Weiterbildung – Online lernen – Kredit – Kreditarten – Abrufkredit, Abrufdarlehen oder Rahmenkredit Ablauf, Vorteile und Nachteile
Ein Abrufkredit (oft auch Abrufdarlehen) und der Rahmenkredit gehören zu den flexibelsten Kreditarten. Sie erhalten keinen einmaligen Auszahlungsbetrag, sondern einen Kreditrahmen, aus dem Sie bei Bedarf Geld abrufen – in Teilbeträgen oder komplett. Zinsen zahlen Sie üblicherweise nur auf den Betrag, den Sie tatsächlich nutzen.
In diesem Beitrag erfahren Sie strukturiert und praxisnah, wie Abrufkredit und Rahmenkredit funktionieren, welche Kosten realistisch sind, worauf Sie beim Kreditvertrag achten sollten und wie Sie typische Fehler vermeiden. Sie erhalten außerdem Checklisten, Rechenbeispiele, eine Entscheidungshilfe sowie Tipps für den Kreditvergleich.
Abrufkredit & Rahmenkredit: Auf einen Blick
- Kreditrahmen statt Einmal-Auszahlung: Sie können Geld abrufen, zurückzahlen und erneut abrufen (revolvierend).
- Zinsen nach Nutzung: Sie zahlen in der Regel Zinsen auf den genutzten Betrag – nicht auf den gesamten Rahmen.
- Alternative zum Dispo: Häufig günstiger und planbarer als ein Dispokredit, aber meist weniger günstig als ein Ratenkredit.
- Flexible Rückzahlung: Oft mit Mindesttilgung (z. B. 2–5 %), plus freiwillige Sondertilgung.
- Risiko: Bei dauerhafter Nutzung droht Dauerverschuldung – der Tilgungsplan ist entscheidend.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Konditionen, Zinsen und Kreditrahmen hängen von Anbieter, Bonität und Vertrag ab.
Definition: Was ist ein Abrufkredit?
Ein Abrufkredit ist eine flexible Kreditlinie, die Ihnen dauerhaft oder über einen längeren Zeitraum zur Verfügung steht. Anders als beim Ratenkredit erhalten Sie keine feste Einmal-Auszahlung. Stattdessen wird ein Kreditrahmen eingerichtet (zum Beispiel 2.000, 5.000 oder 10.000 Euro). Aus diesem Rahmen können Sie Geld abrufen, wenn Sie es benötigen. Das macht den Abrufkredit besonders praktisch, wenn Sie nicht genau wissen, wann oder wie viel Geld Sie brauchen.
Sie zahlen in der Regel Zinsen auf den tatsächlich genutzten Betrag. Wenn Sie nur 1.000 Euro aus einem Rahmen von 5.000 Euro nutzen, werden die Zinsen (vereinfacht) auf 1.000 Euro berechnet – nicht auf die gesamten 5.000 Euro. Das ist ein zentraler Vorteil gegenüber vielen anderen Kreditformen.
In der Praxis wird der Abrufkredit häufig als „Dispo-Alternative“ vermarktet: Er ist ähnlich flexibel wie der Dispokredit, aber häufig günstiger und transparenter, weil er meist über ein separates Kreditkonto läuft und eine Mindesttilgung vorsieht.
Abrufkredit, Abrufdarlehen, Rahmenkredit: Unterschiede verständlich erklärt
Die Begriffe Abrufkredit, Abrufdarlehen und Rahmenkredit werden im Alltag oft synonym verwendet. Viele Banken nutzen unterschiedliche Namen für ein sehr ähnliches Produkt. Entscheidend ist nicht der Produktname, sondern die Vertragslogik: Kreditrahmen, Zinsart, Mindesttilgung, Gebühren, Abrufmöglichkeiten, Kündigungsregeln.
| Begriff | Typische Bedeutung | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Abrufkredit | Kreditrahmen mit Abruf in Teilbeträgen | Mindesttilgung, Zinsart (variabel/fest), Gebühren |
| Abrufdarlehen | Häufig Synonym für Abrufkredit | Leistungsumfang (Abruf/Überweisung/Onlinekonto) |
| Rahmenkredit | Oft längerfristige, „stabilere“ Variante als Dispo-Alternative | Kündigungsfristen, Zinsanpassung, flexible Sondertilgung |
Merksatz: Ein Rahmenkredit ist in vielen Fällen ein Abrufkredit – nur unter anderem Namen. Ob er zu Ihnen passt, entscheidet sich bei den Konditionen und Ihrer Tilgungsstrategie.
