. Idealerweise werden die belegten Module nach der Rückkehr vollständig anerkannt.

Ein vollständiges Studium im Ausland geht deutlich weiter. Sie bewerben sich direkt an einer ausländischen Hochschule und absolvieren dort Ihren Abschluss. Neben Studiengebühren und Aufenthaltsrecht sollten Sie dann prüfen, welche Bedeutung der Abschluss später in Deutschland besitzt. Besonders bei reglementierten Berufen wie Medizin, Lehramt oder bestimmten juristischen Tätigkeiten gelten spezielle Anerkennungsregeln.

Studieren im Ausland über einen Doppelabschluss liegt zwischen beiden Varianten. Bei einem Double Degree oder Joint Degree besteht eine feste Kooperation zwischen den Hochschulen. Studienplan, Aufenthaltsphasen und Anerkennung sind deshalb meist bereits stärker aufeinander abgestimmt.

Planung Schritt für Schritt

Studieren im Ausland sollte als eigenes Projekt geplant werden. Der DAAD empfiehlt insbesondere bei selbst organisierten Aufenthalten, frühzeitig mit der Vorbereitung zu beginnen. Je nach Zielland und Hochschule können Bewerbungsfristen bereits viele Monate vor Semesterbeginn liegen.

ZeitpunktAufgabe
12–18 Monate vorherLand, Hochschule, Programm und Finanzierung recherchieren
9–12 Monate vorherInternational Office kontaktieren, Bewerbung vorbereiten
6–9 Monate vorherLearning Agreement, Sprachtest, BAföG und Stipendien klären
3–6 Monate vorherWohnung, Versicherung, Visum und Anreise organisieren
1–3 Monate vorherDokumente, Bank, Mobilfunk, Reise und Einschreibung abschließen
nach AnkunftImmatrikulation, Meldepflichten und Kurswahl prüfen

Der wichtigste erste Ansprechpartner beim Studieren im Ausland ist in der Regel das International Office beziehungsweise Akademische Auslandsamt Ihrer Hochschule. Dort erfahren Sie, welche Partnerhochschulen zur Verfügung stehen, welche Bewerbungsfristen gelten und welche Förderprogramme genutzt werden können.

Voraussetzungen für das Studieren im Ausland

Die Voraussetzungen für das Studieren im Ausland unterscheiden sich erheblich nach Gastland, Universität und Studienfach. Eine pauschale Aussage wie „ausländische Leistungen werden immer anerkannt“ wäre deshalb falsch. Sie sollten akademische, sprachliche, finanzielle und organisatorische Anforderungen getrennt prüfen.

  • ausreichende Studienleistungen an der Heimathochschule,
  • gegebenenfalls eine bestimmte Mindestzahl an Fachsemestern,
  • Sprachnachweis für die Unterrichtssprache,
  • Motivationsschreiben und Lebenslauf,
  • Transcript of Records beziehungsweise Notenübersicht,
  • Learning Agreement oder vergleichbare Kursvereinbarung,
  • Finanzierungsnachweis, falls das Gastland diesen verlangt,
  • ausreichender Krankenversicherungsschutz,
  • gegebenenfalls Visum oder Aufenthaltserlaubnis.

Sprachkenntnisse richtig einschätzen

Gute Sprachkenntnisse erleichtern das Studieren im Ausland erheblich. Entscheidend ist allerdings zunächst die Unterrichtssprache. In vielen Ländern werden internationale Studiengänge vollständig oder teilweise auf Englisch angeboten. Dann kann beispielsweise ein Englischtest verlangt werden, obwohl die Landessprache eine andere ist.

Für Alltag, Behörden, Wohnungssuche und Kontakte vor Ort sind Kenntnisse der Landessprache trotzdem wertvoll. Studieren im Ausland bietet eine gute Gelegenheit, diese Sprachkenntnisse praktisch zu verbessern. Beginnen Sie möglichst schon vor der Abreise mit einem Kurs und nutzen Sie vor Ort Sprachprogramme der Gasthochschule.

Anerkennung der Studienleistungen unbedingt vorher klären

Die Anerkennung gehört zu den wichtigsten organisatorischen Punkten beim Studieren im Ausland. Prüfen Sie nicht erst nach Ihrer Rückkehr, ob die ausländischen Module zu Ihrem deutschen Studiengang passen. Stimmen Sie die geplanten Kurse vorher mit Fachbereich, Prüfungsamt oder zuständigem Anerkennungsbeauftragten ab.

