Gesetzliche Krankenversicherung Aufgaben, Leistungen, Beiträge, Arztwahl und Kostenerstattung

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Aufgaben und Funktionen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Gesetzliche Krankenversicherung Aufgaben, Leistungen, Beiträge, Arztwahl und Kostenerstattung
Gesetzliche Krankenversicherung Aufgaben, Leistungen, Beiträge, Arztwahl und Kostenerstattung

Das Sozialgesetzbuch in Deutschland schreibt vor, dass die wichtigste Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung die Erhaltung, Wiederherstellung und Besserung der Gesundheit der Versicherten sei – so lässt sich das System auch am treffendsten definieren. Gesetzlich Versicherte sind für ihre eigene Gesundheit ebenfalls verantwortlich: Unterstützt werden sie dabei durch eine umfassende Beratung und Leistung durch die gesetzliche Krankenversicherung, die eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung gewährleisten soll. Hier lernen Sie mehr zu den unterschiedlichen Aufgaben, zur Pflichtversicherung, zur Berechnung der Beitragssätze, der Regelung der Arztwahl, zur Kostenerstattung und den Leistungen.

Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung und die Beiträge

In der GKV, der gesetzlichen Krankenversicherung, sind grundsätzlich sämtliche Arbeitnehmer pflichtversichert, deren Einkommen unter der sogenannten Einkommenspflichtgrenze liegt. Die Zahlung der zu entrichtenden Beiträge erfolgt dabei allerdings nur maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die jedes Jahr neu berechnet wird. Einige Krankenkassen erheben gegenüber ihren Mitgliedern darüber hinaus einen Zusatzbeitrag in individueller Höhe.

Direkte Angehörige, die kein eigenes Einkommen erzielen, dürfen beitragsfrei über die GKV mitversichert werden. Studenten sind grundsätzlich bis zum 25. Lebensjahr über die Familienversicherung mitversichert, anschließend ist eine eigene Mitgliedschaft für den fortwährenden Versicherungsschutz erforderlich. Die von Studenten zu entrichtenden Beiträge sind innerhalb Deutschlands für alle Krankenkassen einheitlich festgelegt. Mehr zur Familienversicherung erfahren.

Wer über die gesetzliche Krankenversicherung GKV pflichtversichert ist, kann nicht so einfach in eine private Krankenversicherung wechseln, sondern muss sich zunächst für eine der gesetzlichen Kassen entscheiden. Selbstständige Personen, deren Einkommen sich oberhalb der festgelegten Grenze befindet, können sich bei der GKV freiwillig versichern und nach Wunsch stattdessen auch eine PKV wählen.

Die Berechnung der Mitgliedsbeiträge in der GKV

Die Höhe der Beiträge werden in der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechend des Bruttomonatseinkommens festgelegt. Der allgemeine Beitragssatz wird jedes Jahr neu vom Staat festgelegt und direkt vom Arbeitgeber an die gesetzliche Krankenversicherung entrichtet. Die Hälfte der Kosten und ggf. auch den Zusatzbeitrag muss der Arbeitnehmer von seinem Bruttogehalt bestreiten. Hier erfahren Sie mehr zur Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge.

Freiwillig Versicherte in der GKV

Wer selbstständig und damit freiwillig in der GKV versichert ist, zahlt die Mitgliedsbeiträge gemäß der Beitragsbemessungsgrenze. Kann der Versicherte nachweisen, dass sein Einkommen geringer ist, lässt sich der Beitrag unter Berücksichtigung seines realen Gesamteinkommens sowie weiteren Erträgen – zum Beispiel aus Kapitalanlagen – neu errechnen. Dennoch gibt es auch hier eine gewisse Beitragsuntergrenze, die nicht unterschritten werden kann.