Funktionsweise und Ablauf eines Abrufkredits
Nach der Bewilligung erhalten Sie Zugriff auf einen festgelegten Kreditrahmen. Das Geld liegt meist auf einem separaten Kreditkonto, das Sie online verwalten können. Wenn Sie Geld benötigen, überweisen Sie einen Teilbetrag (oder den gesamten Betrag) auf Ihr Girokonto. Die Rückzahlung erfolgt flexibel: Es gibt eine Mindesttilgung, darüber hinaus können Sie jederzeit freiwillig mehr zurückzahlen.
Ablauf Schritt für Schritt
| Schritt | Was passiert? | Praxis-Tipp |
|---|---|---|
| 1. Antrag & Prüfung | Online-Antrag, Identifizierung, Bonitätsprüfung | Haushaltsrechnung vorbereiten: Einnahmen, Fixkosten, Puffer |
| 2. Kreditrahmen | Bank richtet Kreditlinie ein (z. B. 2.000–10.000 Euro) | Rahmen bewusst wählen, nicht „maximal möglich“ |
| 3. Abruf | Teilbetrag wird per Überweisung auf das Girokonto transferiert | Nur abrufen, was konkret benötigt wird |
| 4. Zinsen | Zinsen fallen auf den genutzten Betrag an | Bei längerer Nutzung Zinsentwicklung im Blick behalten |
| 5. Tilgung | Mindesttilgung + freiwillige Zusatztilgung/Sondertilgung | Feste Rate festlegen, die über dem Minimum liegt |
| 6. Erneuter Abruf | Getilgte Beträge können wieder genutzt werden | Neue Abrufe erst, wenn ein Teil zurückgezahlt ist |
Praxis-Regel, die Geld spart
Nutzen Sie den Abrufkredit als Reserve – nicht als dauerhaftes Zusatzbudget. Sobald Sie abrufen mussten, definieren Sie sofort:
- Wofür wurde der Betrag genutzt?
- Wie hoch soll die monatliche Rückzahlung sein?
- Wann sind Sie wieder bei 0 (oder nahe 0)?
Zinsen und Kostenstruktur: Was kostet ein Abrufkredit wirklich?
Die Kosten eines Abrufkredits oder Rahmenkredits setzen sich vor allem aus Zinsen zusammen. Viele Angebote arbeiten mit variablen Zinsen, die sich im Zeitverlauf ändern können. Das kann in Phasen sinkender Zinsen günstig sein – bei steigenden Zinsen kann die Finanzierung jedoch teurer werden. Manche Anbieter arbeiten auch mit festen Zinssätzen oder festen Zinsbändern. Wichtig ist, dass Sie die Zinslogik im Vertrag verstehen.
Im Vergleich zum Ratenkredit ist der Abrufkredit häufig etwas teurer, weil die Bank Ihnen die Flexibilität dauerhaft bereitstellt. Im Vergleich zum Dispokredit ist ein Rahmenkredit häufig günstiger und klarer strukturiert – vor allem, wenn Sie den Kredit nicht nur für wenige Tage, sondern über mehrere Wochen oder Monate nutzen.
Welche Kostenarten können auftreten?
- Sollzins / effektiver Jahreszins auf den genutzten Betrag (Hauptkostenfaktor).
- Gebühren (anbieterabhängig): z. B. Kontoführung, Bereitstellung oder Servicekosten (nicht immer, aber möglich).
- Verzugszinsen und Mahnkosten, wenn die Mindesttilgung nicht gezahlt wird.
- Indirekte Kosten durch lange Laufzeit: Niedrige Tilgung führt zu längerer Zinszahlung.
Wenn Sie tiefer einsteigen möchten: Grundbegriffe und typische Bestandteile finden Sie auch in unserem Überblick zu Kreditkosten.
Mini-Formel: Zinskosten grob einschätzen
Als schnelle Orientierung (vereinfacht):
Monatszins ≈ (genutzter Betrag × effektiver Jahreszins) ÷ 12
Beispiel: 2.000 € Nutzung bei 12 % p. a. → ca. 20 € Zinsen pro Monat (2.000 × 0,12 ÷ 12). Je länger Sie bei niedriger Tilgung im Kredit bleiben, desto höher werden die Gesamtkosten.
