Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik – 3 Prüfungsteile

Ausbildung – Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik – Prüfungsteile, Gewichtung, Bestehen und Nachprüfung

Die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik besteht aus vier Prüfungsbereichen: den praktischen Arbeitsaufgaben, Prozesse der Lagerlogistik, rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Auf der Bildungsbibel erfahren Sie, wie die Prüfung aufgebaut ist, wie die einzelnen Bereiche gewichtet werden und welche Voraussetzungen für das Bestehen gelten.

Zusätzlich erhalten Sie Beispiele zur Punkteberechnung, Hinweise zum Fachgespräch, zur mündlichen Ergänzungsprüfung und zur Vorbereitung. Damit können Sie die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik gezielt planen und erkennen frühzeitig, welche Prüfungsbereiche für das Gesamtergebnis besonders wichtig sind.

Abschlussprüfung Fachkraft für Lagerlogistik, Praxis, Lagerlogistik, Güterumschlag und WiSO, Gewichtung schriftliche & mündliche Prüfung, mündliche Nachprüfung.
Abschlussprüfung Fachkraft für Lagerlogistik: Prüfungsteile, Gewichtung und Bestehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik besteht aus vier Prüfungsbereichen.
  • Die beiden praktischen Arbeitsaufgaben machen zusammen 50 Prozent des Gesamtergebnisses aus.
  • Prozesse der Lagerlogistik werden mit 25 Prozent, rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag mit 15 Prozent und Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 Prozent gewichtet.
  • Für die praktischen Arbeitsaufgaben stehen insgesamt höchstens fünf Stunden zur Verfügung; darin enthalten ist ein Fachgespräch von insgesamt höchstens 15 Minuten.
  • Die Ausbildungsordnung erlaubt für Prozesse der Lagerlogistik höchstens 180 Minuten. Einzelne IHKs nennen aktuell 150 Minuten. Maßgeblich sind Ihre Einladung und die Vorgaben der zuständigen IHK.
  • Zum Bestehen benötigen Sie mindestens ausreichende Leistungen im Gesamtergebnis, im praktischen Prüfungsbereich, im gewogenen Durchschnitt der schriftlichen Bereiche sowie in mindestens zwei schriftlichen Prüfungsbereichen.
  • Eine Bewertung mit ungenügend in einem schriftlichen Prüfungsbereich oder in einer der beiden praktischen Aufgaben führt zum Nichtbestehen.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen ist in einem mit mangelhaft bewerteten schriftlichen Bereich eine mündliche Ergänzungsprüfung von etwa 15 Minuten möglich.

Wie ist die Abschlussprüfung aufgebaut?

Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert nach der geltenden Ausbildungsordnung drei Jahre. Die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik erstreckt sich auf die im Ausbildungsrahmenplan vorgesehenen Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den wesentlichen Lehrstoff aus der Berufsschule.

Die Prüfung besteht nicht aus drei, sondern aus vier Prüfungsbereichen. Der erste Bereich ist praktisch. Die drei weiteren Bereiche werden schriftlich geprüft. Damit verbindet die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik praktische Handlungskompetenz mit Fachwissen, Prozessverständnis, Mathematik sowie wirtschaftlichen und sozialen Kenntnissen.

PrüfungsbereichPrüfungsformPrüfungszeitGewichtung
Praktische Arbeitsaufgabe 1praktisch mit Fachgesprächzusammen mit Aufgabe 2 höchstens 5 Stunden25 %
Praktische Arbeitsaufgabe 2praktisch mit Fachgesprächzusammen mit Aufgabe 1 höchstens 5 Stunden25 %
Prozesse der Lagerlogistikschriftlichlaut Ausbildungsordnung höchstens 180 Minuten; IHK regional teils 150 Minuten25 %
Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlagschriftlichhöchstens 90 Minuten15 %
Wirtschafts- und Sozialkundeschriftlichhöchstens 60 Minuten10 %

Die genaue organisatorische Durchführung kann zwischen den Industrie- und Handelskammern variieren. Für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik sollten Sie deshalb zusätzlich die Einladung Ihrer zuständigen IHK prüfen. Dort stehen verbindlich Prüfungstag, Uhrzeit, Prüfungsort, zugelassene Hilfsmittel und die für Ihren Prüfungstermin vorgesehene Bearbeitungszeit.

