Taktisches Management Abgrenzung, Merkmale, Aufgaben, Planungsfehler

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Was genau ist taktisches Management?

Taktisches Management Abgrenzung, Merkmale, Aufgaben, Planungsfehler
Taktisches Management Abgrenzung, Merkmale, Aufgaben, Planungsfehler

Das taktische Management ist Teil der Unternehmensplanung und liegt auf einer fiktiven Zeitschiene zwischen dem operativen und dem strategischen Management. Definition: Taktik hat seinen sprachlichen Wurzeln im Griechischen. Es wurde damit auch die Lehre der Truppenführung bezeichnet. Im übertragenem Sinne steht der Begriff nun für die planmäßige Durchführung von Strategien. Hier lernen Sie mehr zum taktischen Management, den Merkmalen, der Abgrenzung zum operativen und strategischen Management sowie den Aufgaben und zu den Auswirkungen von Planungsfehlern.

Abgrenzung zum operativen und strategischen Management

Während das strategische Management einen langfristigen Planungshorizont hat, da es sich mit den grundlegenden Zielen des Unternehmens, der Entwicklung und Anpassung von Strategien befasst, ist das taktische Management das mittelfristige Planungsäquivalent dazu.

Taktisches Management Merkmale

Das taktische Management hat besondere Merkmale, welche Sie hier lernen:

  • In dem Zusammenhang sprechen wir von Planung als die gedankliche Vorwegnahme und Gestaltung künftiger Ereignisse, Prozesse und Strukturen.
  • Hinterlegt mit einem mittelfristigen Zeithorizont (1 bis 5 Jahre), kümmert sich das taktische Management hauptsächlich um die wirtschaftliche Zuteilung der Ressourcen und hat Ergebnis- und Steuerungsverantwortung.
  • Der Wirkungsbereich des taktischen Managements liegt meist auf Produktgruppen, Abteilungen oder Basiseinheiten und auch Mitarbeitergruppen.
  • Angesiedelt ist das taktische Management auf der mittlere Leitungsebene (Abteilungs- / Referatsleiter).
  • Somit ist das taktische Management für die Zerlegung eines Gesamtplanes in funktionale Teilpläne, für die Zuteilung der Ressourcen und Einhaltung der Zielsetzungen verantwortlich.

Taktisches Management Aufgaben und Abläufe

Man kann es so ausdrücken, dass das taktische Management die langfristigen Entwicklungsziele des strategischen Managements konkretisiert. Es plant auf langfristiger Ebene Bedarf und Beschaffung und liefert damit die Grundlagen für die Arbeit des operativen Managements, das sogenannte Tagesgeschäft.

Das taktische Management kann somit als verlängerter Arm des strategischen Managements gesehen werden, da es aus der Strategie die erforderlichen Teilziele zur Erreichung der strategischen Ziele konkretisiert und festlegt.

In weiteren Schritten sind dann die nötigen Ressourcen zu planen und zu selektieren sowie geeignete Maßnahmen festzulegen.
Relevante Funktionsbereiche für die Planungsaufgaben des taktischen Managements sind Erträge, Aufwendungen und Investitionen.

Funktionsbereiche

Typische Funktionsbereiche sind die Produktion oder Leistungserstellung, der Vertrieb, die Verwaltung, Marketing und die Informations-Technologie.

Ausgleichsgesetz der Planung

Eine Herausforderung für das taktische Management liegt darin, das sogenannte „Ausgleichsgesetz der Planung“ zu beachten. Dies beschreibt die Interdependenz der Teilpläne.

Ein Beispiel dazu könnte sein, dass der Vertrieb nicht mehr Produkte verkaufen kann, wie jene die produziert werden. Andererseits soll die Produktion aber auch nicht mehr produzieren, als dass was konkret benötigt wird. Also nur das, was der Vertrieb auch tatsächlich verkauft.

Somit kann es innerhalb des Unternehmens zu Limitierungen und Abhängigkeiten der Teilpläne kommen. Es kann das taktische Management durchaus mit einem Jongleur verglichen werden, dessen Keulen ihm mächtig um die Ohren fliegen, wenn er seinen Job nicht beherrscht.

Das taktische Management und die Auswirkung von Planungsfehlern

Planungsfehler des taktischen Managements waren in der Vergangenheit sehr oft verantwortlich dafür, dass Unternehmen aller Größenordnungen wirtschaftlich zu Grunde gegangen sind. Das ist natürlich auch in Zukunft nicht auszuschließen. Manchmal kann man die Ursache dafür auch in sehr flachen Hierarchien mit diffuser Zuteilung der Verantwortungen und Kompetenzen finden.