Tilgung und Rückzahlung: Der entscheidende Hebel
Bei einem Abrufkredit oder Rahmenkredit ist nicht nur der Zinssatz wichtig, sondern vor allem die Tilgung. Viele Verträge arbeiten mit einer monatlichen Mindesttilgung (z. B. 2–5 % vom genutzten Betrag). Das klingt zunächst angenehm – kann aber teuer werden, wenn Sie nur das Minimum zahlen und immer wieder neu abrufen.
Wenn Sie den Abrufkredit sinnvoll nutzen möchten, sollten Sie eine einfache Regel anwenden: Tilgen Sie mit einer festen Rate, die höher als die Mindesttilgung ist. So reduzieren Sie die Laufzeit, senken Zinskosten und kommen schneller zurück in die Null-Nutzung.
Typische Tilgungsmodelle (und was sie für Sie bedeuten)
| Modell | So funktioniert es | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Mindesttilgung in % | Monatliche Tilgung als Prozentsatz der Restschuld | Niedrige Einstiegslast | Lange Laufzeit, wenn nur Minimum gezahlt wird |
| Feste Monatsrate | Sie legen eine feste Rate fest (z. B. 150 €) | Planbar, schnellerer Schuldenabbau | Erfordert Budgetdisziplin |
| Hybrid | Mindesttilgung + regelmäßige Sondertilgungen | Flexibel und kostensenkend | Man muss Sondertilgung aktiv einplanen |
Beispiel: So wirkt sich Ihr Tilgungsstil aus
Sie nutzen 2.000 Euro aus Ihrem Rahmenkredit. Sie können nun:
- Variante A: nur Mindesttilgung zahlen → die Rückzahlung dauert länger, Zinskosten summieren sich.
- Variante B: feste Rate zahlen (z. B. 150–200 Euro) → deutlich kürzere Laufzeit und weniger Zinsen.
- Variante C: feste Rate + Sondertilgung (Bonus/Steuererstattung) → sehr schneller Abbau möglich.
Praxis-Tipp: Wenn Sie den Abrufkredit als Dispo-Ersatz nutzen, stellen Sie sich eine einfache Frage: Wäre ich bereit, denselben Betrag auch als Ratenkredit zu bedienen? Wenn nein, ist der Rahmen vermutlich zu hoch oder die finanzielle Situation zu angespannt.
Vergleich: Abrufkredit vs. Dispo vs. Ratenkredit
Der Abrufkredit liegt konzeptionell zwischen Dispokredit und Ratenkredit: flexibler als ein Ratenkredit, meist strukturierter und häufig günstiger als der Dispo. Welche Lösung besser passt, hängt davon ab, ob Sie eine Reserve brauchen oder eine konkrete Anschaffung finanzieren möchten.
| Kreditart | Flexibilität | Kosten (typisch) | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Dispokredit | sehr hoch | häufig hoch | sehr kurze Überbrückung, wenige Tage/Wochen |
| Abrufkredit / Rahmenkredit | hoch | mittel | Reserve, schwankende Ausgaben, planvolle Rückführung |
| Ratenkredit | mittel | oft günstig | konkrete Anschaffung, klare Laufzeit, feste Rate |
Wenn Sie regelmäßig im Dispo sind, lohnt sich häufig die Prüfung eines Rahmenkredits. Wenn Sie eine klare Summe für ein Projekt benötigen, ist der Ratenkredit oft die bessere Wahl. Und wenn Sie nur für wenige Tage überziehen, kann der Dispo ausreichen – sofern Sie schnell wieder ausgleichen.
Vorteile von Abrufkredit und Rahmenkredit
Die Vorteile liegen vor allem in der Kombination aus Flexibilität und (oft) besseren Konditionen als beim Dispo. Damit das in der Praxis wirklich ein Vorteil bleibt, müssen Sie jedoch die Nutzung im Griff behalten.
- Hohe Flexibilität: Abruf in Teilbeträgen, Rückzahlung nach Ihren Möglichkeiten.
- Zinsen nach Nutzung: Kosten entstehen vorrangig auf den genutzten Betrag.
- Wiederverwendbarkeit: Getilgte Beträge stehen erneut als Kreditrahmen zur Verfügung.
- Transparenz: Häufig separates Kreditkonto statt „unsichtbarer“ Kontoüberziehung.
- Guter Puffer: Sinnvoll als Reserve für Reparaturen, Nachzahlungen, kurzfristige Engpässe.
