Immobilien – Kündigung vom Mietvertrag

Vor allem bei der Kündigung vom Mietvertrag sollten Sie unbedingt auf die Fristen achten, doch keine Sorge, wir haben auch hierfür eine Lösung parat: Eine kostenlose Vorlage für das Kündigungsschreiben eines Mietverhältnisses steht Ihnen zum Download bereit.

Wenn Sie auf der Suche nach Informationen rund um das Thema Mietvertrag sind, dann sind Sie hier richtig! Wir haben alles Wichtige für Sie zusammengestellt, damit Sie bestens informiert sind, wenn es um die Kündigung von einem Mietverhältnis geht.

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Kündigung vom Mietvertrag

Kündigung vom Mietvertrag Vorlage kostenlos für Word und als PDF herunterladen

Sie erhalten hier eine Vorlage für ein Kündigungsschreiben, das Ihnen bei der ordentlichen Kündigung vom Mietvertrag eines unbestimmten Mietverhältnisses behilflich sein kann. Das Anschreiben Muster ist kostenlos für Sie zum Download verfügbar und kann ganz einfach mit Ihren persönlichen Daten ausgefüllt werden. Das Beispiel steht Ihnen als Word Dokument und PDF zur Verfügung.

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Fristen bei der Kündigung vom Mietvertrag

Wenn es um die Kündigung vom Mietvertrag geht, kann es schnell kompliziert werden. Oftmals gibt es Fristen, die über die klassische 3-Monatsfrist hinausgehen. Doch sind diese Fristen auch rechtsgültig? Im Falle von privaten Mietverhältnissen ist dies meistens nicht der Fall. Hier greift das BGB § 573c, welches eine ordentliche Kündigung von Mietverhältnissen auf unbestimmte Zeit regelt. Doch auch im Mietvertrag selbst sind die Fristen zum Kündigen festgelegt. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen und sich im Zweifelsfall rechtzeitig beraten zu lassen. Denn wer möchte schon unnötig lange an einen Mietvertrag gebunden sein?

Fristen für den Vermieter bei der Kündigung eines Mietvertrages

Als Vermieterin oder Vermieter unterliegen Sie bei der Kündigung eines Mietvertrages strengen gesetzlichen Bestimmungen und Kündigungsfristen. Diese Fristen sollen den Mietern ausreichend Zeit geben, eine neue Unterkunft zu finden und sich auf die Kündigung einzustellen. Die relevanten Fristen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgelegt, insbesondere in § 573c BGB.

Gesetzliche Kündigungsfristen

Die Kündigungsfristen für Vermieter richten sich nach der Mietdauer und sind wie folgt gestaffelt:

  1. Mietdauer unter 5 Jahren: Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate ( § 573c Abs. 1 Satz 1 BGB).
  2. Mietdauer zwischen 5 und 8 Jahren: Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate ( § 573c Abs. 1 Satz 2 BGB).
  3. Mietdauer über 8 Jahre: Die Kündigungsfrist beträgt neun Monate ( § 573c Abs. 1 Satz 3 BGB).

Sonderregelung für ältere Mietverträge

Für Mietverträge, die vor dem 1. September 2001 abgeschlossen wurden und eine Mietdauer von mehr als 8 Jahren aufweisen, gilt unabhängig von der Mietdauer die oben genannte gestaffelte Kündigungsfrist gemäß § 573c BGB. Die Regelungen aus der Zeit vor 2001, die längere Kündigungsfristen für langjährig bestehende Mietverhältnisse vorsahen, wurden mit der Mietrechtsreform von 2001 abgeschafft.

Rechtsgrundlage

Die maßgebliche Rechtsquelle für die Kündigungsfristen von Mietverhältnissen ist § 573c BGB. Dieser Paragraph regelt Klarheit und Transparenz hinsichtlich der Fristen, die zu beachten sind, um eine rechtmäßige Kündigung auszusprechen.

Besondere Sorgfalt als Vermieter

Als verantwortungsvolle Vermieterin oder verantwortungsvoller Vermieter sind Sie dazu angehalten, diese Fristen sorgfältig zu beachten. Eine Missachtung der vorgeschriebenen Kündigungsfristen kann zur Unwirksamkeit der Kündigung und möglichen rechtlichen Konsequenzen führen. Es ist daher ratsam, die Fristen genau zu berechnen und sicherzustellen, dass die Kündigung formgerecht und fristgerecht erfolgt.

