Ausbildung zum Maler und Lackierer – Voraussetzungen, Fachrichtungen, Gehalt, Prüfung und Karriere

Ausbildung – Berufe mit Zukunft – Handwerk – Ausbildung zum Maler und Lackierer: Voraussetzungen, Fachrichtungen, Prüfung und Gehalt

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer ist eine staatlich anerkannte dreijährige duale Berufsausbildung im Handwerk. Sie verbindet klassische Beschichtungs- und Gestaltungsarbeiten mit Untergrundprüfung, Bautenschutz, Energieeffizienz, Ausbau, Kundenberatung und moderner Arbeitsorganisation. Je nach Fachrichtung arbeiten Sie an Innenräumen, Fassaden, historischen Objekten, Industrieanlagen oder energieeffizienten Gebäudehüllen.

Auf der Bildungsbibel erfahren Sie, welche Voraussetzungen für die Ausbildung zum Maler und Lackierer gelten, wie Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Lehrgänge zusammenspielen und welche fünf Fachrichtungen heute zur Auswahl stehen. Zusätzlich finden Sie Informationen zu Ausbildungsinhalten, gestreckter Gesellenprüfung, Ausbildungsvergütung, Gehalt, Bewerbung, Arbeitsschutz, Digitalisierung, Wärmedämmung, Weiterbildung und Karriere.

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer eignet sich besonders für Menschen, die gern praktisch arbeiten, Farben und Materialien interessant finden und gleichzeitig technisches Verständnis entwickeln möchten. Der Beruf besteht längst nicht nur aus Streichen und Tapezieren. Untergründe müssen geprüft, Beschichtungssysteme ausgewählt, Materialmengen berechnet, Gerüste sicher genutzt und Kundenaufträge fachgerecht geplant und dokumentiert werden.

Ausbildung zum Maler und Lackierer mit Voraussetzungen fünf Fachrichtungen Gesellenprüfung Gehalt Oberflächengestaltung und Karriere
Ausbildung zum Maler und Lackierer: Gestaltung, Bautenschutz, Energieeffizienz, Ausbau und Denkmalpflege.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ausbildung zum Maler und Lackierer dauert regulär drei Jahre beziehungsweise 36 Monate.
  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.
  • Es gibt fünf Fachrichtungen: Gestaltung und Instandhaltung, Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik, Kirchenmalerei und Denkmalpflege, Bauten- und Korrosionsschutz sowie Ausbautechnik und Oberflächengestaltung.
  • Die fachrichtungsspezifische Vertiefung erfolgt vor allem im dritten Ausbildungsjahr.
  • Wichtige Inhalte sind Untergrundprüfung, Beschichtung, Farbgestaltung, Putz-, Dämm- und Trockenbauarbeiten, Bautenschutz, Kundenberatung und Qualitätssicherung.
  • Die frühere Zwischenprüfung wurde durch eine gestreckte Gesellenprüfung ersetzt.
  • Teil 1 der Gesellenprüfung findet am Ende des vierten Ausbildungshalbjahres statt und zählt 30 Prozent.
  • Teil 2 umfasst einen großen Kundenauftrag sowie fachrichtungsbezogene schriftliche Prüfungen und Wirtschafts- und Sozialkunde.
  • Die aktuelle tarifliche Ausbildungsvergütung liegt bei 900 Euro im ersten, 985 Euro im zweiten und 1.150 Euro im dritten Ausbildungsjahr.
  • Nach dem Abschluss sind beispielsweise Maler- und Lackierermeister, Vorarbeiter, Baustellenleitung oder technische Spezialisierungen möglich.

Was macht ein Maler und Lackierer?

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer bereitet auf die Gestaltung, Beschichtung, Instandhaltung und den Schutz von Gebäuden, Bauteilen und Oberflächen vor. Maler und Lackierer prüfen Untergründe, entfernen oder sanieren schadhafte Schichten, führen Beschichtungen aus, verarbeiten Tapeten und Beläge und setzen technische sowie gestalterische Vorgaben eines Kundenauftrags um.

Zum Beruf gehören außerdem Putz-, Dämm-, Trockenbau- und Montagearbeiten, je nach Fachrichtung auch Korrosionsschutz, energetische Sanierung oder denkmalpflegerische Techniken. Das aktuelle BIBB-Berufsprofil führt fünf Fachrichtungen und eine Ausbildungsdauer von 36 Monaten auf.

In der Ausbildung zum Maler und Lackierer lernen Sie zudem, Arbeitsaufträge zu erfassen, Material- und Zeitbedarf zu bestimmen, Messungen durchzuführen und Ergebnisse zu dokumentieren. Kundenorientierung ist wichtig, weil Farbwirkung, Oberflächenaufbau, Pflegeintervalle und gewünschte Optik erklärt und abgestimmt werden müssen.

ArbeitsbereichTypische Tätigkeiten
Untergrundprüfen, bewerten, reinigen, schleifen, spachteln und vorbereiten
BeschichtungGrundierungen, Farben, Lacke und Schutzsysteme auftragen
GestaltungFarbkonzepte, Muster, Tapeten, dekorative Techniken und Beschriftungen umsetzen
BautenschutzBauteile vor Feuchtigkeit, Korrosion und weiteren Schäden schützen
EnergieeffizienzDämmmaßnahmen und Systeme zur Verringerung von Wärmeverlusten ausführen
AusbauTrockenbau, Putz, Spachtelarbeiten und Oberflächenaufbau durchführen
Kundenauftragplanen, kalkulieren, dokumentieren, Qualität prüfen und Leistungen übergeben

Typische Arbeitgeber und Arbeitsorte

Nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer arbeiten Fachkräfte überwiegend in Maler- und Lackiererbetrieben. Je nach Fachrichtung kommen außerdem Fassadenbetriebe, Ausbauunternehmen, Restaurierungswerkstätten, Korrosionsschutzbetriebe, Industrieanlagenbauer oder Unternehmen mit Schwerpunkt energetische Sanierung infrage.

