Weiterbildung – Online lernen – Versicherung – Versicherungsarten – Lebensversicherung – Lebensversicherung kündigen Vorlage, Kündigung Muster für Word & PDF kostenlos
Wer seine Lebensversicherung kündigen möchte, sollte vorher Rückkaufswert, Steuer, Fristen, Alternativen und den Verlust möglicher Garantien prüfen. Eine Kündigung kann schnell Liquidität schaffen, ist aber bei vielen Verträgen finanziell die ungünstigste Lösung.
In diesem Beitrag der Bildungsbibel erhalten Sie eine kostenlose Vorlage als Word-Datei und PDF. Zusätzlich erfahren Sie, wie die Kündigung abläuft, wann sie sinnvoll sein kann, welche Nachteile drohen und welche Alternativen häufig besser sind. So treffen Sie die Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf Basis klarer Zahlen.
Vorlage für die Kündigung als Word und PDF
Mit der kostenlosen Vorlage können Sie Ihre Kündigung vorbereiten und an Ihren Versicherer senden. Tragen Sie Vertragsnummer, Versicherungsnummer, gewünschtes Kündigungsdatum und Ihre Bankverbindung ein. Fordern Sie außerdem eine schriftliche Bestätigung, den aktuellen Rückkaufswert und eine nachvollziehbare Abrechnung an.
Lesen Sie vor dem Versand die Versicherungsbedingungen und prüfen Sie, ob eine Kündigung wirklich die beste Lösung ist. Bei größeren Vertragswerten kann unabhängige Beratung sinnvoll sein, zum Beispiel durch einen Versicherungsberater.
Eine allgemeine Vorlage für das Kündigungsschreiben von Versicherungen erhalten Sie ebenfalls auf der Bildungsbibel.
Kurzüberblick: Erst prüfen, dann kündigen
- Rückkaufswert: Fordern Sie den aktuellen Auszahlungswert zum gewünschten Kündigungstermin an.
- Frist: Bei laufenden Beiträgen wird die Kündigung in der Regel zum Ende der laufenden Versicherungsperiode wirksam.
- Altvertrag: Prüfen Sie alte Garantiezinsen, steuerliche Vorteile und mögliche Schlussüberschüsse.
- Zusatzschutz: Berufsunfähigkeitszusatzversicherung oder Todesfallschutz können mit der Kündigung enden.
- Alternativen: Beitragsfreistellung, Beitragsreduzierung, Verkauf, Beleihung oder Widerruf können besser sein.
- Nachweis: Senden Sie die Kündigung so, dass Zugang und Inhalt beweisbar sind.
Wann kann eine Kündigung sinnvoll sein?
Eine Lebensversicherung kündigen viele Versicherte, weil sie kurzfristig Geld benötigen, die Beiträge nicht mehr zahlen möchten oder mit der Rendite unzufrieden sind. Das kann nachvollziehbar sein. Dennoch sollte die Kündigung immer die letzte Option sein, wenn andere Lösungen nicht passen. Besonders bei alten Verträgen können Garantiezins, Schlussüberschüsse und steuerliche Vorteile verloren gehen.
Eine Kündigung kann sinnvoll sein, wenn Sie dringend Liquidität benötigen, der Vertrag hohe laufende Kosten verursacht, der Versicherungsschutz nicht mehr gebraucht wird oder eine bessere finanzielle Lösung nachweisbar ist. Auch bei sehr jungen Verträgen kann ein früher Ausstieg manchmal sinnvoll sein, wenn klar ist, dass die Police langfristig nicht mehr zu Ihrem Bedarf passt. Allerdings ist gerade in den ersten Jahren der Rückkaufswert häufig niedrig.
Anders sieht es aus, wenn Sie einen älteren Vertrag mit hoher Garantieverzinsung besitzen. Solche Policen sind heute oft schwer zu ersetzen. Wenn Sie eine Lebensversicherung kündigen, verlieren Sie nicht nur die künftige Renditechance, sondern auch den vertraglich vereinbarten Versicherungsschutz. Prüfen Sie deshalb immer die Zahlen: eingezahlte Beiträge, Rückkaufswert, garantierte Ablaufleistung, mögliche Überschüsse und steuerliche Folgen.
