Stichprobeninventur Vorteile, Nachteile und Beispiel – Inventurarten

Weiterbildung und FortbildungOnline lernen – Buchführung, Buchhaltung lernen – Inventurverfahren, Inventurarten – Stichprobeninventur Vorteile, Nachteile und Beispiel – Inventurarten

Stichprobeninventur bei der körperlichen Bestandsaufnahme

Stichprobeninventur Vorteile, Nachteile und Beispiel - Inventurarten
Stichprobeninventur Vorteile, Nachteile und Beispiel – Inventurarten

Eine weitere Möglichkeit der Inventur ist die Stichprobeninventur. Sie ist gemäß § 241 des Handelsgesetzbuches (HGB) eine zulässige Form der Inventur genau wie etwa die Stichtagsinventur oder die permanente Inventur. Hier lernen Sie mehr zu dieser Inventurart, den Vorteilen, Nachteilen und erhalten ein praktisches Beispiel der Anwendung.

Von der Stichprobe auf die Gesamtmenge schließen

Die Stichprobeninventur ist im Grunde genommen eine Inventur mit einem Teilausschnitt der Gesamtmenge. Es wird anstatt der gesamten Lagermenge nur ein Teil davon, also eine Stichprobe, erfasst. Hernach wird anhand mathematischer Verfahren die Gesamtmenge ermittelt. Im Grunde kann man die Stichprobeninventur mit einer Hochrechnung am Wahlabend vergleichen, wo ebenfalls aus einigen Wahllokalen auf die Gesamtbevölkerung geschlossen wird.

Die Vorteile der Stichprobeninventur

Der größte Vorteil der Stichprobeninventur liegt auf der Hand:

  • Die Ersparnis in Kosten und Zeit. Betriebe, die eine Stichtagsinventur durchführen, müssen zu diesem Zweck in der Regel externes Personal für die Dauer der Inventur beschäftigen und bezahlen. Alternativ kann eigenes Personal zur Inventur beordert werden, was indes zu Produktionsausfällen führt, da dieses Personal für die Dauer der Inventur seiner Kernbeschäftigung nicht nachkommen kann.
  • Eine Stichprobe geht schnell und genügt, sofern sie korrekt protokolliert wird, auch den Anforderungen der Steuerbehörden.
  • Zudem muss der Betrieb nicht mit den Risiken leben, die das Einstellen von Fremdpersonal für einen kurzen Zeitraum immer mit sich bringt: Mögliche Unzuverlässigkeit, mögliche Inkompetenz, mögliche Unehrlichkeit etc.

Die Nachteile der Stichprobeninventur

Auch der größte Nachteil der Stichprobeninventur liegt auf der Hand:

  • Die Genauigkeit. Diese wird immer größer, je größer die genommene Teilmenge des Lagerbestandes ist, was natürlich bedeutet: Je höher der betriebene Aufwand, desto genauer die Schätzung. Wie man am Beispiel der politischen Umfrage erkennen kann, kann der Mittelwert der entnommenen Teilmenge ungewöhnlich hoch oder niedrig sein, was natürlich zu entsprechenden Ungenauigkeiten führt. Dies betrifft etwa Schrauben, die geschliffen worden sind. Keine Schraube wiegt am Ende genau so viel wie eine andere Schraube. Werden nun in der Teilmenge zufällig besonders leichte Schrauben herangezogen, wird das Ergebnis der Stichprobeninventur eine zu hohe Zahl an vorhandenen Schrauben ergeben.
  • Besonders schwer wird es bei Teilen unterschiedlicher Größe und Dicke: Man stelle sich vor, jemand wolle versuchen, die Zahl von Chips in einer Chipstüte mit Hilfe einer Stichprobe zu ermitteln: Die Chance, zu einem richtigen Ergebnis zu kommen, ist vermutlich nahe Null.
  • Dazu können in einer Stichprobe natürlich Rechenfehler unterlaufen, die sich dann entsprechend potenzieren.

Letzten Endes ist es eine Frage von Kosten und Nutzen, ob eine Inventur mittels Stichproben zu empfehlen ist oder nicht. Bei Objekten von geringem Wert und hoher Quantität ist die Antwort sicher „Ja“.

Beispiel einer Stichprobeninventur

Hier erhalten Sie ein kurzes Beispiel der Vorgehensweise für die Stichprobeninventur:

Das Unternehmen XY nimmt eine Stichprobe von Schrauben gleicher Größe und ermittelt das Gewicht einer Schraube mit 5 Gramm. Danach wird das Gesamtgewicht aller Schrauben gleicher Größe ermittelt. In diesem Beispiel sollen dies 15 Kilogramm sein. Die Fragestellung hierbei ist nun, wie hoch ist die Gesamtmenge an Schrauben ?

Berechnungsbeispiel mit Dreisatz

In diesem Beispie findet der einfache Dreisatz seine Anwendung, um die Gesamtmenge zu berechnen.

  • 5 Gramm = 1 Schraube
  • 15000 Gramm = x Schrauben
  • x = 1 x 15000 / 5 = 3000

Antwort: Die Gesamtmenge beträgt 3000 Schrauben.

Weitere Inventurarten bzw. Inventurverfahren

Hier finden Sie weitere Inventurarten bzw. Inventurverfahren, um die Merkmale, Vorteile, Nachteile zu lernen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.