  • Maler- und Lackiererbetriebe
  • Fassaden- und Innenraumgestalter
  • Trockenbau- und Ausbauunternehmen
  • Bautenschutz- und Korrosionsschutzbetriebe
  • Restaurierungs- und Denkmalpflegebetriebe
  • Wohnungsbau-, Gewerbe- und Industrieunternehmen
  • Baumärkte und Fachhandel mit Beratungsaufgaben

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer findet häufig auf wechselnden Baustellen statt. Sie arbeiten in Innenräumen, an Fassaden und je nach Fachrichtung auch an Industrieanlagen oder historischen Objekten. Wetter, Baustellenlogistik und Zusammenarbeit mit anderen Gewerken beeinflussen deshalb den Arbeitsalltag.

Voraussetzungen und Schulabschluss

Für die Ausbildung zum Maler und Lackierer ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe entscheiden selbst, welche schulische Vorbildung sie erwarten. Viele Bewerber beginnen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss. Entscheidend sind häufig handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft und ein realistisches Bild vom Baustellenalltag.

Hilfreich sind Grundlagen in Mathematik, Chemie, Physik und Werken beziehungsweise Technik. Mathematik wird für Flächen, Materialbedarf und Mischungsverhältnisse benötigt. Chemie hilft beim Verständnis von Untergründen, Beschichtungsstoffen und Reaktionen. Technisches Verständnis ist wichtig für Maschinen, Dämmaufbauten, Gerüste und moderne Verarbeitungssysteme.

VoraussetzungWarum sie wichtig ist
handwerkliches Geschickfür Beschichten, Spachteln, Schneiden, Montieren und präzise Detailarbeit
Farb- und Formgefühlfür Raum-, Fassaden- und Oberflächengestaltung
räumliches Vorstellungsvermögenfür Aufmaß, Flächenplanung, Muster und Ausbauarbeiten
Sorgfaltfür Untergrundprüfung, Schichtaufbau und saubere Abschlüsse
körperliche Belastbarkeitfür Arbeiten im Stehen, Knien, über Kopf und auf Baustellen
Schwindelfreiheit und Umsichtfür Gerüste, Leitern und Hubarbeitsbühnen
Kundenorientierungfür Beratung, Auftragsabstimmung und Übergabe

Ein Praktikum ist vor der Ausbildung zum Maler und Lackierer besonders sinnvoll. Sie erleben dabei nicht nur kreative Gestaltung, sondern auch Untergrundvorbereitung, Schleif- und Abdeckarbeiten, Staub, wechselnde Arbeitsorte und körperlich anstrengende Tätigkeiten. Dadurch können Sie besser einschätzen, ob der Beruf zu Ihnen passt.

Dauer und Aufbau der dualen Ausbildung

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer dauert regulär drei Jahre. Sie ist dual aufgebaut und findet im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt. Zusätzlich spielt im Handwerk die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung eine wichtige Rolle, weil dort Techniken vermittelt werden können, die im einzelnen Ausbildungsbetrieb nicht täglich vorkommen.

Die aktuelle Maler- und Lackiererausbildungsverordnung unterscheidet fünf Fachrichtungen. In den ersten 24 Monaten werden umfangreiche gemeinsame Grundlagen vermittelt. Vom 25. bis zum 36. Monat stehen fachrichtungsspezifische Inhalte besonders im Mittelpunkt.

Eine Verkürzung der Ausbildung zum Maler und Lackierer kann unter den allgemeinen Voraussetzungen des Berufsbildungsgesetzes beziehungsweise der Handwerksordnung möglich sein. Auch eine Teilzeitausbildung ist grundsätzlich denkbar. Die zuständige Handwerkskammer prüft die jeweiligen Voraussetzungen.

Die fünf Fachrichtungen im Vergleich

Der alte Ausbildungsaufbau mit drei Schwerpunkten ist nicht mehr aktuell. Die Ausbildung zum Maler und Lackierer wird heute in fünf Fachrichtungen angeboten. Die zwei zusätzlichen Fachrichtungen Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik sowie Ausbautechnik und Oberflächengestaltung bilden technische Anforderungen moderner Gebäude und energetischer Sanierungen stärker ab.

FachrichtungTypischer SchwerpunktBeispiele
Gestaltung und Instandhaltungklassische Maler-, Fassaden- und RaumgestaltungBeschichtungen, Tapeten, Beläge, dekorative Techniken, Instandsetzung
Energieeffizienz- und Gestaltungstechnikenergetische Verbesserung von GebäudeoberflächenDämmung, Wärmeschutz, Anschlussdetails, Gestaltung
Kirchenmalerei und Denkmalpflegehistorische Techniken und BestandserhaltungFresko, Fassmalerei, Vergoldung, Befund, Rekonstruktion
Bauten- und KorrosionsschutzSchutz von Beton, Stahl und BauwerkenSanierung, Korrosionsschutz, Abdichtung, Beschichtung
Ausbautechnik und OberflächengestaltungInnenausbau und OberflächenaufbauTrockenbau, Putz, Stuck, Spachtelung, Dämmung

Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz stellt die fünf aktuellen Fachrichtungen ebenfalls gegenüber. Für die Ausbildung zum Maler und Lackierer sollten Sie deshalb bereits bei der Bewerbung prüfen, welche Fachrichtung der Betrieb anbietet und ob diese zu Ihren Interessen passt.