Ablauf: So gehen Sie Schritt für Schritt vor
Bevor Sie Ihre Lebensversicherung kündigen, sollten Sie strukturiert vorgehen. Ein schneller Brief ohne vorherige Prüfung kann teuer werden. Besser ist ein Ablauf, bei dem Sie zuerst Informationen sammeln, dann Alternativen vergleichen und erst danach endgültig entscheiden.
- Vertrag bereitlegen: Prüfen Sie Versicherungsschein, Versicherungsbedingungen, Beginn, Laufzeit, Beitrag und Zusatzbausteine.
- Aktuelle Werte anfordern: Bitten Sie den Versicherer um Rückkaufswert, beitragsfreie Leistung, Ablaufleistung und mögliche Abzüge.
- Alternativen vergleichen: Lassen Sie Beitragsfreistellung, Beitragsreduzierung, Beleihung, Verkauf und Teilkündigung berechnen.
- Steuer prüfen: Klären Sie, ob bei Auszahlung steuerpflichtige Erträge entstehen.
- Entscheidung treffen: Kündigen Sie erst, wenn die Alternative schlechter ist oder die Liquidität tatsächlich wichtiger ist.
- Kündigung versenden: Nutzen Sie eine nachweisbare Form und verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung.
Dieser Ablauf verhindert, dass Sie aus Zeitdruck eine teure Entscheidung treffen. Wer eine Lebensversicherung kündigen möchte, sollte mindestens eine aktuelle Werteauskunft des Versicherers vorliegen haben. Noch besser ist ein Vergleich der Fortführung mit allen realistischen Alternativen.
Mustertext für das Kündigungsschreiben
Die folgende Formulierung können Sie als Orientierung nutzen. Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre persönlichen Daten und prüfen Sie, ob Ihr Versicherer besondere Angaben verlangt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich meine Lebensversicherung mit der Versicherungsnummer [Versicherungsnummer] zum nächstmöglichen Termin. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung, das Vertragsende und den auszuzahlenden Rückkaufswert schriftlich.
Bitte überweisen Sie den Auszahlungsbetrag auf folgendes Konto:
Kontoinhaber: [Name]
IBAN: [IBAN]
BIC: [BIC]
Bitte teilen Sie mir außerdem mit, ob ein Stornoabzug, ein Steuerabzug oder sonstige Abzüge vorgenommen werden.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Wichtig: Wenn Ihre Police abgetreten oder verpfändet wurde, zum Beispiel an eine Bank, kann die Auszahlung blockiert oder nur mit Zustimmung des Sicherungsnehmers möglich sein. Prüfen Sie diesen Punkt, bevor Sie die Lebensversicherung kündigen.
Frist und Form der Kündigung
Nach dem Versicherungsvertragsgesetz können Versicherungsnehmer bei laufenden Beiträgen grundsätzlich zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen. Die Versicherungsperiode ist häufig ein Monat, ein Quartal oder ein Jahr. Entscheidend sind Vertrag, Zahlungsweise und Versicherungsbedingungen. Deshalb kann die Kündigung nicht immer sofort wirtschaftlich wirksam werden.
Die BaFin weist darauf hin, dass bei der Kapitallebensversicherung in der Regel keine klassische Kündigungsfrist beachtet werden muss. Wenn laufende Prämien gezahlt werden, wird die Kündigung aber meist erst zum Ende der aktuellen Versicherungsperiode wirksam. Prüfen Sie deshalb die Bedingungen, bevor Sie die Lebensversicherung kündigen.
Bei der Form sollten Sie vorsichtig sein. Viele Versicherer akzeptieren Kündigungen in Textform, etwa per Brief oder E-Mail. Bei älteren Verträgen kann in den Bedingungen noch Schriftform geregelt sein. Nutzen Sie im Zweifel einen unterschriebenen Brief und senden Sie ihn nachweisbar, zum Beispiel per Einschreiben oder über einen dokumentierten Online-Zugang des Versicherers. Eine telefonische Kündigung ist aus Beweisgründen nicht empfehlenswert.
Rückkaufswert: Diese Zahl entscheidet über den Ausstieg
Wenn Sie eine Lebensversicherung kündigen, erhalten Sie bei kapitalbildenden Verträgen in der Regel den Rückkaufswert. Dieser Wert ist nicht identisch mit den eingezahlten Beiträgen. Er ergibt sich aus dem Vertragsguthaben, den garantierten Leistungen, Überschüssen, Kosten, Risikoanteilen und möglichen zulässigen Abzügen.