Bei Erasmus+ wird dafür das Learning Agreement genutzt. Es dokumentiert, welche Kurse Sie an der Gasthochschule belegen und wie diese später in Ihrem Studiengang anerkannt werden sollen. Der DAAD informiert ausführlich über die Anerkennung von Auslandsstudienleistungen.

Studieren im Ausland über Erasmus+ wird durch dieses Verfahren erheblich planbarer. Ändert sich Ihre Kurswahl nach der Ankunft, sollten Sie das Learning Agreement nicht einfach ignorieren. Stimmen Sie Änderungen zeitnah mit der Heimathochschule ab.

Auch als Freemover ist eine schriftliche Lernvereinbarung sinnvoll. Je genauer Modulinhalte, ECTS-Punkte, Prüfungsformen und Lernziele vorab dokumentiert sind, desto geringer ist das Risiko, dass Sie durch Studieren im Ausland unbeabsichtigt Ihre Studienzeit verlängern.

ECTS und Notenübertragung verstehen

Innerhalb Europas erleichtert das European Credit Transfer and Accumulation System die Vergleichbarkeit von Studienleistungen. ECTS-Punkte beschreiben den Arbeitsaufwand eines Moduls, sind aber nicht automatisch mit der Note gleichzusetzen. Für das Studieren im Ausland sollten Sie deshalb zusätzlich klären, nach welchem Verfahren ausländische Noten umgerechnet werden.

Bewahren Sie während des Aufenthalts Modulbeschreibungen, Prüfungsnachweise und das Transcript of Records sorgfältig auf. Diese Dokumente können nach dem Studieren im Ausland für die Anerkennung benötigt werden.

Finanzierung: Welche Möglichkeiten gibt es?

Studieren im Ausland ist nicht automatisch teurer als ein Studium in Deutschland, kann aber zusätzliche Ausgaben verursachen. Dazu gehören Reise, Versicherung, Kaution, Visum, höhere Mieten, Studiengebühren oder Wechselkursrisiken. Erstellen Sie deshalb einen vollständigen Finanzierungsplan.

KostenpositionWas Sie prüfen sollten
StudiengebührenPartnerprogramm, Erlass, Erasmus+ oder Auslands-BAföG
MieteWohnheim, WG, Kaution und Nebenkosten
ReiseFlug, Bahn, Gepäck und Transfers
VersicherungKranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung
VisumAntrags- und Aufenthaltsgebühren
LebenshaltungLebensmittel, Nahverkehr, Freizeit
StudienmaterialBücher, Software und Laborkosten
Notfallreserveunerwartete Reise- oder Gesundheitskosten

Erasmus+ nutzen

Erasmus+ gehört zu den wichtigsten Förderprogrammen für das Studieren im Ausland. Ein geförderter Studienaufenthalt kann grundsätzlich zwei bis zwölf Monate dauern. Innerhalb eines Studienzyklus können mehrere Mobilitäten möglich sein, solange das verfügbare Förderkontingent nicht überschritten wird.

Bei Erasmus+ werden Studenten an der Gasthochschule grundsätzlich von Gebühren für Unterricht, Einschreibung, Prüfungen sowie Zugang zu Laboren und Bibliotheken befreit. Die konkrete finanzielle Förderung hängt unter anderem vom Zielland und den Festlegungen der Heimathochschule ab. Aktuelle Bedingungen finden Sie beim DAAD zu Erasmus+ Auslandsstudium.

Auslands-BAföG prüfen

Auch Auslands-BAföG kann das Studieren im Ausland finanzieren. Interessant ist, dass ein Anspruch möglich sein kann, obwohl Sie aufgrund des elterlichen Einkommens im Inland keine Förderung erhalten. Ursache sind zusätzliche auslandsbezogene Bedarfe.

Nach den gesetzlichen Regelungen können bei einer förderfähigen Ausbildung unter anderem notwendige Studiengebühren für höchstens ein Jahr bis zu 5.600 Euro berücksichtigt werden. Hinzu kommen abhängig vom Fall Reise- und Krankenversicherungszuschläge sowie bei bestimmten Aufenthalten außerhalb der EU und der Schweiz ein Auslandszuschlag.