Gestaltung und Instandhaltung

Die Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung entspricht am ehesten dem klassischen Bild des Malerberufs, ist aber technisch deutlich breiter. In der Ausbildung zum Maler und Lackierer lernen Sie hier, Raum- und Fassadenkonzepte zu entwickeln, Untergründe vorzubereiten, Flächen zu beschichten, Tapeten und Beläge zu verarbeiten sowie Oberflächen instand zu setzen.

  • Farb- und Gestaltungskonzepte für Innenräume und Fassaden erstellen
  • Tapeten und andere Wandbekleidungen verarbeiten
  • dekorative Techniken und Werkzeugstrukturen ausführen
  • Holz-, Metall- und mineralische Oberflächen behandeln
  • Schäden erkennen und geeignete Instandsetzungsmaßnahmen auswählen

Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik

Die Fachrichtung Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik wurde mit der modernisierten Ausbildungsordnung neu eingeführt. Sie verbindet die Ausbildung zum Maler und Lackierer mit Maßnahmen zur Reduzierung von Wärmeverlusten sowie mit gestalterischer Fassaden- und Innenraumarbeit.

Sie prüfen bauliche Voraussetzungen, bereiten Untergründe vor, montieren Dämm- und Systemelemente und bilden fachgerechte Anschlüsse an andere Bauteile. Wärme-, Feuchte-, Brand- und teilweise Schallschutz müssen dabei gemeinsam betrachtet werden. Gerade bei energetischer Sanierung ist die korrekte Systemausführung wichtiger als eine rein optische Betrachtung.

Kirchenmalerei und Denkmalpflege

Wer historische Oberflächen, traditionelle Techniken und Restaurierung spannend findet, kann die Ausbildung zum Maler und Lackierer in der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege absolvieren. Hier stehen Bestandserhaltung, historische Werkstoffe und gestalterische Verfahren im Vordergrund.

  • Befunde untersuchen und dokumentieren
  • Pigmente, Farb- und Füllstoffe auswählen
  • Fresko-, Seccomalerei und Fassmalerei anwenden
  • Blattmetall-, Bronze- und Verzierungstechniken ausführen
  • historische Schriftformen und Ornamente nacharbeiten
  • Vorgaben der Denkmalpflege berücksichtigen

Bauten- und Korrosionsschutz

In der Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz liegt der Schwerpunkt der Ausbildung zum Maler und Lackierer stärker auf technischen Schutzsystemen. Typische Objekte sind Stahlkonstruktionen, Industrieanlagen, Betonbauteile und andere Bauwerke, deren Oberfläche dauerhaft vor Feuchtigkeit, Korrosion und Umwelteinflüssen geschützt werden muss.

Sie lernen Schadensdiagnose, Untergrundvorbereitung, Abdichtungs- und Beschichtungsverfahren sowie Messungen zur Schichtdicke und zu Umgebungsbedingungen. Bei Korrosionsschutzarbeiten entscheiden Untergrundzustand, Beschichtungsaufbau und Verarbeitung wesentlich über die Lebensdauer.

Ausbautechnik und Oberflächengestaltung

Die Fachrichtung Ausbautechnik und Oberflächengestaltung verbindet die Ausbildung zum Maler und Lackierer stärker mit Trockenbau, Putz, Stuck und Montage. Sie erstellen Unterkonstruktionen, montieren Systemelemente, stellen Wände und Decken her und bereiten Oberflächen für weitere Gestaltungsschritte vor.

Diese Fachrichtung eignet sich besonders, wenn Sie neben Beschichtung und Gestaltung auch konstruktiven Innenausbau interessant finden. Brand-, Schall-, Feuchte- und Wärmeschutz spielen bei vielen Aufbauten eine wichtige Rolle.

Ausbildungsinhalte: Was lernen Sie konkret?

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer vermittelt einen umfangreichen gemeinsamen Kern. Dazu gehören technische, gestalterische, kaufmännische und kundenorientierte Kompetenzen. Ziel ist, dass Sie Arbeitsaufträge nicht nur ausführen, sondern vorbereiten, kontrollieren und fachlich begründen können.

  • Arbeitsplätze und Baustellen einrichten und sichern
  • Untergründe prüfen, bewerten, reinigen und vorbereiten
  • Beschichtungsstoffe, Werkstoffe und Hilfsmittel auswählen
  • Farbtöne mischen und Gestaltungskonzepte umsetzen
  • streichen, rollen, spritzen, spachteln und lackieren
  • Putz-, Dämm- und Trockenbauarbeiten durchführen
  • Decken-, Wand- und Bodenbeläge verarbeiten
  • Holz-, Metall- und mineralische Oberflächen schützen
  • Messungen, Aufmaße und Materialberechnungen durchführen
  • Gerüste und Hubarbeitsbühnen im Rahmen der Vorgaben nutzen
  • Gefahrstoffe, Umweltschutz und Arbeitsschutz berücksichtigen
  • Kunden beraten und Leistungen dokumentieren
  • Qualitätsabweichungen erkennen und Maßnahmen zur Behebung einleiten
  • digitale Geräte für Aufmaß, Planung und Dokumentation einsetzen

Untergründe prüfen und richtig vorbereiten

Ein gutes Beschichtungsergebnis beginnt mit dem Untergrund. In der Ausbildung zum Maler und Lackierer lernen Sie deshalb, Oberflächen auf Tragfähigkeit, Feuchtigkeit, Verschmutzung, Risse, Altbeschichtungen und weitere Eigenschaften zu prüfen. Erst danach kann entschieden werden, welche Vorbehandlung und welches Beschichtungssystem geeignet sind.