Praktische Arbeitsaufgaben: 50 Prozent des Gesamtergebnisses

Der praktische Prüfungsbereich ist für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik besonders wichtig, weil beide Aufgaben jeweils 25 Prozent und damit zusammen die Hälfte der Gesamtnote ausmachen. Sie führen zwei Aufgaben aus unterschiedlichen Prüfungsgebieten durch. Insgesamt stehen dafür höchstens fünf Stunden zur Verfügung.

Innerhalb dieser Zeit findet ein Fachgespräch von insgesamt höchstens 15 Minuten statt. Dabei geht es nicht nur darum, dass Sie eine Aufgabe technisch richtig ausführen. Sie sollen erklären können, warum Sie einen bestimmten Arbeitsablauf, ein Arbeitsmittel oder eine Sicherungsmaßnahme gewählt haben.

Welche praktischen Prüfungsgebiete kommen infrage?

Nach § 14 der Ausbildungsordnung kommen für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik insbesondere fünf praktische Prüfungsgebiete infrage:

  • Güterbewegungen mit betrieblichen Informations- und Kommunikationsmitteln erfassen,
  • einen Beladeplan für unterschiedliche Güter unter Berücksichtigung eines Tourenplans erstellen,
  • Güter versandfertig verpacken, verladen und die Ladung sichern,
  • Güter unter Berücksichtigung von Umschlaghäufigkeit, Güterbeschaffenheit und Wegzeiten ein-, um- und auslagern,
  • Mängel feststellen und dokumentieren sowie geeignete Maßnahmen zur Mängelbeseitigung einleiten.

Bei allen Aufgaben müssen Sie wirtschaftliche, technische, organisatorische, rechtliche und zeitliche Vorgaben berücksichtigen. Zusätzlich spielen Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Qualitätssicherung eine Rolle. Genau diese Verbindung aus Planung, Durchführung und Kontrolle macht die praktische Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik anspruchsvoll.

Beispiel für eine praktische Aufgabe

Beispiel: Sie erhalten den Auftrag, mehrere Paletten mit unterschiedlich empfindlichen Gütern für eine Tour zusammenzustellen. Sie prüfen Waren und Verpackung, wählen geeignete Ladehilfsmittel, erstellen die Beladereihenfolge, berücksichtigen Gewichtsverteilung und Ladungssicherung und dokumentieren die Güterbewegung im Warenwirtschaftssystem.

Im Fachgespräch könnten Sie anschließend erläutern, warum bestimmte Güter unten oder oben stehen, welche Gefahren bei falscher Lastverteilung entstehen und welche Maßnahmen Sie bei einer beschädigten Verpackung treffen. Für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist deshalb nicht nur Routine im Lager wichtig, sondern auch die Fähigkeit, Entscheidungen fachlich zu begründen.

Fachgespräch: Entscheidungen verständlich begründen

Das Fachgespräch ist Bestandteil der praktischen Arbeitsaufgaben und dauert insgesamt höchstens 15 Minuten. Es ist keine zusätzliche mündliche Prüfung neben der Praxis, sondern findet innerhalb der maximalen Prüfungszeit von fünf Stunden statt.

Bei der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik sollten Sie beispielsweise begründen können, warum Sie ein bestimmtes Flurförderzeug verwenden, weshalb eine Ware an einem bestimmten Lagerplatz abgelegt wird oder welche Ladungssicherung für eine Transportaufgabe erforderlich ist. Auch Alternativen und mögliche Risiken können Gegenstand des Gesprächs sein.

Antworten Sie möglichst konkret und beziehen Sie sich auf Ihre praktische Aufgabe. Eine fachlich nachvollziehbare kurze Begründung ist meist hilfreicher als das bloße Aufzählen auswendig gelernter Fachbegriffe.

Prozesse der Lagerlogistik: der stärkste schriftliche Bereich

Der schriftliche Prüfungsbereich Prozesse der Lagerlogistik wird mit 25 Prozent gewichtet. Damit hat er innerhalb der schriftlichen Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik das größte Gewicht. Die Aufgaben sind komplex und verlangen mehr als das reine Wiedergeben einzelner Begriffe.

Sie sollen lagerlogistische Prozesse analysieren, Probleme erkennen und geeignete Lösungen entwickeln. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Annahme und Lagerung von Gütern, Kommissionierung und Verpackung sowie der Versand.