Für die Hinreise und eine Rückreise sieht die Auslandszuschlagsverordnung derzeit jeweils 250 Euro innerhalb Europas und jeweils 500 Euro außerhalb Europas vor. Da die Prüfung des Anspruchs Zeit benötigt, sollten Sie Auslands-BAföG für das Studieren im Ausland frühzeitig beantragen. Das offizielle Formblatt für eine Auslandsausbildung empfiehlt eine Antragstellung möglichst etwa sechs Monate im Voraus.

Stipendien und weitere Programme

Neben Erasmus+ und BAföG kommen DAAD-Stipendien, PROMOS, Hochschulprogramme, Stiftungen oder fachspezifische Förderungen infrage. Informationen zum Studium mit Stipendium finden Sie ebenfalls auf der Bildungsbibel.

Studieren im Ausland sollte finanziell nicht ausschließlich auf einen Nebenjob aufgebaut werden. Ob Sie im Gastland arbeiten dürfen, hängt von Aufenthaltsstatus und nationalem Recht ab. Außerdem kann ein hoher Arbeitsumfang den Studienerfolg beeinträchtigen.

Visum und Aufenthaltserlaubnis

Welche Aufenthaltsdokumente Sie für das Studieren im Ausland benötigen, hängt von Staatsangehörigkeit, Gastland und Aufenthaltsdauer ab. Innerhalb der EU gelten für deutsche Staatsangehörige andere Regeln als beispielsweise bei einem Studium in den USA, Kanada, China oder Australien.

Informieren Sie sich beim Konsulat beziehungsweise bei der Botschaft des Gastlandes. Das Auswärtige Amt empfiehlt für Studentenvisa die Auslandsvertretung des jeweiligen Gastlandes in Deutschland. Beginnen Sie früh, da je nach Land Zulassungsbescheid, Finanzierungsnachweis, Krankenversicherung, biometrische Unterlagen oder weitere Dokumente verlangt werden können.

Studieren im Ausland außerhalb der EU kann außerdem Einschränkungen für Nebenjobs enthalten. Ein Studentenvisum berechtigt nicht automatisch zu jeder Form von Erwerbstätigkeit. Prüfen Sie die Regeln des Gastlandes, bevor Sie mit einem Nebenjob in Ihrer Finanzierung kalkulieren.

Krankenversicherung vor der Abreise prüfen

Eine gültige Krankenversicherung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für das Studieren im Ausland. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihre deutsche Versicherung weltweit dieselben Leistungen übernimmt. Klären Sie Umfang und Dauer direkt mit Ihrer Krankenkasse.

Bei einem vorübergehenden Studium innerhalb der EU kann die Europäische Krankenversicherungskarte für medizinisch notwendige Leistungen im öffentlichen System relevant sein. Sie ersetzt jedoch nicht automatisch jeden zusätzlichen Versicherungsschutz und deckt beispielsweise nicht sämtliche privaten Gesundheitsleistungen oder Rücktransportkosten ab.

Der DAAD empfiehlt, den Versicherungsschutz vor dem Studieren im Ausland direkt mit der eigenen Krankenversicherung abzuklären. Je nach Programm können zusätzlich Unfall- oder Haftpflichtversicherungen verlangt beziehungsweise empfohlen werden.

Wohnung und Lebenshaltungskosten organisieren

Die Wohnungssuche ist in vielen beliebten Hochschulstädten eine der größten organisatorischen Herausforderungen beim Studieren im Ausland. Prüfen Sie zunächst Wohnheime der Gasthochschule. Diese liegen häufig campusnah und erleichtern den Kontakt zu anderen Studenten.

  • Studentenwohnheim der Gasthochschule,
  • Wohngemeinschaft,
  • Gastfamilie,
  • private Studentenresidenz,
  • möbliertes Zimmer oder Apartment.

Überweisen Sie hohe Kautionen nicht ungeprüft an unbekannte Personen. Beim Studieren im Ausland sind Studenten aufgrund der räumlichen Distanz besonders anfällig für falsche Wohnungsangebote. Nutzen Sie bevorzugt Empfehlungen der Hochschule, etablierte Plattformen und nachvollziehbare Mietverträge.