Beispiel:

  • Ein Mietvertrag besteht seit 6 Jahren. In diesem Fall beträgt die Kündigungsfrist sechs Monate. Die Kündigung wäre somit spätestens sechs Monate vor dem gewünschten Beendigungsdatum des Mietverhältnisses auszusprechen.

Die Kenntnis und Einhaltung der Kündigungsfristen gemäß § 573c BGB ist essenziell für jeden Vermieter. Diese Fristen stellen sicher, dass sowohl die Rechte der Mieter gewahrt werden als auch ein geordneter Ablauf der Kündigung gewährleistet ist. Es empfiehlt sich, stets aktuellen rechtlichen Rat einzuholen, um auf dem neuesten Stand der Gesetzgebung zu bleiben und rechtssichere Entscheidungen zu treffen.

Kündigungsschreiben abgeben: wichtige Hinweise für Mieter und Vermieter

Die Kündigung eines Mietvertrages ist ein formaler Akt, der gewissenhaft durchgeführt werden muss, um rechtliche Wirksamkeit zu gewährleisten. Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten hierbei einige grundlegende Empfehlungen beachten, um unschöne Missverständnisse oder Streitigkeiten zu vermeiden.

Persönliche Übergabe des Kündigungsschreibens

Eine bewährte Methode, um sicherzustellen, dass das Kündigungsschreiben fristgerecht und nachweislich zugestellt wurde, ist die persönliche Übergabe des Dokuments. Hierbei sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  1. Bestätigung der Übergabe: Es empfiehlt sich, das Kündigungsschreiben dem Vermieter persönlich zu übergeben und sich den Empfang des Schreibens quittieren zu lassen. Eine schriftliche Empfangsbestätigung, die Datum und Unterschrift des Vermieters enthält, dient als Nachweis für die fristgerechte Zustellung.
  2. Zeugen hinzuziehen: In Fällen, in denen das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter angespannt oder zerrüttet ist, kann es zusätzlich sinnvoll sein, einen Zeugen zur Übergabe mitzunehmen. Der Zeuge kann später bestätigen, dass das Kündigungsschreiben ordnungsgemäß übergeben wurde.

Alternative Zustellmethoden

Falls eine persönliche Übergabe nicht möglich ist, gibt es alternative Methoden, die rechtliche Sicherheit bieten:

  1. Einschreiben mit Rückschein: Das Kündigungsschreiben kann per Einschreiben mit Rückschein versendet werden. Der Rückschein dient als Beleg dafür, dass das Schreiben beim Empfänger angekommen ist.
  2. Boten: Ein Bote kann das Schreiben überbringen und den Zugang bestätigen. Der Bote sollte den Zeitpunkt, Ort und die Übergabe des Dokuments schriftlich festhalten.

Gesetzliche Grundlagen

Die Form und der Zugang der Kündigung eines Mietvertrages sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Nach § 568 BGB muss die Kündigung des Mietvertrages schriftlich erfolgen. Zudem ist gemäß § 130 BGB die Willenserklärung (hier die Kündigung) erst dann wirksam, wenn sie dem Empfänger zugeht.

Zudem sollte beachtet werden, dass die Kündigung spätestens am dritten Werktag eines Monats dem Vermieter zugehen muss, um die Kündigungsfrist einzuhalten. Diese Fristregelung findet sich in § 573c BGB.

Eine wohlüberlegte, form- und fristgerechte Kündigung trägt zu einer harmonischen Beendigung des Mietverhältnisses bei und minimiert rechtliche Risiken für beide Parteien. Sollte Unsicherheit bezüglich der rechtlichen Anforderungen bestehen, ist es ratsam, rechtlichen Rat einzuholen.

Mieterschutzbund

Wenn es um das Thema Wohnen geht, kann es schnell kompliziert werden. Der Mietvertrag ist oft voller juristischer Fachbegriffe und nicht immer leicht zu verstehen. Doch keine Sorge, denn es gibt den Mieterschutzbund! Dieser Verein steht Mietern zur Seite und hilft bei allen Fragen rund um das Mietverhältnis. Ob es um die Höhe der Miete, Nebenkostenabrechnungen oder Kündigungen geht – der Mieterschutzbund kennt sich aus und setzt sich für die Rechte der Mieter ein.

Mit seiner fachkundigen Beratung und Unterstützung kann man sich sicher sein, dass man als Mieter nicht alleine dasteht. Der Mieterschutzbund ist somit ein wichtiger Partner für alle, die sich in der Welt des Mietrechts zurechtfinden möchten.

