Theorie und Praxis: Verbessert das Duale Studium die Karriereaussichten?

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Duale Studium Karriereaussichten

Mit einem Abitur stehen viele Ausbildungswege offen: Neben dem Studium, so scheint es, hat die berufliche Praxis einen besonderen Reiz.

Deswegen kann ein duales Studium durchaus sinnvoll sein und sogar die Karriereaussichten verbessern.

Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr zu dualen Studiengängen sowie zu den Vorteilen und Nachteilen dieser Art zu Studieren.

Im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil der Abiturienten an handwerklichen Auszubildenden bei rund 12,5 Prozent. Hinzu kommt noch eine Vielzahl von Auszubildenden in kaufmännischen Berufen.

Doch die Entscheidung für eine Ausbildung und gegen ein Studium ist gar nicht zwingend notwendig:

Zunehmend beliebter wird nämlich auch das sogenannte Duale Studium. Ist dieser scheinbare Kompromiss eine Empfehlung wert?

Monatliches Einkommen bis zu 1.000 Euro

Die Idee klingt sinnvoll: Im Dualen Studium wechseln sich Theorie- und Praxisphasen ab, damit das gelernte Wissen direkt umgesetzt werden kann.

Damit soll ein gewisser “Praxisschock” vermieden werden, den insbesondere auch Personalchefs bei den jungen Uni-Absolventen befürchten.

Mit dem Arbeitsvertrag nach dem abgeschlossenen Studium startet für viele Akademiker der Einstieg in das Berufsleben – und der fällt unter diesen Bedingungen nicht immer leicht.

Zudem stellt sich auch die Frage der Finanzierung nicht: Rund 500 bis über 1.000 Euro erhalten die Dual-Studenten monatlich, der Großteil dürfte um 800 Euro erhalten – und damit in etwa so viel, wie der durchschnittliche Student zur Verfügung hat.

Die Mehrzahl der Dual Studierenden kommt mit dieser Summe aus, in jedem Fall ist keine großzügige Unterstützung der Eltern mehr notwendig.

Darüber hinaus erreichen die meisten Vollzeit-Studenten ihr Einkommen auch nur durch einen Nebenjob; etwa 70 Prozent der Studenten gehen zusätzlich jobben.

Jobaussichten

Ein weiterer unbestrittener Vorzug des Dualen Studium sind die exzellenten Jobaussichten.

Denn zum einen sind die als ehrgeizig geltenden Dual-Studenten auf dem Arbeitsmarkt wegen ihrer Praxiserfahrung gefragt, zum anderen ist eine Festanstellung nach dem Erreichen des Bachelors die Regel.

Die Unternehmen haben viel Geld in die Ausbildung investiert, der Absolvent ist mit dem Unternehmen bestens vertraut. Ein Arbeitsvertrag ist daher nur die logische Konsequenz.

Kein Studentenleben

Allerdings sollten auch einige Nachteile nicht verschwiegen werden. Im Vergleich zum konventionellen Vollzeit-Studium ist das Arbeitspensum durchaus größer.

Dies gilt insbesondere für die sogenannten ausbildungsintegrierenden Studiengänge, bei denen gleichzeitig noch ein Berufsabschluss erworben wird.

Neben dem Stoff für die Uniprüfungen und den Praxisphasen muss also auch noch für die Berufsschule gelernt werden.

Obligatorisch ist diese Doppelbelastung allerdings nicht, in der Regel wird die Praxis nach Ermessen des Unternehmens vermittelt. Dann erhalten die Absolventen allerdings lediglich einen Bachelor.

Das Studentenleben im klassischen Sinne kann allerdings auch nicht genossen werden. Denn wie bei einer ganz konventionellen Ausbildung muss für jeden freien Tag Urlaub genommen werden – Semesterferien gibt es für Dual-Studenten nicht.

Auch die Erfahrung, auf sich gestellt zu sein, kommt vielleicht etwas zu kurz: Ein konventioneller Vollzeit-Student muss sich seine Zeit selbst einteilen, den Vorlesungsplan selbst erstellen und eine Auswahl über die relevanten Vorlesungen treffen.

Der Dual-Student bekommt diese Dinge weitgehend vorgegeben.

Studiengänge als duales Studium

Weitaus wichtiger für die Entscheidung zugunsten oder gegen das Duale Studium dürfte aber eine andere Frage sein: Ist ein Arbeitsvertrag für ein Duales Studium überhaupt erreichbar?

Die Studienplätze sind nicht zwangsläufig limitiert, die Plätze in den Unternehmen sind es sehr wohl. Gute Schulnoten sind Pflicht, damit ein Unternehmen als Partner für das Duale Studium gefunden werden kann.

Weiterhin können bei weitem nicht alle Studiengänge dual studiert werden. Die Unternehmen suchen für sich jene Fachbereiche heraus, die besonders nützlich sind.

Üblicherweise sind dies Ingenieur- und Betriebswissenschaften. Die IUBH zeigt allerdings, dass es auch anders geht: Hier lassen sich unter anderem auch Tourismus- und Logistikmanagement studieren.

Dabei muss das Studium nicht zwangsläufig in Bad Honnef absolviert werden, Standorte der IUBH finden Sie auch in vielen anderen Städten.

Wissenschaftliche Laufbahn

Weiterhin sollten sich Interessenten die Frage stellen, ob eine wissenschaftliche Laufbahn geplant ist.

Die guten Karriereaussichten nach dem Dualen Studium beschränken sich vornehmlich auf die Wirtschaft – hier ist Praxiswissen gefragt.

Doch im Gegenzug kommt der Aspekt des wissenschaftlichen Arbeitens im Dualen Studium meist etwas zu kurz. Zwar ist natürlich ein späterer Masterabschluss im Vollzeitstudium denkbar, der Aufwand ist aber ungleich höher.

Nach dem Wechsel dürfte ein Master-Abschluss in den meisten Fällen nur unter Auflagen möglich sein. So muss der Studierende dann noch Module aus dem Uni-Bachelor nachholen.

Fazit

Am Ende zeigt sich also: Die Entscheidung zwischen dualem und konventionellen Studium ist nicht leicht zu treffen.

Wer später eine Karriere in der freien Wirtschaft plant und entsprechend gute Noten vorweisen kann, sollte eine Bewerbung für das Duale Studium durchaus ins Auge fassen.

Soll ein Fach im Bereich Geisteswissenschaften studiert werden, ist das Duale Studium vermutlich keine Option. Die meisten geisteswissenschaftlichen Studiengänge sind für die Unternehmen nicht interessant, weshalb keine Plätze angeboten werden.

Außerdem ist für das Duale Studium ein nicht zu unterschätzender Ehrgeiz notwendig. Der erfolgreiche Abschluss wird allerdings mit exzellenten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt belohnt.

Immer mehr Studenten ziehen diese Variante des Studierens in Betracht, die Zahl der Dualen Studienplätze steigt um mehr als 7 Prozent jährlich.

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