Rentner

Rentner werden grundsätzlich in freiwillig Versicherte und pflichtversicherte Mitglieder unterteilt. Ist man als Rentner pflichtversichert, müssen die Mitgliedsbeiträge für die GKV ausschließlich auf die gesetzliche Rente bezahlt werden. Die Hälfte der Kosten wird zudem von der gesetzlichen Rentenversicherung übernommen, während der Beitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung eigens zu tragen ist.

Sämtliche Auszahlungen aus Gehaltsumwandlungen, Direktversicherungen oder aus der betrieblichen Altersvorsorge unterliegen stets der vollen Beitragshöhe für die Pflege- und Krankenversicherung. Rentner, die freiwillig in der GKV versichert sind, müssen für sämtliche Einkünfte inklusive Mieteinnahmen auf eigene Immobilien oder Kapitalerträge stets den vollen Beitragssatz entrichten.

Das Gesundheitsrisiko, wie Vorerkrankungen oder chronische Erkrankungen, spielt bei der Berechnung der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung keine Rolle – dies ist bei der PKV anders.

Gesetzliche Krankenversicherung Leistungen

Die Krankenkassen haben als Träger die Grundversorgung im Gesundheitswesen zu leisten. Darüber hinaus sind die Kassen ganz unterschiedlich aufgebaut und haben somit auch sehr unterschiedliche Leistungen. Folgende Leistungen können im Programm einer gesetzlichen Krankenkasse sein. Jedoch gibt es auch bei diesen Leistungen oftmals wieder Einschränkungen, welche bei einer Krankenkassenwahl berücksichtigt werden müssen.

  • Akupunktur
  • Alternative Heilmethoden und Naturheilverfahren
  • Anthroposophie
  • Zuschuss zu Arzneimitteln
  • Auslandsbehandlung
  • Ärztliche Behandlung
  • Rehabilitationen
  • Kur- und Auslandskur
  • Brillen
  • Empfängnis
  • Familienversicherung
  • Fahrkosten
  • Vorsorgeprogramme
  • Fissurenversiegelung
  • Geburt
  • Gesundheitskurse
  • Haushaltshilfen
  • Heilmittel
  • Hautkrebsvorsorge
  • Screening für das Gehör
  • Impfungen
  • U – Untersuchungen für Kinder
  • Zahnärztliche Behandlungen
  • Kontaktlinsen
  • Krankengeld
  • Krankenhausbehandlungen
  • Künstliche Befruchtungen
  • Mammographie
  • Mutterschaftsgeld
  • Mutter Kind Kuren
  • Psychotherapeutische Behandlungen
  • Reiseimpfungen
  • Themen die die Schwangerschaft und Geburt betreffen
  • Sterilisation
  • Zahnersatz
  • Osteopathie

Von Interesse könnte auch die private Zahnzusatzversicherung für Sie sein, sowie die Krankentagegeldversicherung oder Pflegetagegeldversicherung.

Unterschiede in der Beitragshöhe

Seit dem 01.01.1996 können gesetzlich Versicherte selbst entscheiden, bei welcher Krankenkasse sie sich versichern möchten. Mit der Zeit hat sich dadurch ein direkter Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Krankenkassen entwickelt. Zwar ist der Leistungskatalog einheitlich vom Gesetzgeber vorgeschrieben, dennoch können sich einzelne Zusatzleistungen bei den Kassen klar voneinander unterscheiden.

Beiträge zwischen 2009 und 2014

Zwischen den Jahren 2009 und 2014 bestand ein einheitlicher Betrag, der für sämtliche gesetzlichen Krankenkassen gültig war. Allerdings stand es den Kassen frei, ihren Mitgliedern einen Teil der Beiträge als Prämie wieder zu erstatten. Genügten die Beitragseinnahmen den Krankenkassen nicht, konnten sie von ihren Mitgliedern auch Zusatzbeiträge einfordern.