Kosten oder Gebühren

Die Kosten oder Gebühren für private Mieter beim Mieterschutzbund, welche entstehen, betragen 20 Euro für die Anmeldegebühr (einmalig) und 80 Euro für die Jahresgebühr und für juristische Personen entsteht ein Beitrag von 120 Euro. Dafür erhalten Sie folgende Leistungen:

  • die Beratung bei Mieterhöhungen,
  • Hilfe bei Kündigungen,
  • Infos und Auskünfte zum Mietrecht,
  • die Rechtsberatung durch Experten,
  • ein kostenloser Schriftverkehr.

DMB – Deutsche Mieterbund

Ein weiterer Verein ist der Deutsche Mieterbund. Wer jetzt Mitglied bei den DMB-Mietervereinen wird, erhält kompetente Hilfe – und das so schnell wie möglich, ohne lästige Wartezeiten. Der Mitgliedsbeitrag wird dabei von den Vereinen eigenständig festgelegt und liegt im Durchschnitt bei 50 bis 90 Euro. Doch das ist noch nicht alles: Häufig ist im Beitrag auch eine Mietrechtsschutzversicherung enthalten, die im Ernstfall vor hohen Kosten schützt.

Auch wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie die Dienstleistungen des Deutschen Mieterbund in Anspruch nehmen möchten, lohnt sich ein Blick in die FAQ. In der FAQ finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen und können sich einen ersten Eindruck verschaffen. Wer also auf der Suche nach schneller und kompetenter Unterstützung in Mietangelegenheiten ist, sollte nicht länger zögern und jetzt Mitglied werden!

Adressen vom DMB

Der DMB Deutsche Mieterbund ist ein vertrauenswürdiger Partner für alle Mieterinnen und Mieter in Deutschland. Wenn Sie auf der Suche nach kompetenter Beratung in Mietsachen sind, dann sind Sie hier genau richtig. Der DMB bietet ein Verzeichnis seiner Mitgliedsvereine, in dem Sie schnell und einfach den Mietverein in Ihrer Nähe und die dazugehörige Adresse finden können. Dort erhalten Sie Unterstützung bei der Kündigung Ihres Mietvertrags und vielen anderen Fragen rund um das Thema Miete.

Gesetzliche Grundlage für den Mietvertrag

Als Vermieter oder Mieter ist es essenziell, sich über die gesetzlichen Grundlagen von Mietverträgen zu informieren. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) bildet hierbei die zentrale und verlässliche Rechtsquelle, die alle relevanten Aspekte eines Mietverhältnisses regelt. Die maßgeblichen Paragrafen finden sich in den §§ 535 bis 580a BGB und decken eine Vielzahl an Themen ab, die bei der Gestaltung und Durchführung von Mietverträgen von Bedeutung sind.

Relevante Paragrafen des BGB

  • § 535 BGB – Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrages: Dieser Paragraf definiert die grundlegenden Pflichten beider Parteien. Der Vermieter ist verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache zu gewähren. Der Mieter wiederum ist zur Zahlung der vereinbarten Miete verpflichtet.
  • § 536 BGB – Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln: Regelt die Fälle, in denen der Mieter die Miete mindern kann, wenn die Mietsache Mängel aufweist.
  • § 556 BGB – Vereinbarungen über Betriebskosten: Dieser Paragraf legt fest, welche Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden können und wie dies vertraglich zu regeln ist.
  • § 559 BGB – Mieterhöhung nach Modernisierungsmaßnahmen: Bestimmt die Voraussetzungen, unter denen der Vermieter die Miete nach durchgeführten Modernisierungen anheben kann.
  • § 573 BGB – Ordentliche Kündigung durch den Vermieter: Hier werden die Gründe aufgeführt, die eine ordentliche Kündigung durch den Vermieter rechtfertigen sowie die hierbei einzuhaltenden Fristen definiert.

Weitere wichtige Regelungen

  • Höhe der Miete: Die Vereinbarung über die Miete ist vertraglicher Natur, es sei denn, es gibt staatliche Regelungen wie die Mietpreisbremse (§§ 556d ff. BGB), die bestimmte Beschränkungen auf die Miethöhe legen.
  • Dauer des Mietvertrags: Mietverträge können befristet oder unbefristet geschlossen werden. Befristete Mietverträge sind unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 575 BGB erlaubt.
  • Pflichten von Vermieter und Mieter: Das BGB stellt klar, welche Verpflichtungen beide Parteien haben, von der Instandhaltung der Mietsache bis hin zur pünktlichen Mietzahlung.