Besonders in den ersten Vertragsjahren kann der Rückkaufswert deutlich niedriger sein als die Summe der eingezahlten Beiträge. Das liegt vor allem an Abschlusskosten, Verwaltungskosten und Risikobeiträgen. Bei fondsgebundenen Verträgen kommt hinzu, dass die Fondskurse zum Kündigungszeitpunkt entscheidend sind. Bei ungünstigen Kursen kann eine Kündigung Verluste endgültig festschreiben.
Fordern Sie deshalb vorab eine aktuelle Auskunft an. Fragen Sie konkret nach dem Rückkaufswert zum gewünschten Termin, nach Stornoabzug, Steuerabzug, beitragsfreier Leistung, voraussichtlicher Ablaufleistung und möglichen Schlussüberschüssen. Nur so sehen Sie, was Sie wirklich verlieren oder gewinnen, wenn Sie die Lebensversicherung kündigen.
| Prüfpunkt | Warum er wichtig ist |
| Rückkaufswert | Zeigt die voraussichtliche Auszahlung bei Kündigung. |
| Eingezahlte Beiträge | Hilft, Verlust oder Gewinn grob einzuschätzen. |
| Garantierte Ablaufleistung | Zeigt, was bei Fortführung mindestens möglich ist. |
| Schlussüberschüsse | Können bei Kündigung ganz oder teilweise entfallen. |
| Stornoabzug | Kann die Auszahlung reduzieren, wenn er zulässig vereinbart ist. |
| Zusatzversicherungen | Berufsunfähigkeits- oder Todesfallschutz kann verloren gehen. |
Mehr zum Auszahlungswert erfahren Sie im Beitrag zum Rückkaufswert der Lebensversicherung.
Beispiel: Was eine Kündigung finanziell bedeuten kann
Das folgende Beispiel ist vereinfacht und ersetzt keine individuelle Berechnung. Es zeigt aber, warum Sie eine Lebensversicherung nicht kündigen sollten, bevor Sie die Zahlen verstanden haben.
| Position | Beispielwert | Erläuterung |
| Monatsbeitrag | 100 Euro | Regelmäßige Zahlung |
| Bisherige Laufzeit | 8 Jahre | 96 Monatsbeiträge |
| Eingezahlte Beiträge | 9.600 Euro | 100 Euro x 12 Monate x 8 Jahre |
| Aktueller Rückkaufswert | 8.450 Euro | Auskunft des Versicherers im Beispiel |
| Verlust gegenüber Beiträgen | 1.150 Euro | Ohne Betrachtung von Versicherungsschutz und Steuer |
| Garantierte Ablaufleistung | 18.900 Euro | Beispielwert bei Fortführung bis Vertragsende |
In diesem Beispiel wäre die Kündigung kurzfristig hilfreich, wenn das Geld dringend gebraucht wird. Wirtschaftlich kann sie aber nachteilig sein, weil bereits eingezahltes Kapital verloren geht und die spätere Ablaufleistung entfällt. Wenn Sie eine Lebensversicherung kündigen, sollten Sie deshalb nicht nur auf die Sofortauszahlung schauen.
Vorteile und Nachteile einer Kündigung
Das vorzeitige Beenden einer Police kann entlasten, aber auch langfristige Nachteile auslösen. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, Chancen und Risiken besser einzuordnen.
Vorteile
- Sofortige Liquidität: Sie erhalten den Rückkaufswert und können offene Rechnungen, Schulden oder dringende Anschaffungen bezahlen.
- Keine weiteren Beiträge: Die monatliche Belastung entfällt nach Wirksamwerden der Kündigung.
- Kapitalumschichtung: Sie können das Geld in eine passendere Lösung investieren, wenn diese nach Kosten, Risiko und Steuer besser ist.
- Mehr Übersicht: Ein unpassender Altvertrag wird beendet und belastet die private Finanzplanung nicht weiter.
Nachteile
- Finanzielle Verluste: Der Rückkaufswert kann unter den eingezahlten Beiträgen liegen, besonders in den ersten Jahren.
- Verlust von Garantien: Alte Garantiezinsen oder garantierte Rentenfaktoren können heute schwer ersetzbar sein.
- Wegfall von Überschüssen: Schlussüberschüsse und künftige Überschussbeteiligungen können entfallen.