Beiträge seit 2015

Im Jahr 2015 hat man den allgemeinen Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung reduziert. Auch heute noch können Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag in gewisser Höhe verlangen, sofern die entrichteten Beitragszahlungen nicht ausreichen. Der Zusatzbeitrag hängt dabei in erster Linie vom Einkommen des Versicherten ab und ist nach oben hin nicht begrenzt. Dieser muss vom Arbeitnehmer vollständig selbst bezahlt werden. Gemeinsam mit dem allgemeinen Beitragssatz ergibt sich daraus der zu entrichtende Krankenkassenbeitrag für den Versicherten.

Die Höhe des aktuellen Beitragssatzes

Hier finden Sie den aktuellen Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung:

  • Grundbeitragssatz 2017: 14,60 % (dazu kommt nochmals ein kassenindividueller Beitragssatz)

Auf dieser Webseite finden Sie mehr Informationen zur aktuellen Beitragsbemessungsgrenze 2017.

Regelungen zur Arztwahl der Versicherten

Deutschen Bürgern steht es frei, ihren Arzt selbst zu wählen. Beachtet werden muss dabei allerdings, dass der Arzt über eine Kassenzulassung verfügt und damit Patienten, die gesetzlich versichert sind, behandeln darf. So kann man als Versicherter selbst entscheiden, welchen Hausarzt man aufsucht. Um einen Facharzt aufsuchen zu können, ist jedoch auch nach dem Wegfall der Praxisgebühr noch eine Überweisung des Hausarztes erforderlich. Für welchen Facharzt man sich entscheidet, bleibt dem Versicherten ebenfalls selbst überlassen.

Hinsichtlich der Klinikwahl muss stets berücksichtigt werden, dass die Behandlung in der Klinik erfolgen muss, die sich am nächsten zum Wohnort des Versicherten befindet. Entscheidet man sich für eine andere, weiter entfernt liegende Klinik, kann die Krankenkasse dafür zusätzliche Kosten verlangen, die der Versicherte selbst tragen muss.

Gesetzliche Krankenversicherung -Kostenerstattung in der GKV

Wer gesetzlich versichert ist, muss Behandlungskosten beim Arzt oder in der Klinik grundsätzlich nicht im Voraus bezahlen. Hier werden die Rechnungen direkt über die Krankenkasse beglichen. Bei der PKV ist dies anders: Hier streckt der Versicherte die Kosten zunächst selbst vor, ehe er eine Erstattung seitens der Versicherung erhält. Dafür ist es erforderlich, alle Belege und Rechnungen einzureichen, die mit der Behandlung zusammenhängen.

Welche Alternativen gibt es zur GKV?

Liegt das eigene Einkommen über der Pflichtgrenze oder ist man selbstständig bzw. Beamter, dann besteht die Möglichkeit, sich auch über die PKV abzusichern. Die Beitragshöhe bemisst sich dabei stets nach dem Alter, in dem der Versicherte in die Krankenkasse eintritt und dem individuellen Gesundheitsrisiko. Bei Letzterem spielen vor allem chronische Erkrankungen und Vorerkrankungen eine entscheidende Rolle: War man bereits vorher lange krank oder arbeitet man in einer Berufsgruppe, die grundsätzlich sehr gesundheitsgefährdet ist, kann es sein, dass höhere Beiträge von der Krankenkasse verlangt werden.

Wann lohnt sich ein Beitragsvergleich der verschiedenen Krankenkassen?

Wem es frei steht, zwischen der PKV und der GKV zu wählen, profitiert gerade im jungen Alter noch von den umfassenden Leistungen und den in der Regel niedrigen Beiträgen in der PKV. Dennoch ist es wichtig, sich hier nicht blind für das erstbeste Angebot zu entscheiden, sondern im Vorfeld einen soliden Vergleich durchzuführen. Gerade bei den Angeboten für die PKV unterscheiden sich die Leistungen und Beiträge teilweise sehr stark voneinander.

Insbesondere möchten wir darauf hinweisen, dass wir keine Finanzberatung vornehmen. Sollten Sie einen Kredit oder eine Versicherung abschließen wollen, erkundigen Sie sich bitte bei einem Fachexperten für Finanzierungen.

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