Nachteile und Risiken (ehrlich und praxisnah)
Ein Rahmenkredit ist schnell verfügbar – und genau das ist das Risiko. Die größte Gefahr ist nicht der Abruf, sondern das dauerhafte „Im-Rahmen-Bleiben“. Wer regelmäßig nutzt, aber nur minimal tilgt, zahlt lange Zinsen und kommt kaum raus.
- Variable Zinsen: Steigen die Zinsen, wird es teurer – besonders bei langer Laufzeit.
- Dauerverschuldung: Wiederholte Abrufe bei niedriger Tilgung halten die Restschuld hoch.
- Teurer als Ratenkredit: Flexibilität kostet, besonders bei längerer Nutzung.
- Bonitätsprüfung: Üblicherweise mit SCHUFA-Abfrage.
- Psychologischer Effekt: „Nur 200 Euro“ wirkt klein – summiert sich aber schnell.
Wichtige Warnung: Rahmen ist kein Einkommen
Ein Rahmenkredit ist kein „Zusatzgehalt“. Er ist eine Verpflichtung. Wenn Sie abrufen, brauchen Sie einen Rückzahlungsplan. Ohne Plan wird Flexibilität schnell zur Kostenfalle. Sie sollten diese Schuldenfalle vermeiden.
Voraussetzungen: Wer bekommt einen Abrufkredit oder Rahmenkredit?
Auch wenn ein Abrufkredit flexibel ist, vergeben Banken ihn nicht ohne Prüfung. Typischerweise benötigen Sie eine ausreichende Bonität, regelmäßige Einnahmen und eine stabile Haushaltslage. Je besser Ihre Bonität, desto eher erhalten Sie einen höheren Kreditrahmen und bessere Konditionen.
- Regelmäßiges Einkommen: Gehalt, Rente oder nachweisbare Einnahmen
- Stabile Kontoführung: wenig Rücklastschriften, keine dauerhaften Überziehungen
- Bonität / SCHUFA: in vielen Fällen Grundlage für Zins und Kreditrahmen
- Wohnsitz & Identität: Identifizierung (z. B. VideoIdent), gültige Dokumente
Unterlagen: Was Sie für den Antrag bereithalten sollten
| Bereich | Typische Unterlagen/Angaben | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Identität | Ausweis/Reisepass, Ident-Verfahren | gesetzliche Pflicht zur Legitimation |
| Einkommen | Gehaltsnachweise, Rentenbescheid, ggf. Steuerbescheid | tragfähige Rückzahlung einschätzen |
| Haushalt | Miete, Kredite, Fixkosten, Unterhalt | Belastung korrekt berechnen |
| Bankdaten | Girokonto, evtl. Kontoumsätze | Kontoführung und Zahlungsfähigkeit prüfen |
Wenn Sie Ihre Bonität verbessern möchten, lohnt sich die Auseinandersetzung mit Ihren Daten und dem Zahlungsverhalten. Einen Einstieg finden Sie über unsere Seite zur SCHUFA.
Kreditvertrag prüfen: Diese Punkte entscheiden über Kosten und Sicherheit
Beim Abrufkredit und Rahmenkredit steckt der Unterschied häufig im Detail. Zwei Angebote können auf den ersten Blick ähnlich wirken, aber in der Praxis sehr unterschiedlich sein – etwa bei Zinsänderung, Mindesttilgung oder Gebühren. Lesen Sie den Vertrag deshalb bewusst und prüfen Sie diese Punkte:
Vertrags-Checkliste (kurz und wirksam)
- Zinsart: fest oder variabel? Wie wird angepasst, wie oft, nach welcher Logik?
- Effektiver Jahreszins: entscheidend für Vergleichbarkeit.
- Mindesttilgung: in % oder fester Betrag? Gibt es Mindestbeträge?
- Sondertilgung: jederzeit möglich? kostenlos? begrenzt?
- Gebühren: Kontoführung, Bereitstellung, Servicekosten?
- Auszahlung/Abruf: wie schnell ist das Geld auf dem Girokonto?
- Kündigung: wie sind Kündigungsfristen für Sie und die Bank geregelt?
- Widerruf: typische Widerrufsfrist (häufig 14 Tage) und Bedingungen prüfen.
Wenn Sie Angebote vergleichen, hilft ein strukturierter Ansatz: erst Zins & Gebühren, dann Tilgung & Sondertilgung, dann Abrufkomfort & Kündigungsregeln. Nur so vergleichen Sie „Äpfel mit Äpfeln“.