Die Ausbildungsordnung nennt für diesen Bereich höchstens 180 Minuten. Aktuelle IHK-Informationen sind jedoch nicht bundesweit identisch: Die IHK Pfalz und weitere Kammern nennen für die konkret eingesetzte schriftliche Prüfung 150 Minuten, während andere IHKs weiterhin 180 Minuten ausweisen. Für Ihre Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist deshalb die konkrete Prüfungsinformation Ihrer zuständigen Kammer maßgeblich.

Welche Themen sollten Sie beherrschen?

  • Wareneingang und quantitative sowie qualitative Güterkontrolle,
  • Lagermöglichkeiten und Lagerplatzsysteme,
  • Lagerkennzahlen und wirtschaftliche Lagerhaltung,
  • Kommissionierverfahren und Kommissionierleistung,
  • Verpackungsarten und Verpackungsfunktionen,
  • Versandplanung und Auswahl geeigneter Verkehrsträger,
  • Ladungssicherung,
  • Informations- und Warenflüsse,
  • wirtschaftliche, rechtliche und außenwirtschaftliche Vorgaben.

Rechenaufgaben sind ein wichtiger Bestandteil. Typisch sind beispielsweise Lagerumschlag, durchschnittliche Lagerdauer, Meldebestand, Bestellmengen, Flächen- und Raumnutzung, Gewichte, Volumen oder Kostenvergleiche. Zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik sollten Sie Formeln nicht nur auswendig lernen, sondern wissen, wann welche Kennzahl sinnvoll eingesetzt wird.

Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag

Der Prüfungsbereich rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag hat einen Anteil von 15 Prozent am Gesamtergebnis. Für die Bearbeitung stehen höchstens 90 Minuten zur Verfügung. In der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik werden hier praxisbezogene Aufgaben mit technischen, organisatorischen und mathematischen Anforderungen kombiniert.

Zu den zentralen Themen zählen der Einsatz von Arbeitsmitteln, die Erfassung und Dokumentation des Güterumschlags sowie Lager- und Transportorganisation und Arbeitsabläufe. Außerdem müssen Sicherheits- und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Gütereigenschaften und rechtliche Vorgaben berücksichtigt werden.

Beispiel für eine schriftliche Aufgabe

Beispiel: Für einen Lagerbereich soll entschieden werden, welches Flurförderzeug für eine bestimmte Güterart und einen vorgegebenen Transportweg geeignet ist. Sie müssen Tragfähigkeit, Wegbreite, Umschlaghäufigkeit, Sicherheitsanforderungen und Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Zusätzlich kann eine Berechnung zur benötigten Zeit oder Transportleistung verlangt werden.

Für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist es daher sinnvoll, technische Begriffe immer mit praktischen Anwendungssituationen zu verbinden. Wer nur Definitionen lernt, hat bei komplexen Aufgaben häufig Schwierigkeiten.

Wirtschafts- und Sozialkunde: 10 Prozent mit wichtigen Grundlagen

Wirtschafts- und Sozialkunde, kurz WiSo, wird schriftlich in höchstens 60 Minuten geprüft und mit 10 Prozent gewichtet. Obwohl dieser Bereich den kleinsten Anteil an der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik besitzt, darf er nicht unterschätzt werden. Ein ungenügendes Ergebnis führt zum Nichtbestehen der gesamten Prüfung.

Geprüft werden allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt. Dazu gehören beispielsweise Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag, Arbeitsrecht, Sozialversicherung, Tarifrecht, Mitbestimmung, wirtschaftliche Grundbegriffe und betriebliche Zusammenhänge.

Zur Vorbereitung sollten Sie typische IHK-Aufgaben üben und aktuelle rechtliche Grundbegriffe sicher unterscheiden können. Gerade bei gebundenen Aufgaben lohnt es sich, Fragestellung und Antwortmöglichkeiten sehr genau zu lesen.

Wie werden die Prüfungsteile gewichtet?

Die Gewichtung der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist eindeutig in der Ausbildungsordnung festgelegt. Die praktische Prüfung dominiert mit insgesamt 50 Prozent, während die drei schriftlichen Bereiche zusammen ebenfalls 50 Prozent ausmachen.