Nutzen Sie Ihre Informationsmöglichkeiten

Das BGB bietet eine umfassende und detaillierte Grundlage für alle wesentlichen Fragen rund um das Mietverhältnis. Vermieter und Mieter sollten die Möglichkeit nutzen, sich direkt aus dieser Quelle zu informieren. Dies fördert ein besseres Verständnis der eigenen Rechte und Pflichten und hilft, unnötige Konflikte und Missverständnisse zu vermeiden.

Sollten Unsicherheiten bestehen, ist es ratsam, rechtlichen Rat einzuholen oder die relevanten Paragrafen des BGB genau zu studieren. Nur wer die gesetzlichen Grundlagen kennt, kann seine Rechte und Pflichten besser einschätzen und im Zweifelsfall auch durchsetzen.

Außerordentliche Kündigung vom Mietvertrag

Die außerordentliche Kündigung eines Mietvertrages ist ein wichtiger Bestandteil des Mietrechts und ermöglicht beiden Parteien – sowohl Vermietern als auch Mietern –, das Mietverhältnis vorzeitig zu beenden, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen. Diese Gründe müssen das Fortsetzen des Mietverhältnisses unzumutbar machen. Die rechtlichen Grundlagen und Voraussetzungen für eine außerordentliche Kündigung sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgelegt.

Rechtsgrundlage

Die außerordentliche Kündigung ist in § 543 BGB geregelt. Nach dieser Vorschrift kann der Mietvertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist beendet werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein solcher Grund liegt insbesondere dann vor, wenn:

  • Gesundheitsgefährdung: Die Mietsache ist in einem Zustand, der die Gesundheit des Mieters oder der Mitbewohner gefährdet (§ 543 Abs. 2 Nr. 1 BGB).
  • Vertragsverletzungen: Eine Partei verletzt ihre vertraglichen Pflichten so erheblich, dass dem anderen Teil nicht mehr zugemutet werden kann, das Mietverhältnis fortzusetzen (§ 543 Abs. 1 BGB). Beispiele können ausbleibende Mietzahlungen (§ 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB) oder erhebliche Belästigungen durch den Mieter oder den Vermieter sein.

Voraussetzungen und Verfahren

Um eine außerordentliche Kündigung wirksam durchzuführen, müssen mehrere Voraussetzungen beachtet werden:

  1. Wichtiger Grund: Es muss ein wichtiger Grund vorliegen, der die Fortsetzung des Mietverhältnisses unzumutbar macht. Ein solcher Grund kann sowohl vonseiten des Mieters als auch des Vermieters gegeben sein.
  2. Abmahnung: In vielen Fällen ist vor der außerordentlichen Kündigung eine Abmahnung notwendig. Diese gibt der anderen Partei die Möglichkeit, das beanstandete Verhalten zu ändern. Nur wenn die Abmahnung erfolglos bleibt oder bei besonders schwerwiegenden Pflichtverletzungen, die eine sofortige Kündigung rechtfertigen, kann auf diese verzichtet werden (§ 543 Abs. 3 BGB).
  3. Schriftform: Die außerordentliche Kündigung muss gemäß § 568 BGB schriftlich erfolgen. In der Kündigung sollten der wichtige Grund und gegebenenfalls die bereits erfolgte Abmahnung klar benannt werden.
  4. Frist: Die Kündigung muss innerhalb einer angemessenen Frist erfolgen. Dies bedeutet grundsätzlich, dass die Kündigung unverzüglich ausgesprochen werden muss, sobald der kündigenden Partei der Kündigungsgrund bekannt ist.

Beispiele für außerordentliche Kündigungen

  1. Gesundheitsgefährdung durch Schimmel: Ein Mieter kann außerordentlich kündigen, wenn sich trotz mehrfacher Aufforderung und Abmahnung der Vermieter weigert, einen gesundheitsschädlichen Schimmelbefall zu beseitigen (§ 543 Abs. 2 Nr. 1 BGB).
  2. Zahlungsverzug des Mieters: Ein Vermieter kann das Mietverhältnis außerordentlich kündigen, wenn der Mieter mit zwei aufeinanderfolgenden Monatsmieten oder mit einem beträchtlichen Teil der Miete in Verzug ist (§ 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB).