Duales Studium und Aufenthalt im Ausland

Ein duales Studium verbindet Hochschulstudium mit Praxis im Unternehmen. Studieren im Ausland lässt sich auch in dieses Modell integrieren, allerdings nicht automatisch. Wegen der eng getakteten Theorie- und Praxisphasen müssen Hochschule und Unternehmen gemeinsam zustimmen.

International tätige Unternehmen bieten teilweise Praxisphasen an ausländischen Standorten oder kooperieren mit Partnerhochschulen. Studieren im Ausland kann dadurch entweder als akademisches Semester, Auslandspraktikum oder Kombination beider Elemente stattfinden.

Ein weiterer Beitrag zu den Möglichkeiten eines dualen Studiums im Ausland zeigt, dass Vertragsbedingungen und Abstimmung mit Hochschule und Unternehmen besonders wichtig sind. Verlassen Sie sich jedoch nicht darauf, dass jedes duale Studienprogramm automatisch eine Auslandsphase enthält.

Auslandssemester im dualen Studium früh abstimmen

Studieren im Ausland ist im dualen Studium organisatorisch anspruchsvoller, weil neben der Hochschule zusätzlich der Arbeitgeber beteiligt ist. Prüfen Sie bereits vor Vertragsabschluss, ob internationale Praxis- oder Studienphasen vorgesehen sind.

  • Ist ein Auslandssemester Bestandteil des Curriculums?
  • Gibt es Partnerhochschulen?
  • Kann die Praxisphase an einem ausländischen Unternehmensstandort stattfinden?
  • Wird die Vergütung während des Aufenthalts weitergezahlt?
  • Wer trägt Reise-, Visa- und Unterkunftskosten?
  • Wie werden ausländische Module anerkannt?

Studieren im Ausland kann beim dualen Studium besonders wertvoll sein, wenn akademische und betriebliche Lernziele miteinander abgestimmt sind. Studenten erhalten dann Einblicke in ausländische Unternehmensstandorte und internationale Arbeitsabläufe, ohne den Praxisbezug des dualen Modells zu verlieren.

Auslandspraktikum als Alternative oder Ergänzung

Nicht jeder möchte ein vollständiges Semester Studieren im Ausland verbringen. Ein Auslandspraktikum kann eine attraktive Alternative sein. Sie sammeln internationale Berufserfahrung und können gleichzeitig prüfen, wie gut Sie in einem fremden Arbeitsumfeld zurechtkommen.

Im dualen Studium muss ein Praktikum mit Studien- und Arbeitsvertrag vereinbar sein. Bei einem klassischen Studium kann ein Pflichtpraktikum möglicherweise anerkannt werden. Der DAAD weist darauf hin, dass integrierte Praxissemester entsprechend dem Studienplan von der deutschen Hochschule anerkannt werden müssen.

Studieren im Ausland und ein Praktikum können über bestimmte Programme sogar kombiniert werden. Erasmus+ ermöglicht unter Voraussetzungen eine Verbindung von Studium und Praktikum innerhalb einer Mobilitätsphase.

Eigenständig als Freemover ins Ausland gehen

Auch ohne bestehende Hochschulkooperation können Sie Studieren im Ausland organisieren. Als Freemover bewerben Sie sich selbstständig an einer ausländischen Hochschule. Das erhöht die Auswahl, erfordert aber mehr Eigeninitiative.

Klären Sie besonders sorgfältig Studiengebühren, Kurszulassung und Anerkennung. Der DAAD empfiehlt bei selbst organisierten Auslandsaufenthalten eine deutlich frühere Vorbereitung. Studieren im Ausland als Freemover kann interessant sein, wenn Ihre Wunschhochschule keine Partneruniversität Ihrer deutschen Hochschule ist.

Bildungsplan und Learning Agreement erstellen

Erstellen Sie für das Studieren im Ausland einen persönlichen Bildungsplan. Vergleichen Sie die Module des Gastsemesters mit den Anforderungen Ihres Studiengangs. Notieren Sie ECTS-Punkte, Prüfungsformen, Inhalte und mögliche Anerkennung.