  • Praktische Arbeitsaufgabe 1: 25 Prozent
  • Praktische Arbeitsaufgabe 2: 25 Prozent
  • Prozesse der Lagerlogistik: 25 Prozent
  • Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag: 15 Prozent
  • Wirtschafts- und Sozialkunde: 10 Prozent

Diese Verteilung zeigt, warum Sie die praktische Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik besonders ernst nehmen sollten. Gleichzeitig kann ein schwacher schriftlicher Bereich nicht beliebig durch sehr gute praktische Ergebnisse ausgeglichen werden, weil zusätzlich eigenständige Bestehensregeln für die schriftlichen Prüfungsbereiche gelten.

Punkte berechnen: Beispiel mit gewichtetem Mittelwert

Für das Gesamtergebnis werden die erreichten Punkte mit der jeweiligen Gewichtung multipliziert. Das Prinzip entspricht einem gewichteten Mittelwert. Ein Beispiel macht die Berechnung für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik verständlicher.

Angenommen, Sie erzielen folgende Ergebnisse:

  • Praktische Aufgabe 1: 80 Punkte
  • Praktische Aufgabe 2: 84 Punkte
  • Prozesse der Lagerlogistik: 80 Punkte
  • Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag: 66 Punkte
  • Wirtschafts- und Sozialkunde: 100 Punkte
PrüfungsbereichPunkteGewichtungGewichteter Wert
Praktische Aufgabe 18025 %20,00
Praktische Aufgabe 28425 %21,00
Prozesse der Lagerlogistik8025 %20,00
Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag6615 %9,90
Wirtschafts- und Sozialkunde10010 %10,00
Gesamtergebnis100 %80,90 Punkte

Das Gesamtergebnis beträgt damit 80,9 Punkte. Nach dem üblichen IHK-Punkteschlüssel liegt dieses Ergebnis im Bereich „befriedigend“, da die Note „gut“ erst ab 81 Punkten beginnt. Den vollständigen IHK-Notenschlüssel finden Sie auf der Bildungsbibel.

Wann ist die Prüfung bestanden?

Für das Bestehen der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik reicht es nicht, lediglich im Gesamtergebnis mindestens 50 Punkte zu erreichen. Die Ausbildungsordnung enthält mehrere Bedingungen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen.

  • Im Gesamtergebnis müssen mindestens ausreichende Leistungen erreicht werden.
  • Im Prüfungsbereich Praktische Arbeitsaufgaben müssen mindestens ausreichende Leistungen erreicht werden.
  • Im gewogenen Durchschnitt der schriftlichen Prüfungsbereiche müssen mindestens ausreichende Leistungen vorliegen.
  • In mindestens zwei der drei schriftlichen Prüfungsbereiche müssen mindestens ausreichende Leistungen erreicht werden.
  • Kein schriftlicher Prüfungsbereich und keine der beiden praktischen Aufgaben darf mit ungenügend bewertet sein.

Damit kann die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik trotz eines rechnerisch ausreichenden Gesamtergebnisses nicht bestanden sein, wenn beispielsweise ein schriftlicher Bereich mit ungenügend bewertet wurde. Die einzelnen Mindestanforderungen sollten Sie deshalb bei der Vorbereitung genauso beachten wie die Gewichtung.

Beispiel: Ein schwacher Bereich muss nicht automatisch das Aus bedeuten

Sie erreichen in Prozesse der Lagerlogistik 63 Punkte, im Güterumschlag 45 Punkte und in WiSo 72 Punkte. Zwei schriftliche Bereiche sind damit mindestens ausreichend, einer ist mangelhaft. Wenn der gewogene Durchschnitt der schriftlichen Bereiche mindestens 50 Punkte erreicht und auch alle weiteren Bestehensbedingungen erfüllt sind, kann die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik trotzdem bestanden werden.

Anders sieht es bei beispielsweise 29 Punkten in einem schriftlichen Bereich aus. Das entspricht „ungenügend“. Dann ist die Prüfung nach der Ausbildungsordnung nicht bestanden, unabhängig davon, wie gut die übrigen Ergebnisse ausfallen.

Wann ist eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich?

