Wirtschaftspsychologie: Definition, Studienplanung & Chancen

Du kannst dich nicht zwischen BWL und Psychologie entscheiden? Musst du auch nicht! Wirtschaftspsychologie ist eine innovative Studienrichtung, die beide Disziplinen miteinander vereint. Im Studium beschäftigst du dich mit den zu Grunde liegenden Prozessen vom menschlichen Erleben und Verhalten in wirtschaftlichen Kontexten. Wirtschaftspsychologen kommen sowohl in der Unternehmensberatung, im Coaching, im Personalwesen als auch im Marketing häufig zum Einsatz. Sie sind psychologisch und ökonomisch gut geschult, weshalb sie am Arbeitsmarkt sehr gefragt sind.

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Was ist eigentlich Wirtschaftspsychologie?

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Wirtschaftspsychologie eine Wissenschaftsdisziplin an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Psychologie. Im Studium werden Fragestellungen untersucht, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen in diversen wirtschaftlichen Bezügen auseinandersetzen – ob als Konsument, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber. Nachdem die Verhaltensweisen von Menschen in bestimmten wirtschaftlichen Organisationen analysiert wurden, werden häufig neue Konzepte von Wirtschaftspsychologen entwickelt.

Die Ursprünge dieser noch recht jungen Fachrichtung gehen auf die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Hugo Münsterberg gilt allgemeinhin als „Vater der Wirtschaftspsychologie“. Mit seinem Buch „Psychologie und Wirtschaftsleben“ begründete er die moderne Arbeits- und Organisationspsychologie.

Die Wirtschaftspsychologie ist ein breites Feld und bietet vielfältige Chancen, um sich zu verwirklichen. Im Studium geht es einerseits um das konkrete Verhalten der Menschen – also z.B. beim Kauf von Produkten, in der Produktverwendung, Mediennutzung oder Arbeitsleistung. Andererseits wird auch das Erleben von Menschen untersucht – also z.B. Zufriedenheit, Vertrauen, Einstellungen, Werte, Motive, Motivationen und Gedächtnisinhalte.

Abgrenzung zu anderen Disziplinen

Die Fachrichtung Wirtschaftspsychologie weist einige Überschneidungen mit anderen Disziplinen auf. So sind aktuelle Themen der Betriebswirtschaftslehre wie z.B. Kundenbeziehungsmanagement und Markenführung eindeutig psychologisch geprägt. Und auch im Bereich der Volkswirtschaftslehre gibt es einige Überlappungen. Trotz dem wichtigen interdisziplinären Austausch, kann das Fach Wirtschaftspsychologie jedoch auch klar abgegrenzt werden. Das ist wichtig, um zu wissen, welchen Mehrwert man als Wirtschaftspsychologe bietet.

Während die Disziplinen BWL und VWL sich hauptsächlich auf harte Erscheinungen der Wirtschaft fokussieren (Absatzzahlen, BIP), geht es in der Wirtschaftspsychologie vielmehr um die zu Grunde liegenden Prozesse im Erleben und Verhalten von Menschen. Die Wirtschaftspsychologie stellt Fragen wie: Warum entscheiden sich Kunden für ein bestimmtes Produkt? Wie lange ist die Aufmerksamkeitsspanne für eine bestimmte Message? Aber auch: Wie hoch ist die Mitarbeiterzufriedenheit?

Wirtschaft und Psychologie: Wie passt das zusammen?

Ob ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht, hängt auch in hohem Maße von der Mitarbeitermotivation ab. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit, ein gutes Betriebsklima sowie die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle für den Unternehmenserfolg.

Gerade in unserer digitalisierten und globalisierten Welt suchen sich Arbeitskräfte lieber einen neuen Job, bevor sie ein unzufriedenes Dasein in einer Firma fristen, mit der sie sich nicht identifizieren können. Um für ein gutes Betriebsklima zu sorgen, wird die Unterstützung von Wirtschaftspsychologen angefordert. Gemeinsam mit der Geschäftsführung bespricht er Maßnahmen, die umgesetzt werden können, um die eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse zu erzielen.

Doch Wirtschaftspsychologen kommen auch abseits von Unternehmensberatungen, Coachings und Personalabteilungen zum Einsatz. In der Werbepsychologie beschäftigen sie sich beispielsweise mit den Kaufentscheidungen von Kunden und optimieren Werbemaßnahmen.

Das steht auf dem Studienplan der Wirtschaftspsychologie

Wer sich z.B. für ein Wirtschaftspsychologie Fernstudium interessiert, den erwarten folgende Inhalte im Studium:

Der wirtschaftswissenschaftlicher Teil besteht z.B. aus:

  • Statistik
  • Bilanzen
  • Rechnungswesen
  • Mathe
  • Finanzierung
  • Marketing
  • Vertragsrecht

Der psychologische Teil umfasst z.B. folgende Themen:

  • Medien- und Werbepsychologie
  • Team-Building
  • Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Burnout-Prävention
  • Personalpsychologie

Zukunftschancen für Wirtschaftspsychologen

Wenn du ein Wirtschaftspsychologie-Studium abgeschlossen hast, stehen dir zahlreiche Berufe offen. Die Kombination Wirtschaft und Psychologie ist sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt, da du sowohl ökonomisch als auch psychologisch bestens geschult bist. Wirtschaftspsychologen sind in der Lage, menschliche Verhaltensweisen nach wissenschaftlichen Kriterien zu analysieren und daraus Konzepte zur Optimierung und Problemlösung zu entwickeln. In diesen Bereichen kommen Wirtschaftspsychologen häufig unter:

  • Marktforschung
  • Marketing
  • Personalmanagement
  • Personalauswahl
  • Coaching/Training
  • Unternehmensberatung
  • Organisationsentwicklung
  • Assistenz oder Dozentur in Forschung und Lehre

Gute Planung ist wichtig

Wer sich überlegt, ein Wirtschaftspsychologie Studium zu beginnen, sollte gut planen. Am besten entscheidest du dich bereits früh, ob du eher in Richtung Marktforschung, Marketing, Personalwesen, Unternehmensberatung oder Coaching tendierst. Im Rahmen des Studiums wählst du nämlich einen Studienschwerpunkt sowie Nebenfächer. Wer in Zukunft als Coach arbeiten möchte, belegt am besten Pädagogik-Kurse. Studenten, die hingegen eine Karriere im Personalwesen anstreben, sollten z.B. Module im Arbeitsrecht belegen.

Bevor man sich in das Abenteuer Studium stürzt, sollte das Angebot der kostenlosen Studienberatung genützt werden. Die Berater informieren dich umfassend darüber, welche Schwerpunkte und Nebenfächer an der jeweiligen Hochschule überhaupt möglich sind. Das Angebot variiert von Hochschule zu Hochschule. Lass dir außerdem Broschüren von verschiedenen Hochschulen zusenden, um in Ruhe die beste Wahl treffen zu können. Wenn du noch nicht so recht weißt, welcher Schwerpunkt für dich infrage kommt, könntest du vorab schon mal ein paar Praktika machen, um die verschiedenen Berufsfelder näher kennen zu lernen.

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