Ein guter Bildungsplan enthält außerdem Alternativkurse. Veranstaltungen können kurzfristig ausfallen oder zeitlich kollidieren. Studieren im Ausland bleibt dadurch flexibel, ohne dass die Anerkennung gefährdet wird.

Bewerbungsunterlagen für die Gasthochschule

Welche Unterlagen Sie für das Studieren im Ausland benötigen, hängt vom Programm ab. Häufig verlangt werden:

  • Online-Bewerbung,
  • Lebenslauf,
  • Motivationsschreiben,
  • Transcript of Records,
  • Sprachzertifikat,
  • Learning Agreement,
  • gegebenenfalls Empfehlungsschreiben,
  • Passkopie.

Bereiten Sie Dokumente frühzeitig vor. Gerade Sprachtests, beglaubigte Übersetzungen oder Empfehlungsschreiben können beim Studieren im Ausland zusätzliche Bearbeitungszeit verursachen.

Interkulturelle Kompetenz entwickeln

Studieren im Ausland bedeutet, sich auf andere Kommunikationsstile, Lehrmethoden und gesellschaftliche Regeln einzulassen. Verhalten, das in Deutschland selbstverständlich erscheint, kann in einem anderen Kulturkreis anders interpretiert werden.

Informieren Sie sich deshalb über Hochschulkultur, Umgangsformen und Erwartungen im Gastland. Grundlagen zur interkulturellen Kompetenz können die Vorbereitung ergänzen. Entscheidend ist jedoch, kulturelle Unterschiede nicht in starre Stereotype umzuwandeln.

Studieren im Ausland trainiert häufig Flexibilität, Selbstorganisation und den Umgang mit ungewohnten Situationen. Diese Fähigkeiten können später auch im Berufsleben hilfreich sein.

Studieren im Ausland mit Kind

Studieren im Ausland mit Kind ist möglich, erfordert jedoch mehr Vorbereitung. Neben Hochschule, Finanzierung und Unterkunft müssen Betreuung, Gesundheitsversorgung, Reisedokumente und gegebenenfalls Schulpflicht berücksichtigt werden. Beginnen Sie möglichst früh mit der Organisation.

Das Alter des Kindes allein entscheidet nicht darüber, ob Studieren im Ausland gut umsetzbar ist. Ein Kleinkind benötigt beispielsweise zuverlässige Betreuung, während bei älteren Kindern Schulbesuch und Unterrichtssprache wichtig werden. Bewerten Sie deshalb die konkrete Familiensituation.

Kindgerechte Wohnung suchen

Beim Studieren im Ausland mit Kind sollten Sie die Wohnung früher suchen als allein reisende Studenten. Achten Sie auf Entfernung zur Hochschule, Betreuungseinrichtung, öffentlichen Nahverkehr und medizinische Versorgung. Fragen Sie die Gasthochschule gezielt nach Familienwohnungen.

Kinderbetreuung klären

Viele Hochschulen verfügen über eigene Betreuungsangebote oder können Kontakt zu lokalen Einrichtungen vermitteln. Beim Studieren im Ausland sollten Öffnungszeiten und Semesterzeiten zusammenpassen. Prüfen Sie außerdem Wartelisten und Kosten.

Bei einem dualen Studium kann zusätzlich der ausländische Unternehmensstandort Betreuungsmöglichkeiten anbieten. Verlassen Sie sich jedoch nicht darauf, sondern lassen Sie sich Verfügbarkeit und Kosten vorab bestätigen.

Erasmus+ Zusatzförderung mit Kind

Studieren im Ausland mit Kind kann über Erasmus+ zusätzlich unterstützt werden. Studenten, die ihr Kind während des gesamten Aufenthalts mitnehmen, können unter den Voraussetzungen des Programms einen Aufstockungsbetrag beantragen. Bei Langzeitmobilitäten beträgt dieser derzeit 250 Euro pro Monat zusätzlich zur regulären Förderung.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist darüber hinaus eine Förderung tatsächlicher Mehrkosten möglich. Erasmus+ nennt für Teilnehmer mit Kind beispielsweise zusätzliche Kosten für Reise, Betreuung und Unterkunft. Lassen Sie sich hierzu unbedingt von der Erasmus-Koordination Ihrer Heimathochschule beraten, bevor Sie Studieren im Ausland verbindlich buchen.