Die mündliche Ergänzungsprüfung ist keine allgemeine Möglichkeit, eine schlechte Gesamtnote nachträglich zu verbessern. Sie kommt nur unter klaren Voraussetzungen infrage. Sind bis zu zwei schriftliche Prüfungsbereiche mit mangelhaft bewertet und die übrigen schriftlichen Bereiche mindestens ausreichend, kann in einem der mangelhaften Bereiche eine mündliche Ergänzung stattfinden, wenn sie für das Bestehen den Ausschlag geben kann.

Die Ergänzungsprüfung dauert etwa 15 Minuten. Sie erfolgt auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses. Sind mehrere schriftliche Bereiche mangelhaft, bestimmen Sie, welcher Bereich ergänzt werden soll. Für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist deshalb wichtig, nach Bekanntwerden der schriftlichen Ergebnisse schnell zu prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Berechnung bei der mündlichen Ergänzungsprüfung

Das bisherige schriftliche Ergebnis und die mündliche Ergänzungsprüfung werden im Verhältnis 2 : 1 gewichtet. Die Formel lautet:

(schriftliche Punkte × 2 + mündliche Punkte) ÷ 3 = neues Ergebnis des Prüfungsbereichs

Beispiel: Sie haben schriftlich 45 Punkte erreicht und erzielen in der mündlichen Ergänzungsprüfung 65 Punkte. Die Berechnung lautet: (45 × 2 + 65) ÷ 3 = 51,67 Punkte. Der betreffende Prüfungsbereich wäre damit nach der Ergänzung ausreichend. Ob dadurch die gesamte Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik bestanden ist, hängt von den übrigen Bestehensregeln ab.

Welche Rolle spielt die Zwischenprüfung?

Während der dreijährigen Ausbildung ist eine Zwischenprüfung vorgesehen. Sie soll in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden und dient der Ermittlung des Ausbildungsstands. Die Teilnahme ist für die reguläre Prüfungszulassung relevant; das Ergebnis wird jedoch nicht in die Abschlussnote eingerechnet.

Die Zwischenprüfung ist trotzdem eine wertvolle Standortbestimmung. Sie zeigt Ihnen frühzeitig, ob Sie bei Arbeitsorganisation, Arbeitsmitteln, Lagerungsprozessen und praktischen Aufgaben bereits prüfungssicher sind. Wer die Ergebnisse systematisch auswertet, kann daraus einen Lernplan für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik entwickeln.

So bereiten Sie sich strukturiert auf die Prüfung vor

Eine gute Vorbereitung beginnt nicht erst wenige Wochen vor der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Sinnvoll ist eine Kombination aus Fachwissen, Rechenpraxis, Aufgaben unter Zeitdruck und praktischen Übungen im Ausbildungsbetrieb.

  1. Prüfungsstruktur kennen: Prägen Sie sich Gewichtung, Zeit und Bestehensregeln ein.
  2. Lernfelder bündeln: Ordnen Sie Themen nach Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung, Versand, Güterumschlag und WiSo.
  3. Rechnen trainieren: Üben Sie Lagerkennzahlen, Prozentrechnung, Dreisatz, Gewichte, Volumen, Flächen und Kostenvergleiche.
  4. Prüfungsnahe Aufgaben bearbeiten: Arbeiten Sie unter realistischen Zeitvorgaben und überprüfen Sie anschließend Ihre Fehler.
  5. Praktische Abläufe erklären: Trainieren Sie nicht nur das Ausführen, sondern auch das Begründen Ihrer Entscheidungen.
  6. Fehler auswerten: Führen Sie eine Liste wiederkehrender Wissens- und Rechenfehler.
  7. Prüfungseinladung lesen: Prüfen Sie Termine, Bearbeitungszeiten, Hilfsmittel und organisatorische Hinweise Ihrer IHK.

Die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik sollte möglichst praxisnah erfolgen. Nutzen Sie den Ausbildungsbetrieb, um Warenannahme, Lagerplatzwahl, Kommissionierung, Verpackung, Ladungssicherung und Dokumentation bewusst durchzugehen. Fragen Sie sich bei jedem Arbeitsschritt: Warum mache ich das so, welche Alternative gibt es und welche Vorschrift muss ich beachten?