Zur Vorbereitung können Reinigen, Schleifen, Entrosten, Spachteln, Grundieren oder das Entfernen nicht tragfähiger Schichten gehören. Eine hochwertige Farbe kann einen ungeeigneten Untergrund nicht ausgleichen. Fehler in dieser Phase zeigen sich später häufig durch Blasen, Risse, Haftungsprobleme oder ungleichmäßige Oberflächen.

Farben, Lacke und Beschichtungssysteme verstehen

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer vermittelt den Umgang mit unterschiedlichen Beschichtungsstoffen. Innenwandfarben, Fassadenbeschichtungen, Lacke, Lasuren, Grundierungen und Spezialbeschichtungen unterscheiden sich in Bindemittel, Anwendungsbereich und technischen Eigenschaften.

Sie lernen, Herstellerinformationen zu lesen und Produkte passend zu Untergrund, Beanspruchung und gewünschter Optik auszuwählen. Dazu gehören Trocknungsbedingungen, Überarbeitungszeiten, Verbrauch, Schichtdicke und Schutzmaßnahmen. Materialkenntnis ist damit ein zentraler Bestandteil professioneller Arbeit.

Farbgestaltung, Muster und Raumwirkung

Gestaltung ist ein wichtiger Teil der Ausbildung zum Maler und Lackierer. Farben beeinflussen Helligkeit, Raumwirkung und Atmosphäre. Zusätzlich spielen Proportion, Kontrast, Materialstruktur und vorhandene Architektur eine Rolle. Ein guter Gestaltungsvorschlag berücksichtigt deshalb mehr als einen einzelnen Lieblingsfarbton.

Je nach Fachrichtung lernen Sie Farb- und Materialpläne, dekorative Techniken, Schablonen, Werkzeugstrukturen oder Beschriftungen. Digitale Entwürfe können die Beratung unterstützen, müssen aber fachlich auf Untergrund, Licht und tatsächliche Materialien übertragen werden.

Wärmedämmung und Energieeffizienz

Energetische Maßnahmen haben in der Ausbildung zum Maler und Lackierer deutlich an Bedeutung gewonnen. Wärmedämm-Verbundsysteme, Innen- und Außendämmungen sowie fachgerechte Anschlüsse können Wärmeverluste reduzieren und die technische Funktion von Gebäudeoberflächen verbessern.

Eine Dämmmaßnahme besteht nicht nur aus dem Befestigen von Platten. Untergrund, Systemaufbau, Befestigung, Armierung, Anschlüsse, Feuchteschutz und Oberflächenbeschichtung müssen zusammenpassen. Fehler können Wärmebrücken, Feuchteschäden oder Rissbildung begünstigen. Deshalb sind Herstellerangaben und technische Regelwerke einzuhalten.

Trockenbau, Putz und Innenausbau

Auch Ausbauarbeiten gehören zur Ausbildung zum Maler und Lackierer. Sie können Unterkonstruktionen erstellen, Trockenbauelemente montieren, Putz- und Spachteloberflächen herstellen und Flächen für Beschichtung oder weitere Gestaltung vorbereiten. Besonders in der Fachrichtung Ausbautechnik und Oberflächengestaltung wird dieser Bereich vertieft.

Bei Innenausbauten müssen Ebenheit, Anschlüsse und Anforderungen an Brand-, Schall- und Feuchteschutz berücksichtigt werden. Die Oberfläche ist damit nur der sichtbare Teil eines technisch funktionierenden Aufbaus.

Bautenschutz, Holzschutz und Korrosionsschutz

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer enthält bereits im gemeinsamen Ausbildungsprofil Maßnahmen zum Holz- und Bautenschutz. Fachkräfte reinigen Oberflächen, erkennen Schäden und wählen Schutz- beziehungsweise Instandsetzungsmaßnahmen. Bei Metalloberflächen spielt Korrosionsschutz eine wichtige Rolle.

In der Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz wird dieses Wissen deutlich vertieft. Hier geht es unter anderem um Bauwerksabdichtung, Betoninstandsetzung, Korrosionsschutzsysteme und technische Messungen. Besonders bei Industrieanlagen sind Dokumentation und Schichtaufbau entscheidend.

Digitales Aufmaß, Planung und Dokumentation

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer bleibt ein handwerklicher Beruf, wird aber zunehmend digital unterstützt. Aufmaß, Materialberechnung, Angebotsvorbereitung, Baustellendokumentation und Gestaltung können mit mobilen Geräten und Software bearbeitet werden.

Digitale Fotos helfen beispielsweise bei Schadensdokumentation und Übergabe. Aufmaßprogramme können Flächen berechnen, und digitale Farbdarstellungen unterstützen die Beratung. Entscheidend bleibt, dass die erfassten Daten fachlich korrekt sind. Software ersetzt weder die Untergrundprüfung noch die praktische Ausführung.

Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Arbeiten

Nachhaltigkeit ist in der Ausbildung zum Maler und Lackierer eng mit Materialeinsatz, Energieeffizienz und Abfallvermeidung verbunden. Wer Flächen richtig berechnet und Material fachgerecht lagert, vermeidet unnötige Reste. Die Auswahl geeigneter Produkte und die korrekte Entsorgung von Reststoffen sind ebenfalls wichtig.

