Lehramtsstudium studieren, erstes und zweites Staatsexamen

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Studium und Studieren StudiengangSoziales und Pädagogik – Lehramtsstudium studieren, erstes und zweites Staatsexamen

Lehramtsstudium Voraussetzungen, Schwerpunkte, Inhalte und Perspektiven

Lehramtsstudium studieren, erstes und zweites Staatsexamen
Lehramtsstudium studieren, erstes und zweites Staatsexamen

Lehramtsstudium – Ziel des Studiums ist es, die Befähigung zum selbstständigen Erfüllen eines Lehrauftrages an Grund-, Sekundar- oder Berufsschulen zu vermitteln. Dafür ist aber weitaus mehr notwendig als umfassende Fachkenntnis des Lehrstoffs. Auch eine pädagogische und psychologische Ausbildung steht auf dem Plan, soll der spätere Lehrer doch nicht nur seinen Stoff predigen, sondern auch in der Lage sein, eine Schulklasse diszipliniert und motiviert arbeitsfähig zu machen. Und besonders an Grund- und Sekundarschulen sollte die Förderung und Reifung der Persönlichkeit eines jeden Schülers nicht nur Auftrag sondern geradezu Mission der Lehrkraft sein. Hier lernen Sie mehr zum Lehramtsstudium, den Voraussetzungen, Inhalten, Schwerpunkten des ersten und zweiten Staatsexamens und den Perspektiven nach dem Studium.

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Fachliche Voraussetzungen und Nachweise für ein Lehramtsstudium

Die fachlichen Voraussetzung zur Aufnahme des Lehramtsstudium ist eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung. Weiterhin besteht in Deutschland mit der Lehrsprache Deutsch an den meisten Universitäten die Pflicht, eine entsprechende Befähigung nachzuweisen. Ausländische Studierende müssen hier zum Beispiel Sprachtests absolvieren, um zu belegen, dass sie nicht nur den Stoff verstehen sondern auch an Schüler vermitteln können.

Weitere Fächer erfordern spezifischere Nachweise: So benötigen Kandidaten für Fremdsprachen, zum Beispiel für Englisch, Französisch oder ein theologisches Fach (Graeicum und Latinum/ Hebraeicum), entsprechende Qualifikationsbelege.

Insbesondere bei künstlerisch-musischen Fächern und für angehende Sportlehrer greifen weitere komplexere Vorauswahl- und Eignungstests, bei denen untersucht wird, ob Studienbewerber ausreichende Vorkenntnisse bzw. genügend sportliche Kondition mitbringen, um das Studium aufnehmen zu können.

Darüber hinaus existieren an den meisten Universitäten Vorkursangebote, die besonders bei MINT-Fächern die mathematisch/naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Studenten auffrischen oder festigen.

Die charakteristischen Voraussetzungen oder welche Eigenschaften sollte ein Lehrer besitzen

Die charakterlichen Eigenschaften, welche ein Lehramtsstudent mitbringen sollte, um dem Beruf gewachsen zu sein, werden unterschiedlich formuliert – je nachdem, bei welcher Hochschule oder für welche Fachkombination Sie sich entscheiden:

  • Hilfreich sind sicherlich psychische Belastbarkeit und Freude am Vermitteln von Inhalten und Werten.
  • Die Fähigkeit, vor einer Klasse frei und sicher zu sprechen und sich auch gegen eher unwillige Schüler zu behaupten erfordert eine ausreichende Selbstsicherheit.
  • Der Verband Bildung und Erziehung bietet einen Fragebogen (Fit für den Lehrerberuf), mit dessen Hilfe sich Interessierte selbst testen können. Auch der Verein CCT (Career Counceling for Teachers) hat Angebote zur Selbsterkundung und vermittelt damit einen Einblick, welche Herausforderungen auf spätere Lehrer zukommen können.
  • Ebenso besteht die Möglichkeit, vor der Studienaufnahme zum Beispiel im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes oder eines freiwilligen sozialen Jahres an einer Schule zu testen, ob einem dieses Arbeitsumfeld liegt.

Dauer des Lehramtsstudiums abhängig von der Schulform

Die Dauer des Lehramtsstudiums richtet sich nach der angestrebten Schulform, in welcher später unterrichtet werden soll. So ist die Vorbereitung für den Schuldienst an Grundschulen kürzer als die Ausbildung für das Gymnasiallehramt.

Lehramtsstudium Inhalte und Schwerpunkte des ersten Staatsexamens

Lehramtsstudium Inhalte und Schwerpunkte – Inhaltlich werden Studenten in der Regel in zwei Gebieten fachwissenschaftlich und didaktisch ausgebildet.

Fachkombinationen

Hierbei bestehen je nach Bundesland und den Möglichkeiten der Universität verschiedene Kombinationsmöglichkeiten der Fächer, weshalb eine ausführliche Lektüre der einzelnen Angebote sehr lohnend ist. Dabei gehen die Studieninhalte natürlich weit über den im späteren Schullehrplan zu vermittelnden Stoff hinaus, einzig die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten im jeweiligen Fach wird in der Regel nicht vermittelt.