Wann ist ein Abrufkredit sinnvoll – und wann nicht?
Ein Abrufkredit ist besonders sinnvoll, wenn Sie Flexibilität benötigen, aber trotzdem strukturiert tilgen können. Er ist eine gute Lösung als Liquiditätsreserve – beispielsweise für Reparaturen, Nachzahlungen oder Übergangsphasen. Auch bei schwankenden Einnahmen kann ein Rahmenkredit helfen, sofern die Rückzahlung realistisch planbar bleibt.
Besonders geeignet, wenn …
- Sie unerwartete Ausgaben abfangen möchten (z. B. Auto, Haushalt, Gesundheit).
- Sie nicht jedes Mal einen neuen Kredit beantragen wollen, sondern einen Rahmen bevorzugen.
- Sie den Dispo ersetzen möchten und langfristig Zinsen sparen wollen.
- Sie eine klare Tilgungsregel umsetzen können (z. B. feste Rate + Sondertilgung).
Weniger geeignet, wenn …
- Sie dauerhaft finanzielle Engpässe haben und die Ursache nicht geklärt ist.
- Sie dazu neigen, den Rahmen ständig auszuschöpfen (Dauer-Nutzung).
- Sie eine große Summe mit klarer Laufzeit benötigen – dann passt ein Ratenkredit häufig besser.
- Sie variable Zinsen stark belasten würden und Sie maximale Planbarkeit brauchen.
Tipps zum Abschluss: So finden Sie einen guten Rahmenkredit
Ein guter Rahmenkredit zeichnet sich nicht nur durch einen attraktiven Zins aus, sondern vor allem durch faire Bedingungen, klare Kommunikation und eine Tilgungsstruktur, die zu Ihrem Budget passt. Nutzen Sie diese Tipps als Leitfaden:
- Vergleichen Sie mehrere Anbieter: Zins, Mindesttilgung, Sondertilgung und Gebühren sind die Kernpunkte. Starten Sie über Vergleichsrechner.
- Achten Sie auf die Mindesttilgung: Je niedriger die Tilgung, desto länger zahlen Sie Zinsen. Wählen Sie eine Rate, die Sie sicher tragen können.
- Rahmen bewusst begrenzen: Ein kleinerer Rahmen senkt die Versuchung, ihn dauerhaft zu nutzen.
- Sondertilgung einplanen: Legen Sie fest, welche Einmalzahlungen (Bonus, Steuererstattung) Sie zur Rückzahlung nutzen.
- Dispo-Parallelbetrieb vermeiden: Wenn möglich, den teureren Kredit zuerst abbauen (oft der Dispo).
- Vertrag gründlich lesen: Vor allem Zinsanpassung, Gebühren, Kündigung und Abrufwege.
Checkliste: Abrufkredit & Rahmenkredit richtig nutzen (zum Abhaken)
Diese Checkliste ist für die Praxis gemacht. Sie hilft Ihnen, den Kredit als Reserve zu nutzen, statt in eine Dauerverschuldung zu rutschen:
- Nur bei konkretem Bedarf abrufen (nicht „für den Alltag“).
- Feste Monatsrate festlegen (über der Mindesttilgung).
- Neue Abrufe begrenzen, bis ein relevanter Teil zurückgezahlt ist.
- Zinsentwicklung beobachten (bei variablen Zinsen rechtzeitig gegensteuern).
- Dispo reduzieren, wenn der Rahmenkredit als Ersatz gedacht ist.
- Einmalzahlungen für Sondertilgung nutzen (Bonus, Urlaubsgeld, Steuer).
- Notfallreserve aufbauen (langfristig besser als Kreditreserve).
Rechtliche Aspekte und SCHUFA
Der Abrufkredit unterliegt wie jeder Verbraucherkredit den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (§§ 491 ff. BGB). Sie erhalten vor Vertragsabschluss die wesentlichen Informationen zu Zinssatz, Kosten, Rückzahlung und Konditionen, häufig in einem standardisierten Informationsblatt. Außerdem wird meist eine Bonitätsprüfung durchgeführt, häufig inklusive SCHUFA-Abfrage.
Eine gute Bonität kann zu besseren Konditionen führen. Bei negativen Einträgen kann der Rahmen geringer ausfallen oder der Antrag abgelehnt werden. Eine regelmäßige Prüfung und ein sauberer Zahlungsverlauf sind deshalb hilfreich. Weitere Hintergründe finden Sie auf unserer Seite zur SCHUFA.