Besonders bei energetischer Sanierung können Malerbetriebe zur Verringerung von Wärmeverlusten beitragen. Gleichzeitig müssen ökologische Eigenschaften eines Materials immer zusammen mit technischer Eignung, Haltbarkeit und Verarbeitung bewertet werden.

Arbeitsschutz: Gerüste, Gefahrstoffe und Staub

Arbeitsschutz ist in der Ausbildung zum Maler und Lackierer besonders wichtig. Typische Gefährdungen entstehen durch Arbeiten in der Höhe, Maschinen, elektrische Geräte, Lösemittel, Stäube und weitere Gefahrstoffe. Die DGUV-Information zu Lackieren und Beschichten erläutert zentrale Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Beschichtungsarbeiten.

Gerüste, Arbeitsbühnen und Leitern dürfen nur entsprechend ihrer vorgesehenen Nutzung eingesetzt werden. Bei Spritz- und Schleifarbeiten können zusätzliche Schutzmaßnahmen notwendig sein. Handschuhe, Schutzbrille, geeigneter Atemschutz und Absaugung richten sich nach Tätigkeit und Gefährdungsbeurteilung.

Bei Sanierungsarbeiten können außerdem ältere Baustoffe oder Beschichtungen problematische Stoffe enthalten. In der Ausbildung zum Maler und Lackierer lernen Sie deshalb, verdächtige Materialien nicht eigenmächtig zu bearbeiten, sondern betriebliche Vorgaben einzuhalten und erforderliche Schutz- beziehungsweise Fachmaßnahmen zu veranlassen.

Kundenberatung und Auftragsplanung

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer umfasst nicht nur handwerkliche Ausführung. Kunden müssen verstehen, welche Arbeiten notwendig sind, welche Gestaltungsmöglichkeiten bestehen und wie lange ein Beschichtungssystem voraussichtlich hält. Deshalb werden Beratung und Auftragsplanung bereits während der Ausbildung geübt.

Zu einem professionellen Auftrag gehören Aufmaß, Materialauswahl, Arbeitsfolge, Schutzmaßnahmen, Zeitplanung und Qualitätskontrolle. Nach Abschluss werden Ergebnisse geprüft, Flächen übergeben und gegebenenfalls Pflege- oder Wartungshinweise erläutert.

Gestreckte Gesellenprüfung: Teil 1 und Teil 2

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer hat heute eine gestreckte Gesellenprüfung. Die frühere klassische Zwischenprüfung entfällt. Teil 1 findet am Ende des vierten Ausbildungshalbjahres statt, Teil 2 am Ende der Berufsausbildung. Beide Prüfungsteile zählen zur Gesamtnote.

PrüfungsbereichForm und DauerGewichtung
Herstellen von Oberflächen und Durchführen von Instandsetzungsmaßnahmen – Teil 1Prüfungsprodukt mit Dokumentation 14 Stunden, Fachgespräch höchstens 10 Minuten, zusätzlich 90 Minuten schriftlich30 %
Ausführen eines Kundenauftrags – Teil 2fachrichtungsspezifische Arbeitsaufgabe mit Dokumentation und Fachgespräch, insgesamt 20 Stunden40 %
fachrichtungsspezifischer Prüfungsbereich 1schriftlich, regelmäßig 75 Minuten10 %
fachrichtungsspezifischer Prüfungsbereich 2schriftlich, regelmäßig 75 Minuten10 %
Wirtschafts- und Sozialkunde60 Minuten schriftlich10 %

Teil 1: Oberflächen herstellen und Instandsetzungen durchführen

Teil 1 der Ausbildung zum Maler und Lackierer prüft die gemeinsamen Grundlagen. Sie müssen einen Auftrag erfassen, Arbeitsschritte planen, Material und Werkzeuge auswählen, Untergründe prüfen und vorbereiten sowie Oberflächen fachgerecht herstellen oder instand setzen. Zusätzlich gehören Farb- und Materialplanung sowie Qualitätssicherung dazu.

Für das Prüfungsprodukt und die Dokumentation stehen 14 Stunden zur Verfügung. Das auftragsbezogene Fachgespräch dauert höchstens zehn Minuten. Zusätzlich werden 90 Minuten schriftliche Aufgaben bearbeitet. Teil 1 wird mit 30 Prozent gewichtet.

Teil 2: Kundenauftrag in der gewählten Fachrichtung

Teil 2 der Ausbildung zum Maler und Lackierer ist fachrichtungsspezifisch. Der große Kundenauftrag zählt 40 Prozent der Gesamtnote. Für Arbeitsaufgabe, Dokumentation und situatives Fachgespräch stehen insgesamt 20 Stunden zur Verfügung; das Fachgespräch darf höchstens 15 Minuten beanspruchen.

Die beiden weiteren schriftlichen Prüfungsbereiche unterscheiden sich inhaltlich nach Fachrichtung. In Gestaltung und Instandhaltung geht es beispielsweise um Fassaden-, Raum- und Objektgestaltung sowie Instandhaltungs- und Bautenschutzmaßnahmen. In Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik werden Maßnahmen an Außen- und Innenflächen geprüft. Wirtschafts- und Sozialkunde bleibt in allen Fachrichtungen gleich.