Beispiel für einen Lernplan über sechs Wochen

WocheSchwerpunktZiel
1Wareneingang, Güterkontrolle, LagerartenGrundlagen und typische Abläufe wiederholen
2Lagerkennzahlen und RechenaufgabenFormeln sicher anwenden
3Kommissionierung, Verpackung, VersandProzessketten verstehen
4Arbeitsmittel, Ladungssicherung, GüterumschlagTechnik und Sicherheit verbinden
5WiSo und gemischte PrüfungsaufgabenWissenslücken schließen
6komplette Prüfungssimulation und PraxisZeitmanagement und Prüfungssicherheit verbessern

Dieser Lernplan ist nur ein Beispiel. Wenn Sie in einem Bereich deutlich schwächer sind, sollten Sie dort mehr Zeit investieren. Wegen der Gewichtung kann es für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik sinnvoll sein, besonders die praktischen Aufgaben und Prozesse der Lagerlogistik intensiv zu trainieren.

Welche Rechenaufgaben sollten Sie beherrschen?

Mathematische Aufgaben tauchen besonders in den lagerlogistischen Prüfungsbereichen auf. Für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik sollten Sie deshalb grundlegende Rechenverfahren sicher und möglichst ohne lange Überlegungszeit anwenden können.

Achten Sie bei Rechenaufgaben immer auf Einheiten. Meter, Quadratmeter, Kubikmeter, Kilogramm, Tonnen, Stückzahlen und Prozentwerte dürfen nicht unbemerkt vermischt werden. Schreiben Sie außerdem den Rechenweg nachvollziehbar auf, sofern die Aufgabenform dies zulässt.

Was sollten Sie am Prüfungstag beachten?

Am Prüfungstag sollten Sie ausreichend früh am Prüfungsort sein und einen gültigen Lichtbildausweis sowie die in der Einladung genannten Hilfsmittel dabeihaben. Elektronische Geräte wie Smartphone oder Smartwatch müssen nach den Vorgaben der zuständigen IHK ausgeschaltet oder außerhalb des Prüfungsbereichs verwahrt werden.

Lesen Sie bei der schriftlichen Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik zunächst alle Aufgaben sorgfältig. Markieren Sie Operatoren wie „berechnen“, „begründen“, „nennen“, „erläutern“, „beschreiben“ oder „bewerten“. Dadurch erkennen Sie, wie ausführlich Ihre Antwort sein muss.

In der Praxis sollten Sie Arbeitsschutz und Qualität sichtbar berücksichtigen. Der Prüfungsausschuss bewertet nicht nur das Ergebnis, sondern auch Ihren Arbeitsweg. Kontrollieren Sie deshalb Arbeitsmittel, planen Sie die Reihenfolge, sichern Sie den Arbeitsplatz und überprüfen Sie abschließend das Ergebnis.

Zeitmanagement in der schriftlichen Prüfung

Ein gutes Zeitmanagement kann bei der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik entscheidend sein. Bleiben Sie nicht zu lange an einer einzelnen Aufgabe hängen. Markieren Sie schwierige Fragen und bearbeiten Sie zunächst Aufgaben, bei denen Sie sicher Punkte erzielen können.

Reservieren Sie am Ende einige Minuten zur Kontrolle. Prüfen Sie insbesondere Rechenwege, Einheiten, übersehene Teilaufgaben und Antworten, bei denen mehrere Angaben verlangt wurden. Bei offenen Aufgaben sollte Ihre Lösung fachlich nachvollziehbar und gut lesbar sein.

Was passiert, wenn Sie die Prüfung nicht bestehen?

Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann grundsätzlich zweimal wiederholt werden. Die zuständige IHK legt den nächsten möglichen Termin fest. Unter bestimmten Voraussetzungen können bereits mit mindestens ausreichend bewertete selbstständige Prüfungsleistungen auf Antrag für eine Wiederholungsprüfung angerechnet werden.

Wenn die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik nicht bestanden wurde, sollten Sie deshalb zuerst den Ergebnisbescheid genau auswerten. Klären Sie mit der IHK, welche Bereiche erneut abgelegt werden müssen und welche bereits bestandenen Prüfungsleistungen übernommen werden können.

Nutzen Sie die Zeit bis zur Wiederholungsprüfung gezielt. Oft ist es effektiver, einzelne Schwachstellen systematisch zu bearbeiten, statt sämtliche Ausbildungsinhalte noch einmal vollständig von vorne zu lernen.

Häufige Fragen

Wie viele Prüfungsteile gibt es?

