Gesprächstherapie Ausbildung und Selbstkonzept nach Carl Rogers

BildungAusbildung – Sie erfahren in diesem Beitrag mehr zur Gesprächstherapie oder Verhaltenstherapie nach Carl Rogers. Sie lernen weiterhin mehr zur Ausbildung, dem Selbstkonzept und der Methodik dieser Therapien.

Die Gesprächstherapie Ausbildung oder Verhaltenstherapie nach Carl Rogers

Die Gesprächstherapie Ausbildung oder Verhaltenstherapie nach Carl Rogers
Die Gesprächstherapie Ausbildung oder Verhaltenstherapie nach Carl Rogers

Was ist die Gesprächstherapie oder Verhaltenstherapie nach Carl Rogers?

Die Methode der Gesprächsführung wurde von Carl Rogers entwickelt und ist fest verankert in der Gesprächstherapie. Sie kommt in der modernen Psychotherapie zum Einsatz, also eine Verhaltenstherapie mit der Zentrierung auf die Person.

Das Menschenbild in der Gesprächsführung oder der klientenzentrierten Psychotherapie setzt als Grundannahme die Selbstverwirklichung und Vollkommenheit eines Menschen in Anspruch. Die Person (Klient) strebt also ein ständiges Persönlichkeitswachstum an und bringt oder trägt alle Ressourcen in sich um heil zu werden oder seine Probleme selbst zu erkennen und zu lösen sowie die geeigneten Alternativen zu entwickeln.

Das Selbstkonzept, Idealbild, Selbstbild und Fremdbild

Ein zentraler Bestandteil von Rogers Therapieform nennt sich Selbstkonzept. Das Selbstkonzept ist ein Modell, das den Menschen zur Selbstverwirklichung bringen soll, wird aber unter Spannung gesetzt durch Konflikte mit der Außenwelt oder Umwelt der heranwachsenden Persönlichkeit.

Inkongruenz zwischen Umfeld und der eigenen Person

Diese Inkongruenz zwischen der Person sowie seinem Umfeld löst Probleme aus, die unterschiedlichster Natur sein können und das Voranschreiten der Entwicklung behindern. Das Ziel der klientenzentrierten Psychotherapie ist es, das Idealbild sowie das Selbstbild in Kongruenz zu bringen.

Das Idealbild – Wer will ich sein?

Das Idealbild ist die Vorstellung darüber, wie die Person gerne sein möchte, also das Selbstkonzept.

Das Selbstbild – Wer bin ich jetzt?

Das Selbstbild ist das Bild, das die Person in der Gegenwart über sich selbst hat. Ein Beispiel dafür ist:

  • Eine Person findet sich zu aggressiv (Selbstbild), dass Idealbild könnte sein das die Person sich friedlicher und kommunikativer erlebt als in der jetzigen Situation.
  • Nach einer Veränderung erfährt die Person durch ein neues Selbstbild. Dieses Selbstbild, welches im besten Fall dem Idealbild näher kommt, kann somit Spannungen aus dem Erleben herausnehmen.

Das Fremdbild – Wie sehen mich die Anderen?

Das Fremdbild ist jenes Bild, welches von anderen Personen wahrgenommen wird. Auch das Fremdbild kann sich ebenfalls wesentlich vom Selbstbild unterscheiden.

Die Grundhaltungen der Veränderungsarbeit bei der Gesprächstherapie

In jeder Beratung, jedem Coaching oder der psychotherapeutischen Sitzung gibt es sogenannte Grundhaltungen zwischen Therapeut sowie Klient. Diese drei Grundhaltungen sind:

Die Wertschätzung

Die bedingungslose positive Wertschätzung ist die erste Grundhaltung der Therapie. Der Klient wird wahrgenommen als vollwertiger Mensch und der Berater oder Therapeut nimmt seinen Klienten ernst in seinem Anliegen. Dadurch kann ein guter Rapport entwickelt werden, der Veränderungsarbeit zu lässt.

Starke Fähigkeiten der Empathie

Die Empathie des Beraters oder Therapeuten gegenüber seinem Klienten ist die zweite Grundhaltung, welche vorhanden sein muss. Das erfordert das sich Hineindenken und Fühlen in die Welt des Klienten um ihn besser zu verstehen. So kann der Therapeut mit dem Klienten an Lösungen für sein Verhalten arbeiten. Mehr zum Thema Empathievermögen erfahren!

Die Kongruenz als Grundhaltung

Der Berater oder Therapeut hat die Kongruenz in seiner Haltung. Dies bedeutet, dass der Therapeut Echtheit oder Wahrhaftigkeit gegenüber dem Klienten ausübt. Die Kommunikation und das Wahrgenommene sind echt. Dies hat wiederum die Bedeutung, dass der Therapeut dies auch dem Klienten mitteilt. Auch dann, wenn dadurch Konflikte entstehen. Weiterhin zählt auch die Klärung oder Klarheit und die Selbstmitteilung des Therapeuten über das Fremdbild zum Erleben des Klienten zur Echtheit.

Die Gesprächstherapeut Ausbildung

Die Ausbildung zum Gesprächstherapeuten ist ein Teilbereich oder ein Schwerpunkt bei einem Studium zur Psychologie. Die Uni Hamburg bietet in ihrem Fachbereich für Psychologie ein solches Studium an. Eine weitere Möglichkeit bietet die Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e. V., kurz GWG.

Die Ausbildung in der Gesprächstherapie ist zweigeteilt. Der erste Teil besteht aus der personenzentrierten Beratung und umfasst ca. 300 Stunden.

Der zweite Teil der Ausbildung befasst sich mit der Psychotherapie und umfasst ca. 1200 Stunden. Der zweite Teil ist jedoch für Menschen die ein abgeschlossenes Studium der Humanwissenschaften oder Psychologie absolviert haben.

Weiterführende Informationen

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:

  • GWG – Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächstherapie e. V.
  • DPGG – Deutsche Psychologische Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie e.V.
  • NEAPCECP – Network of the European Associations for person-centred and experiental psychotherapy and counselling