Ausbildungsvergütung: aktueller Tarif

Die Vergütung während der Ausbildung zum Maler und Lackierer richtet sich nach dem anwendbaren Tarifvertrag beziehungsweise dem Ausbildungsvertrag. Die bereits im Ausgangsbeitrag verlinkte Handwerkskammer Stuttgart weist seit August folgende aktuellen Tarifwerte aus.

AusbildungsjahrTarifliche Vergütung brutto pro Monat
1. Ausbildungsjahr900 €
2. Ausbildungsjahr985 €
3. Ausbildungsjahr1.150 €

Die Werte gelten nicht automatisch für jeden einzelnen Betrieb. Tarifbindung oder eine entsprechende arbeitsvertragliche Vereinbarung sind entscheidend. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz weist ebenfalls auf die seit August geltenden 900, 985 und 1.150 Euro hin. Für die Ausbildung zum Maler und Lackierer sollte deshalb immer geprüft werden, welche Regelung im konkreten Ausbildungsvertrag gilt.

In nicht tarifgebundenen Betrieben ist zusätzlich die jeweils geltende gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zu beachten, soweit keine zulässige tarifliche Besonderheit greift.

Gehalt nach der Ausbildung

Das Gehalt nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer hängt von Region, Tarifbindung, Berufserfahrung, Fachrichtung und Verantwortung ab. Baustellenleitung, Spezialkenntnisse im Korrosionsschutz oder in der Denkmalpflege und zusätzliche Qualifikationen können die Vergütung beeinflussen.

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die Berufsgattung „Berufe für Maler- & Lackiererarbeiten – fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“ derzeit ein bundesweites Medianentgelt von rund 3.327 Euro brutto monatlich in Vollzeit aus. Das untere Quartil liegt bei etwa 2.958 Euro, das obere bei rund 3.676 Euro.

Diese Werte sind kein garantiertes Einstiegsgehalt unmittelbar nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer. Sie umfassen Beschäftigte mit unterschiedlicher Berufserfahrung und mehrere zugehörige Tätigkeiten. Für eine konkrete Stellenentscheidung sollten Tarifvertrag, Region, Arbeitszeit, Verantwortung und mögliche Zulagen verglichen werden.

Welche Stärken sollten Sie mitbringen?

Für die Ausbildung zum Maler und Lackierer brauchen Sie mehr als ein gutes Farbgefühl. Handwerkliches Geschick, technisches Denken, körperliche Belastbarkeit und sorgfältiges Arbeiten sind mindestens ebenso wichtig. Fehler im Untergrund oder Beschichtungsaufbau können später erhebliche Nacharbeiten verursachen.

  1. Handwerkliches Geschick: für Werkzeuge, Maschinen, Beschichtungen und Montagearbeiten.
  2. Sorgfalt: für Untergrundprüfung, Abkleben, Beschichtungsaufbau und saubere Anschlüsse.
  3. Farb- und Formgefühl: für harmonische Gestaltung und dekorative Techniken.
  4. Körperliche Belastbarkeit: für Baustellenarbeit, langes Stehen und Arbeiten über Kopf.
  5. Umsicht: für Gerüste, Arbeitsbühnen, Maschinen und Gefahrstoffe.
  6. Teamfähigkeit: für die Zusammenarbeit mit Kollegen und anderen Gewerken.
  7. Kundenorientierung: für Beratung, Abstimmung und Übergabe.
  8. Lernbereitschaft: für neue Beschichtungssysteme, Dämmtechniken und digitale Verfahren.

Bewerbung: So zeigen Sie Ihre Eignung

Bei einer Bewerbung für die Ausbildung zum Maler und Lackierer sollten Sie zeigen, dass Sie den Beruf praktisch verstehen. Aussagen wie „Ich bin kreativ“ wirken überzeugender, wenn Sie konkrete Erfahrungen nennen, etwa ein Praktikum, Renovierungsarbeiten, Werkunterricht oder andere handwerkliche Projekte.

StärkeMöglicher Nachweis
HandwerkPraktikum, Renovierung, Werkunterricht, Hobby oder Nebenjob
SorgfaltAufgaben mit genauen Maßen, Oberflächen oder Dokumentation
FarbgefühlGestaltungsprojekte, Zeichnen, Raumgestaltung oder kreative Arbeiten
BelastbarkeitSport, praktische Arbeit oder Erfahrung auf Baustellen
TeamfähigkeitVerein, Gruppenprojekte oder gemeinsame handwerkliche Aufgaben

Informieren Sie sich vor der Bewerbung außerdem über die Fachrichtung des Betriebs. Wer sich für die Ausbildung zum Maler und Lackierer in einem Denkmalpflegebetrieb bewirbt, sollte andere Interessen hervorheben als bei einem Unternehmen für Korrosionsschutz oder energetische Fassadensanierung.

Woran erkennen Sie einen guten Ausbildungsbetrieb?

Ein guter Betrieb für die Ausbildung zum Maler und Lackierer sollte nicht nur einfache Vorbereitungsarbeiten übertragen. Sie sollten schrittweise Untergründe prüfen, Beschichtungssysteme aufbauen, Aufmaß und Materialbedarf ermitteln, Kundenaufträge vorbereiten und die Inhalte Ihrer Fachrichtung tatsächlich kennenlernen.

  • Welche der fünf Fachrichtungen bildet der Betrieb aus?
  • Gibt es einen strukturierten betrieblichen Ausbildungsplan?
  • Welche Beschichtungs-, Putz-, Dämm- oder Ausbausysteme lernen Sie kennen?
  • Wie werden überbetriebliche Lehrgänge organisiert?
  • Wie bereitet der Betrieb auf Teil 1 und Teil 2 der Gesellenprüfung vor?
  • Welche Arbeitsschutz- und Gefahrstoffmaßnahmen gelten?
  • Wie hoch sind Vergütung und mögliche Zusatzleistungen?