Teilpläne für unterschiedliche Funktionsbereiche

Abhängig von Unternehmensform und Zielsetzung wird das taktische Management die konkreten Teilpläne für folgende Funktionsbereiche erstellen:

  • Vertriebsplanung mit auf Absatz- und Marketingplänen basierend
  • Produktionsplanung mit nachgelagerter Planung der Materialplanung und Beschaffung.
  • Verwaltungsplanung, wie Controlling, Rechnungswesen Personal (Stabsstellen-Organisation)
  • Personalplanung für die betrieblichen Funktionsbereiche (Mengen)
  • Investitionsplanung, die betrieblichen Funktionsbereiche betreffend

Das taktische Management ist – im Unterschied zur strategischen Planung – bereits weitgehend quantitativ ausgerichtet. Auf einer fiktiven Zeitschiene betrachtet nimmt der Detaillierungsgrad der Planzahlen ab, je weiter der Planungszeitpunkt entfernt ist.

Beispiele zum taktischen Management aus der Historie und des modernen Managements

Im militärischen Umfeld wird die Unterscheidung so vorgenommen, dass die Strategie der Krieg als solches ist, und die Taktik die einzelne Schlacht. Im Übrigen gibt es in der Militärgeschichte eine Menge Beispiele zu den Themen Taktik und dem Bezug zur Betriebswirtschaft.

  • Denken wir nur an Hannibal, den großen Taktiker. In der Schlacht von Canae errang er taktisch einen großen Sieg. Für den weiteren Verlauf des Krieges war der Ausgang der Schlacht jedoch bedeutungslos. Die Niederlage der Römer spornte nur noch mehr ihren Rachedurst an und endet in der Zerstörung Karthagos. Schlacht gewonnen, Krieg verloren. Eine Metapher, die wir in der heutigen Unternehmenswelt auch sehr oft beobachten können.
  • Ganz modern der sogenannte Abgas-Skandal. War nun die vorsätzliche Fälschung der Abgaswerte eine Taktik oder eine Strategie? Es war mit Sicherheit eine Taktik. Über die Strategie die als Treiber dahintersteckt, kann man mutmaßen. Kosten senken? Als sauberes Unternehmen gelten? Den Absatz fördern? Wie dem auch sei. Es kann sein, dass diese Taktik fast dazu führte, dass ein Krieg verloren wurde.
  • Zum chinesischen Allgemeingut gehören die 36 Strategeme des Generals Tan Daoji (gest. 436). Es sind eigentlich 36 Metaphern, kurze Geschichten. Oft kann man in militärischen und privaten Themen ihren Einfluss spüren und es ranken sich eine Menge Geschichten um diese Strategeme. Man kann hier so klingende Aussagen hören, wie: „Mit leichter Hand das Schaf wegführen“ oder „Auf das Gras schlagen, um die Schlange aufzuscheuchen“. Man findet im Internet jede Menge Erklärungen, Beispiele und Geschichten dazu. Der Suchbegriff dazu kann lauten: „36 Strategeme“. Die Frage ist nun legitim: Ist das, was hier beschrieben wird, Strategie oder Taktik.

Abgrenzung zwischen strategischem und taktischem Management in der Wirtchaft ist schwierig

Im wirtschaftlichen Umfeld ist die Abgrenzung zwischen strategischem und taktischen Management oft schwierig, die Grenzen sind fließend. Vor allem im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen trifft man eher unklare Strukturen an.

  • Hier sind die „Denker“ und die „Macher“ oft in derselben Position vereint.

Verschollen am Kap“ ist ein Film aus dem Jahre 2011. Heino Ferch spielt darin einen genialen Taktiker, der allerdings die Strategie des Konzerns für den er arbeitet nicht erkennt. In dem Film sieht man sehr schön, wie eine Schlacht (Taktik) verloren wird, aber dennoch ist der Krieg gewonnen. Es geht darum, dass ein weltweit agierender Konzern, sich das Trinkwasser-Monopol für Südafrika sichern will. Und Heino Ferch, als Dr. Lohmann, entwickelt die Taktik(en) unter dem Namen „Schwarzes Wasser“ dazu.

Dass er dabei einer „hidden agenda“ zum Opfer fällt, konnte er nicht ahnen. Und es geht ihm daher so, wie es seit jeher allen gegangen ist, die für ihren Kaiser eine Schlacht verloren haben: er wird „geköpft“. Früher war das brutaler. Heutzutage bedeutet, dass nicht den Verlust des Kopfes, aber wirtschaftlichen Ruin.

  • Mit diesem Beispiel sollte auch eine der großen Probleme im modernen Management angesprochen werden: die große Unbekannte, das Ziel. Vielfach sind die Strategien nur „denen ganz oben“ bekannt. Sehr oft werden sie nicht an die Ebene kommuniziert, die taktisch für die Umsetzung verantwortlich ist.

Denn taktisches Management versteht sich nun mal als die Mittel und Wege, wie die strategischen Ziele zu erreichen sind. Was also tun, wenn man genau diese nicht kennt. Dann nützen die schönsten Management by objectives Methoden nichts. Die bleiben dann nämliche auf einer Ebene, wo sie möglichst wenig bewegen und kaum Fehler verursachen. Nur viel Geld kosten.

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