Weitere allgemeine Hinweise zur Karriereplanung mit Kind können bei der langfristigen Planung unterstützen.

Vorteile beim Studieren im Ausland

Studieren im Ausland kann fachliche und persönliche Vorteile miteinander verbinden. Der Nutzen entsteht jedoch nicht automatisch allein durch den Ortswechsel. Entscheidend ist, wie aktiv Sie Hochschule, Sprache, Kontakte und kulturelle Erfahrungen nutzen.

VorteilMöglicher Nutzen
SprachpraxisSprache wird täglich angewendet
Fachliche Perspektiveandere Lehrmethoden und Spezialisierungen kennenlernen
interkulturelle ErfahrungKommunikation in internationalem Umfeld üben
SelbstständigkeitAlltag und Behörden im Ausland organisieren
Netzwerkinternationale Kontakte aufbauen
Berufserfahrungbei Auslandspraktikum oder dualer Praxisphase
Persönliche EntwicklungUmgang mit Unsicherheit und neuen Situationen

Studieren im Ausland kann außerdem das Selbstbewusstsein stärken. Sie erleben, dass Sie sich in einem unbekannten Umfeld organisieren, Kontakte aufbauen und Herausforderungen eigenständig lösen können.

Bei einer späteren Bewerbung sollte der Aufenthalt allerdings nicht nur als Schlagwort genannt werden. Beschreiben Sie, welche konkreten Kompetenzen Sie durch Studieren im Ausland entwickelt haben.

Mögliche Nachteile und Herausforderungen

Studieren im Ausland hat nicht nur Vorteile. Eine realistische Vorbereitung berücksichtigt auch finanzielle und organisatorische Risiken.

  • höhere Lebenshaltungskosten im Gastland,
  • mögliche Studiengebühren,
  • zusätzlicher organisatorischer Aufwand,
  • Sprachprobleme in Lehrveranstaltungen,
  • Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche,
  • mögliche Verzögerungen bei der Anerkennung,
  • Heimweh und fehlendes soziales Umfeld,
  • Visa- oder Versicherungsanforderungen.

Diese Punkte sprechen nicht gegen Studieren im Ausland. Sie zeigen vielmehr, warum ein ausreichender zeitlicher und finanzieller Puffer sinnvoll ist.

Typische Planungsfehler vermeiden

  • Anerkennung erst nach Rückkehr klären: Stimmen Sie Kurse möglichst vorher schriftlich ab.
  • nur Studiengebühren kalkulieren: Miete, Kaution, Versicherungen und Reisen können erhebliche Zusatzkosten verursachen.
  • Sprachanforderungen zu spät prüfen: Tests benötigen Anmeldung und Vorbereitung.
  • Visum zu spät beantragen: Bearbeitungszeiten können Studieren im Ausland verzögern.
  • nur auf Nebenjob setzen: Arbeitserlaubnis und Verdienst sind nicht garantiert.
  • Versicherung nicht prüfen: deutscher Schutz gilt nicht automatisch weltweit unverändert.
  • Wohnung ungeprüft bezahlen: Vorsicht vor betrügerischen Angeboten.
  • zu wenig Puffer: Zulassung, Förderung und Wohnung können länger dauern als erwartet.

Checkliste vor der Abreise

PrüffrageErledigt
Ist die Gasthochschule ausgewählt und die Zulassung bestätigt?☐
Sind Kurse und Anerkennung schriftlich geklärt?☐
Ist das Learning Agreement unterschrieben?☐
Ist die Finanzierung für den gesamten Aufenthalt gesichert?☐
Wurden Erasmus+, BAföG und Stipendien geprüft?☐
Sind Sprachkenntnisse beziehungsweise Sprachtest ausreichend?☐
Ist die Unterkunft bestätigt?☐
Ist der Krankenversicherungsschutz geklärt?☐
Sind Visum und Einreisebestimmungen geprüft?☐
Sind wichtige Dokumente digital und auf Papier gesichert?☐
Ist eine finanzielle Notfallreserve vorhanden?☐
Sind bei einem Kind Betreuung, Versicherung und Unterkunft geklärt?☐

Tipp der Bildungsbibel: Erstellen Sie für das Studieren im Ausland einen eigenen digitalen Ordner mit Zulassung, Learning Agreement, Versicherungsnachweis, Passkopie, Förderbescheiden, Mietvertrag und Kontaktdaten. Speichern Sie zusätzlich eine sichere Kopie, auf die Sie auch zugreifen können, wenn Laptop oder Smartphone verloren gehen.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit der Planung beginnen?