Beispiel für einen typischen Arbeitstag

Ein Arbeitstag während der Ausbildung zum Maler und Lackierer kann mit der Vorbereitung einer Baustelle beginnen. Flächen werden geschützt, Werkzeuge bereitgelegt und der Untergrund geprüft. Danach werden Risse oder Unebenheiten ausgebessert und eine Grundierung aufgebracht.

Später folgt beispielsweise eine Fassadenbeschichtung oder Innenraumgestaltung. Material wird nach Herstellerangaben vorbereitet, Farbtöne werden kontrolliert und Flächen systematisch bearbeitet. Parallel müssen Trocknungszeiten, Wetterbedingungen oder andere Gewerke berücksichtigt werden.

Am Nachmittag können Aufmaß, Reinigung, Dokumentation und Materialkontrolle anstehen. In einer anderen Fachrichtung kann derselbe Tag stattdessen Dämmarbeiten, Korrosionsschutz oder denkmalpflegerische Techniken enthalten. Die Ausbildung zum Maler und Lackierer ist deshalb deutlich abwechslungsreicher, als die reine Tätigkeit „Wände streichen“ vermuten lässt.

Zukunftsaussichten sachlich einschätzen

Die Zukunftsaussichten nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer sollten nicht mit einer pauschalen Punktewertung beschrieben werden. Renovierung, Instandhaltung, Fassadenschutz und energetische Sanierung bleiben wichtige Aufgaben im Gebäudebestand. Gleichzeitig können Baukonjunktur, regionale Nachfrage und Betriebsausrichtung die Beschäftigung beeinflussen.

Die modernisierte Ausbildung stärkt technische Bereiche wie Energieeffizienz und Ausbau. Dadurch entstehen zusätzliche Einsatzmöglichkeiten neben klassischer Raumgestaltung. Auch Schutzbeschichtungen, Denkmalpflege und industrielle Oberflächentechnik bieten spezialisierte Arbeitsfelder.

Für die Ausbildung zum Maler und Lackierer spricht außerdem, dass viele Tätigkeiten direkt am Gebäude ausgeführt werden und sich nur begrenzt automatisieren lassen. Digitale Planung und Maschinen unterstützen die Arbeit, ersetzen aber nicht Untergrundbeurteilung, handwerkliche Ausführung und Qualitätskontrolle.

Weiterbildung und Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer können Sie sich fachlich spezialisieren oder eine Aufstiegsfortbildung anstreben. Der klassische Weg im Handwerk ist die Meisterprüfung. Der Maler- und Lackierermeister kann zusätzlich die Bezeichnung Bachelor Professional im Maler- und Lackierer-Handwerk führen.

  • Maler- und Lackierermeister beziehungsweise Bachelor Professional
  • Vorarbeiter oder Baustellenverantwortung
  • Spezialisierung in Energieeffizienz und Wärmedämmung
  • Spezialisierung in Bauten- und Korrosionsschutz
  • Restaurierung und Denkmalpflege
  • Weiterbildungen in Gestaltung, Farbtechnik und Oberflächentechnik
  • Studium beispielsweise im Bauwesen, Innenausbau oder in Gestaltung bei erfülltem Hochschulzugang

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer kann außerdem eine Grundlage für spätere Selbstständigkeit sein. Das Maler- und Lackiererhandwerk ist ein zulassungspflichtiges Handwerk. Wer einen Betrieb führen möchte, sollte sich deshalb rechtzeitig mit Meisterqualifikation, Handwerksrecht, Kalkulation, Personal und Betriebsführung beschäftigen.

Vorteile und Anforderungen im Überblick

VorteileAnforderungen
sichtbare und praktische Arbeitsergebnissekörperliche Belastung und wechselnde Arbeitshaltungen
fünf unterschiedliche FachrichtungenArbeit auf Gerüsten und Arbeitsbühnen möglich
Verbindung aus Gestaltung und Techniksorgfältiger Umgang mit Gefahrstoffen und Staub erforderlich
gute SpezialisierungsmöglichkeitenBaustellen und Wetter können den Arbeitsalltag beeinflussen
Meister- und Selbstständigkeitsweg vorhandenkontinuierliche Weiterbildung bei Systemen und Regelwerken sinnvoll
energetische Sanierung als zusätzliches Tätigkeitsfeldhohe Verantwortung für Untergrund, Aufbau und Ausführungsqualität

Checkliste vor Ihrer Bewerbung

  • Arbeiten Sie gern praktisch mit Werkzeugen und Materialien?
  • Interessieren Sie sich sowohl für Gestaltung als auch für technische Zusammenhänge?
  • Können Sie sorgfältig und sauber arbeiten?
  • Sind Baustellen, Gerüste und wechselnde Arbeitsorte für Sie in Ordnung?
  • Welche der fünf Fachrichtungen interessiert Sie besonders?
  • Bietet der Ausbildungsbetrieb diese Fachrichtung tatsächlich an?
  • Wie hoch sind Vergütung und Zusatzleistungen?
  • Wie werden überbetriebliche Lehrgänge und Gesellenprüfung vorbereitet?
  • Wie organisiert der Betrieb Arbeitsschutz und Gefahrstoffmanagement?
  • Haben Sie möglichst ein Praktikum vor der Ausbildung zum Maler und Lackierer absolviert?