Rahmenkredit oder Abrufkredit – sinnvoller Finanzrahmen für den Alltag
Der Rahmenkredit ist oft langfristig angelegt und wird als stabile Alternative zum Dispo angeboten. Er eignet sich für alle, die wiederkehrend kleinere Beträge benötigen, ohne jedes Mal einen neuen Kredit zu beantragen. Der entscheidende Punkt ist die Nutzung: Wer den Rahmen wie einen dauerhaft genutzten Dispo behandelt, zahlt unnötig lange Zinsen. Wer ihn als Reserve versteht und konsequent tilgt, gewinnt Flexibilität, ohne in Schulden festzuhängen.
Wenn Sie hingegen eine größere Summe für eine konkrete Anschaffung benötigen (Auto, Renovierung, Einrichtung), ist ein Ratenkredit oft günstiger und besser planbar. Der Rahmenkredit ist stärker für wechselnde Bedarfe – nicht für langfristige Finanzierung ohne klare Rate.
Fazit: Abrufkredit und Rahmenkredit sind stark – wenn Sie planvoll tilgen
Ein Abrufkredit bzw. Rahmenkredit kann eine sehr sinnvolle Kreditlösung sein: flexibel, wiederverwendbar, oft günstiger als der Dispo und ideal als Reserve. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass der Kredit durch niedrige Mindesttilgung und wiederholte Abrufe zur Dauerschuld wird.
Wenn Sie sich für einen Rahmenkredit entscheiden, achten Sie besonders auf Zinsen, Mindesttilgung, Sondertilgung und Gebühren. Der wichtigste Praxishebel bleibt: Tilgen Sie regelmäßig mehr als das Minimum und nutzen Sie den Kreditrahmen bewusst. Dann wird der Abrufkredit zu einem hilfreichen Instrument der Finanzplanung – statt zu einer Kostenfalle.
Videos zum Abrufdarlehen und Rahmenkredit
In diesem Video erfahren Sie anschaulich, welche Vorteile der Rahmenkredit bietet, wie Sie ihn beantragen und wie der Schufa-Score dabei eine Rolle spielt.
FAQ: Häufige Fragen zu Abrufkredit und Rahmenkredit
Ist ein Abrufkredit das Gleiche wie ein Dispokredit?
Nein. Der Dispo ist direkt an Ihr Girokonto gekoppelt und oft teuer. Der Abrufkredit/Rahmenkredit läuft meist über ein separates Kreditkonto mit geregelter Tilgung und kann dadurch transparenter und häufig günstiger sein.
Zahle ich Zinsen auf den gesamten Kreditrahmen?
In der Regel zahlen Sie Zinsen nur auf den genutzten Betrag. Prüfen Sie dennoch, ob der Anbieter Gebühren für ungenutzte Rahmen oder bestimmte Nutzungsbedingungen vorsieht.
Kann ich jederzeit sondertilgen?
Viele Rahmenkredite erlauben Sondertilgungen. Ob diese kostenlos und unbegrenzt möglich sind, steht im Vertrag. Sondertilgung ist ein wichtiger Hebel, um Kosten zu senken.
Was ist besser: Rahmenkredit oder Ratenkredit?
Für konkrete Anschaffungen ist der Ratenkredit oft günstiger und planbarer. Für flexible Reserven und wechselnden Bedarf ist der Rahmenkredit stärker – wenn Sie planvoll tilgen.
Wie hoch sollte die Mindesttilgung sein?
So hoch, dass die Rückzahlung in absehbarer Zeit möglich ist, ohne Ihr Budget zu überlasten. In der Praxis ist eine feste Rate über dem Minimum häufig die beste Lösung.
Weitere Informationen zum Rahmenkredit
Hier finden Sie weiterführende externe Quellen zum Thema Abrufkredit bzw. Rahmenkredit:
Vergleich vom Rahmenkredit
Der Beitrag von test.de bietet einen umfassenden Vergleich verschiedener Banken, einschließlich Zinssätzen, Rückzahlungsbedingungen und Mindesttilgung.
Rahmenkredit beantragen, Funktion und Eignung
Bei Finanztip.de finden Sie weitere Informationen zur Beantragung, Funktionsweise und Eignung eines Abrufdarlehens sowie praxisnahe Tipps für die richtige Nutzung.