Rechtsfolgen

Die außerordentliche Kündigung beendet das Mietverhältnis sofort. Der Mieter muss die Wohnung dann innerhalb einer kurzen Frist räumen. Kommt es zu einer unrechtmäßigen außerordentlichen Kündigung, kann dies für die Kündigende Partei rechtliche Konsequenzen haben, einschließlich Schadensersatzansprüchen.

Mieter und Vermieter sollten sich zuvor genau informieren und im Zweifelsfall rechtlichen Rat einholen, um Missverständnisse und Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Kündigung des Mietvertrages wegen Eigenbedarf

Die Kündigung eines Mietvertrages wegen Eigenbedarf ist ein gängiges Mittel, das Vermietern zur Verfügung steht, um Wohnraum für sich selbst, nahe Angehörige oder Mitglieder ihres Haushalts zu beanspruchen. Diese Form der Kündigung unterliegt jedoch strengen gesetzlichen Vorgaben, die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt sind, um den Schutz des Mieters zu gewährleisten.

Rechtsgrundlage

Die Kündigung wegen Eigenbedarf ist in § 573 BGB geregelt. Danach kann der Vermieter das Mietverhältnis kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses hat. Eigenbedarf gilt als solch berechtigtes Interesse.

Voraussetzungen für die Eigenbedarfskündigung

Damit eine Eigenbedarfskündigung wirksam ist, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Berechtigtes Interesse: Der Vermieter muss ein berechtigtes Interesse an der Kündigung des Mietverhältnisses nachweisen können. Ein berechtigtes Interesse kann vorliegen, wenn der Vermieter die Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Mitglieder seines Haushalts benötigt (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB).
  2. Kündigungsgrund: Der Kündigungsgrund muss im Kündigungsschreiben klar und nachvollziehbar dargestellt werden. Der Vermieter muss konkret darlegen, warum und für wen die Wohnung benötigt wird.
  3. Kündigungsfrist: Die Kündigungsfristen gemäß § 573c BGB müssen eingehalten werden. Diese betragen:
    • Drei Monate bei einer Mietdauer unter 5 Jahren.
    • Sechs Monate bei einer Mietdauer zwischen 5 und 8 Jahren.
    • Neun Monate bei einer Mietdauer über 8 Jahren.
  1. Schriftform: Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und eigenhändig von dem Vermieter unterschrieben sein (§ 568 BGB).
  2. Sozialklausel/Widerspruchsrecht: Der Mieter hat das Recht, der Kündigung nach § 574 BGB zu widersprechen, wenn die Beendigung des Mietverhältnisses für ihn, seine Familie oder einen anderen Haushaltsangehörigen eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters nicht zu rechtfertigen ist.

Mögliches Kündigungsschreiben

Ein wirksames Kündigungsschreiben wegen Eigenbedarf könnte folgendermaßen aussehen:

[Vermietername]

[Adresse des Vermieters][Datum]

[Mietername]

[Adresse des Mieters]

Kündigung des Mietvertrages wegen Eigenbedarf

Sehr geehrte(r) Frau/Herr [Name des Mieters],

hiermit kündige ich den mit Ihnen bestehenden Mietvertrag für die Wohnung in der [genaue Bezeichnung der Wohnung, z. B. Straße, Hausnummer, Etage, Wohnungsnummer] unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von [drei/sechs/neun] Monaten zum [Datum].

Die Kündigung erfolgt gemäß § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB wegen Eigenbedarf. Die Wohnung wird von mir für [mich selbst/meine Tochter, [Name], die ab [Monat, Jahr] ein Studium an der Universität [Name] beginnt/einen Arbeitsplatz in [Ort] antritt/nach einer Trennung von ihrem Partner eigenen Wohnraum benötigt] benötigt.

Ich bitte um Ihr Verständnis für meine Situation und stehe Ihnen für Rückfragen und Gespräche gerne zur Verfügung. Gleichzeitig weise ich Sie auf Ihr Recht hin, der Kündigung nach § 574 BGB zu widersprechen, falls die Beendigung des Mietverhältnisses für Sie eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung meiner Interessen nicht zu rechtfertigen ist.

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift Vermieter]

Die Kündigung wegen Eigenbedarf ist ein rechtlich anspruchsvoller Prozess, der strikte Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben erfordert. Vermieter müssen den Eigenbedarf nachvollziehbar und rechtzeitig darlegen und die soziale Schutzbedürftigkeit des Mieters berücksichtigen. Es ist ratsam, bei Unsicherheiten rechtlichen Rat einzuholen, um die Wirksamkeit der Kündigung sicherzustellen und potenzielle Konflikte zu vermeiden.

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