Häufige Missverständnisse vermeiden

MissverständnisRichtige Einordnung
Es gibt nur drei Fachrichtungen.Nein. Heute gibt es fünf Fachrichtungen; Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik sowie Ausbautechnik und Oberflächengestaltung sind hinzugekommen.
Ein Hauptschulabschluss ist gesetzlich Pflicht.Nein. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.
Die Ausbildung hat noch eine klassische Zwischenprüfung.Nein. Die Ausbildung zum Maler und Lackierer besitzt eine gestreckte Gesellenprüfung mit Teil 1 und Teil 2.
Maler streichen hauptsächlich Wände.Untergrundprüfung, Bautenschutz, Dämmung, Ausbau, Gestaltung und Kundenaufträge gehören ebenfalls zum Berufsbild.
Energieeffizienz betrifft nur andere Baugewerke.Nein. Eine eigene Fachrichtung konzentriert sich ausdrücklich auf Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik.
Digitalisierung spielt im Malerhandwerk keine Rolle.Aufmaß, Planung, Dokumentation, Gestaltung und Baustellenkommunikation werden zunehmend digital unterstützt.

Häufige Fragen zur Ausbildung zum Maler und Lackierer

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer dauert regulär drei Jahre beziehungsweise 36 Monate. Sie findet im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und je nach Ausbildungsorganisation zusätzlich in überbetrieblichen Lehrgängen statt.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Für die Ausbildung zum Maler und Lackierer ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein.

Welche Fachrichtungen gibt es?

Zur Auswahl stehen Gestaltung und Instandhaltung, Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik, Kirchenmalerei und Denkmalpflege, Bauten- und Korrosionsschutz sowie Ausbautechnik und Oberflächengestaltung.

Wie ist die Gesellenprüfung aufgebaut?

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer besitzt eine gestreckte Gesellenprüfung. Teil 1 findet am Ende des vierten Ausbildungshalbjahres statt und zählt 30 Prozent. Teil 2 folgt am Ende und besteht aus Kundenauftrag, zwei fachrichtungsspezifischen schriftlichen Bereichen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?

Aktuell nennt der Tarif im Maler- und Lackiererhandwerk 900 Euro im ersten, 985 Euro im zweiten und 1.150 Euro brutto im dritten Ausbildungsjahr. Ob diese Werte für Ihre Ausbildung zum Maler und Lackierer unmittelbar gelten, hängt von Tarifbindung beziehungsweise Ausbildungsvertrag ab.

Wie hoch ist das Gehalt nach der Ausbildung?

Der Entgeltatlas weist für die zugehörige Berufsgattung derzeit einen Median von rund 3.327 Euro brutto monatlich in Vollzeit aus. Das ist kein garantiertes Einstiegsgehalt nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer, sondern ein statistischer Wert über unterschiedliche Erfahrungsstufen.

Welche Rolle spielt energetische Sanierung?

Energieeffizienz ist heute ein fester Bestandteil des Berufsbildes. Eine eigene Fachrichtung widmet sich besonders Dämmmaßnahmen, Wärmeverlusten und gestalterischer Umsetzung. Auch in anderen Fachrichtungen können Dämm- und Energieeffizienzmaßnahmen vorkommen.

Kann ich später den Meister machen?

Ja. Nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer ist die Meisterprüfung ein klassischer Aufstiegsweg. Sie vertieft fachliche, kaufmännische und ausbildungsbezogene Kompetenzen und ist besonders für Führungsaufgaben oder Selbstständigkeit relevant.

Video zum Ausbildungsberuf

Das vorhandene Video vermittelt einen zusätzlichen Einblick in die Ausbildung zum Maler und Lackierer und typische Tätigkeiten des Berufs. Bei älteren Videos sollten Sie berücksichtigen, dass heute fünf Fachrichtungen gelten und die gestreckte Gesellenprüfung die frühere Prüfungsstruktur ersetzt hat.

Video zur Ausbildung zum Maler und Lackierer und zu typischen Arbeiten im Handwerk.

Fazit: Gestaltung, Technik und Bautenschutz verbinden

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer führt in einen vielseitigen Handwerksberuf, der Gestaltung und technische Gebäudefunktionen verbindet. Untergrundprüfung, Beschichtung, Raumgestaltung und Kundenberatung bleiben zentrale Grundlagen, werden aber durch Energieeffizienz, Ausbau, Bautenschutz und digitale Planung ergänzt.

Die fünf Fachrichtungen eröffnen unterschiedliche Wege. Wer kreativ arbeiten möchte, findet andere Schwerpunkte als jemand, der sich für Korrosionsschutz, energetische Sanierung oder historische Oberflächen interessiert. Deshalb sollte die Wahl des Ausbildungsbetriebs bewusst zur gewünschten Fachrichtung passen.

Die Ausbildung zum Maler und Lackierer verlangt Sorgfalt, körperliche Belastbarkeit und technisches Verständnis. Wer bereit ist, Sicherheitsregeln einzuhalten und neue Werkstoffe sowie Systeme kennenzulernen, kann sich später in vielen Bereichen spezialisieren.

Prüfen Sie vor Ihrer Bewerbung Fachrichtung, Ausbildungsplan, Vergütung und Prüfungsvorbereitung des Betriebs. Ein Praktikum ist die beste Möglichkeit, um festzustellen, ob die Ausbildung zum Maler und Lackierer zu Ihren Interessen, Stärken und beruflichen Zielen passt.

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