Die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik besteht aus vier Prüfungsbereichen: Praktische Arbeitsaufgaben, Prozesse der Lagerlogistik, rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Der praktische Bereich enthält zwei getrennt bewertete Aufgaben.

Wie lange dauert die praktische Prüfung?

Für die beiden praktischen Aufgaben stehen insgesamt höchstens fünf Stunden zur Verfügung. Innerhalb dieses Zeitraums findet ein Fachgespräch von insgesamt höchstens 15 Minuten statt.

Dauert Prozesse der Lagerlogistik 150 oder 180 Minuten?

Die Ausbildungsordnung erlaubt höchstens 180 Minuten. Einige IHKs weisen aktuell 150 Minuten als konkrete Prüfungszeit aus, andere 180 Minuten. Für Ihre Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik gilt die Prüfungszeit, die Ihre zuständige IHK für den jeweiligen Termin bekannt gibt.

Wie viel zählt die praktische Prüfung?

Die beiden praktischen Arbeitsaufgaben werden jeweils mit 25 Prozent gewichtet. Zusammen machen sie somit 50 Prozent des Gesamtergebnisses aus.

Wie viele Punkte brauche ich zum Bestehen?

Mindestens 50 Punkte beziehungsweise „ausreichend“ sind in mehreren Bereichen erforderlich. Es reicht jedoch nicht, nur insgesamt 50 Punkte zu erreichen. Für die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik gelten zusätzliche Mindestanforderungen für Praxis, schriftlichen Durchschnitt und einzelne schriftliche Prüfungsbereiche.

Kann ich mit einer 5 bestehen?

Ein mit mangelhaft bewerteter schriftlicher Prüfungsbereich führt nicht automatisch zum Nichtbestehen, wenn alle übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Mindestens zwei schriftliche Bereiche müssen jedoch ausreichend sein und der gewogene schriftliche Durchschnitt muss mindestens ausreichend ausfallen.

Kann ich mit einer 6 bestehen?

Nein. Wird ein schriftlicher Prüfungsbereich oder eine der beiden praktischen Arbeitsaufgaben mit ungenügend bewertet, ist die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik nach der Ausbildungsordnung nicht bestanden.

Wann gibt es eine mündliche Ergänzungsprüfung?

Sie kommt infrage, wenn bis zu zwei schriftliche Bereiche mangelhaft und die übrigen schriftlichen Bereiche mindestens ausreichend sind und die Ergänzung für das Bestehen entscheidend sein kann. Das schriftliche Ergebnis zählt dabei doppelt, die mündliche Leistung einfach.

Zählt die Zwischenprüfung zur Abschlussnote?

Nein. Die Zwischenprüfung dient der Feststellung des Ausbildungsstands und wird nicht in das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik eingerechnet. Die Teilnahme ist jedoch für die reguläre Zulassung zur Abschlussprüfung relevant.

Wo finde ich meine verbindliche Prüfungszeit?

Maßgeblich sind die Prüfungsinformationen und die Einladung Ihrer zuständigen IHK. Gerade beim Bereich Prozesse der Lagerlogistik sollten Sie sich nicht allein auf ältere Lernunterlagen verlassen, da die konkrete Bearbeitungszeit regional beziehungsweise nach Prüfungsorganisation unterschiedlich ausgewiesen wird.

Weiterführende Informationen

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:

Fazit: Gewichtung und Bestehensregeln früh kennen

Die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik prüft praktische Handlungskompetenz und theoretisches Fachwissen gleichermaßen. Die beiden praktischen Aufgaben bilden mit 50 Prozent den größten Block, während Prozesse der Lagerlogistik weitere 25 Prozent ausmachen. Wer diese Bereiche sicher beherrscht, schafft eine starke Grundlage für das Gesamtergebnis.

Konzentrieren Sie sich trotzdem nicht nur auf die stark gewichteten Bereiche. Die besonderen Bestehensregeln bedeuten, dass auch WiSo und rationeller Güterumschlag entscheidend werden können. Prüfen Sie rechtzeitig die Angaben Ihrer IHK, trainieren Sie unter realistischen Zeitbedingungen und üben Sie das Fachgespräch. So gehen Sie strukturiert und mit einem klaren Plan in die Abschlussprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik.

Kategorien der Bildungsbibel