- Steuerliche Nachteile: Je nach Vertragsbeginn, Laufzeit und Auszahlungsart können Erträge steuerpflichtig sein.
- Ende des Versicherungsschutzes: Todesfallschutz oder Zusatzbausteine wie eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung können verloren gehen.
- Neuer Schutz kann teurer werden: Bei späterem Neuabschluss zählen Alter, Gesundheitszustand und neue Tarifbedingungen.
Steuerliche Folgen der Kündigung
Wenn Sie eine Lebensversicherung kündigen, kann die Auszahlung steuerliche Folgen haben. Entscheidend sind vor allem Vertragsbeginn, Laufzeit, Beitragszahlungsdauer, Alter bei Auszahlung und die Frage, ob Kapital oder Rente gezahlt wird. Eine einfache Pauschalregel ist riskant, weil Altverträge und Neuverträge unterschiedlich behandelt werden.
Bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, können unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Vorteile bestehen. Dazu gehören insbesondere lange Laufzeit, ausreichende Beitragszahlung und bestimmte Anforderungen an den Todesfallschutz. Bei Verträgen ab 2005 sind Erträge grundsätzlich steuerlich zu prüfen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nur die Hälfte des Unterschiedsbetrags steuerpflichtig sein, etwa wenn die Laufzeit mindestens zwölf Jahre beträgt und die Auszahlung nach Vollendung des maßgeblichen Lebensalters erfolgt.
Gerade bei höheren Auszahlungen sollten Sie die steuerliche Wirkung vor der Kündigung klären. Fragen Sie den Versicherer, ob Kapitalertragsteuer einbehalten wird, und holen Sie bei Unsicherheit steuerlichen Rat ein. Weitere Informationen finden Sie bei Haufe zur Steuerpflicht von Lebensversicherungen und beim Bundesfinanzministerium zu Lebensversicherungen.
Welche Alternativen zur Kündigung gibt es?
Bevor Sie eine Lebensversicherung kündigen, sollten Sie mindestens vier Alternativen prüfen: Beitragsfreistellung, Beitragsreduzierung, Verkauf und Beleihung. Je nach Vertrag kommen auch Teilkündigung, Stundung, Laufzeitverkürzung oder rechtliche Prüfung eines Widerspruchs in Betracht.
Versicherung beitragsfrei stellen
Bei einer Beitragsfreistellung zahlen Sie keine weiteren Beiträge. Der Vertrag bleibt bestehen, die garantierte Leistung sinkt jedoch. Diese Lösung ist sinnvoll, wenn Sie monatlich entlastet werden möchten, aber die Police nicht vollständig beenden wollen. Lassen Sie sich vorab die beitragsfreie Versicherungssumme und die spätere Leistung schriftlich berechnen.
Die Beitragsfreistellung ist nicht immer optimal. Bei kleinen Vertragswerten können Kosten weiterhin belasten. Trotzdem ist sie häufig besser, als eine Lebensversicherung kündigen zu müssen, wenn nur ein vorübergehender finanzieller Engpass besteht.
Beiträge reduzieren oder stunden
Manche Versicherer erlauben eine Reduzierung der Beiträge. Statt 100 Euro zahlen Sie zum Beispiel nur noch 50 Euro monatlich. Dadurch bleibt der Vertrag aktiv, die spätere Leistung fällt aber geringer aus. Auch eine Stundung kann möglich sein, wenn die finanzielle Belastung nur vorübergehend besteht.
Diese Lösung eignet sich vor allem, wenn Sie den Versicherungsschutz behalten und zugleich kurzfristig sparen möchten. Fragen Sie den Versicherer, ob die Reduzierung später rückgängig gemacht werden kann und welche Auswirkungen sie auf Zusatzversicherungen hat.
Lebensversicherung verkaufen
Der Verkauf kann eine Alternative sein, wenn der Kaufpreis über dem Rückkaufswert liegt. Dabei übernimmt ein Zweitmarktanbieter den Vertrag und führt ihn weiter. Nicht jede Police ist verkäuflich. Häufig müssen bestimmte Mindestwerte, Restlaufzeiten und Vertragsarten erfüllt sein. Staatlich geförderte Verträge, Direktversicherungen oder sehr kleine Verträge können ausgeschlossen sein.
