P-Konto, Pfändungsschutzkonto als Girokonto

FinanzenGirokonto – P-Konto, Pfändungsschutzkonto als Girokonto

Das Pfändungsschutzkonto oder P-Konto Vorteile, Kosten und Antrag

P-Konto, Pfändungsschutzkonto als Girokonto Vorteile, Kosten und Beantragung
P-Konto, Pfändungsschutzkonto als Girokonto Vorteile, Kosten und Beantragung

Pfändungsschutzkonto oder P-Konto: Gut 6,72 Millionen deutsche Bürger galten im Jahr 2015 nach einer Statistik des Hamburger Portals Statista als überschuldet. Auch die Jahre zuvor bewegte sich dieser Wert auf etwa gleicher Höhe. Damit kann etwa jeder 12. Bundesbürger auf absehbare Zeit seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Hier erfahren und lernen Sie mehr zum Pfändungsschutzkonto oder kurz P-Konto. Welche Vorteile es hat und wie Sie ein Girokonto mit Pfändungsschutz beantragen können. Weiterhin interessant, welche Kosten und Gebühren entstehen können.

Doch die Allgemeinheit lässt Personen in einer solchen misslichen Lage nicht im Regen stehen. Dem Sozialstaatsprinzip entspricht es, dass jede Person seine Grundbedürfnisse erfüllen soll. Seit dem 1. Juli 2010 hat dazu der Gesetzgeber die Möglichkeit zur Einrichtung eines so genannten Pfändungsschutzkontos eingeräumt. Das P-Konto, wie es abgekürzt heißt, schützt Guthaben innerhalb der so genannten Pfändungsfreigrenze. Deren Höhe ändert sich von Jahr zu Jahr immer mal wieder und ergibt sich aus § 850c ZPO.

Die Vorteile des P-Kontos

Der Hauptvorteil des Pfändungsschutzkontos liegt in einer Reduzierung von Bürokratie. Denn während zuvor Anträge bei Gericht oder der pfändenden Behörde gestellt werden mussten, sorgt das P-Konto automatisch für ein verbleibendes Guthaben. Es besteht nur eine Beziehung zwischen Kunde und Bank. Nach einer Einrichtung muss der Schuldner nichts weiter unternehmen. Dadurch verbleibt automatisch Geld, das zum Leben wichtig ist. Gläubiger haben hierauf keinen Zugriff. Höhere Freibeträge wegen vorhandenen Kindern können auf Nachweis hin freigegeben werden. Schuldner müssen dazu einen Antrag bei ihrer Bank stellen. Darüber hinaus bleibt die Teilnahme am Zahlungsverkehr uneingeschränkt bestehen. Die Überweisung, der Dauerauftrag und Lastschrift sind als Zahlungsart möglich. Einschränkungen bestehen für Leistungen, die eine Bonität erfordern. Auch das Ansparen von Summen über den Freigrenzen wird erschwert, weil hierauf die Gläubiger zugreifen können.

Wie kommt man an ein P-Konto?

Wer als Schuldner einen Pfändungsschutz besitzen und weiterhin über Finanzmittel verfügen möchte, muss selbst aktiv werden. Grundsätzlich gibt es dazu zwei Möglichkeiten.

  • Entweder wandelt man ein bestehendes Girokonto in ein P-Konto um
  • oder man eröffnet ein neues Girokonto gleich als Pfändungsschutzkonto.

Die Inanspruchnahme einer Bank ist also wichtig. Zu beachten ist dabei, dass jede Person nur ein P-Konto besitzen darf. Übrigens: Selbst ein überzogenes Konto kann man zu einem P-Konto umfunktionieren. Gesetzlich gesehen steht dem nichts im Weg. In der Praxis empfiehlt es sich aber, eine Rückzahlungsvereinbarung mit der Hausbank auszuhandeln.

Kosten und Gebühren für das Pfändungsschutzkonto

Banken und Geldhäuser dürfen für die Umwandlung eines Girokontos in ein P-Konto keine Gebühren verlangen. Dadurch will der Geldgeber zusätzliche Belastungen für Schuldner verhindern. Entgelte für die Kontoführung dürfen indes aber bestehen bleiben, somit entstehen Kosten für die Kontoführung. Sie müssen allerdings angemessen sein und sich im Rahmen eines üblichen Gehaltskontos bewegen. Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Urteilen darauf hingewiesen, dass Kontoführungsgebühren nicht auf Grund der Einrichtung eines P-Kontos steigen dürfen. Berechnet die eigene Bank dennoch erhöhte Gebühren, können sie zurückgefordert werden.

Fazit: Das P-Konto als sinnvolle Einrichtung für überschuldete Verbraucher

Überschuldete Verbraucher müssen auf einen elementaren Lebensstandard nicht verzichten.

  • Das Pfändungsschutzkonto verhindert, dass Gläubiger Zugriff auf dringend benötigtes Geld für Wohnen, Essen und Leben erhalten.
  • Verbraucher können dazu ein bestehendes Girokonto umwandeln oder ein neues P-Konto eröffnen. Bis auf bonitätsabhängige Leistungen bietet dieses dieselben Funktionen wie zuvor.
  • Obacht bei den Gebühren! Banken müssen eine Umwandlung kostenlos durchführen. Die Gebühren für die Kontoführung müssen angemessen sein und dürfen nach einer Eröffnung nicht steigen.

Der Girokonto Vergleich unterschiedlicher Banken

Hier finden Sie den Girokonto Vergleich für unterschiedliche Banken in Deutschland. Vielleicht ist auch das richtige Girokonto für Sie dabei.

Weiterführende Informationen

Insbesondere möchten wir darauf hinweisen, dass wir keine Finanzberatung vornehmen. Sollten Sie einen Kredit oder eine Versicherung abschließen wollen, erkundigen Sie sich bitte bei einem Fachexperten für Finanzierungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 + zehn =