Ein mindestens ebenso großer Teil des Studiums beschäftigt sich allerdings mit all den Kenntnissen, die ein Lehrer generell für seinen Beruf benötigt, so zum Beispiel folgende bildungswissenschaftliche Inhalte:

  •  Pädagogik
  •  Lernpsychologie
  •  Lernsozialisation
  •  Bildungsanthropologie
  •  Bildungstheorie
  • Grundlagen zur Werteerziehung

Diese Inhalte bilden das Fundament und werden um allgemeine schulpädagogische Konzepte ergänzt, die gemeinsam mit der vermittelten Fachdidaktik ermöglichen sollen, den Schülern den Lernstoff nahe zu bringen.

Schulpraktische Studieninhalte

Schulpraktische Studien: Praktische Aufgaben zu erledigen lernen die Studenten in den schulpraktischen Studien. Hierbei handelt es sich um Praktika, in denen es um folgende konkrete Studieninhalte geht:

  • Fragen der Stoffvorbereitung
  • Organisation von Klassen
  • Arbeitsort Schule

Ebenso zu den praktischeren Fähigkeiten gehört die Ausbildung der Stimme und das Erlernen basaler Kommunikationstechniken: Nicht nur die Stimmgesundheit steht hier im Vordergrund, sondern auch der gezielte und situationsangemessene Einsatz dieses wichtigsten Instrumentes des Lehrers wird ausgebildet.

Dieser noch sehr universitär-theoretische Ausbildungsteil wird schließlich durch das erste Staatsexamen abgeschlossen, in welchem vor allem die fachliche Qualifikation über Prüfungen und eine wissenschaftliche Arbeit untersucht wird.

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Zweites Staatsexamen Vorbereitungsdienst oder Referendariat

Im Anschluss beginnt der Vorbereitungsdienst, in welchem die Studenten in ein erstes Angestelltenverhältnis als Referendar beim jeweiligen Bundesland übergehen. Je nach Schulgesetz des einzelnen Landes und angestrebter Schulform liegt die Dauer dieser Station zwischen einem und zwei Jahren. Durch enge Zusammenarbeit mit Mentoren und direkten Einsatz in Schulklassen aber auch durch ergänzende Ausbildung in Studienseminaren, wird hier vor allem das konkrete berufliche Handwerkszeug erlernt. Mit dessen Hilfe kann später der Schulalltag des Lehrers besser bestritten wird.

Außerdem wird in diesem Teil des Lehramtsstudiums besonders die psychische Belastbarkeit des zukünftigen Lehrers auf die Probe gestellt: Die Arbeitsbelastung eines Referendars ist recht hoch und der Vorbereitungsdienst konfrontiert diesen mit Ansprüchen und Arbeitsabläufen, die er im Studium noch nicht in diesem Maße bewältigen musste.

Am Ende des Referendariats steht das zweite Staatsexamen, welches sich aus verschiedenen Prüfungsanteilen zusammensetzt:

  • Zum einen werden schriftliche Arbeiten eingereicht
  • zum anderen erfolgen mündliche Prüfungen
  • und eine Beurteilung des Ausbildungsunterrichtes
  • sowie ein Prüfungsunterricht mindestens einmal je Ausbildungsfach.

Ist auch diese Hürde genommen, steht dem Lehrer der Arbeitsmarkt offen. Hierbei ist anzumerken, dass bei einer Bewerbung nicht nur die Note des zweiten Staatsexamens zählt, sondern immer auch die Bewertung in der ersten Staatsprüfung berücksichtigt wird.

Perspektiven nach dem Lehramtsstudium

Die Perspektiven oder die spätere Laufbahn des Absolventen kann neben dem Schuldienst auch eine wissenschaftliche Karriere beinhalten. Somit haben auch examinierte Lehrer die Möglichkeit zur Promotion und können darüber Anstellungen an einer Hochschule anstreben.

Der Regelfall wird allerdings der Einstieg an einer Schule sein. Hierbei gibt es je nach Fachausbildung große Unterschiede – auch zwischen einzelnen Bundesländern – was den Lehrerbedarf angeht. Insbesondere Berufsschulen aber auch der sonderpädagogische Bereich ist oft unterbesetzt, woraus gute Einstiegschancen für Absolventen resultieren.

Somit legt der Lehramtsstudent bereits direkt zu Beginn eines Studiums einen wichtigen Grundstein für seine Einstellungsmöglichkeiten. Weiterhin ist zu bemerken, dass das Studium und besonders das Referendariat die Vorbereitung für den Schuldienst in einem spezifischen Bundesland darstellen und der Wechsel des Standortes nicht immer trivial sein muss. Je nachdem, wo man studiert hat und in welcher Stadt man später unterrichten möchte können unterschiedliche Anforderungen vor einer Einstellung liegen, die weitere Qualifikationsnachweise erfordern.

Beamter oder Angestellter nach dem Lehramtsstudium

Abschließend noch ein paar Worte zum Beamtenstatus des Lehrers. Obwohl ein Referendariat als Vorbereitung auf den höheren Dienst als Beamter verstanden werden kann, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es auch zu einer Verbeamtung kommt. Wieder liegen die Unterschiede hier bei der jeweiligen bildungspolitischen Gestaltung der Länder begründet. So müssen unter Umständen besondere gesundheitliche oder dienstliche Anforderungen erfüllt werden. Andere Bundesländer wie zum Beispiel Thüringen führen grundsätzlich keine Verbeamtungen von Lehrern mehr durch. Wenn man jedoch einmal den Beamtenstatus erreicht hat, erhält man eine ganze Reihe von Vorzügen gegenüber normal angestellten Lehrern. Die Vorteile sind höhere Bezüge, verringerte Kündbarkeit und reichen hin bis zur besseren Altersversorgung.

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