Wenn Sie verkaufen statt kündigen möchten, prüfen Sie Anbieter, Gebühren, Datenschutz, steuerliche Folgen und die Frage, ob ein Rest-Todesfallschutz bestehen bleibt. Mehr dazu finden Sie im Beitrag Lebensversicherung verkaufen.
Lebensversicherung beleihen
Bei einer Beleihung erhalten Sie ein Darlehen auf den Vertragswert. Die Police bleibt bestehen, und Sie müssen die Versicherung nicht sofort aufgeben. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie vorübergehend Geld benötigen und später zurückzahlen können. Der Nachteil: Das Darlehen kostet Zinsen und reduziert die spätere Auszahlung, wenn es nicht getilgt wird.
Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Lebensversicherung beleihen.
Widerruf oder Widerspruch bei Altverträgen prüfen
Bei bestimmten alten Lebens- und Rentenversicherungen kann eine rechtliche Prüfung sinnvoll sein. Wenn die Widerrufs- oder Widerspruchsbelehrung fehlerhaft war, kann in besonderen Fällen eine Rückabwicklung möglich sein. Das betrifft häufig Verträge aus bestimmten Altvertragszeiträumen, sollte aber nie pauschal behauptet werden.
Bevor Sie eine Lebensversicherung kündigen, kann eine unabhängige Prüfung sinnvoll sein, wenn der Vertrag zwischen den 1990er-Jahren und Ende 2007 abgeschlossen wurde oder Sie Zweifel an den damaligen Vertragsinformationen haben. Informationen bietet die Verbraucherzentrale zum Widerspruch bei Lebens- und Rentenversicherungen.
Entscheidungshilfe: Welche Lösung passt?
Die richtige Entscheidung hängt davon ab, warum Sie Ihre Lebensversicherung kündigen möchten. Wenn Sie nur monatlich entlastet werden wollen, ist eine Beitragsreduzierung oder Beitragsfreistellung oft besser. Wenn Sie kurzfristig Geld benötigen, kann eine Beleihung oder ein Verkauf sinnvoll sein. Wenn der Vertrag teuer, jung und unpassend ist, kann die Kündigung die klare Lösung sein.
| Situation | Mögliche Lösung | Wichtiger Hinweis |
| Monatliche Beiträge sind zu hoch | Beitragsreduzierung oder Beitragsfreistellung | Leistung sinkt, Vertrag bleibt bestehen. |
| Kurzfristiger Geldbedarf | Beleihung, Teilkündigung oder Verkauf | Kündigung muss nicht immer nötig sein. |
| Alter Vertrag mit hohem Garantiezins | Fortführung oder Beitragsfreistellung prüfen | Garantie kann wertvoll sein. |
| Sehr niedriger Rückkaufswert | Kündigung vermeiden, wenn möglich | Verlust kann hoch sein. |
| Police passt nicht mehr zum Ziel | Kündigung oder Verkauf prüfen | Alternativen und Steuer vergleichen. |
Sonderfälle: Risikolebensversicherung, Rentenversicherung und Zusatzschutz
Nicht jede Police funktioniert gleich. Bei einer Kapitallebensversicherung geht es um Sparanteil und Todesfallschutz. Bei einer privaten Rentenversicherung steht die spätere Rente im Mittelpunkt. Bei einer Risikolebensversicherung gibt es normalerweise keinen nennenswerten Rückkaufswert, weil sie vor allem Todesfallschutz bietet. Wenn Sie eine Risikolebensversicherung beenden, verlieren Ihre Angehörigen den abgesicherten Schutz.
Besondere Vorsicht gilt bei Zusatzversicherungen. Viele Lebensversicherungen enthalten eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Wenn Sie die Hauptversicherung kündigen, kann auch dieser Schutz enden. Ein neuer Berufsunfähigkeitsschutz kann wegen Alter, Gesundheitszustand oder Vorerkrankungen deutlich teurer oder gar nicht mehr erhältlich sein.
Auch fondsgebundene Verträge sollten gesondert geprüft werden. Wenn Fondsanteile gerade im Minus stehen, kann eine Kündigung den Verlust endgültig machen. Hier kann es sinnvoll sein, die Beiträge zu reduzieren, Fonds zu wechseln oder den Vertrag zu halten, wenn die Kosten vertretbar sind.
Häufige Fehler beim Kündigen
Wer eine Lebensversicherung kündigen will, macht häufig denselben Fehler: Die Entscheidung wird nur mit dem aktuellen Ärger über Rendite oder Beitrag begründet. Besser ist eine nüchterne Prüfung.
