Handelsrecht und Steuerrecht – steuerrechtliche und handelsrechtliche Buchführungspflicht

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Die Buchführungspflicht nach Handelsrecht und Steuerrecht

Handelsrecht und Steuerrecht - steuerrechtliche und handelsrechtliche Buchführungspflicht
Handelsrecht und Steuerrecht – steuerrechtliche und handelsrechtliche Buchführungspflicht

Grundlegend hat jeder Unternehmer Aufzeichnungspflichten, in denen er seine Geschäftsvorfälle vorzunehmen hat. Hier wird insbesondere davon ausgegangen, dass Buchführungspflicht, die doppelte Buchführung meint.

Ein Unternehmer ist gesetzlich dazu verpflichtet Bücher zu führen und hat keine Möglichkeit frei zu wählen, es sei denn es obliegt ihm ein Wahlrecht in einzelnen Bereichen. Unterteilt wird die Buchführungspflicht nach zwei Aspekten bzw. rechtlichen Grundlagen, dem Handelsrecht und dem Steuerrecht. Nach diesen steuerrechtlichen bzw. handelsrechtlichen Bestimmungen entscheidet sich, ob ein Unternehmer zur doppelten Buchführung verpflichtet ist. Darüber hinaus kann er auch dazu verpflichtet werden eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) anzufertigen, welche eine vereinfachte Form der Buchführung ist. Hierbei ermittelt der Unternehmer seinen Gewinn oder Verlust aus der Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben.

Die Voraussetzungen für die handelsrechtliche Buchführungspflicht

Die handelsrechtliche Buchführungspflicht knüpft an die Kaufmannseigenschaft an (§ 1 Abs. 1 HGB). Demnach ist jeder Kaufmann verpflichtet Bücher zu führen, der ein sogenanntes Handelsgewerbe betreibt (§ 238 Abs. 1 Satz 1 HGB). Handelsgewerbe wiederum ist jeder Gewerbebetrieb, es sei den, dass das Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert (§ 1 Abs. 2 HGB). Die handelsrechtliche Buchführungspflicht verweist hierbei auf den § 15 Abs. 2 EStG, welcher besagt, dass ein Gewerbebetrieb vorliegt, wenn folgende Tatsachen zutreffen:

  • Selbständigkeit
  • Nachhaltigkeit
  • Gewinnerzielungsabsicht
  • Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr
  • Keine Land- u. Forstwirtschaft,
  • keine freie Berufstätigkeit und keine andere Selbständigkeit

Liegt nun ein Gewerbebetrieb vor, so kann handelsrechtliche Buchführungspflicht nach § 238 HGB eintreten, wenn Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordern, dies sind insbesondere folgende Tatbestände:

  • Hoher Umsatz
  • Hohe Mitarbeiterzahl
  • Umfangreiches Warenangebot
  • Vielfältige Geschäftskontakte

Steuerrechtliche Buchführungspflicht

Die steuerrechtliche Buchführungspflicht unterscheidet nach abgeleiteter und originärer Buchführungspflicht, so besagt § 140 AO (Abgabenordnung), dass, wer nach anderen Gesetzen bereits buchführungspflichtig ist, auch nach dem Steuerrecht buchführungspflichtig wird.

Die originäre Buchführungspflicht ergibt sich aus § 141 AO und legt bestimmte Grenzen fest, welche überschritten werden müssen, damit Buchführungspflicht nach dem Steuerrecht eintritt. Die Grenzen Stand (2016):

  • Umsätze von mehr als 600.000 € im Kalenderjahr
  • Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 60.000 € im Wirtschaftsjahr
  • Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 60.000 € im Kalenderjahr
  • Selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Fläche mit einem Wirtschaftswert von mehr als 25.000 €

Grundlegend regelt das Einkommenssteuergesetz (EStG), das Handelsgesetzbuch (HGB) und die AO (Abgabenordnung) die Buchführungspflicht. Darüber hinaus tritt auch noch Buchführungspflicht ein, wenn ein Unternehmen in das Handelsregister eingetragen wird.

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