Für das Studieren im Ausland über ein Austauschprogramm können neun bis zwölf Monate Vorlauf sinnvoll sein. Bei selbst organisierten Aufenthalten oder Ländern mit aufwendigen Visa- und Bewerbungsverfahren sollten Sie eher zwölf bis achtzehn Monate einplanen.

Werden meine Leistungen automatisch anerkannt?

Nicht pauschal. Für das Studieren im Ausland sollten Sie die Anerkennung vorab mit der zuständigen Stelle Ihrer Hochschule klären. Bei Erasmus+ wird dies über das Learning Agreement dokumentiert. Nach dem Aufenthalt benötigen Sie üblicherweise das Transcript of Records und weitere Nachweise.

Kann ich Auslands-BAföG bekommen, obwohl ich in Deutschland kein BAföG erhalte?

Das ist möglich. Beim Studieren im Ausland können zusätzliche Bedarfe berücksichtigt werden. Deshalb lohnt sich eine Prüfung auch dann, wenn im Inland bislang kein Anspruch bestand.

Wie hoch ist die Förderung der Studiengebühren?

Beim förderfähigen Studieren im Ausland können nachweisbar notwendige Studiengebühren nach den gesetzlichen Voraussetzungen für höchstens ein Jahr bis zu 5.600 Euro übernommen werden. Ob die Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind, entscheidet das zuständige Amt für Ausbildungsförderung.

Kann ich mit Erasmus+ außerhalb Europas studieren?

Erasmus+ ist nicht mehr ausschließlich auf klassische innereuropäische Mobilität beschränkt. Ob Ihre Hochschule Studieren im Ausland mit bestimmten Partnerländern außerhalb der klassischen Programmländer anbietet, erfahren Sie bei der Erasmus-Koordination beziehungsweise beim International Office.

Kann ich Studium und Praktikum kombinieren?

Ja. Studieren im Ausland kann je nach Programm mit einer Praxisphase verbunden werden. Erasmus+ erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen die Kombination von Studium und Praktikum innerhalb einer Mobilitätsphase. Auch der DAAD bietet Programme, die Studien- und Praxissemester miteinander verbinden.

Kann ich mein Kind mitnehmen?

Ja. Studieren im Ausland mit Kind ist möglich. Planen Sie Betreuung, familiengeeignete Unterkunft, Krankenversicherung und gegebenenfalls Schule besonders früh. Bei Erasmus+ können unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Fördermittel zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen zu Studium und Karriere

Fazit: Früh planen und Anerkennung vor der Abreise sichern

Studieren im Ausland kann fachliche Kenntnisse, Sprachkompetenz, internationale Erfahrung und persönliche Entwicklung wirkungsvoll miteinander verbinden. Besonders unkompliziert ist ein Aufenthalt häufig über bestehende Hochschulpartnerschaften oder Erasmus+, doch auch ein selbst organisierter Aufenthalt oder vollständiger Abschluss an einer ausländischen Universität kann sinnvoll sein.

Der wichtigste Erfolgsfaktor beim Studieren im Ausland ist eine frühzeitige und realistische Planung. Klären Sie Anerkennung, Finanzierung, Versicherung, Visum und Wohnung nicht erst kurz vor der Abreise. Ein Learning Agreement beziehungsweise eine vergleichbare schriftliche Abstimmung schützt davor, dass wichtige Studienleistungen später nicht wie geplant angerechnet werden.

Auch ein duales Studium oder Studieren im Ausland mit Kind lässt sich international gestalten, benötigt jedoch zusätzliche Abstimmung. Nutzen Sie International Office, Erasmus-Koordination, BAföG-Beratung und gegebenenfalls Ihren Arbeitgeber als Ansprechpartner. So wird aus dem Aufenthalt nicht nur eine Reise, sondern ein sinnvoll integrierter Bestandteil Ihres Studiums und Ihrer beruflichen Entwicklung.

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