- Ohne Rückkaufswert kündigen: Sie sollten nie kündigen, ohne den aktuellen Auszahlungswert zu kennen.
- Altgarantien unterschätzen: Alte Garantiezinsen oder Rentenfaktoren können wertvoll sein.
- Steuern übersehen: Der Auszahlungsbetrag nach Steuer kann niedriger sein als erwartet.
- Zusatzschutz verlieren: Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung kann mit der Police enden.
- Verkauf nicht prüfen: Bei passenden Verträgen kann der Verkauf mehr bringen als der Rückkaufswert.
- Kündigung nicht nachweisen: Ohne Zugangsnachweis kann Streit über Frist und Eingang entstehen.
Checkliste vor dem Versand der Kündigung
Nutzen Sie diese Checkliste, bevor Sie eine Lebensversicherung kündigen. So erkennen Sie, ob wichtige Punkte noch offen sind.
- Aktuelle Werte: Liegt eine aktuelle Berechnung des Rückkaufswerts vor?
- Ablaufleistung: Kennen Sie die garantierte Leistung bei Vertragsende?
- Alternativen: Wurden Beitragsfreistellung, Verkauf und Beleihung geprüft?
- Steuer: Wurde die steuerliche Wirkung der Auszahlung geprüft?
- Schutz: Wissen Sie, welcher Todesfall- oder Berufsunfähigkeitsschutz endet?
- Sicherheiten: Ist die Police abgetreten, verpfändet oder als Kreditsicherheit hinterlegt?
- Form: Wird die Kündigung in der vom Vertrag vorgesehenen Form versendet?
- Bestätigung: Fordern Sie Vertragsende, Auszahlungsbetrag und Abrechnung schriftlich an?
Häufige Fragen
Kann ich meine Lebensversicherung jederzeit kündigen?
Grundsätzlich können Sie bei laufenden Beiträgen zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen. Die genaue Wirkung hängt von Vertrag, Zahlungsweise und Versicherungsbedingungen ab. Fordern Sie eine Bestätigung des Kündigungstermins an.
Bekomme ich alle eingezahlten Beiträge zurück?
Nein. Bei Kündigung erhalten Sie in der Regel den Rückkaufswert. Dieser kann niedriger sein als die eingezahlten Beiträge, weil Kosten, Risikoanteile und mögliche Abzüge berücksichtigt werden.
Reicht eine Kündigung per E-Mail?
Das hängt von den Vertragsbedingungen und vom Versicherer ab. Viele Versicherer akzeptieren Textform. Sicherer ist ein nachweisbarer Versand, zum Beispiel ein unterschriebener Brief oder ein dokumentierter Online-Prozess mit Eingangsbestätigung.
Wann wird der Rückkaufswert ausgezahlt?
Die Auszahlung erfolgt nach Wirksamwerden der Kündigung und abschließender Berechnung durch den Versicherer. Je nach Vertrag kann dies nach Ende der Versicherungsperiode erfolgen.
Ist Beitragsfreistellung besser als Kündigung?
Das kann der Fall sein, wenn Sie den Vertrag erhalten und nun keine weiteren Beiträge zahlen möchten. Die spätere Leistung sinkt jedoch. Lassen Sie sich beide Varianten berechnen, bevor Sie eine Lebensversicherung kündigen.
Fazit: Kündigung nur nach Zahlenvergleich
Eine Lebensversicherung kündigen kann sinnvoll sein, wenn Sie dringend Geld benötigen oder der Vertrag nicht mehr zu Ihrer Lebenssituation passt. Trotzdem ist die Kündigung oft nicht die beste Lösung. Rückkaufswert, Garantien, Steuer, Schlussüberschüsse und Zusatzschutz müssen vorher geprüft werden.
Aus Sicht der Bildungsbibel gilt: Erst Werte anfordern, dann Alternativen vergleichen, danach entscheiden. Wenn Beitragsfreistellung, Verkauf, Beleihung oder rechtliche Prüfung günstiger sind, sollten Sie diese Wege zuerst betrachten. Nutzen Sie die Vorlage erst dann, wenn die Kündigung nach Ihrer Prüfung wirklich die passende Entscheidung ist.
Weitere Informationen
Mehr lernen über die Themen der Lebensversicherung.
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